Asymmetrische Demobilisierung

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Als asymmetrische Demobilisierung wird in der Politikwissenschaft eine Wahlkampfstrategie bezeichnet, bei der durch das Vermeiden einer Stellungnahme zu kontroversen Themen vermieden wird, die potenziellen Wähler des politischen Gegners zu mobilisieren. Wenn nicht unbeabsichtigt gleichzeitig die eigenen Wähler demobilisiert werden, steigt der Stimmenanteil der Partei, die die Strategie praktiziert. Das Sinken der Wahlbeteiligung wird bei Anwendung der asymmetrischen Demobilisierung billigend in Kauf genommen.

Erstmals Anwendung fand der Begriff bei den Parlamentswahlen 2006 in Katalonien. Nachdem die Koalition aus PSC, ERC und der grün-alternativen ICV-EUiA aufgrund eines Streits über das neue Autonomiestatut von Katalonien zerbrach, hielt sich die CiU mit Inhalten deutlich zurück. Während die Regierungsparteien deutliche Verluste hinnehmen musste, ging die CiU als gestärkte, stimmenstärkste Fraktion aus der Wahl hervor.

Im Rahmen des Wahlkampfes zur Bundestagswahl 2009 bezeichnete die Forschungsgruppe Wahlen die Wahlkampfstrategie von Angela Merkel und der CDU als asymmetrische Demobilisierung. Matthias Jung, der Chef der Forschungsgruppe Wahlen, sagte zum Wahlergebnis 2009, dass unter den gegebenen Rahmenbedingungen die Wahlkampfstrategie der CDU kaum zu verbessern war. Hauptziel sei gewesen, dass enttäuschte SPD-Anhänger zu Hause blieben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lago, I., J.R. Montero, M. Torcal: The 2006 Regional Election in Catalonia: Exit, Voice, and Electoral Market Failures. In: South European Society & Politics. Vol. 12, No. 2: 221–235

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]