August Friedrich Ernst Langbein

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August Friedrich Ernst Langbein

August Friedrich Ernst Langbein (* 6. September 1757 auf Schloss Klippenstein in Radeberg; † 2. Januar 1835 in Berlin) war ein seiner Zeit vielgelesener deutscher Dichter und Romanschriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

August Ernst Friedrich Langbein, Sohn des Radeberger Amtmannes Ernst Ludwig Langbein (1733–1824, ab 1787 Justizamtmann zu Radeberg) und Enkel des Radeberger Amtmannes Johann Balthasar Langbein, wuchs überwiegend im väterlichen „Langbeinschen Garten“, neben dem Schloss Klippenstein, auf. Bereits als 12-Jähriger schrieb Langbein erste eigene Verse. Ab 1772, seinem 15. Lebensjahr, erhielt er seine Ausbildung in der Fürstenschule in Meißen, die er mit Auszeichnung abschloss. Als Anerkennung dessen durfte er das „Abschlußgedicht“ verfassen. 1780 wurde in der Zeitschrift „Poetische Blumenlese für das Jahr 1780“ sein erster Text veröffentlicht. Ab 1777 studierte er in Leipzig Jura und trat 1781 eine Stelle im „Vize-Actuarius“ in Großenhain an. Mangels dortiger beruflicher Aufstiegs-Chancen ging er nach Dresden, wo er zunächst 2 Jahre als selbständiger Advokat, dann als Sachverwalter und Kanzlist im Geheimen Archiv arbeitete. 1800 heiratete er Johanna Eleonore Reichel, Tochter eines Lohgerbermeisters aus Tharandt.

Nachdem Langbein schon als Student in Gottfried August BürgersMusenalmanach“ debütiert hatte und erste bescheidene Erfolge als Schriftsteller feiern konnte, gab er die ungeliebte Kanzlistenstelle auf und ließ sich 1800 in Berlin als freier Schriftsteller nieder. Das führte zum familiären Bruch mit seinem Vater Ernst Ludwig Langbein, Justizamtmann zu Radeberg, der für seinen Sohn eine erfolgversprechende Laufbahn als Amtmann zu Radeberg vorgesehen hatte. Er entwickelte mit Romanen und Erzählungen eine erstaunliche Produktivität, konnte letztendlich aber davon nicht leben. Charlotte von Kalb, die Langbeins Roman Der graue König außerordentlich schätzte, machte Prinzessin Marianne von Preußen auf den Dichter aufmerksam. Ihrem Einfluss ist es wohl zu verdanken, dass man Langbein 1820 das Amt eines Zensors für schönwissenschaftliche Schriften übertrug. Langbein war ein verhältnismäßig milder Zensor, der immer wieder in Konflikte mit seinen Vorgesetzten geriet. Dass er eigene Werke aus den Katalogen der Leihbibliotheken gestrichen haben soll, gehört wohl in den Bereich der Anekdote. Allerdings verleugnete er später einige seiner Jugendwerke und entschärfte zuletzt mehrere seiner frühen Werke, die ihm zu anstößig oder zu kritisch gegen Adel und Obrigkeit erschienen.

Langbein starb 1835 in Berlin in ärmlichen Verhältnissen. Er wurde auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof beigesetzt. Die Grabstätte existiert heute nicht mehr.

Gedenktafel für A. F. E. Langbein am Schloss Klippenstein Radeberg

An Langbeins Geburtsstätte Schloss Klippensten Radeberg ist am 20. November 1867 eine gußeiserne Gedenktafel angebracht worden, zu Ehren Langbeins und seines Vaters wurde in Radeberg die 1901 gebaute „Langbeinstraße“ benannt. Der Stadt-Rat Radeberg verwaltete noch 1885 die „Langbein-Stiftung“[1].

Langbein wurde vor allem mit humoristischen Romanen wie Thomas Kellerwurm oder Magister Zimpels Brautfahrt populär. In seiner Lyrik, vor allem in seinen Balladen, findet sich bisweilen ein Hang zur Frivolität, vor allem bedient Langbein das scherzhafte Genre. Er gehörte neben Friedrich Gustav Schilling (1766–1839), August Lafontaine, Friedrich Laun (d. i. Friedrich August Schulze, 1770–1849) und Heinrich Clauren zu den beliebtesten Unterhaltungsschriftstellern im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts. Zahlreiche seiner Werke wurden von dem hannoverschen Hofmaler Johann Heinrich Ramberg illustriert.[2] Langbein war so berühmt und gesucht, dass sogar einige Zeitgenossen unter seinem Namen publizierten. Langbeins humorvolle Erzählung Die Fledermaus (aus Feyerabende) wurde von Karl Friedrich Hensler zu einem Lustspiel verarbeitet.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zwey Lustspiele. 1788
  • Gedichte. Leipzig 1788
  • Texte im Göttinger „Musen-Almanach“. 1790
  • Schwänke. 2 Bde., Dresden u. Leipzig 1791-92
  • Feyerabende. 3 Bde., Leipzig 1793-98
  • Ball-Lieder. 1798
  • Talismane gegen die lange Weile. 3 Bde., Berlin 1801–1802
  • Der graue König. Ein novantiker Roman. Berlin 1803
  • Thomas Kellerwurm. Berlin 1806
  • Der Sonderling und seine Söhne. Roman. Berlin 1809
  • Neuere Gedichte. 2 Bde., Tübingen 1812-23
  • Sämmtliche Schriften. Vollständige, vom Verfasser selbst besorgte, verb. u. verm. Original-Ausg. letzter Hand. 31 Bde., Stuttgart 1835-37

(Einige Briefe Langbeins finden sich in: Briefe von und an Gottfried August Bürger. Hrsg. von Adolf Strodtmann. 4 Bde., Berlin, 1874.)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Adress-Buch für die Stadt Radeberg 1885
  2. Yannik Behme: Art. Langbein: Magister Zimpels Ehechronik; Langbein: Mutterliebe und Heldenmuth; Langbein: Die Reise nach der Löwenburg; Langbein: Die Schlangenkönigin; Langbein: Der Zaubertisch. In: Literatur — Bilder. Johann Heinrich Ramberg als Buchillustrator der Goethezeit. Hrsg. v. Alexander Košenina. Hannover: Wehrhahn 2013, S. 244–253. ISBN 978-3-86525-339-2.