Attica Correctional Facility

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Haupteingang des Attica Gefängnisses

Die Attica Correctional Facility ist ein Gefängnis in Attica im US-Bundesstaat New York. Es ist für die Aufnahme männlicher Gefangener in der höchsten Sicherheitsstufe in den 1930er Jahren gebaut worden. Konzept des Gefängnisbetriebes ist seine spartanische Einrichtung mit härteren Haftbedingungen und die Anwendungen disziplinarischer Maßnahmen. Die Gemeinschaftsräume sind mit einer Tränengasanlage ausgestattet.[1] 2015 waren 2240 Menschen hier inhaftiert, von denen 80 % Schwarze oder Latinos waren.[2]

Während eines Gefängnisaufstands 1971 kam ein Angestellter ums Leben, bei der Niederschlagung des Aufstandes 42 weitere Menschen, darunter 32 Inhaftierte und 10 Angestellte. Außerdem gab es über 80 Verletzte. Alle 10 Angestellten und alle Inhaftierten starben durch Schüsse von Staatsbeamten.[2] Nach dem Tod von George Jackson am 21. August bei einem Fluchtversuch im Staatsgefängnis San Quentin begannen etwa 1000 der 2200 Häftlinge am 9. September den Aufstand. Die Häftlinge wollten durch den Aufstand bessere Haftbedingungen erreichen. Am Morgen des 13. September warfen Aufseher Tränengasgranaten in den Gefängnishof. Angehörige der New York State Police und Aufseher richteten für fast 60 Minuten Gewehrfeuer in den Nebel der Granaten. Während und nach der Rückeroberung des Gefängnisses, bei der auch Kollegen der Geiseln beteiligt waren, erfolgten gewaltsame Übergriffe und Folter gegen viele der Inhaftierten.

Es dauerte fast 30 Jahre, bis den Angehörigen der Verstorbenen und den Verletzten eine finanzielle Entschädigung zugesprochen wurde. Der Staat New York erklärte sich zur Zahlung von acht Millionen Dollar bereit, allerdings ohne ein Schuldanerkenntnis abzugeben.[3]

Berühmte Insassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • David Berkowitz, Serienmörder, der einen Großteil seiner Strafe hier verbüßte und jetzt im Gefängnis Sullivan Correctional Facility in Woodbourne, New York sitzt.
  • H. Rap Brown, Anführer der Black Panther Party war von 1971 bis 1976 inhaftiert.
  • Mark David Chapman, er ermordete 1980 John Lennon und wurde zu einer Strafe von 20 Jahren bis lebenslang verurteilt. Siebenmal wurde sein Gnadengesuch bisher abgewiesen.
  • Edward Cummiskey, Mörder der Bande Westies-Bande in den 1970er Jahren.
  • Dean Faiello, Frauenmörder.
  • Jimmy Caci, Caporegime der Los-Angeles-Mafia-Familie, saß acht Jahre in Attica.
  • Colin Ferguson, Massenmörder, wurde zu mehrmals lebenslänglich verurteilt.
  • Kendall Francois, Mörder von acht Prostituierten, wurde zu lebenslangen Haft ohne Möglichkeit der Begnadigung verurteilt.
  • Sam Melville, mehrfacher Bombenleger in New York City in 1969, wurde während des Aufstandes 1971 erschossen.
  • Willie Sutton, Bankräuber, der zwischen den 1920ern und 1952 100 Banken ausgeraubt hat.

Popkultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Attica wird in verschiedenen Filmen, Fernsehserien und Liedtexten erwähnt. Nas rappt in If I ruled the world: “I'd open every cell in Attica, send them to Africa.” Bob Dylan erwähnt das Gefängnis in seinem Album Desire (1976). Im Song Joey, der die Geschichte des New Yorker Gangsters Joseph Gallo erzählt, heißt es: “He did ten years in Attica reading Nietzsche and Wilhelm Reich”. Weitere solche Referenzen gibt es in Liedern von Mobb Deep, Busta Rhymes und in Some Time in New York City von John Lennon, dessen Mörder hier einsitzt. Sowohl in den Filmen Goodfellas, Carlito’s Way und Hundstage, als auch in der Fernsehserien ALF, The Sopranos, The King of Queens und Law & Order: Special Victims Unit wurde Attica in die Handlung integriert.

Der Aufstand von 1971 wird in dem Lied Rubber Bullets von 10cc und The Hostage von Tom Paxton[4] thematisiert. Zudem wurde der Aufstand in Against the Wall mit Samuel L. Jackson, Kyle MacLachlan und Clarence Williams III, in dem gleichnamigen Film Attica mit Morgan Freeman sowie von Euzhan Palcy in The Killing Yard mit Alan Alda verfilmt. Paul Auster nutzt in seinem Roman 4 3 2 1 den Gefängnisaufstand als Hintergrund für die Geschichte seiner Figur Archie Ferguson und beschreibt einen Teil der Geschichte von Sam Melville.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heather Ann Thompson: Blood in the Water: The Attica Prison Uprising of 1971 and Its Legacy. Pantheon Books, New York 2016, ISBN 978-0-375-42322-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. New York State Special Commission on Attica: Attica: The Official Report of the New York State Special Commission on Attica. New York: Bantam Books, 1972.
  2. a b A Brutal Beating Wakes Attica’s Ghosts. In: New York Times. 28. Februar 2015.
  3. Kalenderblatt.de: „9. September 1971: Gefängnisaufstand Attica“
  4. richieunterberger.com

Koordinaten: 42° 50′ 59″ N, 78° 16′ 18″ W