Attignat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Attignat
Wappen von Attignat
Attignat (Frankreich)
Attignat
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département Ain
Arrondissement Bourg-en-Bresse
Kanton Attignat
Gemeindeverband Bassin de Bourg-en-Bresse
Koordinaten 46° 17′ N, 5° 9′ OKoordinaten: 46° 17′ N, 5° 9′ O
Höhe 199–233 m
Fläche 18,69 km2
Einwohner 3.270 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 175 Einw./km2
Postleitzahl 01340
INSEE-Code
Website www.attignat.fr

nach der Revolution wiederaufgebauter Glockenturm von Attignat

Attignat ist eine französische Gemeinde mit 3270 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Ain in der Region Auvergne-Rhône-Alpes.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Attignat liegt auf 223 m, etwa elf Kilometer nordwestlich der Präfektur Bourg-en-Bresse und 25 Kilometer östlich der Stadt Mâcon (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich in der historischen Provinz Bresse im Tal der Reyssouze. Nachbargemeinden von Attignat sind Bresse Vallons mit Cras-sur-Reyssouze im Norden, Marboz im Nordosten, Viriat und Polliat im Süden sowie Saint-Martin-le-Châtel im Westen.

Topographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fläche des 18,69 km2 großen Gemeindegebiets umfasst einen Teil der südlichen Bresse, einer besonders durch die Landwirtschaft geprägten Ebene zwischen dem Jura-Gebirge und dem Fluss Saône. Es wird von der Reyssouze von Süden nach Norden einem breiten, zwischen 10 und 20 m in die Landschaft eingetieften Tal durchquert. Im Bereich von Attignat schlängelt sich der Fluss durch die Talebene und bildet mehrere Weiher. Im Osten und Westen schließen sich kleinere Waldstücke an, durch die die Gemeindegrenze verläuft. Landwirtschaftliche Nutzung macht den Großteil der Landbedeckung aus (Wiesen etwa 45 %, Felder 16 %, sonstige 14 %) gefolgt von bebauten Flächen mit 12 % und Wäldern mit 11 %.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hauptdorf Attignat auf der Westseite der Reyssouze gliedert sich in den eigentlichen Ortskern und die Ortsteile Charmeil und Vacagnole südlich davon. Auf der Ostseite befindet sich Crangeat. Jeder Ortsteil ist jeweils in weitere Siedlungsgebiete mit eigenen Namen unterteilt, daneben gibt es auch einzelstehende Weiler und Höfe. In Jalamont im Nordosten der Gemeinde gruppieren sich heute einige Bauernhöfe um die Überreste des mittelalterlichen Familiensitzes. Bis auf einige ehemalige Mühlen ist die Talmulde der Reyssouze kaum bebaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleinfunde gallorömischer Ziegel und Gebrauchsgegenstände auf dem Gemeindegebiet weisen auf eine Besiedelung während der Römerzeit hin.[2] Im Hochmittelalter erschien die zum Bistum Lyon gehörende Pfarrei in Attignat erstmals 1184 als Prioratus de Antiniaco. Spätere Bezeichnungen waren Attiniacus (1250) und Attignia (1272, 1325). Das Gebiet von Attignat gehörte im Mittelalter den Herren von Bâgé und gelangte als Mitgift 1272 in den Besitz der Grafen von Savoyen.[3] Die heutigen Ortsteile Jalamonde (Jalamondes 1355) und Crangeat (Crangia 1335) waren im Mittelalter getrennte Herrschaftssitze[3] mit einer eigenen kleinen Burg. Mit dem Vertrag von Lyon wurde die gesamte Bresse 1601 Teil Frankreichs.

Von 1793 bis 2015 gehörte Attignat zum Kanton Montrevel-en-Bresse.[4] Bei der landesweiten Neuordnung der französischen Kantone im Jahr 2015 war Attignat die bevölkerungsmäßig größte Gemeinde im erweiterten Kanton und übernahm daher anstelle von Montrevel-en-Bresse die Rolle als Hauptort.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dorfkirche Saint-Loup von Attignat stammt aus dem 15. Jahrhundert. Ihr Glockenturm musste nach der Französischen Revolution wieder aufgebaut werden. Das Château de Salvert im Zentrum von Attignat war einst Sitz der Herrschaft und wurde nach der Französischen Revolution ebenfalls wieder aufgebaut. Seine Gärten sind als monument historique eingeschrieben.[5] Es ist heute im Besitz der Gemeinde und beherbergt die Stadtbücherei. Die größeren Säle werden von der Gemeinde für private Veranstaltungen vermietet.

Von der Burg in Jalamonde ist nur noch der quadratisch angelegte Wassergraben erhalten.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 1.205
1968 1.236
1975 1.279
1982 1.682
1990 1.776
1999 1.924
2006 2.487
2011 3.023

Mit 3270 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016)[6] gehört Attignat zu den mittelgroßen Gemeinden des Département Ain. Nachdem die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts leicht rückläufig war (1901 wurden noch 1305 Einwohner gezählt), wird seit Mitte der 1970er Jahre wieder eine deutliche Bevölkerungszunahme verzeichnet.[4] Die Ortsbewohner von Attignat heißen auf Französisch Attignatis.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Attignat ist bis heute ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf, dessen Höfe in den Bereichen Viehzucht und Feldwirtschaft aktiv sind. Daneben gibt es heute verschiedene Betriebe des lokalen Kleingewerbes und einige mittelständische Betriebe. Mittlerweile hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind Wegpendler, die in den größeren Ortschaften der Umgebung, vor allem im Raum Bourg-en-Bresse, ihrer Arbeit nachgehen.[7]

Die Ortschaft gruppiert sich um die Durchgangsstraße D976, die als Departementsstraße die Städte Bourg-en-Bresse und Tournus verbindet. Daneben verbindet ein dichtes Netz von Nebenstraßen die verschiedenen Ortsteile mit ihren Nachbargemeinden. Am Südrand verläuft die Autobahn A40 (Genf–Mâcon) mit einer Anschlussstelle auf dem Gemeindegebiet. Als Flughäfen in der Region kommen Lyon-St-Exupéry (79 km) und Genf (127 km) in Frage.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Attignat befinden sich zwei Grundschulen (école primaire) mit eingegliederten Vorschulklassen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Attignat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten 2006 von CORINE Land Cover, abrufbar z. B. unter www.statistiques.developpement-durable.gouv.fr (Memento des Originals vom 24. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistiques.developpement-durable.gouv.fr.
  2. André Buisson: Carte Archéologique de la Gaule - Ain 01. Académie des Inscriptions et Belles-Lettres, 1990, ISBN 2-87754-010-3, S. 113 (französisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. a b É. Philipon: Dictionnaire Topographique du Département de l’Ain. Imprimerie Nationale, 1911, S. XXIV, 19, 138, 212 (französisch, online [PDF; abgerufen am 4. Januar 2014]).
  4. a b Attignat – notice communale. In: cassini.ehess.fr. Abgerufen am 29. Juni 2015 (französisch, ab 1968 Einwohnerzahlen von INSEE).
  5. Parc du château de Salvert in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch).
  6. Französisches Statistikinstitut (www.insee.fr)
  7. Dossier complet zu Attignat. In: INSEE. Abgerufen am 3. Juni 2015 (französisch).