Augenprüfer

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Als Augenprüfer werden in der Astronomie zwei Sterne bezeichnet, die am Himmel nahe beieinander stehen und mit normalsichtigen Augen als getrennt gesehen werden können.

Zwar liegt das theoretische Auflösungsvermögen gesunder Augen zwischen 30″ und 120 (ca. 0,02°), doch ist es bei eng benachbarten Sternen um den Faktor 2 bis 5 ungünstiger.

Der bekannteste Augenprüfer ist das Doppelsternsystem Mizar (ζ UMa) und Alkor, die im Sternbild Großer Wagen den Knick in der Deichsel bilden. Die beiden Sterne haben 705″ (0,19°) Winkelabstand voneinander, so dass sie bei guten Sichtbedingungen[1] von den meisten Menschen getrennt gesehen werden können. Ob es sich um ein physisch gebundenes Doppelsternsystem handelt oder um ein optisches Paar, ist nicht abschließend geklärt.

Ein Prüfstern für „Adleraugen“ ist hingegen Epsilon Lyrae (Helligkeit 4) im Sternbild Leier. Sein Winkelabstand beträgt 207″, teleskopisch ist er sogar ein Vierfachstern.

Leichter zu trennen ist Theta Tauri, ein relativ heller Doppelstern 3. Größe im Stier mit einem Winkelabstand von 337″. Etwa die Hälfte der Beobachter sehen ihn getrennt.[2][3]

Weitere Sternpaare, die sich als „Augenprüfer“ eignen, sind Algiedi, My Scorpii, Sigma Tauri und Delta Gruis.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oswald Thomas: Astronomie – Tatsachen und Probleme, S. 18ff, S. 415ff. Bergland-Buch, Graz-Wien-Leipzig-Berlin 1934.
  2. Protokolle von Messübungen, H.Streble, Univ.Stuttgart 1980.
  3. Beobachtungsübungen zur Astronomie, TU Wien 2010–12.