August Jäger (Jurist)

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August Friedrich Christian Jäger (* 21. August 1887 in Diez; † 17. Juni 1949 in Posen) war ein deutscher Jurist und politischer Funktionär. Er war unter anderem „Rechtswalter“ der Deutschen Evangelischen Kirche (DEK) sowie stellvertretender Reichsstatthalter in Posen.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Jäger war der Sohn des Pfarrers und späteren Generalsuperintendenten von Nassau, Anton Jäger (1849–1928). Nach dem Abitur, das er 1906 am humanistischen Gymnasium in Wiesbaden ablegte, studierte er in München und Kiel Jura und wurde zum Dr. jur. promoviert. 1918 wurde er Mitglied des Corps Suevia München.[1] Von 1914 bis 1918 nahm er (zuletzt?) als Oberleutnant am Ersten Weltkrieg teil.

Als Staatsanwalt, Landrichter und – seit 1921 in Wiesbaden – Landgerichtsrat wurde er bereits vor der „MachtergreifungAdolf Hitlers Anfang März Mitglied der NSDAP und trat auch der Sturmabteilung (SA) bei. Im Kirchenkreis Groß-Wiesbaden leitete er die Deutschen Christen.

Laufbahn im NS-Staat[Bearbeiten]

Kurz nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten wurde Jäger im Juni 1933 als Ministerialdirektor in das preußische Kultusministerium berufen und dort Leiter der Kirchenabteilung. Ferner wurde er für einen kurzen Zeitraum (24. Juni bis 14. Juli 1933) zum Staatskommissar für alle Landeskirchen Preußens ernannt, wobei er ein rücksichtsloses Vorgehen an den Tag legte. Er war außerdem Amtswalter für evangelische Kirchenangelegenheiten in der Reichsleitung der NSDAP.

Am 19. April 1934 wurde Jäger von Reichsbischof Ludwig Müller zum „Rechtswalter“ der Deutschen Evangelischen Kirche (DEK) ernannt, und fungierte mit diesem Titel als rechtskundiges Mitglied des Geistlichen Ministeriums in der Reichskirchenverwaltung. Die von ihm maßgeblich initiierte Eingliederung der württembergischen Landeskirche und der bayerischen Landeskirche scheiterte im Herbst 1934. Am 26. Oktober 1934 trat er von seinen Ämtern als Rechtswalter der DEK und im preußischen Kultusministerium zurück.

1936 wurde Jäger Senatspräsident am Kammergericht Berlin.

Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde er 1939 zum stellvertretenden Chef der Zivilverwaltung im Warthegau ernannt. Später amtierte er im Rang eines Regierungspräsidenten als allgemeiner Vertreter des Reichsstatthalters Arthur Greiser, „an dessen rigoroser Volkstums- und Kirchenpolitik er maßgeblichen Anteil hatte“.[2] In jener Zeit leitete Jäger, der aufgrund seines „pathologischer Kirchenhasses“ als „Kirchenjäger“ bezeichnet wurde, zahlreiche kirchenfeindliche Maßnahmen im „NS-Mustergau Wartheland“ ein. In der SA erreichte er seinen höchsten Rang am 20. Mai 1944 mit der Beförderung zum SA-Brigadeführer

Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Jäger von den britischen Besatzungsbehörden ergriffen. Am 25. Mai 1946 wurde er an Polen ausgeliefert. Dort wurde er 1948 als „Henker Großpolens[3] vor Gericht gestellt. Jäger wurde am 13. Dezember 1948 zum Tode verurteilt und am 17. Juni 1949 in Posen hingerichtet.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1960, 114, 1314.
  2. Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie Band 5: Hitz–Kozub, München 2006, S. 284
  3. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 280