Atapupu

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Atapupu
Atapupu (Kleine Sundainseln)
Atapupu
Atapupu
Koordinaten 9° 0′ S, 124° 52′ OKoordinaten: 9° 0′ S, 124° 52′ O
Basisdaten
Staat Indonesien

Geographische Einheit

Nusa Tenggara
Provinz Nusa Tenggara Timur
Höhe 195 m
Atapupu während der niederländischen Kolonialzeit
Atapupu während der niederländischen Kolonialzeit

Atapupu (Atapoupou) ist ein Ort im Nordosten des indonesischen Westtimors auf einer Meereshöhe von 195 m, trotz seiner Lage nah der Sawusee. Er gehört zum Desa Jenilu (Distrikt Kakuluk Mesak, Regierungsbezirk Belu, Provinz Ost-Nusa-Tenggara). Von hier aus führt eine Straße zum zwölf Kilometer entfernten Batugade. Der Grenzort liegt bereits in Osttimor. 25 Kilometer südlich liegt die Distriktshauptstadt Atambua.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Ortes bedeutet in der lokalen Sprache TetumHafen der Sklaven“.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grenzübergang von Osttimor nach Indonesien neun Kilometer von Atapupu

Das Gebiet war seit dem 16. Jahrhundert im Einflussbereich der Portugiesen. Später übernahmen die Niederländer aber die Kontrolle über den Flusshafen, der gerade für kleinere Schiffe von Bedeutung war. Als die Briten zwischen 1811 und 1816 in Folge der Napoleonischen Kriege niederländische Kolonien besetzten, waren darunter auf Timor auch Kupang und Atapupu. Das mit den Briten verbündete Portugal nutzte die Gelegenheit seine Ansprüche auf den Hafen zu erneuern und übernahm 1812 wieder die Kontrolle. Atapupu wurde zu einer Haupteinnahmequelle an Zolleinnahmen für die portugiesische Kolonie.

Am 20. April 1818 besetzten im Gegenzug 30 niederländische Soldaten im Auftrag ihres Kommandanten Hazaert in einem Handstreich Atapupu und ersetzten die portugiesische Flagge gegen die Flagge der Niederlande. Hinter der Besetzung standen chinesische Händler aus Kupang, die sich auf diese Weise die von Portugal geforderten Zölle sparen wollten. Viele Chinesen hatten sich auch in Atapupu niedergelassen. Von hier und von Kupang aus gingen sie als reisende Händler auch in das Inselinnere.

Der portugiesische Gouverneur José Pinto Alcoforado de Azevedo e Sousa beschwerte sich in Batavia über Hazaerts eigenmächtige Besatzungen, sein Bestreben das benachbarte Batugade zu erobern und dafür die lokalen Herrscher und die chinesischen Händler gegen die Portugiesen aufzurühren. Azevedo e Sousa drohte mit Truppen gegen die Niederländer auf Timor vorzugehen und forderte finanzielle Entschädigungen. Azevedo e Sousa legte als Beweis für die Rechtmäßigkeit der portugiesischen Ansprüche auf Atapupu und Batugade Dokumente vor, die von Dona Usula da Costa, der Königin von Liquiçá und weiteren Würdenträgern Liquiçás am 16. Mai 1818 unterzeichnet worden waren. Die niederländische Kommission befand aber, dass die Portugiesen den Sachverhalt falsch angegeben hätten und rehabilitierte Hazaert, der 1820 in sein Amt in Kupang zurückkehrte.

1848 besetzte der Herrscher von Oecussi das drei Meilen entfernte Reich von Janilo. Die Niederländer intervenierten dagegen, da sie befürchteten, dass so der wichtige Hafen Atapupu die Verbindung zum Hinterland verlieren könnte. Erst mit dem Vertrag von Lissabon (1859) wurde erstmals eine deutliche Grenze gezogen und daraufhin 1862 ein niederländischer Posten in Atapupu errichtet.

1894 wütete die Cholera in Atapupu. Sie war im osttimoresischen Maubara ausgebrochen, nachdem nach der Revolte von Maubara viele Leichen nicht beerdigt worden waren. Der portugiesische Gouverneur José Celestino da Silva beschuldigte die chinesischen Händler aus Atapupu, sie würden aus Profitgründen Feuerwaffen an timoresische Rebellen verkaufen.[2][3]

Verkehr und Transport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Atapupu liegt an einer Flussmündung und hat dort einen Hafen, der für kleine Schiffe geeignet ist. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war es einer der wichtigsten Häfen Westtimors.

Einmal die Woche fährt eine Fähre von Atapupu nach Kalabahi (Alor) in neun Stunden.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kisho Tsuchiya: Indigenization of the Pacific War in Timor Island: A Multi-language Study of its Contexts and Impact, S. 11, Journal War & Society, Vol. 38, No. 1, Februar 2018.
  2. Laura Suzanne Meitzner Yoder: Custom, Codification, Collaboration: Integrating the Legacies of Land and Forest Authorities in Oecusse Enclave, East Timor., S. 83, Dissertation, Yale University, 2005 (PDF-Datei; 1,46 MB (Memento vom 7. März 2007 im Internet Archive)).
  3. History of Timor (Memento des Originals vom 24. März 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/pascal.iseg.utl.pt (PDF; 824 kB) – Technische Universität Lissabon
  4. Regional Government of Alor: Transport to - and from Alor (Memento vom 27. Dezember 2004 im Internet Archive)