Astrud Gilberto

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Astrud Gilberto, Amsterdam 1966
Astrud Gilberto (1970)

Astrud Evangelina Gilberto, geb. Weinert (* 30. März 1940 in Salvador da Bahia, Brasilien) ist eine mit dem Grammy ausgezeichnete Sängerin von Jazz und Populärmusik im lateinamerikanischen Stil (Samba und Bossa Nova), oft im Grenzbereich zum Easy Listening. Weltberühmt wurde sie 1963 durch die von ihr gesungene Originalaufnahme von The Girl from Ipanema.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Astrud Gilberto ist die Tochter des deutschen Einwanderers Dr. Fritz Weinert aus dessen Ehe mit der Brasilianerin Evangelina Weinert geb. Lobão. Ihr Vater war Sprachlehrer und unterrichtete Deutsch und Englisch.

Im Jahr 1947 zog sie mit ihrer Familie nach Rio de Janeiro. 1959 heiratete sie den brasilianischen Musiker João Gilberto, dem sie 1963 in die Vereinigten Staaten folgte, wo João Gilberto seit 1962 arbeitete. Ihre erste und berühmteste Aufnahme ist der Titel A Garota de Ipanema – The Girl from Ipanema auf dem Verve-Album Getz/Gilberto, das 1963 die ab 1958/59 (vor allem unter dem Einfluss von Antônio Carlos Jobim u. a.) in Brasilien entstandene Bossa Nova in den USA und der Welt bekannt machte. 1964 wurde ihre Ehe mit Gilberto in New York geschieden. Später heiratete sie erneut, ein Sohn aus dieser Ehe ist Gregory Lasorsa, ein Gitarrist und Songwriter.

1965 nahm Gilberto mit The Astrud Gilberto Album ihr erstes eigenes Album auf. Hier sind, wie auch auf späteren Alben, vor allem Fremdkompositionen enthalten.[1] Ab dem Album Now (1972) versuchte sich Gilberto auch als Komponistin.[2] Die Abstände zwischen ihren Albumveröffentlichungen wurden immer größer. 1977 nahm sie für das Album That Girl from Ipanema eine Disco-Version ihres größten Hits auf.[3] 1983 entstand zusammen mit dem Jazz-Posaunist Shigeharu Mukai das Album So & So: Mukai Meets Gilberto exklusiv für den japanischen Markt. Drei Jahre später folgte Plus, eine Kollaboration mit dem Bandleader und Komponisten James Last.

Darüber hinaus trat sie in der ganzen Welt im Rahmen von Konzerten auf. In ihrer Heimat Brasilien trat sie allerdings lediglich einmal auf, 1965 in São Paulo.[4]

1992 erhielt sie die Auszeichnung Latin Jazz USA Award for Lifetime Achievement für ihr musikalisches Lebenswerk. Gilbertos Stimme bewegt sich innerhalb einer Oktave.[5]

Sie hat zwei Söhne, Marcelo Gilberto und Gregory Lasorsa. Mit diesen betrieb sie in den 1990er-Jahren den Musikverlag Gregmar Productions, Inc. Astrud Gilberto zog sich 2001 aus dem Musikgeschäft zurück und widmet sich seitdem der Malerei.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Grammy-Verleihung 1965 wurde das Album Getz/Gilberto als „Album des Jahres“ ausgezeichnet. Der Preis ging allerdings an Stan Getz und João Gilberto, da Astrud Gilberto lediglich bei den Liedern The Girl from Ipanema und Corcovado als Sängerin zu hören ist.[6] Für die Single The Girl from Ipanema erhielt Astrud Gilberto jedoch den Grammy gemeinsam mit Stan Getz.[7] Bei der Single-Version für den US-amerikanischen Markt fehlte João Gilbertos Gesang in Portugiesisch. Bei dieser Fassung hört man lediglich Astrud Gilberto in englischer Sprache singen und eine verkürzte Fassung von Stan Getz’ Tenorsaxophon-Solo.[8]

Diskographische Hinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stan Getz und Astrud Gilberto - Getz Au-Go-Go (Label Verve, 1964)
  • The Astrud Gilberto Album (Verve, 1964)
  • The Shadow of Your Smile (Verve, 1965)
  • Look to the Rainbow (Verve, 1965, The Gil Evans Orchestra)
  • Beach Samba (Verve, 1966)
  • A Certain Smile, a Certain Sadness mit Walter Wanderley (Verve, 1967)
  • Windy (Verve, 1968)
  • September 17, 1969 (Verve, 1969)
  • Gilberto Golden Japanese Album (Verve, 1969)
  • I Haven’t Got Anything Better to Do (Verve, 1970)
  • Astrud Gilberto with Stanley Turrentine (CTI, 1971)
  • Astrud Gilberto Now (Perception, 1972)
  • That Girl from Ipanema (Audio Fidelity, 1977, mit u. a. Chet Baker)
  • Astrud Gilberto Plus James Last Orchestra (PolyGram, 1987 und Universal 2009)
  • Live in New York (Pony Canyon, 1996)
  • Temperance (Album) (Pony Canyon, 1997)
  • Jungle (Magya, 2002)
  • Live at Berlin Jazz Festival 1966 (2021). mit Stan getz Quartet

Aufnahmen in Alben anderer Musiker und Gemeinschaftsproduktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stan Getz und João Gilberto - Getz/Gilberto (Verve, 1963)
  • Quincy Jones - The Deadly Affair (Verve, 1965; Filmmusik)
  • Shigeharu Mukai und Astrud Gilberto - So & So - Mukai Meets Gilberto (Denon, 1982)
  • Michael Franks - Passionfruit (Album) (Warner, 1983)
  • James Last - Plus (Album) (Polydor, 1986)
  • Étienne Daho - Eden (Album) (Virgin, 1996)
  • George Michael - Ladies and Gentleman - Best of George Michael (Sony, 1998)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leonard Feather: The Encyclopedia of Jazz in the Sixties. Da Capo, New York 1986, ISBN 978-0-306-80263-8 (Nachdruck der Auflage von 1966).
  • J. A. Tynan: Caught in the Act: Stan Getz – Astrud Gilberto, In: Down Beat. 31, Nr. 24, 1964, S. 35.
  • P. Welding: Astrud Gilberto/Stanley Turrentine (Review), In: Down Beat. 38, Nr. 20, 1971, S. 19.
  • G. Rava: The Lady from Ipanema. In: Jazz Magazine (Paris). 323, 1983, S. 42.
  • C. Groome: The Girl from Ipanema’s a Lady Now. In: EAR: New Music News. 6/5–7/1, 1987, S. 13.
  • H. J. Rippert: Astrud Gilberto. In: Jazz-Podium. 39, Nr. 7–8, 1990, S. 55.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.discogs.com/Astrud-Gilberto-The-Astrud-Gilberto-Album/release/386072
  2. https://www.discogs.com/Astrud-Gilberto-Now/release/1135662
  3. Astrud Gilberto - That Girl From Ipanema. Abgerufen am 25. März 2022 (englisch).
  4. http://www.astrudgilberto.com/interview.htm
  5. Astrud Gilberto singt den Bossa Nova. Abgerufen am 2. August 2011.
  6. https://www.discogs.com/Stan-Getz-Joao-Gilberto-Featuring-Antonio-Carlos-Jobim-Getz-Gilberto/release/170884
  7. https://www.grammy.com/grammys/awards/7th-annual-grammy-awards
  8. https://www.grammy.com/grammys/artists/astrud-gilberto