August Friedrich Schenck

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August Friedrich Schenck

August Friedrich Albrecht Schenck (* 23. April 1821 in Glückstadt; † 29. Dezember 1900 in Écouen) war ein deutscher Maler, der Mitte des 19. Jahrhunderts mit seinen Tiermotiven weltweite Beachtung fand.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als junger Mann verließ Schenck das damals dänische Glückstadt, um als „Weinreisender“ in Deutschland, Russland und schließlich Portugal ein einträgliches Einkommen zu erzielen. Nach fünf Jahren verließ er Portugal mit dem Ziel Paris. Dort ließ er sich zum Maler ausbilden. Er wurde Schüler von Léon Cogniet (1794–1880), Professor an der École des Beaux-Arts.

Als 34-jähriger hatte er sein Debüt als Maler bei der Weltausstellung in Paris 1855. 1857 beteiligte er sich an der schleswig-holsteinischen Jubiläumsausstellung. Es begann eine erfolgreiche Schaffensperiode. Besonders mit seinen Tierbildern wurde er berühmt. Neben der französischen Malerin Rosa Bonheur (1822–1899) war er der gefragteste Tiermaler, dessen Werke international gesammelt wurden.

Um 1862 ließ er sich mit seiner Frau, der gebürtigen Warschauerin Ludowika Stapaczinska, in dem Künstlerort Écouen nieder, etwa 20 km nördlich von Paris. Die École d’Écouen zog namhafte Künstler an, darunter C. F. Daubigny, Camille Corot und Mary Cassatt. Noch heute hinterlässt Schenck Spuren in Écouen: die Straße Rue de la Beauvette, in der sich sein Anwesen befand, wurde 1906 in Rue Auguste Schenck umbenannt. Im Rathaussaal hängt sein Gemälde L'Échir, in der Kirche sein Lamm Gottes - Agnus dei. Im Buch L’École d’Écouen - Une Colonie de peintres werden über 40 Maler vorgestellt, darunter Schenck mit 7 Abbildungen.

Zu Lebzeiten war Schenck weltbekannt. Bedeutende Museen erwarben seine Werke. Ehrungen folgten. 1885 wurde er sogar Chevalier de la Légion d'honneur. August Schenck starb am 29. Dezember 1900. Sein Grab in Écouen existiert noch, Haus und Atelier nicht mehr.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beeinflusst durch seinen Lehrer Cogniet begann Schenck mit Historien- und Genremalerei. Danach spezialisierte er sich auf Tiermalerei. Berühmt wurde er mit seinen Schafen. Le Paris sieht in ihm den größten Schafmaler unserer Zeit (Zitat aus L'École d'Écouen). In der Blütezeit zu hohen Preisen erworben und gesammelt, ist Schencks Werk heute nahezu vergessen. Falls ein Gemälde einmal in einer Auktion angeboten wird, ist es moderat taxiert. Ein Kuriosum: Salvador Dalí hat Schencks Motiv L'Échir in ein surrealistisches Interieur verfremdet.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bénézit und Thieme/Becker verzeichnen:

Paris, Lille, Périgueux, Reims, Bordeaux, Melbourne, Sheffield, New York, St. Louis, Riga, Bremen

Weitere:

  • Glückstadt Detlefsen-Museum
  • Glückstadt Rathaussaal
  • Flensburg Museum Museumsberg
  • Kiel Kunsthalle

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bénézit, Dictionnaire des peintres etc, Paris, 1976 - S.360-, 1999 - S.400f-
  • Thieme/Becker, Leipzig 1999, 30. Bd., S. 26.
  • Adolf Stahr, Nach fünf Jahren. Pariser Studien aus dem Jahre 1855. Erster Theil, Oldenburg
  • Geerd Spanjer, Über den Tiermaler August Schenck und seinen Sippenkreis, in: Die Heimat, August 1965
  • Daniel Baduel/Aude Bertrand/Christian Dauchel, L’École d’Écouen - Une Colonie de peintres au XIXe siècle, Écouen 2012
  • H.-Peter Widderich, Der Tiermaler August Schenck (1821 - 1900) - Ein Glückstädter in Frankreich - Hommage á Geerd Spanjer (1905 - 1992), in: Vorträge der Detlefsen-Gesellschaft, Band 18, Glückstadt 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: August Friedrich Albrecht Schenck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien