Assenheim (Niddatal)

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Assenheim
Gemeinde Niddatal
Wappen von Assenheim
Koordinaten: 50° 17′ 57″ N, 8° 48′ 54″ O
Höhe: 125 (119–141) m ü. NHN
Fläche: 12,64 km²[1]
Einwohner: 4002 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 317 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1970
Postleitzahl: 61194
Vorwahl: 06034
Altes Rathaus im Ortskern
Altes Rathaus im Ortskern

Assenheim ist ein Stadtteil von Niddatal im osthessischen Wetteraukreis.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Assenheim liegt in der Wetterau, sechs Kilometer südöstlich von Friedberg auf einer Höhe von 121 m über NN. Im Ort mündet die Wetter in die Nidda.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Assenheim, um 1800

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste erhaltene Erwähnung Assenheims stammt aus dem Jahr 1139. Zwischen 1179 und 1180 wurde hier eine Burg erbaut, von der heute kaum noch Reste zu sehen sind. Erstmals als Stadt wird das Dorf am 6. Januar 1277 bezeichnet. Im Deutschen Reich gehörte es zum Freigericht Kaichen. Kirchlich war Assenheim eine Tochterpfarrei von Ilbenstadt.

Landesherrschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesherrschaft wurde in einem Kondominat ausgeübt. Dabei waren die Rechte der einzelnen Anteilseigner an der Herrschaft folgendermaßen aufgeteilt:

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1700 gab es 57 Handwerksmeister und 1727 wurden jährlich drei Märkte veranstaltet. 1806 bis 1810 war Assenheim französisch besetzt und wurde danach dem Großherzogtum Hessen zugeschlagen, bei dem es auch nach dem Wiener Kongress verblieb.[2] Die standesherrlichen Privilegien bestanden aber zunächst weiter, insbesondere die standesherrliche Gerichtsbarkeit. Erst 1821 wurde das standesherrliche Amt Assenheim aufgelöst und es begann eine Serie wechselnder Zugehörigkeiten auf Kreisebene, die überwiegend die verschiedenen Verwaltungsreformen des Großherzogtums und des Landes Hessen widerspiegeln:

1957 wurde Assenheim zur Stadt erhoben und am 1. April 1957 die Gemeinde Wickstadt eingegliedert. Am 1. Dezember 1970 kam Assenheim zur Stadt Niddatal[3] und mit ihr am 1. August 1972 zum Wetteraukreis.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[4]

  • 1961: 1554 evangelische (= 74,39 %), 497 katholische (= 23,79 %) Einwohner
Assenheim: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2015
Jahr  Einwohner
1834
  
929
1840
  
1.100
1846
  
1.149
1852
  
1.114
1858
  
1.215
1864
  
993
1871
  
939
1875
  
950
1885
  
943
1895
  
930
1905
  
1.150
1910
  
1.256
1925
  
1.336
1939
  
1.288
1946
  
2.027
1950
  
2.104
1956
  
2.084
1961
  
2.089
1967
  
2.408
1970
  
2.504
2005
  
3.959
2011
  
3.873
2015
  
3.879
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [4][1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die römisch-katholische Pfarrei St. Nikolaus in Wickstadt ist auch für die Ortsteile Assenheim und Bönstadt zuständig. Die Wallfahrt in die Kirche Maria Sternbach bei Wickstadt findet am Sonntag vor Christi Himmelfahrt, am Sonntag nach Mariä Heimsuchung und am Sonntag nach Maria Himmelfahrt statt. Das Marienbildnis (Gnadenbild) stammt wahrscheinlich aus dem 15. Jahrhundert.[5]

Assenheim hat eine eigene evangelische Kirchengemeinde.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 1950 wurde der Gemeinde Assenheim durch das Hessische Staatsministerium das Recht zur Führung eines Wappens verliehen.[6]

Wappen von Assenheim
Blasonierung: „In Silber ein roter Turm mit blau bedachtem breitem Untergeschoss und zwei Turmerkern, alle mit blauen Dächern und einem goldenen Kreuz auf dem Turmdach.“[7]

Der 1275 erstmals als Stadt erwähnte Ort führte wenig später ein Hauptsiegel mit der deutschen und auf den Stadtrang bezüglichen Umschrift ein, das als Bild schon den eigenartig geformten Turm zeigt. Dieser erscheint auch im Sekret[8] aus dem 14. Jahrhundert, im Wappenschild mit der Jahrzahl 1744 am Rathaus und in dem 1950 erneut bestätigten obigen Wappen. Angeblich war das Zeichen auch auf einer alten Stadtfahne abgebildet. Abweichend davon enthielt das Gerichtssiegel von 1597 den heiligen Dionysius, der sein Haupt auf der Hand trägt. Im 17. Jahrhundert benutzte man im Siegel einen geteilten Schild mit den Hanauer Sparren und dem Solmser Löwen.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Abschnitt Assenheim in Liste der Kulturdenkmäler in Niddatal

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rhein-Main Patriots
  • TTC 1951 Assenheim
  • Schützenverein Assenheim 1921 e. V.
  • SV 1920 Assenheim e. V.
  • Kulturelles und Kommunales (KUK) Assenheim
  • Freiwilliger Feuerwehrverein
  • Assenheimer Karnevalsgesellschaft Verein Humor 1914 e. V.
  • Turn-Verein Assenheim
  • Theatergruppe Assenheim e. V.
  • Dartclub (DC) Königsblau

Lokale Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Assemer Supp ist eine wohlschmeckende, kräftige und kräftigende Gemüsesuppe mit Fleisch und einer Einlage aus Gerstengraupen. Der Ursprung ist bei dem Bau der Eisenbahnbrücke in Assenheim zu finden. Die Arbeiter, die dieses Bauwerk errichteten, kamen nicht aus Niddatal und mussten daher mit Essen versorgt werden. Sie bevorzugten diese verhältnismäßig günstige Mahlzeit.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Assenheim (Oberhess), Richtung Friedberg

Im Ort treffen sich die Landesstraße 3187 und die Kreisstraße 239.

Der ÖPNV wird durch den Rhein-Main-Verkehrsverbund sichergestellt. Nördlich des Ortes befindet sich der Bahnhof Assenheim (Oberhess)[9] an der Bahnstrecke Friedberg–Hanau. Wegen dessen abseitiger Lage hat er eine nur geringe Verkehrsbedeutung. Früher wurden dort landwirtschaftliche Erzeugnisse verladen. Das Empfangsgebäude wurde 2007 privatisiert.[10]

Zahlreiche Radwanderwege kreuzen sich in Assenheim: Radfernweg R4, Apfelwein- und Obstwiesenroute, Keltenradroute, Rosenradweg.

Schulen, Kindergärten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Assenheim gibt es zwei Kindergärten und die Geschwister-Scholl-Schule, eine Grund-, Haupt- und Realschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Kleinfeldt, Hans Weirich: Die mittelalterliche Kirchenorganisation im oberhessisch-nassauischen Raum = Schriften des Instituts für geschichtliche Landeskunde von Hessen und Nassau 16 (1937). ND 1984, S. 46f.
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. Gudensberg-Gleichen. 2. Aufl. 1995, S. 319.
  • Rudolf Lummitsch: Geschichte der Stadt Assenheim: Von der frühen Zeit bis zum 19. Jahrhundert. Niddatal, Stadt Niddatal, 1977.
  • Hans-Georg Ruppel: Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehemaligen Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform = Darmstädter Archivschriften 2. Darmstadt 1976, S. 51.
  • Heinz Wionski: Kulturdenkmäler in Hessen. Wetteraukreis II: 1. Teil: Bad Nauheim bis Florstadt, 2. Teil: Friedberg bis Wöllstadt = Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Braunschweig und Wiesbaden 1999, S. 820–844.
  • Ernst Julius Zimmermann: Hanau, Stadt und Land. Kulturgeschichte und Chronik einer fränkisch-wetterauischen Stadt und ehemal. Grafschaft. Mit besonderer Berücksichtigung der älteren Zeit. Vermehrte Auflage, Selbstverlag, Hanau 1919 (Unveränderter Nachdruck. Peters, Hanau 1978, ISBN 3-87627-243-2).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Assenheim (Niddatal) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Einwohner und Flächen. In: Internetauftritt. Stadt Niddatal, archiviert vom Original; abgerufen am 14. Juni 2018. (Daten aus Web-Archiv)
  2. Zimmermann, S. 767, 772.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 360.
  4. a b Assenheim, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 8. Juni 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  5. Wallfahrt in Maria Sternbach.
  6. Der Hessische Minister des Inneren: Verleihung des Rechts zur Führung eines Wappens an die Gemeinde Assenheim, Landkreis Friedberg vom 2. November 1950. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1950 Nr. 46, S. 470, Punkt 868 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 2,2 MB]).
  7. Klemens Stadler: Die Gemeindewappen des Landes Hessen. Neuausgabe des Sammelwerks Deutsche Ortswappen von Prof. Otto Hupp im Auftrage der HAG Aktiengesellschaft in Bremen, bearbeitet von Dr. Klemens Stadler, Zeichnungen von Max Reinhart (= Deutsche Wappen – Bundesrepublik Deutschland. Band 3). Angelsachsen-Verlag, Bremen 1967, S. 16.
  8. „Sekret“ im Sinne von „vertrauliche Mitteilung“, siehe
     Wiktionary: Sekret – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  9. 50° 18′ 17,6″ N, 8° 48′ 45,4″ O
  10. Bahnhof Assenheim (Oberhess)