Atemrhythmisch angepasste Phonation

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Die Atemrhythmisch Angepasste Phonation (AAP) ist ein Therapieverfahren nach Coblenzer und Muhar zur Behandlung von Dysphonien.

Ein wichtiges Prinzip hierbei ist die reflektorische Atemergänzung; damit liegt der Schwerpunkt des Verfahrens auf der Atmung. Ziel der sprachtherapeutischen Behandlung ist hier die Ökonomie der Atemaktivität und, wie es bei jeder Therapie von Dysphonien ist, das stimmliches Durchhaltevermögen unter schwieriger Phonationsbedingung. Der Patient soll ein bewusstes Abspannen auf Ebene des Kiefers und der Zunge, des Larynx und des Zwerchfells lernen, damit die Luft von alleine kommt. Der phonatorische Reflex des Zwerchfells soll also genutzt werden. So werden die Stimme und besonders der Larynx entlastet und demgegenüber die Belastung auf das Diaphragma übertragen. Mithilfe der AAP werden eine Schnappatmung und hörbare Inspiration vermieden. Inhaltliche Schwerpunkte liegen auf der Erleichterung der Koordination von Bewegung, Atmung, Stimme und Artikulation durch die Körpermotorik, den Rhythmus und der Intention. Der Patient erlernt Techniken, die zu einem ökonomischen Atem- und Stimmgebrauch führen, z. B. Wahrnehmungs- und Haltungsübungen, eine Rhythmisierung von Bewegung, Respiration und Phonation, plastisches Artikulieren, Stimmeinsatzübungen, Finden der Indifferenzlage, die Erarbeitung eines dreiphasigen Atemrhythmus und der Einsatz von atemökonomisch gegliederten Sprechphasen. Voraussetzung dafür ist das Erarbeiten einer Kontrollempfindung für die eigene Stimme.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe Schürmann: Mit Sprechen bewegen: Stimme und Ausstrahlung verbessern mit atemrhythmisch angepasster Phonation. E. Reinhardt Verlag, München/Basel 2007, ISBN 978-3-497-01906-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]