August Brande

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August Brande (geboren 20. Dezember 1820 in Hannover; gestorben 23. Dezember 1875 ebenda) war ein deutscher Arzt, Brauereibesitzer[1] und Mitglied des Reichstags.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

August Brande war der Sohn des hannöverschen Hofapothekers, Oberbergkommissärs und Senators Friedrich Wilhelm Brande (1793–1838). Er studierte ab 1841 Medizin an der Universität Göttingen und wurde dort Mitglied des Corps Hannovera.

1852 gründete Brande gemeinsam mit seinem Schwager, dem Kaufmann Eduard Meyer in Linden, eine Brauerei für untergäriges Lagerbier nach Bayerischer Art, die 1817 umfirmierte in Lindener Aktien-Brauerei, vorm. Brande & Meyer.[2]

Von 1867 bis 1870 war Brande Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses für den Wahlkreis Hannover 21 (Einbeck) und die Nationalliberale Partei.

1874 wurde er Mitglied des Reichstages für den Wahlkreis Provinz Hannover 9 (Springe-Hameln-Eldagsen) und die Nationalliberale Partei. Sein Tod führte 1876 zu einer Nachwahl im Wahlkreis, die der welfische Politiker Ernst Ludwig von Lenthe für sich entscheiden konnte.[3]

Familie und Porträts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Porträt von Brandes Ehefrau Auguste;
Ölmalerei (Ausschnitt) 1850/51 von Edmund Koken, Historisches Museum Hannover

August Brande war verheiratet mit Auguste. Die Eheleute ließen von sich ein Porträtpaar von dem Maler Edmund Koken fertigen. Die beiden Ölgemälde mit Brustbildern des Ehepaares „in dunklen, schlichten Tönen, die Gesichter aber in sanftem Licht [...] und voll stiller Würde“ ersteigerte der Freundeskreis des Historischen Museums Hannover im Jahr 2013 für 2700 Euro bei einem örtlichen Auktionshaus.[4]

Brandestraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die noch zu Lebzeiten Brandes im Jahr 1874 im hannoverschen Stadtteil Waldhausen angelegte Brandestraße erhielt den „Namen des früheren Mitbesitzers des Grundstückes, auf welchem die Straße erbaut ist“. Zur Zeit des Nationalsozialismus war die Straße von 1938 bis 1945 in Braunauer Straße umbenannt worden nach dem Geburtsort von Adolf Hitler, Braunau am Inn.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Ferdinand Curschmann: Blaubuch des Corps Hannovera zu Göttingen. Band 1 (1809–1900), Göttingen 2002, S. 146 (Nr. 426)
  • Hermann Kalkoff (Hrsg.): Nationalliberale Parlamentarier 1867–1917 des Reichstages und der Einzellandtage. Schriftenvertriebsstelle der nationalliberalen Partei Deutschlands, Berlin 1917
  • Bernhard Mann: Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus (1867–1918). Droste, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7700-5146-7 (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der Politischen Parteien, Band 3), S. 80
  • Waldemar R. Röhrbein: Brande, August, in; Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 67 (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. o. V.: Brande, August in der Datenbank Niedersächsische Personen (Neueingabe erforderlich) der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 19. Juli 2020
  2. Waldemar R. Röhrbein: Brande, August, in; Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 67; Digitalisat
  3. Fritz Specht, Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Auflage. Verlag Carl Heymann, Berlin 1904, S. 122.
  4. Evelyn Beyer: Kultur / Museum / Neu im Historischen Museum: Koken-Porträts von Brande, Artikel auf der Seite der Tageszeitung Neue Presse vom 4. Juni 2013, zuletzt abgerufen am 19. Juli 2020
  5. Helmut Zimmermann: Brandestraße, in ders.: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover. Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 47