August Erkens

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August Erkens (* 19. Februar 1908 in Lobberich; † 8. März 1988 in Viersen) war ein niederrheinischer Maler. [1] Nach Kriegsende gehörte er bereits 1945 zu den Gründern der progressiven ersten „Künstlergruppe 45 Krefeld“. Diese freie Vereinigung nahm auch Maler auf, die vorher der Kategorie Entartete Kunst zugerechnet worden waren.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

August Erkens wurde am 19. Februar 1908 in Lobberich geboren. Nach dem Abitur 1926 begann er eine Lehre in der Malerwerkstatt seines Vaters. Von 1929 bis 1931 folgte ein Studium an der École des Beaux-Arts in Paris. Es schloss sich eine Ausbildung im Atelier des Kunstmalers und Zeichenlehrers Otto Therstappen an.[2] Von 1933 bis 1934 unternahm er mehrere Studienreisen nach Italien zu bedeutenden Stätten christlich- abendländischer Kultur hellenistischer Prägung mit Aufenthalten in Rom, Florenz und Mailand. Auf Wunsch des Vaters machte er 1935 die Meisterprüfung als Dekorations- und Design-Maler mit Schwerpunkt Bühnenbilder und Plakate. 1937 heiratete Erkens Sofia Brögger, die ihm die Töchter Renate (1939) und Carola (1946) gebar. Mit ihrem Namen Fia Erkens wurde sie als Vertreterin der Bewegung Naive Kunst am Niederrhein bekannt. Ihr Vorbild für eigene künstlerische Arbeiten war die amerikanische Malerin Grandma Moses.

Ein großer Schicksalsschlag war der Zweite Weltkrieg, an dem Erkens von 1939 bis 1945 als Soldat teilnehmen musste. Bei seinen Kriegseinsätzen in Frankreich, Afrika und Italien hatte er stets einen Zeichenblock dabei und hielt seine Eindrücke von Land und Leuten fest. Nach Kriegsende engagierte sich August Erkens als Förderer junger Künstler, für die er öffentliche Ausstellungen organisierte.

Das malerische Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das malerische Hauptwerk von Erkens begründete seine Zuordnung als „Maler des Niederrheins“. Die niederrheinische Landschaft zu unterschiedlichen Jahreszeiten war immer wieder Thema seines Schaffens.[3] Die Themenpalette des Künstlers ist durch seine mehrjährigen Auslandsaufenthalte umfangreicher und vielfältig geworden. Darunter sind Porträts, Stillleben sowie auch humorvolle Motive und Karikaturen, bis hin zu Arbeiten mit zeitgeschichtlichen Bezügen. Als Soldat verzichtete er darauf, die Ereignisse von Kriegsschauplätzen festzuhalten. Sein Interesse galt den Bewohnern der afrikanischen, italienischen und französischen Dörfer und Städte, in denen er sich aufhielt. Er skizzierte die fremdartig-reizvolle Natur und Architektur.[4] Viele dieser Bilder und Skizzen sind verschollen. Andere sind in den Ländern verblieben, wo sie entstanden. Das malerische Werk aus der Zeit vor 1939 wurde weitgehend durch Bombardierung zerstört, sofern es nicht in den Besitz von Kunstsammlern kam.

Arbeiten von Erkens befinden sich in folgenden musealen Sammlungen: Museum Europäische Kunst (Nörvenich, NRW) und in der Europäischen Kultur-Stiftung (Bonn-Paris).

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist eine reiche Beteiligung an Ausstellungen überliefert. Einzelausstellungen haben sich auch posthum fortgesetzt.

  • 1929 Kaiser-Wilhelm-Museum, Krefeld
  • 1946 Städtisches Museum Wuppertal, "Künstlergruppe 45"
  • 1946 Kaiser Wilhelm Museum Krefeld, "Künstlergruppe 45"
  • 1947 Suermondt Museum Aachen, "Künstlergruppe 45 Krefeld"
  • 1947 Bergische Kunstgenossenschaft e. V., Wuppertal, "Künstlergruppe 1945 Krefeld"
  • 1948/49 Kaiser Wilhelm Museum Krefeld, "Niederrheinische Malerei und Plastik der Gegenwart"
  • 1955 Kaiser Wilhelm Museum Krefeld, "10 Jahre Künstlergruppe 1945"
  • 1956 Altes Museum Mönchengladbach, "10 Jahre Künstlergruppe 1945
  • 1957 bis 1997 "Krefeld Künstlergruppe 45" mehrfach Ausstellungen in Fochem, Düsseldorf und Krefeld.
  • 1969 Schulzentrum Süchtelner Straße, Viersen
  • 1971 Schulzentrum Süchtelner Straße 2, Viersen
  • 1974 und 1995 „Werner Jaeger Halle“, Nettetal
  • 1976 Galerie Notz-Erkens Nettetal und folgende Jahre, mehrfach
  • 2000 Städtische Galerie im Park, Viersen, Dahmen, Dors, Erkens, Paul Heimen, Therstappen. "Fünf Künstlerporträts vom Niederrhein"
  • 2008 Museum Europäische Kunst, Schloss Nörvenich (NRW): „Hommage: August Erkens 100 Jahre“
  • 2012 Galerie Marco Edition, Bonn: „August Erkens – Ein Maler vom Niederrhein“

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sigrid Blomen-Radermacher/Christian Krausch: August Erkens in: Fünf Künstlerporträts vom Niederrhein. Hrsg. Stiftung „Natur und Kultur“, Krefeld 2000, ISBN 3-87448-211-1

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sigrid Blomen-Radermacher: August Erkens. In: Fünf Künstlerporträts vom Niederrhein. Stiftung „Natur und Kultur“, Krefeld 2000, ISBN 3-87448-211-1
  2. http://www.lobberich.de/lobberich/leute/otto-therstappen.htm
  3. http://www.lobberich.de/lobberich/leute/august-erkens.htm
  4. http://grenzlandnachrichten.de/lokales/article/unendlichkeit-des-himmels.html@1@2Vorlage:Toter Link/grenzlandnachrichten.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]