Attentat auf den Italicus Express

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Denkmal für die Opfer des Bombenanschlags im Bahnhof von San Benedetto Val di Sambro
Gedenktafel an den Anschlag im Bahnhof von San Benedetto Val di Sambro

Bei dem Attentat auf den Italicus Express am 4. August 1974 kamen bei einem Bombenanschlag 12 Menschen ums Leben, 48 wurden darüber hinaus verletzt.

Der Zug[Bearbeiten]

Der Italicus Express verkehrte als Nachtschnellzug in der Verbindung RomMünchen und wurde in Italien durch die Ferrovie dello Stato betrieben.

Der Anschlag[Bearbeiten]

Piero Malentacchi, Mitglied der Terrorzelle von Mario Tuti, versteckte im Bahnhof Firenze Santa Maria Novella im fünften Wagen des Zuges eine Bombe. Dies geschah im Auftrag der Fronte Nazionale Rivoluzionario und des Ordine Nuovo, zweier rechtsextremer Organisationen. Die Explosion erfolgte um 1 Uhr 23 als der Zug den Bahnhof San Benedetto Val di Sambro an der Bahnstrecke Bologna–Florenz durchfuhr.

Motiv[Bearbeiten]

Die Gruppe teilte in einem Bekennerschreiben mit:

Giancarlo Esposti è stato vendicato. Abbiamo voluto dimostrare alla nazione che siamo in grado di mettere le bombe dove vogliamo, in qualsiasi ora, in qualsiasi luogo, dove e come ci pare. Vi diamo appuntamento per l'autunno; seppelliremo la democrazia sotto una montagna di morti.

Wir haben Rache für Giancarlo Esposti genommen. Wir wollten der Nation zeigen, dass wir überall, sooft, wo und wann wir wollen, eine Bombe legen können. Wartet den Herbst ab. Wir werden die Demokratie unter einem Berg Toter ersticken.

Der Anschlag verfolgte so die Strategie der Spannung, sollte Panik verbreiten und dazu führen, dass nach einer autoritären Regierung verlangt würde.

Folgen[Bearbeiten]

12 Menschen starben, 48 wurden darüber hinaus verletzt. Der vormalige italienische Premierminister Aldo Moro nutzte zunächst als Passagier den Zug, war aber zu dem Zeitpunkt, als der Anschlag geschah, schon ausgestiegen.

Nachdem die Polizeibehörden durch Informanten von den mutmaßlichen Tätern erfahren hatten, versuchten sie am 24. Januar 1975, Mario Tuti festzunehmen. Er erschoss dabei zwei Polizisten, verletzte einen schwer und konnte nach Frankreich entkommen. Das Strafverfahren gegen ihn wurde deshalb in seiner Abwesenheit eröffnet. Am 27. Juli 1975 wurde er nach einer Schießerei mit der französischen Polizei verhaftet und nach Italien ausgeliefert. Erstinstanzlich wurde er zu 20 Jahren Freiheitsstrafe, im Berufungsverfahren zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Der Kassationsgerichtshof verwarf das Urteil. Im Folgeverfahren wurde er aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Giorgio Bocca: Gli anni del terrorismo: storia della violenza politica in Italia dal '70 ad oggi. 1988, S. 291–293.
  • Giovanni Fasanella u.a.: I Silenzi degli Innocenti. 2006, S. 114.
  • Maria Fida Moro: La Nebulosa del Caso Moro. Mailand 2004.
  • Charles Richards: Gladio is still opening wounds. In: Independent v. 1. Dezember 1990.
  • Ed Vulliamy: Blood and glory. In: The Observer v. 4. März 2007.

44.21638611.189243Koordinaten: 44° 12′ 59″ N, 11° 11′ 21″ O