Augenbraue

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Black eyebrow.jpg

Als Augenbraue wird der behaarte Streifen über den Augenhöhlen einiger Säugetiere bezeichnet. Die Augenbrauen dienen dazu, die Augen vor Schweiß, Nässe, Staub oder anderen Fremdkörpern zu schützen und unterstützen somit die Funktion der Wimpern. Zudem sind die Augenbrauen wichtig für die nonverbale Kommunikation. Ihre Stellung ist Teil der Mimik einer Person und macht Gesichtsausdrücke noch über einige Meter hinweg deutlich ablesbar.

Anatomie[Bearbeiten]

Folgende zwei Gesichtsmuskeln sind für die Augenbrauen wichtig: Der Augenbrauenheber (Musculus frontalis), auch Stirnmuskel oder Kopfhaubenmuskel genannt, liegt in ganzer Breite auf der Stirn bis hin zum Haaransatz. Der Augenbrauenrunzler (Musculus corrugator supercilii) kann die gesichtsmittige Seite der Augenbrauen nach unten ziehen und sorgt so für das Stirnrunzeln.

Mimik[Bearbeiten]

Audrey Hepburn und Mel Ferrer bei den Dreharbeiten zu Krieg und Frieden (1956)

Zur Mimik gehört beispielsweise das Zusammenziehen der Augenbrauen, was für Verwunderung oder Zorn steht. Das Hochziehen der Augenbrauen wird durch den Augenbrauenhebermuskel ermöglicht. Die Augenbrauen werden bei Überraschung oder Verblüffung, Aufmerksamkeit oder Angst hochgezogen.

In den Konventionen vieler Kulturen hat das Augenbrauenhochziehen eine besondere Bedeutung:

Eine 2003 am MIT durchgeführte Untersuchung ergab unter anderem, dass Versuchspersonen in der Lage waren, 46 % der ihnen gezeigten Prominenten anhand einer Abbildung ihrer Augenbrauen zu identifizieren. Zeigte man ihnen Fotos der Augen, waren es 60 %. Die Ergebnisse ermöglichten Schlüsse im Hinblick auf die hohe Bedeutung der Augenbrauen bei der Erkennung eines Gesichtes.[1]

Schönheitsideale[Bearbeiten]

In vielen Gesellschaften, insbesondere in der westlichen Welt, werden Augenbrauen oft durch Zupfen mit einer Pinzette, Absengen oder durch die Behandlung mit Wachs in Form gebracht. Welche Form dabei als ideal empfunden wird, ist der jeweiligen Mode unterworfen. Wiederholtes Auszupfen kann dazu führen, dass die Augenbrauenhaare an dieser Stelle nicht mehr nachwachsen.

Zusammengewachsene Augenbrauen (engl. unibrow oder monobrow) werden auch Synophrys (medizinisch) oder regional auch „Rätzel“ genannt. Bei diesen weist auch die Glabella genannte Stelle oberhalb der Nasenwurzel stärkere Behaarung auf. Zusammengewachsene Augenbrauen kommen häufig vor und sind nur sehr selten krankheitsbedingt, zum Beispiel als Symptom einer partiellen Trisomie 3. Der italienische Arzt Cesare Lombroso (1835–1909) führte in einem frühen Versuch des Profilings unter anderem die Kombination von dunklem Haar und zusammengewachsenen Augenbrauen unter den zehn Merkmalen auf, an dem man Kriminelle erkennen könne.[2] In westlichen Ländern werden zusammengewachsene Brauen im Allgemeinen als Schönheitsfehler angesehen, in einigen Gegenden der Welt, etwa in Zentralasien, gelten sie bei Frauen hingegen als Schönheitsideal.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Javid Sadrô, Izzat Jarudi, Pawan Sinhaô, The role of eyebrows in face recognition, 2003, S. 285–293.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Archivdatum nicht im ISO-FormatTom O’Connor: History of Profiling. Archiviert vom Original am 17. Oktober 2007, abgerufen am 7. Juli 2009 (englisch).