Astorga

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Gemeinde Astorga
Astorga – Stadtansicht mit Kathedrale
Astorga – Stadtansicht mit Kathedrale
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Astorga
Astorga (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: KastilienleonKastilien und León Kastilien und León
Provinz: León
Comarca: Maragatería
Koordinaten 42° 27′ N, 6° 3′ WKoordinaten: 42° 27′ N, 6° 3′ W
Höhe: 870 msnm
Fläche: 46,78 km²
Einwohner: 11.153 (1. Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 238,41 Einw./km²
Postleitzahl: 24700
Gemeindenummer (INE): 24008 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Astorga

Astorga ist eine Stadt im nordwestlichen Zentral-Spanien in der Provinz León in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León. Sie ist Bischofssitz des Bistums Astorga, eine der größten Diözesen Spaniens. Zur Gemeinde gehören auch die Weiler (pedanías) Castrillo de los Polvazares, Murias de Rechivaldo, Santa Catalina de Somoza und Valdeviejas.

Lage und Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisch gesehen entwickelte sich Astorga am Schnittpunkt wichtiger Verkehrswege, deren wichtigste als Camino Francés (Ost–West) und Vía de la Plata (Nord–Süd) bekannt sind. Heute liegt Astorga etwa 50 km südwestlich der Provinzhauptstadt León in einer Höhe von ca. 870 m am Fuß der Montes de León, die im Peña de Teleno, ca. 20 km westlich der Stadt, 2188 m Höhe erreichen. Astorga ist Hauptort der Comarca Maragatería. Etwa 1,5 km östlich der Stadt fließt der Río Tuerto. Das Klima ist gemäßigt bis warm; Regen (ca. 605 mm/Jahr) fällt hauptsächlich im Winterhalbjahr.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1857 1900 1950 2000 2017
Einwohner 4.804 5.573 9.916 12.377 11.153[3]

Der stetige Bevölkerungsanstieg seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ist ist im Wesentlichen auf den Zuzug von Menschen aus den Dörfern in der Umgebung zurückzuführen (Landflucht).

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl auch heute noch Teile des Gemeindegebietes landwirtschaftlich genutzt werden, ist Astorga in erster Linie eine kleine Handels- und Dienstleistungsstadt für die westlich gelegene Region der Maragatería und für andere Gemeinden im Umland. Daneben sind auch die Herstellung von Süßwaren sowie der Pilger- und Besuchertourismus von großer Bedeutung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort kam mit der Unterwerfung der keltiberischen Asturer durch die Römer im Jahr 17 v. Chr. zum Römischen Reich; die Römer nannten den Ort Asturica Augusta und stationierten hier zeitweise eine Legion. Sie machten es zum wichtigsten Verwaltungszentrum im Nordwesten der Iberischen Halbinsel und beuteten von hier aus die Goldvorkommen in den Montes de León und im Bierzo (Las Médulas) aus. Mit den sich verringernden Golderträgen ging auch das römische Astorga nieder. In der Völkerwanderungszeit wurde die Stadt von den heidnischen Sueben besetzt; unter den arianischen, später katholischen Westgoten trat die Bevölkerung zum Christentum über. Anfang des 8. Jahrhunderts wurde auch Astorga, wie der Großteil der Iberischen Halbinsel, von den Mauren erobert, doch gelang es bereits Alfons I., dem König von Asturien, die Stadt im Rahmen der Reconquista im Jahr 753 einzunehmen. Um 850 wurde wieder ein Bischofssitz eingerichtet und mit der zunehmenden Popularität der Wallfahrt nach Santiago de Compostela profitierte auch Astorga von seiner Lage am Jakobsweg; im 15. Jahrhundert entstand eine neue Kathedrale.[4]

Kathedrale von Astorga (links) und Bischofspalast (rechts)
Rathaus
Stadtmauer
Bischofspalast von Gaudí

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Zeugnisse der römischen Epoche können eine teilweise ausgegrabene römische Villa, Teile der Stadtmauer, das sogenannte „Arbeitshaus“ Ergastula im Museo Romano, die partiellen Ausgrabungen des römischen Forums, der Tempel des Augustus, die Thermen und die Kanalisation besichtigt werden.

Hauptsehenswürdigkeiten sind jedoch die Kathedrale Santa Maria aus dem 15. Jahrhundert und der neogotische Bischofspalast von Antoni Gaudí, begonnen im Jahre 1889 und 1913 nach zwanzigjähriger Unterbrechung von Ricardo García Guereta vollendet. Er beherbergt heute das „Museum der Wege“ (Museo de los Caminos). Das Rathaus ist in einem Palast des 17. Jahrhunderts untergebracht. An der Rathausuhr schlagen zwei Figuren in der lokalen Tracht der Maragatos die Stunden.

"Schmeckenswürdigkeiten"[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Astorga existiert eine lange Tradition der Süßwarenherstellung. Wegen des geringen Ertrages der steinigen Äcker in der Maragatería bestritten viele Bewohner dieser Gegend ihren Lebensunterhalt als Fuhrleute. Begünstigt wurde das durch Astorgas Lage an der Straße zwischen Madrid und den galicischen Häfen, von denen Waren aus den Kolonien in die Hauptstadt transportiert wurden. Auf diese Art kam Astorga mit Kakao und Zucker in Berührung. In der Stadt entwickelten sich bald Süßwarenmanufakturen, die mit einsetzender Industrialisierung nicht mehr konkurrenzfähig waren. Astorga ist jedoch immer noch berühmt für seine

  • Schokolade, in vielen Variationen hergestellt,
  • Hojaldres, einem Blätterteiggebäck und
  • Mantecados, einem feinen Butterschmalzgebäck.

Im Schokoladenmuseum Museo de Chocolate kann man sich über deren Geschichte in Astorga informieren und verschiedene Schokoladen probieren. Hojaldres und Mantecados werden in vielen Bäckereien und Geschäften angeboten.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matías Rodríguez Díez: Historia de Astorga. Celarayn, León 1981, ISBN 84-85378-25-3.
  • Manuel Arias Martínez und Fernando Llamazares: Astorga y Maragatería. Everest, León 1990, ISBN 84-241-4965-3.
  • María Consolación Cabero Domínguez: Astorga y su territorio en la edad media (s. IX-XIV). León, Universidad de Oviedo 1995, ISBN 84-7719-523-4.
  • Joaquín Alonso González: Astorga. Ciudad Bimilenaria. Ámbito 2000, ISBN 84-8183-073-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Astorga – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Astorga – Klimatabellen
  3. Astorga – Bevölkerungsentwicklung
  4. Astorga – Geschichte
Muszla Jakuba.svg
Navigationsleiste Jakobsweg „Camino Francés

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