Atassut

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Atássut (grönländisch für „Gemeinsinn“ oder „Zusammengehörigkeit“) ist eine politische Partei in Grönland. Sie definiert sich als eine liberale Partei und unterhält Kontakte zur rechtsliberalen dänischen Partei Venstre. Atassut steht einer möglichen Unabhängigkeit Grönlands skeptisch gegenüber und spricht sich für die Beibehaltung der bisherigen Autonomie innerhalb der Reichsgemeinschaft (rigsfælleskab) mit Dänemark und den Färöer-Inseln aus.

Atassut wurde 1976 gegründet, als die Bewegung für Selbstverwaltung Grönlands auf ihrem Höhepunkt war, die sich mit dem Autonomiestatut von 1979 durchsetzte. Sie ist damit eine der ältesten noch aktiven Parteien Grönlands. Von dieser Zeit bis 1999 war Atassut bei allen Wahlen stets eine der zwei stärksten Parteien, seither hat sie deutlich an Bedeutung verloren. 2014 kam sie nur noch auf den fünften Rang. In der Vergangenheit galt sie als die am stärksten pro-dänisch positionierte Partei Grönlands, inzwischen unterstützt sie die Autonomie und Selbstverwaltung des Landesteils, ohne jedoch die Union mit Dänemark aufgeben zu wollen. Die Rolle als Hauptvertretung der dänischsprachigen Grönländer hat sie an die 2002 gegründeten Demokraatit verloren. Auch ihre wirtschaftspolitische Position hat die Partei deutlich geändert: Von einer rechtsliberalen Position ist sie merklich nach links gerückt und unterstützt nun in den meisten Fällen die Subventionierung privater Unternehmen im primären Sektor, sodass sie sich in dieser Frage kaum noch vom sozialdemokratischen Siumut unterscheidet.[1]

Bei der Wahl zum Inatsisartut im Jahr 2005 erhielt die Partei 19,1 % der Stimmen und somit 6 von 31 Parlamentssitzen; sie bildete in der Legislaturperiode zusammen mit Siumut und Inuit Ataqatigiit eine Koalitionsregierung. 2009 votierten 10,9 % der Stimmberechtigten für Atassut.[2] Die Partei verlor dadurch drei Sitze und befindet sich derzeit in der Opposition.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Natalia Loukacheva: The Arctic Promise. Legal and Political Autonomy of Greenland and Nunavut. University of Toronto Press, Toronto 2007, S. 55.
  2. Siegfried Thielbeer: Grönland: Historischer Machtwechsel nach 30 Jahren faz.net, 3. Juni 2009