Atomic Blonde

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Filmdaten
Deutscher TitelAtomic Blonde
OriginaltitelAtomic Blonde
ProduktionslandVereinigte Staaten
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2017
Länge115 Minuten
AltersfreigabeFSK 16[1]
JMK 16[2]
Stab
RegieDavid Leitch
DrehbuchKurt Johnstad
ProduktionCharlize Theron,
Beth Kono,
A. J. Dix,
Kelly McCormick,
Eric Gitter,
Peter Schwerin
MusikTyler Bates
KameraJonathan Sela
SchnittElísabet Ronaldsdóttir
Besetzung
Synchronisation

Atomic Blonde ist ein US-amerikanischer Action- und Agentenfilm aus dem Jahr 2017 mit Charlize Theron als britische Geheimagentin in der Hauptrolle. Regie führte David Leitch, das Drehbuch schrieb Kurt Johnstad. Der Film basiert auf der Graphic Novel The Coldest City von Antony Johnston.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film spielt im Berlin des Jahres 1989, kurz vor Ende des Kalten Krieges. Dort wurde ein Mitglied des britischen Auslandsgeheimdienstes SIS ermordet und seine Liste mit westlichen Undercoveragenten gestohlen. Sowohl vom CIA-Agenten Kurzfeld als auch von ihrem SIS-Vorgesetzten Gray wird die britische Agentin Lorraine Brougthon in die geteilte Stadt geschickt, um die Liste und einen Doppelagenten namens Satchel zu finden. In der damaligen Hauptstadt der Geheimdienste angekommen, weiß Lorraine nicht, ob sie ihrem dortigen SIS-Kollegen David Percival trauen kann und muss sich bald den Angriffen anderer Nachrichtendienste schlagkräftig zur Wehr setzen.[3]

Am Ende stellt sich heraus, dass sie selbst eine Tripelagentin im Auftrag des CIA ist.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptdarstellerin und Mitproduzentin Charlize Theron hatte sich einen Actionfilm gewünscht, der von seiner weiblichen Hauptfigur getragen wird und eventuell in einer Art weiblichen Jason-Bourne-Filmreihe mündet.[4][5] Mit David Leitch konnte man einen der beiden Regisseure des erfolgreichen Actionfilms John Wick gewinnen und für den Soundtrack zeichnete sich Tyler Bates verantwortlich, der diese Aufgabe auch bei John Wick übernommen hatte. Neben einem Song von Marilyn Manson ist diesmal vor allem Musik aus den 1980er Jahren zu hören, wobei unter Einfluss des Regisseurs nicht immer die Originalversionen verwendet wurden.[6] Die Kampfszenen spielte die Hauptdarstellerin fast alle selbst und wurde nur selten von der kanadischen Stuntwoman Monique Ganderton gedoubelt. Dafür hatte Theron drei Monate lang täglich fünf Stunden trainiert.[7] Die 51 Drehtage umfassenden Aufnahmen zum Film begannen Ende November 2015. Gedreht wurde in Budapest, Berlin und Babelsberg.[8] Für die Umsetzung der Dreharbeiten an Originalmotiven war Studio Babelsberg Motion Pictures verantwortlich.[9]

Besetzung und Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation entstand bei der FFS Film- & Fernseh-Synchron GmbH in Berlin unter der Dialogregie und dem Dialogbuch von Christoph Cierpka.[10]

Rolle Schauspieler Synchronsprecher
Lorraine Broughton Charlize Theron Bianca Krahl
David Parcival James McAvoy Johannes Raspe
Emmett Kurzfeld John Goodman Hartmut Neugebauer
Eric Gray Toby Jones Michael Pan
Delphine Sofia Boutella Jessica Walther-Gabory
Stasi-Spion „SpyGlass“ Eddie Marsan Lutz Schnell
Uhrmacher Til Schweiger Til Schweiger
Merkel Bill Skarsgård Constantin von Jascheroff

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Filmkritikseite Rotten Tomatoes erhielt Atomic Blonde 244 Bewertungen, wovon 183 eher positiv waren[11] und auch bei der Deutschen Film- und Medienbewertung wird dem Film das Prädikat „besonders wertvoll“ verliehen und dieser als „ungemein fesselnd, hochgradig spannend und unfassbar cool“ bezeichnet.[12] In der deutschen Presselandschaft wurde dagegen die Einfachheit der Handlung und der Charaktere kritisiert. Auch konnte der Film laut einiger Kritiker nicht wirklich die Atmosphäre der Berliner Wendezeit wiedergeben. Besonders erwähnt wurde von einigen Pressestimmen die weibliche Besetzung der Hauptrolle in einem Actionfilm.

So beschrieb Barbara Möller in der Welt den Film als „Splatter-Bond mit dem dürftigsten Plot des Jahres“,[13] und Jens Balzer in der Zeit spricht von einem Hau-drauf-und-Schluss-Film ohne Gefühl.[14]

Auch für Jenni Zylka im Spiegel sind die Personen flacher als im Comic,[15] wohingegen Juliane Liebert in der Süddeutschen Zeitung zwar auch Logikfehler im „blöden Plot“ entdeckt, von den durchgestylt schönen Bildern jedoch beeindruckt ist und es wichtig findet, auf eine lesbische Beziehung im Film hinzuweisen, die in der Comicvorlage nicht vorkommt.[16]

Esther Bless findet im Filmdienst die Personen leblos wie aus einem Computerspiel und auch die postapokalyptische Stimmung nicht wirklich passend zum Berlin der Wendezeit, andererseits jedoch schon eine Profilierung von Charlize Theron als Action-Schauspielerin.[17] Für Britta Schmeis vom Epd Film wird hier die Chance für die Etablierung eines weiblichen Bond vergeben, indem der Film mehr Actionfilm als Politthriller ist.[18]

Im Kölner Stadtanzeiger sieht Frank Olbert eine schillernde Hauptdarstellerin Charlize Theron und einen Meilenstein für weibliche Actionheldinnen[19], und auch Verena Lueken in FAZ empfindet es als willkommene Abwechslung, dass sich eine Frau stilvoll durch ihren Agentenjob ballert und trinkt.[20]

Einspielergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film startete am 27. Juli 2017 in den US-Kinos und stieg an seinem Startwochenende auf Platz 4 der Kinocharts mit einem Einspielergebnis von 25 Millionen US-Dollar ein. Er war hinter Emoji – Der Film der zweithöchste Neueinsteiger in dieser Woche. Atomic Blonde hielt sich mit den Plätzen 7 und 10 noch zwei weitere Wochen in den Top-10 der US-Kinocharts und spielte in seinem Produktionsland ca. 50 Millionen Dollar ein, womit die Produktionskosten von 30 Millionen Dollar amortisiert wurden.[21] Weltweit konnte der Film Einnahmen von mehr als 95 Millionen US-Dollar verbuchen.

In Deutschland startete Atomic Blonde am 24. August 2017 in 530 Kinos und erreichte in seiner Startwoche mit 160.000 Besuchern den 3. Platz in den deutschen Kinocharts. Er wurde damit vom Horrorfilm Annabelle 2 als bester Neueinsteiger überflügelt. In der Folge hielt er sich mit Platz 7 noch eine Woche in den Top-10 der deutschen Kinocharts und spielte mit ca. 300.000 Besuchern 2,2 Millionen Euro ein.[22]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Atomic Blonde. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 168255/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Alterskennzeichnung für Atomic Blonde. Jugendmedien­kommission.
  3. Atomic Blonde, Cinefacts, August 2017, abgerufen am 21. September 2017
  4. Fortsetzung von Atomic Blonde möglich, Bild der Frau, 26. Juli 2017, abgerufen am 21. September 2017
  5. 7 Jahre kämpfte sie für ihren Berlin Film, Bild, 17. Juli 2017, abgerufen am 21. September 2017
  6. How Atomic Blonde director David Leitch used music to turn a stuffy cold war film into a spy thriller, uproxx.com, 17. Juli 2017, abgerufen am 21. September 2017
  7. Charlize Theron in Atomic Blonde: Zwei Zähne mussten dran glauben, klatsch-tratsch.de, 12. August 2017, abgerufen am 21. September 2017
  8. Charlize Theron bei der Atomic Blonde Premiere (Memento des Originals vom 25. September 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.augsburger-allgemeine.de, Augsburger Allgemeine, 18. Juli 2017, abgerufen am 21. September 2017
  9. Pressemitteilung Studio babelsberg AG, Studio Babelsberg, 24. Mai 2017, abgerufen am 6. März 2018
  10. Atomic Blonde Synchronkartei, Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 6. Oktober 2017
  11. Atomic Blonde 2017, Rotten Tomatoes, Juli 2017, abgerufen am 21. September 2017
  12. FBW Atomic Blonde, Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW), Juli 2017, abgerufen am 21. September 2017
  13. Da staunt sogar der Stasimann, Die Welt, 24. August 2017, abgerufen am 21. September 2017
  14. Quadrupelagenten-Quatsch, Die Zeit, 22. August 2017, abgerufen am 21. September 2017
  15. Kälter als der Kalte Krieg, Der Spiegel, 24. August 2017, abgerufen am 21. September 2017
  16. Der Mauerfall als Softporno, Süddeutsche Zeitung, 28. August 2017, abgerufen am 21. September 2017
  17. Atomic Blonde, Filmdienst, August 2017, abgerufen am 21. September 2017
  18. Filmkritik zu Atomic Blonde, Epd Film, 22. August 2017, abgerufen am 21. September 2017
  19. Charlize Theron zwischen Schlachtfeld und Laufsteg, Kölner Stadtanzeiger, 22. August 2017, abgerufen am 21. September 2017
  20. Der Knall von 99 Luftballons, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. August 2017, abgerufen am 21. September 2017
  21. Weekly Box office 28. Juli – 3. August 2017, Box Office Mojo, Juli 2017, abgerufen am 21. September 2017
  22. Box Office D 34. Woche 2017, insidekino.com, August 2017, abgerufen am 21. September 2017