Attentat auf Ronald Reagan

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Festnahme von John Hinckley jun. nach den Schüssen auf Reagan

Das Attentat auf den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan wurde am Nachmittag des 30. März 1981 um 14:27 Uhr Ortszeit (EST) vor dem Hilton Hotel in Washington, D.C. durch John Hinckley, Jr. verübt. Reagan und die drei anderen Verletzten überlebten den Anschlag.

Täter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motiv[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

John Hinckley Jr. war nach späterem Gerichtsbeschluss unzurechnungsfähig und psychisch krank. Seine Motive für das Attentat auf Reagan waren, dass er damit in die Geschichte eingehen und – noch wichtiger – die von ihm vergötterte Jodie Foster, Schauspielerin des Filmdramas Taxi Driver, beeindrucken wollte.

Hinckley vor dem Attentat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinckley kam am Abend des 29. März in Washington, D.C. an, worauf er im Park Central Hotel eincheckte und dort übernachtete. Am nächsten Morgen frühstückte er in einem McDonald’s-Schnellrestaurant nahe dem Hotel, worauf er wieder dorthin zurückging. Aus Angst, das Attentat nicht zu überleben, schrieb er einen Brief an Jodie Foster, in dem er ihr noch einmal seine Liebe schilderte und sich rechtfertigte, dass er Reagan nur für sie töten wolle. Diesen Brief schickte er jedoch nicht ab.

Das Attentat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ronald Reagan unmittelbar vor dem Attentat

Um 14:27 Uhr kam Reagan nach dem Besuch einer Gewerkschaftsveranstaltung, umringt von seinen Leibwächtern, die Straße hinunter in Richtung der geparkten Präsidentenlimousine. Als er sie fast erreicht hatte – die Distanz betrug etwa einen bis drei Meter – winkte er den Fotografen zu. In diesem Moment fielen mehrere Schüsse; die fünfte Kugel prallte vom kugelsicheren Fensterglas der Limousine ab und verletzte Reagan schwer. Insgesamt wurden sechs Schüsse in Richtung des Präsidenten abgegeben. Diese trafen den Pressesprecher des Weißen Hauses, James Brady, der dauerhafte Hirnschäden und Lähmungen erlitt, den Polizeibeamten Thomas K. Delahanty sowie den Secret-Service-Beamten Timothy McCarthy, der sich in die Schusslinie stellte. Der ebenfalls getroffene Reagan wurde in die Limousine gestoßen, die sofort abfuhr.

Nach dem Attentat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reagan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da Reagan anfangs für unverletzt gehalten wurde, entschied man sich, den Präsidenten zurück ins Weiße Haus zu fahren. Erst kurz darauf bemerkte der Secret-Service-Agent Jerry Parr (1930–2015), dass Reagan blutete, woraufhin man ihn sofort in die Notaufnahme des George Washington University Hospitals fuhr.[1] Die Kugel, die den Präsidenten getroffen hatte, war seitlich in den linken Lungenflügel eingedrungen und verursachte eine starke innere Blutung. Da das Krankenhauspersonal zunächst keine Kenntnis von einem Schuss auf Reagan hatte, ging man anfangs von einem Herzinfarkt aus. Auch eine oder mehrere gebrochene Rippen (als Folge, dass der Präsident von seinem Leibwächter während des Attentats in die Limousine gestoßen wurde) kamen als Ursache für die Kurzatmigkeit in Frage. Aus diesen Gründen suchte der behandelnde Arzt nicht sofort nach einer Schusswunde am Körper des Präsidenten. Auf die Idee, nach einer solchen zu suchen, brachte ihn erst sein niedriger Blutdruck. Weil das Einschussloch nur sehr klein war (Kaliber .22 lfB), blutete die Wunde äußerlich kaum sichtbar und konnte deshalb leicht übersehen werden.

Trotz seiner Verletzung verlor Reagan nicht seinen Humor. Er sagte zu seiner Ehefrau: „Honey, I forgot to duck.“ („Schatz, ich habe vergessen, mich zu ducken.“) und zu den operierenden Ärzten kurz vor der Narkose: „Please tell me you’re all Republicans.“ („Bitte sagen Sie mir, dass Sie alle Republikaner sind.“) Der ausführende Chefarzt Giordano antwortete: „We’re all Republicans today.“ („Heute sind wir alle Republikaner.“). Reagan wurde operiert und nach zehn Tagen aus dem Krankenhaus entlassen.[2]

Hinckley[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinckley wurde Sekunden nach der Schussabgabe von diversen Reportern und Secret-Service-Agenten zu Boden gedrückt und festgehalten. Er wurde verhaftet und später in einem Gerichtsprozess wegen Unzurechnungsfähigkeit freigesprochen. Hinckley wurde in das Saint Elisabeth Hospital in Washington, D.C. zur Sicherungsverwahrung eingewiesen. 1999 wurde ihm zugestanden, die Anstalt zu verlassen, um seine Familie zu besuchen. Diese Regelung wurde jedoch wieder zurückgenommen, als man feststellte, dass Hinckley Material über Jodie Foster in das Krankenhaus eingeschmuggelt hatte. 2004 wurde ihm die Besuchsregelung erneut zugestanden. Am 10. September 2016 wurde Hinckley aus der psychiatrischen Klinik entlassen.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Attentat auf Ronald Reagan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Marc Pitzke: Attentat auf Ronald Reagan. "Achtung, es wurde geschossen!" Spiegel Online. 25. März 2011, abgerufen am 11. September 2016.
  2. Health and Medical History of American Presidents. Ronald Reagan: Chronology of the Shooting. doctorzebra.com. Abgerufen am 11. September 2016.
  3. John Hinckley Jr, Reagan's would-be assassin, released after 35 years - BBC News. In: bbc.com. Abgerufen am 10. September 2016.

Koordinaten: 38° 54′ 58″ N, 77° 2′ 43″ W