August Horch Museum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
August Horch Museum
August Horch museum (aka).jpg
Daten
Ort Audistr. 7, 08058 Zwickau Welt-IconKoordinaten: 50° 43′ 57,6″ N, 12° 29′ 2,7″ O
Art Automuseum
Eröffnung 1988 / 2004
Betreiber August Horch Museum Zwickau gGmbH
Leitung Thomas Stebich (Geschäftsführer)
Website www.horch-museum.de
ISIL DE-MUS-444519

Das August Horch Museum wurde 2004 nach umfangreichen Umbau- und Rekonstruktionsmaßnahmen im ältesten Teil des ehemaligen Zwickauer Audi-Werkes neu eröffnet. Das Museum zur Geschichte des über einhundert Jahre alten westsächsischen Automobilbaus ist ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur und bietet zahlreiche Exponate, eingebettet in ihren historischen Kontext und historische Kulissen. Mit teilweise einmaligen Exponaten spiegelt das August Horch Museum die wesentlichen Stationen der regionalen Automobilgeschichte wider.

Standortgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

August Horch gründete am 10. Mai 1904 in Zwickau die August Horch & Cie. Motorenwagenwerke AG. Von Mai bis Juli des Jahres konnten insgesamt 13 Wagen verkauft werden. Langsam aber stetig entwickelten sich die Horchwerke und so konnte schon zwei Jahre später mit 82 verkauften Fahrzeugen ein Gewinn von 200.000 Reichsmark verzeichnet werden. Nach Zerwürfnissen mit dem Aufsichtsrat schied August Horch aus dem Unternehmen aus und gründete in Sichtweite zum alten Standort die August Horch Automobilwerke GmbH. Nach Markenrechtsstreitigkeiten um den Namen Horch, die der Gründer verlor, wurde die Firma am 25. April 1910 in die Audi Automobilwerke GmbH Zwickau – die lateinische Übersetzung von Horch – umbenannt. 1915 erfolgte die Umwandlung zur Audiwerke AG Zwickau.

Am 29. Juni 1932 wurde rückwirkend zum 1. November 1931 die Auto Union AG gegründet, in welcher neben der Automobilabteilung von Wanderer auch DKW, Horch und Audi (mittlerweile Tochterunternehmen von DKW) aufgingen. Der Erfolg der Auto Union basierte vor allem auf dem umfassenden und marktgerechten Typenprogramm – vom Leichtmotorrad bis zum luxuriösen Pkw der Oberklasse. Die einstmals stark angeschlagene sächsische Automobilindustrie wurde belebt und konnte neu aufblühen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde auch die Auto Union mit ihrer Fertigung in das Rüstungsprogramm aufgenommen. 1945 wurden die Werke der Auto Union als Reparationsleistung fast vollständig demontiert und folglich das gesamte Vermögen des Unternehmens enteignet. Dies führte dazu, dass die Auto Union AG am 17. August 1948 aus dem Handelsregister gelöscht wurde. Somit wurde der Weg für eine neue Auto Union GmbH in Westdeutschland freigemacht. In Ingolstadt gründete man daraufhin eine neue Gesellschaft – die Auto Union GmbH. In Zwickau entstand am 1. Mai 1958 der „VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau“ aus dem Zusammenschluss vom „VEB Sachsenring Kraftfahrzeug- und Motorenwerke Zwickau“ (vormals Horch) und dem „VEB Automobilwerk AWZ Zwickau“ (vormals Audi). Hier wurde fortan der Trabant produziert.

Aufgrund des politischen und wirtschaftlichen Umbruchs in der DDR entschied sich der VW-Konzern 1989 zur Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft mit dem IFA Kombinat PKW. Das Werk in Zwickau-Mosel – ursprünglich für die Produktion des Trabant 1.1 konzipiert – übernahm die Montage des VW Polo. Am 10. September 1992 verließ der 100.000 VW das Montageband und im Oktober 1993 hatte der VW Konzern in Ostdeutschland eine marktführende Position erreicht. Bereits 1999 feierte Volkswagen den 1.000.000 Volkswagen aus Sachsen.

Museumsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pläne für ein Automobilmuseum gab es bereits ab 1975, jedoch wurde erst 1988 ein ungenutzter Speisesaal im Kellergeschoss des heutigen Museums zum Ausstellungsraum umfunktioniert. Nach der politischen Wende wechselte die Trägerschaft des Museums mehrmals und wurde erst gefestigt, als sich die Stadt Zwickau und die Audi AG am 12. Dezember 2000 als gleichberechtigte Gesellschafter in der August Horch GmbH formierten.

„Unsere Geschichte soll in Zwickau sichtbar bleiben. Die vielfältige Historie unseres Unternehmens bedeutet für uns eine besondere Verpflichtung gegenüber der Öffentlichkeit.“

Franz-Josef Paefgen, damaliger Vorstandsvorsitzender der Audi AG zur Grundsteinlegung

Der erste Spatenstich zur Neugestaltung erfolgte am 27. September 2001, nachdem 800 Teilnehmer eines Architekturwettbewerbs um eine Konzeption unter Einbeziehung der historischen Bausubstanz konkurriert hatten. Die Rekonstruktion eines Teils der Fabrikgebäude sowie der Bau eines neuen Empfangsgebäudes begannen 2002. Im September 2004, dem einhundertsten Jahr nach Gründung der „August Horch & Cie. Motorenwagenwerke AG“, wurde die neu konzipierte Ausstellung eröffnet; ein Jahr später um die Horch-Villa und das ehemalige Kontorgebäude auf eine Gesamtfläche von etwa 3000 m² erweitert.

„Unser neues Zwickauer Automobilmuseum ist ein Schaufenster in Sachsen wie es kaum in einer anderen Region Deutschlands in den vergangenen 100 Jahren aufgebaut wurde.“

Carl H. Hahn, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG in seiner Eröffnungsansprache

Im Jahr 2015 wurde das Zwickauer Trabantdenkmal vom Georgenplatz auf das Außengelände des August-Horch-Museums umgesetzt.

Im November 2017 konnte die Museumserweiterung eröffnet werden, wobei die Ausstellungsfläche mit nun insgesamt 6.500 m2  mehr als verdoppelt wurde. Der Erweiterungsbau ist ein weiteres unter Denkmalschutz stehendes Gebäude aus der historischen Bausubstanz von Audi.

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Dauerausstellung sind ca. 160 Großexponate (Autos, Motoren, Motorräder etc.) zu sehen. Multimediastationen sowie eine Vielzahl kleinerer Exponate und Dokumente ergänzen die Ausstellung. Dazu kommen regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen.

Gezeigt werden im ersten Ausstellungsteil vorzugsweise Fahrzeuge der historischen Marken Audi, DKW, Horch und Wanderer – also Exponate der Zeit bis 1945. Der Erweiterungsbau des Museums widmet sich unter anderem dem Rennsport der späten 1920er und 30er Jahre. Daran schließt der Automobilbau in Zwickau nach 1945 an – von der unmittelbaren Nachkriegsproduktion über den Trabant bis hin zur gegenwärtigen Produktion von VW in Zwickau-Mosel. Verbunden werden die beiden Ausstellungsteile über einen Zwischenbau, der ein Restaurant beherbergt.

Eine Besonderheit des Museums ist die Ausstellung der Exponate im Kontext der jeweiligen Epoche mit seinem Zeitkolorit. Beispielsweise ist eine für die Museumsbesucher offene Straßenszene mit Einzelhandelsgeschäften und davor parkenden Fahrzeugen aus den dreißiger Jahren nachgestellt. Auch ein historischer Tankstellennachbau, eine Rennbox-Szenerie mit zwei Silberpfeilen sowie ein DDR-Bungalow können begangen werden. Ebenso kann die Fabrikanten-Villa von August Horch auf Wunsch besichtigt werden.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Auswahl)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: August Horch Museum Zwickau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien