Aufstehen

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Aufstehen
Logo

 
Aufstehen logo.png
Basisdaten
Art Eingetragener Verein (in Gründung)
Ausrichtung Demokratischer Sozialismus
Sozialdemokratie
Linke Politik
Verbreitung DeutschlandDeutschland Deutschland
Gründungsort Berlin
Vorstand Bernd Stegemann
Adressen
Adresse Aufstehen Trägerverein Sammlungsbewegung e. V. i. Gr.

c/o Rechtsanwaltskanzlei Ulf Dobberstein
Kurfürstendamm 188
10707 Berlin

Website www.aufstehen.de
Struktur

Aufstehen (auch: #aufstehen als Hashtag[1]) ist eine in Gründung befindliche politische Organisation in Deutschland, die u. a. von der Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht initiiert wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Sahra Wagenknecht die Idee einer linken Sammlungsbewegung über Monate publik machte, wurde der 4. August 2018 als Startdatum für die Internetpräsenz mit dem Namen Aufstehen gewählt. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel brachte in seiner Ausgabe vom selben Wochenende ein Interview mit Sahra Wagenknecht[2] und unterstützenden Stellungnahmen von Marco Bülow (SPD), Sevim Dagdelen (Linke) und Antje Vollmer (Grüne).[3] Der offizielle Auftakt für die Bewegung ist für den 4. September 2018 geplant.

Zur Vorbereitung der Gründung hat sich der Aufstehen Trägerverein Sammlungsbewegung e.V. i. Gr. mit Sitz in Berlin gebildet. Als Vorstand ist der Dramaturg Bernd Stegemann angegeben.[4][5]

Ausrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Projekt richtet sich „gegen die herrschende Linie bei Grünen, SPD und Linken“.[6] Ziel soll nicht die Gründung einer eigenständigen Partei sein, sondern für die politische Linke in Deutschland parlamentarische Mehrheiten zu ermöglichen, insbesondere für die im Bundestag vertretenen Parteien Die Linke, SPD und Bündnis 90/Die Grünen.[4] Ein weiteres Ziel ist, Wähler der AfD zurückzugewinnen.[7] Aufstehen soll so zu einer linken Sammlungsbewegung werden.[8] Der Gründungsvorsitzende Bernd Stegemann sprach sich gegen eine „wohlmeinende bürgerliche Klasse“ aus, die „mit Rührung auf das Elend der Welt“ blicke, dabei blind sei für die sozialen Nöte im eigenen Land, laut der der Klassenkampf vorbei sei und in der es nur noch um eine „biopolitische Perfektionierung des Alltags und die Sprachregelungen der Political Correctness“ gehe.[9]

Vorbilder sind sowohl die Sammlungsbewegung La France insoumise von Jean-Luc Mélenchon, die anlässlich der Präsidentschaftswahlen 2017 in Frankreich gegründet worden war, als auch die Momentum-Kampagne des britischen Labour-Vorsitzenden Jeremy Corbyn.[10]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zuspruch für die Idee bekam Wagenknecht von verschiedenen Politikern aus den linken Parteien im Bundestag (Die Linke, SPD und Bündnis 90/Die Grünen).[3][11] Die Spitzen dieser drei Parteien halten sich bisher zurück, hätten die Sammlungsbewegung aber unter der Hand „als ‚Liste Wagenknecht‘ verspottet“; in der SPD sei von „einer PR-Nummer von Frau Wagenknecht“ die Rede gewesen, hieß es im Spiegel.[6] Die SPD-Politikerin Hilde Mattheis, Vorsitzende des Forums Demokratische Linke 21, betonte ihre Auffassung, dass eine Sammlungsbewegung nur „von unten nach oben“ entstehen könne.[12] Ähnlich äußerte sich im ZDF-Sommerinterview auch die Bundesvorsitzende der Grünen, Annalena Baerbock.[13]

Mehrere Persönlichkeiten aus dem Kulturbereich, wie z. B. der Autor Ingo Schulze, sowie den Sozial- und Politikwissenschaften, z. B. Wolfgang Streeck und der Historiker Peter Brandt, bekundeten Unterstützung für die linke Sammlungsbewegung.[14][6][9] In ihrer eigenen Partei führte Wagenknechts Projekt zu einem Konflikt zwischen ihr, der Parteivorsitzenden Katja Kipping und anderen Politikern der Partei. Der gleichrangige Linken-Fraktionsvorsitzende im Bundestag Dietmar Bartsch sprach sich mittlerweile für die Bewegung als Gegengewicht zu dem Rechtsruck in Deutschland aus, nachdem er sich im Vorfeld skeptisch geäußert hatte.[15]

Der Protest- und Bewegungsforscher Dieter Rucht sieht in der Gründung der Sammlungsbewegung ein Zeichen von Schwäche der beteiligten Politiker. Im Deutschlandfunk sagte er: „Wenn man selbst im Aufwind ist, und wenn man glaubt, innerhalb der Partei einhellige Unterstützung zu bekommen, dann ist es gar nicht notwendig, zu einer Sammlungsbewegung aufzurufen.“[16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aufstehen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Albrecht Müller: #aufstehen – die Sammlungsbewegung geht an den Start. Fragen an Sahra Wagenknecht. In: NachDenkSeiten. 3. August 2018 (nachdenkseiten.de [abgerufen am 4. August 2018]).
  2. Nicola Abé: Linker Zeitgeist. Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht über ihr Projekt „Aufstehen“. In: Der Spiegel. Nr. 32, 5. August 2018, S. 25 (spiegel.de [abgerufen am 4. August 2018]).
  3. a b Marco Bülow, Sevim Dagdelen, Antje Vollmer: Raus aus der Wagen­burg. Drei Politiker über ihre Gründe, die linke Bewegung zu unterstützen. In: Der Spiegel. Nr. 32, 4. August 2018, S. 26 (spiegel.de [abgerufen am 4. August 2018]).
  4. a b Nicola Abé: „Aufstehen“ – linke Sammlungsbewegung formiert sich. In: Spiegel Online. 3. August 2018, abgerufen am 4. August 2018.
  5. Tobias Schulze: Wagenknecht steht mittags auf. In: taz. 3. August 2018, abgerufen am 4. August 2018.
  6. a b c Nicola Abé u. a.: Aufstehen für Sahra. Kann die neue Sammlungsbewegung zur politischen Kraft in Deutschland werden? In: Der Spiegel. Nr. 32, 4. August 2018, S. 22 (spiegel.de [abgerufen am 4. August 2018]).
  7. Linke Sammelbewegung: Sozialismus, national gefärbt. Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 3. August 2018.
  8. Linken-Politikerin startet neue Bewegung "Aufstehen". Focus Online. Abgerufen am 3. August 2018.
  9. a b Adam Soboczynski: Sahra Wagenknecht: Das rote Sommermärchen. In: Die Zeit. Nr. 33/2018, 9. August 2018 (zeit.de [abgerufen am 9. August 2018]).
  10. Marc Felix Serrao: Neue linke Bewegung: «Wir wollen Mitglieder der SPD und der Grünen genauso ansprechen wie Parteilose». Neue Zürcher Zeitung, 15. Juni 2018, abgerufen am 5. August 2018.
  11. Tilo Jung: Simone Lange wollte SPD-Parteivorsitzende werden - Jung & Naiv: Folge 372. In: YouTube. 15. Juli 2018, abgerufen am 5. August 2018 (Video, bei 1:49:50).
  12. SPD und die Linke Sammlungsbewegung – „Für mich ist natürlich rot-rot-grün möglich“. Interview mit Hilde Mattheis. In: Deutschlandfunk. 4. August 2018, abgerufen am 5. August 2018.
  13. Bettina Schausten: Berlin direkt - Sommerinterview vom 5. August 2018. ZDF, 5. August 2018, abgerufen am 5. August 2018. (Video, ab Min. 12:40)
  14. Peter Brandt: Wir brauchen eine linke Ökumene: Plädoyer für eine Sammlungsbewegung links der Mitte, ipg-journal, 8. August 2018.
  15. Markus Wehner: Team Kipping gegen Team Wagenknecht. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 8. Juni 2018, abgerufen am 3. August 2018.
  16. Johanna Herzing: „Wer im Aufwind ist, gründet keine Sammlungsbewegung“. In: Deutschlandfunk.de. 9. August 2018, abgerufen am 11. August 2018.