Astorga

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Dieser Artikel behandelt die spanische Stadt; für weitere Bedeutungen, siehe Astorga (Begriffsklärung)
Gemeinde Astorga
Astorga – Stadtansicht mit Kathedrale
Astorga – Stadtansicht mit Kathedrale
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Astorga
Astorga (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: KastilienleonKastilien und León Kastilien und León
Provinz: León
Comarca: Maragatería
Koordinaten 42° 27′ N, 6° 3′ W42.45-6.05868Koordinaten: 42° 27′ N, 6° 3′ W
Höhe: 868 msnm
Fläche: 46,78 km²
Einwohner: 11.633 (1. Jan. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 248,67 Einw./km²
Postleitzahl: 24700
Gemeindenummer (INE): 24008 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Astorga

Astorga ist eine Stadt im nordwestlichen Zentral-Spanien in der Provinz León in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León. Sie ist Bischofssitz des Bistums Astorga, eine der größten Diözesen Spaniens.

Lage[Bearbeiten]

Historisch gesehen entwickelte sich Astorga am Schnittpunkt wichtiger Verkehrswege, deren wichtigste als Camino Francés (Ost–West) und Vía de la Plata (Nord–Süd) bekannt sind. Heute liegt Astorga etwa 50 Kilometer südwestlich der Provinzhauptstadt León in einer Höhe von ca. 870 Metern ü. d. M. am Fuß der Montes de León, die im Peña de Teleno, ca. 20 km westlich der Stadt, 2188 m Höhe erreichen. Astorga ist Hauptort der Comarca Maragatería. Etwa anderthalb Kilometer östlich der Stadt fließt der Río Tuerto. Zur Gemeinde gehören auch die Dörfer Castrillo de los Polvazares, Murias de Rechivaldo, Santa Catalina de Somoza und Valdeviejas.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1991 2001 2014
Einwohner 9.152 11.103 12.757 12.500 12.242 11.633

Im 19. Jahrhundert stieg die Einwohnerzahl der Gemeinde von etwa 2.500 auf etwa 6.000 Personen. Aufgrund der zentralen Lage der Stadt und der durch die Mechanisierung der Landwirtschaft ausgelösten Landflucht wuchs die Bevölkerung der Stadt im 20. Jahrhundert immer weiter an.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Obwohl auch heute noch Teile des Gemeindegebietes landwirtschaftlich genutzt werden, ist Astorga in erster Linie eine kleine Handels- und Dienstleistungsstadt für die westlich gelegene Region der Maragatería und für andere Gemeinden im Umland. Daneben sind auch die Herstellung von Süßwaren sowie der Pilger- und Besuchertourismus von großer Bedeutung.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort kam mit der Unterwerfung der keltiberischen Asturer durch die Römer im Jahr 17 v. Chr. zum Römischen Reich; die Römer nannten den Ort Asturica Augusta und stationierten hier zeitweise eine Legion. Sie machten es zum wichtigsten Verwaltungszentrum im Nordwesten der Iberischen Halbinsel und beuteten von hier aus die Goldvorkommen in den Montes de León und im Bierzo (Las Médulas) aus. Mit den sich verringernden Golderträgen ging auch das römische Astorga nieder. In der Völkerwanderungszeit wurde die Stadt von den heidnischen Sueben besetzt; unter den arianischen, später katholischen Westgoten trat die Bevölkerung zum Christentum über. Anfang des 8. Jahrhunderts wurde auch Astorga, wie der Großteil der Iberischen Halbinsel, von den Mauren erobert, doch gelang es bereits Alfons I., dem König von Asturien, die Stadt im Rahmen der Reconquista im Jahr 753 einzunehmen. Um 850 wurde wieder ein Bischofssitz eingerichtet und mit der zunehmenden Popularität der Wallfahrtsstätte Santiago de Compostela profitierte auch Astorga von seiner Lage am Jakobsweg.

Kathedrale von Astorga (links) und Bischofspalast (rechts)
Rathaus
Stadtmauer
Bischofspalast von Gaudí

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Als Zeugnisse der römischen Epoche können eine teilweise ausgegrabene römische Villa, Teile der Stadtmauer, das sogenannte Arbeitshaus Ergastula im Museo Romano, die partiellen Ausgrabungen des römischen Forums, der Tempel des Augustus, die Thermen und die Kanalisation besichtigt werden.

Hauptsehenswürdigkeiten sind jedoch die Kathedrale Santa Maria aus dem 15. Jahrhundert und der neogotische Bischofspalast von Antoni Gaudí, begonnen im Jahre 1889 und 1913 nach zwanzigjähriger Unterbrechung von Guereta vollendet. Er beherbergt heute das Museum der Wege, Museo de los Caminos. Das Rathaus ist in einem Palast des 17. Jahrhunderts untergebracht. An der Rathausuhr schlagen zwei Figuren in der lokalen Tracht der Maragatos die Stunden.

"Schmeckenswürdigkeiten"[Bearbeiten]

In Astorga existiert eine lange Tradition der Süßwarenherstellung. Wegen des geringen Ertrages der steinigen Äcker in der Maragatería bestritten viele Bewohner dieser Gegend ihren Lebensunterhalt als Fuhrleute. Begünstigt wurde das durch Astorgas Lage an der Straße zwischen Madrid und den galicischen Häfen, von denen Waren aus den Kolonien in die Hauptstadt transportiert wurden. Auf diese Art kam Astorga mit Kakao und Zucker in Berührung. In der Stadt entwickelten sich bald Süßwarenmanufakturen, die mit einsetzender Industrialisierung nicht mehr konkurrenzfähig waren. Astorga ist jedoch immer noch berühmt für seine

  • Schokolade, in vielen Variationen hergestellt,
  • Hojaldres, einem Blätterteiggebäck und
  • Mantecados, einem feinen Butterschmalzgebäck.

Im Schokoladenmuseum Museo de Chocolate kann man sich über deren Geschichte in Astorga informieren und verschiedene Schokoladen probieren. Hojaldres und Mantecados werden in vielen Bäckereien und Geschäften angeboten.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Astorga – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
Muszla Jakuba.svg
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