Aufwurfblock

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Aufwurfblock und dazu passender Polierstahl

Der Aufwurfblock ist ein berufstypisches Handwerkszeug des Orgelbauers.

Physikalische Grundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zungenblatt einer Lingual- oder Zungenpfeife bei der aufschlagenden Bauweise, erhält von dem Intonateur einen erfahrungs- und landesabhängigen, spezifischen Schwung, damit sie nicht flach auf der Kehle aufliegt und sie lediglich die Austrittsöffnung der Luft verschließt. Die Zunge muss sich beim Erklingen regelrecht auf der Kehle abwickeln um einen runden und brauchbaren Ton zu erzielen.[1]

Bauform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Aufwurfblock ist ein rechteckiges, feingeschliffenes Holzstück aus Hartholz mit einer kurvenförmig gestalteten Oberkante. Alternativ kann der Aufwurfblock auch aus poliertem Stahl hergestellt werden. Die Verwendung von Holz beugt eine Abnutzung oder Beschädigung des Polierstahls vor.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um den Schwung im Zungenblatt zu erzeugen legt der Intonateur das federharte Zungenblatt auf den Aufwurfblock und streicht einige Male mit der halbrunden Seite eines hochglanzpolierten Polierstahls von der Basis bis zum Ende über das Zungenblatt. Dabei übt er einen gewissen Arm- und Handdruck auf das Heft oder den Stahl des Poliereisens selbst aus. Alternativ zu einem Aufwurfblock verwenden mache Zungenintonateure nur eine flache, polierte Stahlplatte und gewinnen den Aufwurf rein über einen modifizieren Druck beim Streichen über die Zunge.[1]

Diese Vorgehensweisen setzen eine meist eine jahrelange Erfahrung als Zungenintonateur voraus. Zum Erlernen dieser speziellen Tätigkeit werden auch immer wieder Kurse für Fachkräfte angeboten.[2]

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Johann Gottlob Töpfer, Paul Smeets: Lehrbuch der Orgelbaukunst. Rheingoldverlag, Mainz, Bd. 2, 1957, S. 213
  2. Ausschreibungsbeispiel mit Abbildung der Nutzung eines Aufwurfblocks, abgerufen am 6. Mai 2017 (PDF)