August Sander

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August Sander (* 17. November 1876 in Herdorf; † 20. April 1964 in Köln) gilt als einer der wichtigsten und für die Porträtgeschichte einflussreichsten Photographen des 20. Jahrhunderts.[1] Mit seinem Kulturwerk Menschen des 20. Jahrhunderts schuf er ein „epochemachendes“ Photoprojekt.[2] Seine Bilder sind vornehmlich der dokumentarisch sachlich-konzeptuellen Photographie zuzuordnen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

August Sander wurde als Sohn eines Grubenzimmerhauers geboren und wuchs im Kreis von sechs Geschwistern auf. Nach Abschluss der Volksschule arbeitete er als Haldenjunge auf dem Gelände einer Herdorfer Eisenerzgrube. Dort machte er die Bekanntschaft mit einem Siegener Berufsphotographen, der sein Interesse für die Photographie auslöste. Mit finanzieller Hilfe seines Onkels kaufte er seine erste eigene Photoausrüstung.

1897–1900[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen weiteren Schritt auf dem Weg zu seinem späteren Beruf unternahm August Sander in Trier, wo er seinen Militärdienst (1897–1899) absolvierte. Nebenbei arbeitete er im Atelier von Georg Jung, wo er weitere Erfahrungen sammelte. Mit dessen Empfehlung ging er danach auf zweijährige Wanderschaft (1899–1901), die ihn laut den Erinnerungen seines Sohnes Gunther Sander u. a. nach Berlin, Magdeburg, Halle (Saale) und Leipzig führte.[3] In Dresden besuchte er vermutlich die Malschule von Martin Schumann und/oder von Ernst Sonntag.[4] Photographieren, Zeichnen und Malen gehörte für Sander in dieser Zeit noch zusammen.

1901–1909[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Photographische Kunstanstalt Greif in Linz an der Donau arbeitete August Sander ab 1901 zunächst als Angestellter. Im folgenden Jahr übernahm er das Atelier gemeinsam mit seinem Teilhaber Franz Stukenberg. Auch die Heirat mit Anna Seitenmacher fiel in das Jahr 1902. Sohn Erich kam 1903 zur Welt. 1904 wurde August Sander Alleineigentümer des „Atelier für bildmäßige Porträts, Landschafts- und Photographie in natürlichen Farben“. Seine Photographien wurden vielfach ausgestellt und ausgezeichnet. Von 1904 bis 1909 war er Mitglied des Oberösterreichischen Kunstvereins.[5] 1907 wurde sein Sohn Gunther geboren. Nachdem der ältere Sohn Erich im Sommer 1909 schwer an Polio erkrankt war, gab Sander sein Geschäft im selben Jahr auf und siedelte mit der Familie nach Köln um.[6]

1910–1920[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1910 gründete August Sander zunächst in Köln-Lindenthal auf der Hillerstraße 61 ein Atelier. Die Zwillinge Sigrid und Helmut wurden geboren, doch nur das Mädchen überlebte. 1911 erfolgte der Umzug zur Dürener Straße 201 im selben Stadtteil und damit auch die Einrichtung eines geräumigeren Ateliers. Zeitgleich begann eine verstärkte Fortsetzung von August Sanders photographischer Tätigkeit im Westerwald, bei der zahlreiche Arbeiten entstanden, die er später in sein Werk Menschen des 20. Jahrhunderts einbezog.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde August Sander zum Landsturm einberufen und kehrte erst bei Kriegsende 1918 zurück. Während dieser Zeit führte Anna Sander den Betrieb weiter.

1920–1926[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn der 1920er-Jahre kam August Sander in Kontakt mit der Gruppe „Kölner Progressive“ und fand in diesem Kreis starke Resonanz. In engem Austausch stand er mit den Künstlern Franz Wilhelm Seiwert, der auch Sanders Firmensignet entwarf, mit Heinrich Hoerle, Gerd Arntz, Gottfried Brockmann, Otto Freundlich, Raoul Hausmann und Stanislaw Kubicki (Berlin), Hans Schmitz-Wiedenbrück, Augustin Tschinkel (Prag/Köln) und Peter Alma (Amsterdam). Auch zu den Malern Jankel Adler, Otto Dix, Anton Räderscheidt und Marta Hegemann bestand eine engere Verbindung. Ihre Porträts, ebenso wie jene von Künstlern anderer Sparten, so etwa der Musik, Literatur, Baukunst und des Schauspiels, fanden sich in August Sanders großem Werk Menschen des 20. Jahrhunderts.

Antlitz der Zeit (1929)

1927–1941[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1927 unternahm August Sander mit dem Schriftsteller Ludwig Mathar eine knapp siebenwöchige Reise nach Sardinien, auf der etwa 300 Aufnahmen entstanden. Eine geplante Buchveröffentlichung über die Reise kam nicht zustande. Die von der Photographischen Sammlung/SK Stiftung erarbeitete Ausstellung August Sander: Sardinien. Photographien einer Italienreise 1927 rekonstruierte 2009 das Projekt.[7]

Im November 1927 stellte August Sander sein großes Porträtwerk Menschen des 20. Jahrhunderts im Kölnischen Kunstverein erstmals öffentlich vor. Zwei Jahre später erschien der Bildband Antlitz der Zeit mit einer Auswahl von 60 Porträts aus Menschen des 20. Jahrhunderts. Fünf Jahre später verfügten die Nationalsozialisten einen Ausstellungsstopp und zerstörten die Druckstöcke.

1931 hielt August Sander im Westdeutschen Rundfunk (WDR) eine sechsteilige Vortragsserie zum Thema Wesen und Werden der Photographie. Bislang wurde der fünfte Vortrag in Deutsch, Englisch und Französisch publiziert.[8]

Zwischen 1933 und 1935 veröffentlichten die Verlage L. Schwann (Düsseldorf) und L. Horwarth (Bad Rothenfelde) sechs Hefte, in denen jeweils eine Region Deutschlands vorgestellt wurde: Die Eifel (1933), Bergisches Land (1933), Die Mosel (1934), Das Siebengebirge (1934), Die Saar (1934), Am Niederrhein (1935). Die darin enthaltenen Aufnahmen von August Sander, teilweise auch von Erich Sander für den Familienbetrieb photographiert, führten durch verschiedene Bildthemen mit den Schwerpunkten Landschaft und Architektur. Des Weiteren fertigte August Sander botanische Studien und Detailstudien, beispielsweise von Händen, und übernahm zahlreiche Aufträge in Industrie und Werbung.

1934 wurde Sohn Erich, der an der Universität zu Köln Philosophie und Nationalökonomie studiert hatte, zu einer der Leitfiguren der ab 1933 verbotenen SAPD (Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands). Er wurde denunziert, festgenommen und zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt.

1942–1946[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Kriegsereignisse war das Ehepaar Sander gezwungen, Köln zu verlassen. Ab 1942 vollzog sich schrittweise der Umzug in das Westerwalddorf Kuchhausen. 1944 wurde das Kölner Atelier durch Bombenangriffe zerstört, jedoch konnte August Sander den wichtigsten Teil des Archivs an seinen neuen Wohnort retten. Sohn Erich starb vor Ablauf seiner Haft an einem nicht behandelten, akuten Blinddarmdurchbruch im Siegburger Zuchthaus. 1946 zerstörte ein Brand zwischen 25.000 und 30.000 Negative, die noch im Keller nahe der ehemaligen Kölner Wohnung deponiert waren. Noch im selben Jahr begann August Sander mit einer umfangreichen Bilddokumentation über die kriegszerstörte Domstadt.

Sanders Grab auf dem Friedhof Melaten

1947–1964[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Anregung des Publizisten und Förderers der Photographie, L. Fritz Gruber, wurde August Sander 1951 auf der zweiten photokina in Köln eine Retrospektive eingerichtet. Edward Steichen, Direktor der photographischen Abteilung des New Yorker Museum of Modern Art, besuchte ihn 1952 und erwarb aus seinem Archiv 50 Bilder zu unterschiedlichen Themen. Drei Jahre später fanden drei der Exemplare von August Sander Eingang in die von Edward Steichen kuratierte Wanderausstellung The Family of Man.

1953 kaufte die Stadt Köln das Werk Köln wie es war in 16 Bildmappen, inklusive 364 Negative. Die Photographien stammten hauptsächlich aus den Jahren 1920 bis 1939. Posthum wurde das Projekt 1995 gemeinsam vom Kölnischen Stadtmuseum und dem August Sander Archiv, Kulturstiftung Stadtsparkasse Köln als Werkausgabe publiziert, die der originären Mappensequenz von August Sander entsprach.[9]

1957 starb Anna Sander.

Zwei wichtige Publikationen erschienen in August Sanders später Schaffensphase:

1959 die dem Photographen gewidmete Ausgabe der Kulturellen Monatsschrift du mit Texten von Golo Mann und Manuel Gasser sowie einem Wiederabdruck des 1929 in Antlitz der Zeit erschienenen Essays von Alfred Döblin.

1962 das Buch August Sander. Deutschenspiegel. Menschen des 20. Jahrhunderts, mit einer Einleitung von Heinrich Lützeler im Sigbert Mohn Verlag.

Im Dezember 1963 wurde August Sander ins St. Anna Hospital in Köln-Lindenthal eingeliefert, wo er am 20. April 1964 in Folge eines Schlaganfalls verstarb. Sein Grab befindet sich in Köln an der Seite seines Sohnes Erich Sander auf dem Melaten-Friedhof, Flur 87.[10]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

August Sanders Werk umfasst Landschafts-, Natur-, Industriearchitektur- und Stadtphotographie; berühmt aber ist er hauptsächlich für seine Porträtkunst, wie sie exemplarisch in seinem Werk Menschen des 20. Jahrhunderts ausgeführt ist. Er gilt als bedeutender Wegbereiter einer neuen Richtung, die heute als dokumentarisch sachlich-konzeptuelle Photographie bezeichnet wird. „Das Wesen der gesamten Photographie ist dokumentarischer Art,“ schrieb August Sander und formulierte damit einen Kernsatz seiner Arbeitsauffassung.[11]

Dem Wesen und Werden der Photographie forschte August Sander in seiner insgesamt rund 70-jährigen Tätigkeit beinahe in jeder Beziehung nach, sei es hinsichtlich der Technik, der Wahl oder Komposition eines Motivs oder in Bezug auf die Verwendung und den Kontext. Sein Werk zeugt von einer tiefen Auseinandersetzung mit seinem Medium, das er als exakte Photographie zu bezeichnen pflegte und mit dem er in absoluter Naturtreue ein Bild seiner Zeit zu geben versuchte. Sein Ziel war ein einzigartiges Werk von weitreichender kunst- und kulturhistorischer Dimension mit Vorbildfunktion.

Menschen des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee zu Menschen des 20. Jahrhunderts formulierte August Sander erstmals Mitte der 1920er-Jahre, allerdings mit der Idee, auch früher entstandene Aufnahmen einzubeziehen. Für sein Kulturwerk in Lichtbildern plante er „7 Gruppen, nach Ständen geordnet und umfassend 45 Mappen mit je 12 Lichtbildern.“[12] Ab etwa 1925 trug der Photograph über Jahrzehnte zahllose Porträts von Menschen unterschiedlichster Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen zusammen, wobei die Grundeinteilung Der Bauer, Der Handwerker, Die Frau[13], Die Stände, Die Künstler, Die Großstadt und Die letzten Menschen stets unverändert blieb. Als Fundus diente August Sander sein stetig anwachsendes Negativarchiv, das heute bezogen auf das Konvolut Menschen des 20. Jahrhunderts rund 180 Negative umfasst.

Ausschnitte des Werks wurden erstmals 1927 in einer Ausstellung im Kölnischen Kunstverein gezeigt und 1929 unter dem Titel Antlitz der Zeit. Sechzig Aufnahmen deutscher Menschen des 20. Jahrhunderts[14] veröffentlicht. Mit diesem 60 Porträts umfassenden Bildbuch gelang es Sander, ein Gesellschaftsporträt seiner Zeit darzustellen, das auf die Reflexion des Individuellen in Beziehung zum Typischen der jeweiligen Gesellschafts- und Berufsgruppe sowie auf die Frage der gegenseitigen Beeinflussung von Mensch und Gemeinschaft abzielt. In seinem Essay, einbezogen in Antlitz der Zeit, schreibt Alfred Döblin:

„Wer blickt, wird rasch belehrt werden, besser als durch Vorträge und Theorien, durch diese klaren, schlagkräftigen Bilder und wird von den anderen und von sich erfahren.“

Alfred Döblin: Antlitz der Zeit, Vorwort[15]

Vergleichende Photographie und unmittelbare Beobachtung lauten die Stichworte, die August Sanders methodische Vorgehensweise treffend charakterisieren und auf sein Bemühen um vorurteilsfreie und wirklichkeitsnahe Darstellung hindeuten. Denn vor allem im Nebeneinander der Bildreihen sah er die Möglichkeit, typische Physiognomien und Körpersprachen unterschiedlicher Berufsstände, Geschlechter und Generationen sowie individuelle Erscheinungsweisen hervortreten zu lassen. „Da der Einzelmensch keine Zeitgeschichte macht, wohl aber den Ausdruck seiner Zeit prägt und seine Gesinnung ausdrückt, ist es möglich, ein physiognomisches Zeitbild einer ganzen Generation zu erfassen und zum Ausdruck im Photo zu bringen,“ schreibt August Sander 1931.[16] Dennoch sind es einzelne Bilder, die inzwischen zu den Ikonen aus seinem Werk zählen, so die Photographie „Jungbauern, 1914“[17], deren Titel Anlass zu Diskussionen bot[18] und welche ein wesentlicher Ausgangspunkt des Romans Drei Bauern auf dem Weg zum Tanz des amerikanischen Schriftstellers Richard Powers ist.[19] Beispielhaft sind des Weiteren die Photographien „Boxer, 1929“, „Konditor, 1928“, „Handlanger, 1928“, „Revolutionäre (Alois Lindner, Erich Mühsam, Guido Kopp), 1929“, „Bürgerliche Familie, 1923“, „Corpsstudent, 1925“, „Großindustrieller (Kommerzienrat Arnold von Guilleaume), 1927“ und „Arbeitslos, 1928“.

Von der großen Resonanz, die Antlitz der Zeit erhielt, zeugen viele Besprechungen, so beispielsweise von Kurt Tucholsky[20] oder Walter Benjamin[21], der besonders auch auf die aufklärerische Wirkung des Porträtwerks vor dem Hintergrund der drohenden natzionalsozialistischen Herrschaft hinwies, was sich heute wie eine Vorahnung auf das Kommende liest. Fünf Jahre später wurden die Druckstöcke zu Sanders Antlitz der Zeit von den Nationalsozialisten zerstört und der weitere Vertrieb des Buchs wurde eingestellt. Ein Berufsverbot, wie häufig zuvor vermutet, wurde jedoch nicht verhängt. August Sander er- und bearbeitete sein Werk während seiner gesamten Schaffenszeit auf verschiedenen Ebenen, fand aber zu Lebzeiten nicht die Möglichkeit zu einer umfassenden und vollständigen Realisation. Ohnehin war ihm bewusst, dass ein endgültiger Abschluss seines Werks, das auf die Dokumentation eines gesellschaftlichen Zustands und seiner Veränderung angelegt ist, dessen Intention und Anlage widerspräche.

1971 erarbeitete sein Sohn Gunther Sander (1907–1987) mit der Zusammenstellung Menschen ohne Maske[22] eine Annäherung an das originäre Vorhaben. Der Auszug umfasste 234 Motive. Zudem veröffentlichte er 1980 unter Hinzuziehung eines Textes von Ulrich Keller eine weitere umfassendere Ausgabe von Menschen des 20. Jahrhunderts mit 431 Bildern.[23] Eine Vielzahl von Neuabzügen entstand aus der Hand von Gunther Sander, während originale Abzüge aus dem Nachlass in den Kunstmarkt gelangten. Mitte der 1980er-Jahre erwarb unter anderem das Essener Museum Folkwang eine von Gunther Sander zusammengestellte Serie von posthumen Photoabzügen, die sich motivisch auf das Projekt Menschen des 20. Jahrhunderts bezogen. Erst in den 1990er-Jahren stellte sich im allgemeinen Kunstgeschehen ein Bewusstsein für die Unterscheidung von originalen Abzügen aus der Hand der Photographen bzw. Neuabzüge ein.

Zwischen 1992 und 2001 wurde der Bestand zum Werk Menschen des 20. Jahrhunderts und seine Entwicklung in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, weiter erforscht. Gerd Sander, der Enkel August Sanders, erarbeitete gemeinsam mit dem Photographen der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Jean-Luc Differdange, Neuabzüge auf Grundlage der originalen Negativglasplatten von August Sander, die für eine Neuauflage des Werks Menschen des 20. Jahrhunderts (2002) hinzugezogen werden. Sämtliche 619 Motive, die für die Vorbereitung des Werks berücksichtigt werden, befinden sich heute als Negativabzüge und teilweise als originale Photographien aus dem Nachlass von August Sander im Bestand der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, ebenso wie darüber hinausgehende Originale und Neuabzüge zum Werk von August Sander.

Aufgrund neuer Entdeckungen und Forschungserkenntnisse stellte das Kölner Team (Susanne Lange, Gabriele Conrath-Scholl und Gerd Sander) fest, dass die Zusammenstellung der Bilder und Mappen, die im 1980 herausgegebenen Band zur Darstellung gekommen sind, nicht an allen Stellen mit den ursprünglichen Vorstellungen August Sanders übereinstimmten.

Die Neuausgabe orientierte sich vor allem an den originalen Beschriftungen der zum Werk Menschen des 20. Jahrhunderts erhaltenen rund 1.800 originalen Negative, an Schriftstücken aus dem Nachlass des Photographen ebenso wie an noch existierenden originalen Mappenabzügen und den darin zur Darstellung kommenden Bildausschnitten. Originale Mappenabzüge befinden sich insbesondere in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, im J. Paul Getty Museum, Los Angeles, im Museum of Modern Art, New York, in der Pinakothek der Moderne, München, im Museum Ludwig Köln/Sammlung Fotografie und im Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg. Die Sichtung sämtlicher Materialien führte zu einer Neuinterpretation, also einer revidierten Ausgabe in sieben Bänden, die sich jeweils einer der von August Sander entworfenen Gruppen widmen, dazu in verbesserter Druckqualität.[24] 2010 wurden die Ergebnisse der sieben Bände nochmals in einem Band zusammengefasst.[25]

2016 widmete der WDR August Sanders Porträtwerk einen Fernsehbeitrag.[26]

Köln wie es war[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In 16 Mappen mit 408 Photographien dokumentierte August Sander Köln in der Zeit von 1920 bis 1939. Dabei arbeitete er mit den Plattenformaten 13 × 18 cm und 18 × 24 cm, in einzelnen Nachkriegsaufnahmen auch im Filmformat 9 × 6 cm. Nachdem er das Projekt beendet hatte, veräußert er das Mappenwerk im März 1953 an das Kölnische Stadtmuseum. Doch erst 1988 wurden die Photos in einem Buch publiziert. Neue und bis dahin weitgehend unbekannte Informationen machten des Weiteren eine von der Erstveröffentlichung des Werkes abweichende Neupublikation notwendig. Diese erschien 1995 mit einigen für die Werkgeschichte aufschlussreichen Aspekten.[27]

In Vorbereitung einer weiteren Neuausgabe in Faksimilequalität wurden die Abzüge 2009 digitalisiert. Von den Glasnegativen lagen bereits seit längerer Zeit hochwertige Digitalisate vor.[28] Reinhard Matz beschrieb die Entstehung der Kölnmappen und ihre Ankaufs- und Publikationsgeschichte in einem Buch.[29] Die aus der Reihe stammende Aufnahme Der Stadtwald zu Köln erzielte im November 2016 auf einer Auktion im Kunsthaus Lempertz 10.500 €.[30]

Nachlass[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Tode von August Sander übernahm sein Sohn Gunther Sander 1964 das hinterlassene Archiv. Nach dessen Tode im Jahr 1987 wiederum ging die Hinterlassenschaft an dessen Sohn Gerd Sander.[31] Schließlich erwarb die Kulturstiftung der Sparkasse KölnBonn – heute Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn – im Dezember 1992 den Nachlass August Sanders, der seitdem unter dem Namen August Sander Archiv wissenschaftlich betreut und aufgearbeitet wird. Sämtliche am Werk von August Sander bestehenden Nutzungsrechte wurden ebenso überschrieben, sie liegen örtlich, inhaltlich und zeitlich unbeschränkt in ausschließlicher Form bei der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur und werden von der Institution gemeinsam mit der VG Bild-Kunst verwaltet.

Im Frühjahr 2017 meldete die Galerie Hauser & Wirth, dass sie den Nachlass von August Sander international vertritt. Dies erwies sich als Missverständnis, denn die Galerie vertritt vielmehr die August Sander Family Collection, also insbesondere Neuabzüge, die aus dem privaten Besitz der Familie stammen und sowohl von Gunther Sander wie von Gerd Sander autorisiert wurden. Kooperationspartner ist hier die Kölner Galerie von Julian Sander, dem Urenkel von August Sander und die von ihm gegründete August Sander Stiftung in Köln.[32] Die Meldungen sorgten bei Sammlern und in den Medien, etwa in der Süddeutschen Zeitung[33], in Der Tagesspiegel[34] und die tageszeitung[35] für Verwirrung, da das August Sander Archiv seit 1992 Teil der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur in Köln ist und damit dort die alleinige Betreuung des Photographennachlasses liegt. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur ist auf dem Kunstmarkt nicht tätig, sondern widmet sich der Bearbeitung des August Sander Archivs auf rein wissenschaftlichem bzw. musealem Weg.

Eine von den aus Familienbesitz stammenden Bildreihen, die 619 Neuabzüge umfasst, die parallel zur Erarbeitung der siebenbändigen Neuauflage von Menschen des 20. Jahrhunderts entstanden, erwarb das New Yorker Museum of Modern Art. 2014 wurde diese Bildreihe von Julian Sanders Galerie an das amerikanische Museum veräußert. Das MoMA war schon zuvor im Besitz eines Konvoluts mit originalen Abzügen aus der Hand von August Sander.[36]

Auszeichnungen/Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

August-Sander-Park, Köln
  • 1903: Bronzene Staats-Medaille bei der Oberösterreichischen Landes-Ausstellung in Linz
  • 1904: Gold-Medaille für Dreifarbenphotographie bei der gewerblichen Ausstellung in Wels und Müller & Wetzig-Preis, Leipzig
  • 1909: Auszeichnung der L. Gevaert & Cie AG
  • 1958: Ehrenbürger von Herdorf[37]
  • 1960: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
  • 1961: Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh)[38]
  • 2003: In Windeck (Ortsteil Leuscheid), August Sanders Wahlheimat, wurde am 4. Oktober der August-Sander-Platz eingeweiht.
  • 2004: Am 4. November benannte sich die Berliner Berufsschule 1. OB/SL Friedrichshain in August-Sander-Schule um.[39]
  • 2008: Der Merkurkrater „Sander“ wurde nach August Sander benannt.[40]
  • 2014: Die Stadt Köln benannte im Mai 2014 den August-Sander-Park nach ihm. Dieser liegt hinter dem Gebäude der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Im Mediapark 7.[41]
  • 2017: Die „Realschule plus“ in Altenkirchen (Westerwald) wurde am 27. Januar in August-Sander-Schule benannt.[42]
  • 2018: Erstmals lobte die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv den August-Sander-Preis für Porträtphotographie aus.[43]

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1906: Große Ausstellung photographischer Bildnisse aus dem Atelier August Sander, Landhaus-Pavillon, Linz (Österreich)
  • 1959: August Sander. Gestalten seiner Zeit. Deutsche Gesellschaft für Photographie, Köln
  • 1971: August Sander. MoMA, New York
  • 1980: August Sander. Photographs of an Epoch 1904–1959. Philadelphia Museum of Art, Philadelphia
  • 1994: August Sander. In der Photographie gibt es keine ungeklärten Schatten! Puschkin-Museum, Moskau und weitere Stationen
  • 1999: August Sander. Landschaftsphotographien. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln
  • 2001: August Sander. Menschen des 20. Jahrhunderts, Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln
  • 2001: August Sander. German Portraits 1918–1933. J. Paul Getty Museum, Los Angeles
  • 2005: August Sander. Linzer Jahre 1901–1909. Landesgalerie am Oberösterreichischen Landesmuseum, Linz an der Donau
  • 2009: August Sander. Voir, observer et penser. Fondation Henri Cartier-Bresson, Paris
  • 2014: August Sander. Meisterwerke und Entdeckungen. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln
  • 2017: Das Gesicht der Landschaft – Rhein und Siebengebirge. Siebengebirgsmuseum, Königswinter[44]
  • 2018: August Sander. Persécutés / Persécuteurs des Hommes du XXe siècle. Mémorial de la Shoah, Paris

Gruppenausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1914: Deutsche Werkbund-Ausstellung, Köln
  • 1929: Fotografie der Gegenwart, Magdeburg
  • 1930: Socialistische kunst heden, Stedelijk Museum, Amsterdam
  • 1930: Internationale Ausstellung Das Lichtbild München, München
  • 1930: Ausstellung der Vereinigung Kölner Fachfotografen im Kunstgewerbemuseum der Stadt Köln
  • 1951: August Sander. Retrospektive, photokina, Köln
  • 1955: The Family of Man. MoMA, New York und weitere Stationen
  • 1980: August Sander: Fotografien von 1906–1945. Bernd und Hilla Becher: Fotografien 1961–1980. Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland, Berlin/Ost Vertretung der BRD
  • 1982: Lichtbildnisse. Das Porträt in der Fotografie. Rheinisches Landesmuseum Bonn
  • 1997: August Sander. Karl Blossfeldt. Albert Renger-Patzsch. Bernd und Hilla Becher. Vergleichende Konzeptionen. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln
  • 1999: Von Beuys bis Cindy Sherman. Sammlung Lothar Schirmer, Kunsthalle Bremen, Bremen
  • 2000: Zeitgenossen. August Sander und die Kunstszene der 20er Jahre im Rheinland. Josef-Haubrich-Kunsthalle, Köln
  • 2000: How you look at it. Fotografien des 20. Jahrhunderts. Sprengel Museum Hannover
  • 2008: The Universal Archive. The Condition of the Document and Modern Photographic Utopia, Museu d‘Art Contemporani de Barcelona (MACBA), Barcelona
  • 2011: The Mad Square. Modernity in German Art 1910–1938. The Art Gallery of New South Wales, Sydney
  • 2013: Von Mensch zu Mensch. Wilhelm Leibl & August Sander. Eine Kooperation des Wallraf-Richartz-Museums und der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Wallraf-Richartz-Museum, Köln und Station im Salzburg Museum, Salzburg

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Lebzeiten veröffentlichte Werke
  • August Sander: Antlitz der Zeit. Sechzig Aufnahmen deutscher Menschen des 20. Jahrhunderts. Mit einer Einleitung von Alfred Döblin. Kurt Wolff Verlag/Transmare Verlag, München 1929.
  • Bergisches Land. Text und Bilder von August Sander. Herausgegeben von Joh. Gg. Holzwart, Reihe Deutsche Lande – Deutsche Menschen, L. Schwann Verlag, o. J. [1933], Düsseldorf.
  • Die Eifel. Text und Bilder von August Sander, Herausgegeben von Joh. Gg. Holzwarth, Reihe Deutsche Lande – Deutsche Menschen, L. Schwann Verlag, o. J. [1933], Düsseldorf.
  • Am Niederrhein. Bilder und Vorwort von August Sander, Einleitung von Ludwig Mathar, Reihe Deutsches Land/Deutsches Volk, Bd. 1, L. Holzwarth Verlag, Bad Rothenfelde 1934.
  • Die Mosel. Text und Bilder von August Sander, Reihe Deutsches Land/Deutsches Volk, Bd. 2, L. Holzwarth Verlag, Bad Rothenfelde 1934.
  • Das Siebengebirge. Text und Bilder von August Sander, Reihe Deutsches Land/Deutsches Volk, Bd. 3, L. Holzwarth Verlag, Bad Rothenfelde 1934.
  • Die Saar. Bilder von August Sander, Text von Josef Witsch, Reihe Deutsches Land/Deutsches Volk, Bd. 4, L. Holzwarth Verlag, Bad Rothenfelde 1934.
  • August Sander photographiert: Deutsche Menschen. In: du Kulturelle Monatsschrift, Texte von Alfred Döblin, Manuel Gasser und Golo Mann, 19. Jg., Nr. 225, Zürich, 11/1959.
  • August Sander: Deutschenspiegel. Menschen des 20. Jahrhunderts. Einleitung von Heinrich Lützeler. Sigbert Mohn Verlag, Gütersloh 1962.
Postum herausgegebene Werke
  • August Sander. Menschen ohne Maske. Mit einem biographischen Text von Gunther Sander und einem Vorwort von Golo Mann, C. J. Bucher-Verlag, Luzern/Frankfurt am Main 1971, ISBN 3-7658-0130-5, Sonderausgabe, Schirmer/Mosel, München 1976.
  • August Sander. Rheinlandschaften. Photographien 1929–1946, Text von Wolfgang Kemp, Schirmer/Mosel, München 1974, ISBN 3-921375-00-2.
  • August Sander. Menschen des 20. Jahrhunderts. Portraitphotographien 1892–1952. Ausgaben in den Sprachen Englisch, Italienisch, Japanisch, Herausgegeben von Gunther Sander, Text von Ulrich Keller, Schirmer/Mosel, München 1980.
  • August Sander: Photographs of an Epoch 1904–1959. Vorwort von Beaumont Newhall, Text von Robert Kramer, Aperture, New York 1980.
  • August Sander: Die Zerstörung Kölns. Photographien 1945–1946. Herausgegeben von Winfried Ranke, München 1985, ISBN 3-88814-164-8.
  • August Sander: Köln, wie es war. Bearbeitet von Rolf Sachsse, Herausgegeben von Werner Schäfke, Köln 1988.
  • August Sander. Köln wie es war, Herausgegeben vom Kölnischen Stadtmuseum und August Sander Archiv/Kulturstiftung Stadtsparkasse Köln, Texte von Susanne Lange und Christoph Kim, Amsterdam 1995.
  • August Sander. Einführung von Susanne Lange, Herausgegeben vom Centre National de la Photographie, Paris, Photo Poche 64, Actes Sud, Arles 1995.
  • August Sander: „In der Photographie gibt es keine ungeklärten Schatten!“. Eine Publikation zur gleichnamigen von Gerd Sander konzipierten Ausstellung, Stationen: Staatliches Puschkin-Museum für bildende Künste, Moskau, Watari-um, Museum of Contemporary Art, Tokyo, Kunstmuseum Bonn, Centre National de la Photographie, Paris, Palais des Beaux-Arts, Brüssel, Stedelijk Museum, Amsterdam, Museo di Storia della Fotografia Fratelli Alinari, Florenz, National Portrait Gallery, London, Vorwort von Susanne Lange, Texte von Gerd Sander, Christoph Schreier, Ars Nicolai, Berlin 1994.
  • August Sander. Photographien 1902–1939. Herausgegeben von der Kulturstiftung der Länder in Verbindung mit der Kulturstiftung der Stadtsparkasse Köln, Texte von Susanne Lange und Gabriele Conrath-Scholl, Patrimonia 99, Berlin und Köln 1995.
  • August Sander, Karl Blossfeldt, Albert Renger-Patzsch, Bernd und Hilla Becher: Vergleichende Konzeptionen. Texte von Susanne Lange, Gabriele Conrath-Scholl, Anne Ganteführer und Virginia Heckert, Herausgegeben von Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, Schirmer/Mosel, München/ Paris/ London 1997, ISBN 3-88814-757-3.
  • August Sander. Landschaften, Text von Olivier Lugon, Herausgegeben von Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, Schirmer/Mosel, München/Paris/London 1999, ISBN 3-88814-797-2.
  • August Sander 1876–1964. Herausgegeben von Manfred Heiting, Text von Susanne Lange, Taschen, Köln, Madrid, London, New York, Paris, Tokyo 1999.
  • Zeitgenossen. August Sander und die Kunstszene der 20er Jahre im Rheinland. Herausgegeben von Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, Texte von Birgit Bernard, Gertrude Cepl-Kaufmann, Anne Ganteführer-Trier, Wolfram Hagspiel, Klaus Wolfgang Niemöller, Louis Peters, Maria Porrmann, Gerd Sander, Eduard Trier und Arta Valstar-Verhoff, Vorworte von Susanne Lange und Hans-Werner Schmidt, Steidl Verlag, Göttingen 2000. ISBN 3-88243-750-2.
  • August Sander. Menschen des 20. Jahrhunderts, Studienband, Herausgegeben von Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, Publikation zur siebenbändigen Neuauflage von August Sanders Werk Menschen des 20. Jahrhunderts, Konzipiert von Susanne Lange und Gabriele Conrath-Scholl, Schirmer/Mosel, München 2001, ISBN 3-8296-0024-0.
  • August Sander. Menschen des 20. Jahrhunderts: Ein Kulturwerk in Lichtbildern eingeteilt in sieben Gruppen. Bearbeitet und neu zusammengestellt von Susanne Lange, Gabriele Conrath-Scholl und Gerd Sander, 7 Bände, Herausgegeben von Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Schirmer/Mosel, München 2002, ISBN 3-8296-0006-2.
  • August Sander. Linzer Jahre 1901–1909. Hrsg. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, und die Landesgalerie Linz am Oberösterreichischen Landesmuseum, Texte von Gabriele Conrath-Scholl, Martin Hochleitner und Susanne Lange, München: Schirmer/Mosel, 2005, ISBN 3-8296-0217-0.
  • August Sander: Menschen und Landschaften zwischen Sieg und Westerwald. Herausgegeben von der Kreisverwaltung Altenkirchen in Zusammenarbeit mit der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, Vorworte von Michael Lieber und Andreas Reingen, Text von Gabriele Conrath-Scholl, Köln 2008.
  • August Sander. Sehen, Beobachten und Denken. Photographien, Fondation Cartier-Bresson, mit Texten von Gabriele Conrath-Scholl und Agnès Sire, August Sander, Schirmer/Mosel, München 2009, ISBN 978-3-8296-0443-7.
  • August Sander. Sardinien. Photographien einer Italienreise 1927, Hrsg. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, mit Texten von Gabriele Conrath-Scholl, Rajka Knipper, Albertus Mathar, Ludwig Mathar, Giorgio Pellegrini, deutsch/italienisch, Schirmer/Mosel, München 2009, ISBN 978-3-8296-0433-8
  • August Sander: Köln, wie es war. Emons Verlag, Köln 2009, ISBN 978-3-89705-694-7.
  • August Sander. Menschen des 20. Jahrhunderts. Ein Kulturwerk in Lichtbildern, eingeteilt in sieben Gruppen, Herausgegeben von Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Konzeption der bearbeiteten Neuausgabe von Gabriele Conrath-Scholl, Schirmer/Mosel, München 2010, ISBN 978-3-8296-0500-7.
  • Von Mensch zu Mensch: Wilhelm Leibl & August Sander. Herausgegeben von Marcus Dekiert, Roland Krischel, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, mit Texten von Gabriele Conrath-Scholl, Götz Czymmek, Rajka Knipper, Roland Krischel, Hirmer Verlag, München 2013, ISBN 978-3-7774-2042-4.
  • Wolfgang Kemp: August Sander: Rheinlandschaften. Photographien 1926–1946. Schirmer/Mosel, München 2014 (Neuauflage), ISBN 978-3-8296-0671-4 (Erstausgabe 1975, das erste Buch, das bei Schirmer/Mosel erschienen ist).[45]
  • August Sander. Der Westerwald im Spiegel der Zeit. Herausgegeben von der Kreisverwaltung Altenkirchen und der Sparkasse Westerwald-Sieg, in Zusammenarbeit mit der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Vorwort von Michael Lieber und Andreas Reingen, mit Texten von Gabriele Conrath-Scholl und Hanns-Josef Ortheil, Köln 2016, ISBN 978-3-9807956-3-0.
  • August Sander. Das Gesicht der Landschaft – Rhein und Siebengebirge. Herausgegeben vom Siebengebirgsmuseum der Stadt Königswinter, in Zusammenarbeit mit Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, Grußwort Peter Wirtz, mit Texten von Gabriele Conrath-Scholl, Elmar Scheuren und Barbara Bouillon, Köln 2018, ISBN 978-3-00-058316-2.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wissenschaftliche Konferenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Interdisziplinäres Symposium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Ausstellung „August Sander: Menschen des 20. Jahrhunderts“ in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln: 19. und 20. Oktober 2001.

„The August Sander Project“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein auf fünf Jahre angelegtes Forschungsprojekt des Museum of Modern Art in New York in Zusammenarbeit mit der Columbia University, New York.[48] Kunsthistoriker, Kuratoren, Künstler und andere Wissenschaftler und Autoren treffen sich einmal im Jahr, um aus unterschiedlichen Perspektiven das Werk „Menschen des 20. Jahrhunderts“ zu erforschen. Die beiden ersten Veranstaltungen fanden am 16. September 2016[49] und am 15. September 2017[50] statt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: August Sander – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sander zählt derzeit zu den 10 teuersten Fotografen des 20. Jh. (Memento vom 12. Mai 2008 im Internet Archive), (private Webseite des Galeristen Daniel von Schacky/ Düsseldorf)
  2. Ulrich Keller: August Sander und das Nilpferd. Ein Katalog mit Schwachstellen. In: Fotogeschichte. Nr. 101. Jonas Verlag für Kunst und Literatur, Marburg 2006 (Rezension zu „August Sander: Linzer Jahre 1901–1909“).
  3. Gunther Sander: Aus dem Leben eines Photographen. In: August Sander. Menschen ohne Maske, Photographien 1906–1952. Schirmer/Mosel, München 1976 (Sonderausgabe des 1971 im C.J.Bucher-Verlag erschienenen Werkes August Sander, Menschen ohne Maske), S. 9
  4. Gabriele Conrath-Scholl: August Sander– Grundlagen, Ambitionen und erste Erfolge. In: August Sander. Linzer Jahre, 1901–1909, München: Schirmer/Mosel, 2006, S. 9–55, hier S. 16f
  5. August Sander wird erstmals im Jahresbericht von 1904, der 1905 erschien, als Mitglied des Vereins angeführt. Es folgen jährliche Nennungen bis einschließlich 1909. Vgl. Oberösterreichisches Landesarchiv, Oberösterreichischer Kunstverein, Mitgliederlisten 1853–1932, Archivschachtel 23.
  6. Gabriele Conrath-Scholl, Martin Hochleitner, Susanne Lange: August Sander. Linzer Jahre 1901–1909. Schirmer/Mosel, München 2006, ISBN 3-8296-0217-0 (anlässlich der Ausstellung August Sander, Linzer Jahre1901–1909, Landesgalerie Linz: 1. Dezember 2005 bis 8. Januar 2006; Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln: 10. Februar bis 7. Mai 2006).
  7. Ausstellung in der Galleria Comunale d´Arte di Cagliarari: 17. Oktober 2009 bis 3. Januar 2010, und in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, 22. April bis 21. August 2011, Katalog: August Sander. Sardinien. Photographien einer Italienreise 1927. Herausgegeben von Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, mit Texten von Gabriele Conrath-Scholl, Rajka Knipper, Albertus Mathar, Ludwig Mathar, Giorgio Pellegrini, deutsch/italienisch, Schirmer/Mosel, München 2009.
  8. Die Photographie als Weltsprache (5. Vortrag für den WDR). Vgl. August Sander: Die Photographie als Weltsprache. In: Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Fondation Henri Cartier-Bresson (Hrsg.): August Sander: Sehen, Beobachten und Denken, Photographien. Schirmer/Mosel, München 2009, S. 25–31. Die weiteren Vorträge werden derzeit (Stand Oktober 2018) von einem Doktoranden zur Veröffentlichung vorbereitet. Zwar sind im Archiv des WDR keine Mitschnitte erhalten, doch befinden sich die Typoskripte im August Sander Archiv.
  9. August Sander: Köln wie es war, August Sander Werkausgabe, herausgegeben vom Kölnischen Stadtmuseum und August Sander Archiv, Kulturstiftung Stadtsparkasse Köln, Texte von Susanne Lange und Christoph Kim, Amsterdam 1995.
  10. Armin Beuscher, Asja Bölke, Günter Leitner, Antje Löhr-Sieberg und Anselm Weyer: Melaten erzählt von protestantischem Leben. Ein Rundgang. Herausgegeben von Annette Scholl im Auftrag der Evangelischen Gemeinde Köln, 2010, ISBN 978-3-942186-01-8, S. 20f.
  11. Die Photographie um die Jahrhundertwende (3. Vortrag für den WDR). Vgl. August Sander – Photographien 1902–1939, mit Texten von Gabriele Conrath-Scholl und Susanne Lange, herausgegeben von der Kulturstiftung der Länder in Verbindung mit der Kulturstiftung Stadtsparkasse Köln, Berlin und Köln 1995, S. 12 f.
  12. Typoskript, abgedruckt in: August Sander. Menschen des 20. Jahrhunderts: Ein Kulturwerk in Lichtbildern eingeteilt in sieben Gruppen. Bearbeitet und neu zusammengestellt von Susanne Lange, Gabriele Conrath-Scholl, Gerd Sander, 7 Bände, Hrsg. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Schirmer/Mosel, München 2002
  13. Jens Meiffert: August Sander. Behütet von der jungen Mutter. Kölnische Rundschau, 12. Juni 2014 (Artikel zum Bildnis Junge Mutter, bürgerlich von 1926) https://www.rundschau-online.de/region/koeln/august-sander-behuetet-von-der-jungen-mutter-3172772
  14. August Sander: Antlitz der Zeit. Sechzig Aufnahmen deutscher Menschen des 20. Jahrhunderts. Mit einer Einleitung von Alfred Döblin, Kurt Wolff Verlag / Transmare Verlag, München 1929.
  15. August Sander: Antlitz der Zeit. Aufnahmen deutscher Menschen des 20. Jahrhunderts. Transmare Verlag / Kurt Wolff Verlag, München 1929.
  16. Vortrag Die Photographie als Weltsprache. Vgl. August Sander: Die Photographie als Weltsprache. In: Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Fondation Henri Cartier-Bresson (Hrsg.): August Sander: Sehen, Beobachten und Denken, Photographien. Schirmer/Mosel, München 2009, S. 25–31, hier S. 29.
  17. Der 1. Weltkrieg - Wer waren die «Jungbauern» von August Sander? In: Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). 29. Mai 2014 (srf.ch [abgerufen am 7. Oktober 2018]).
  18. Reinhard Pabst: Enträtseltes Foto-Wunder: Den „Jungbauern“ des August Sander auf der Spur. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 7. Oktober 2018]).
  19. Richard Powers: Drei Bauern auf dem Weg zum Tanz, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2011.
  20. Peter Panter (Pseudonym Kurt Tucholsky): Auf dem Nachttisch. In: Die Weltbühne, Nr. 13, 26. Jg., 25. März 1930.
  21. Walter Benjamin: Kleine Geschichte der Photographie (1931). In: ders.: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1977, S. 47–64. Die Kleine Geschichte der Photographie erschien zum ersten Mal in der Literarischen Welt, dreigeteilt auf folgende Ausgaben: 18.09.1931, 25.09.1931, 2.10.1931.
  22. August Sander: Menschen ohne Maske. Mit einem Text von Gunter Sander und einem Vorwort von Golo Mann. Luzern/Frankfurt am Main 1971.
  23. August Sander: Menschen des 20. Jahrhunderts, Portraitphotographien 1892–1952. Herausgegeben von Gunther Sander, Text von Ulrich Keller, Schirmer/Mosel, München 1980.
  24. August Sander: Menschen des 20. Jahrhunderts. Ein Kulturwerk in Lichtbildern eingeteilt in sieben Gruppen. Bearbeitet und neu zusammengestellt von Susanne Lange, Gabriele Conrath-Scholl, Gerd Sander, 7 Bände, Herausgegeben von Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Schirmer/Mosel, München 2002.
  25. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur (Hrsg.): August Sander, Menschen des 20. Jahrhunderts. Ein Kulturwerk in Lichtbildern eingeteilt in sieben Gruppen, Texte von Gabriele Conrath-Scholl und Susanne Lange, Schirmer/Mosel, München 2010.
  26. WDR: WDR Fernsehen - Das Auge des Jahrhunderts – Das Vermächtnis des Fotografen August Sander - Presselounge - WDR. 23. Februar 2016, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  27. August Sander: Köln wie es war. Herausgegeben vom Kölnischen Stadtmuseum und August Sander Archiv/Kulturstiftung Stadtsparkasse Köln, Vorworte von Werner Schäfke und Susanne Lange, Texte von Susanne Lange und Christoph Kim, Amsterdam 1995.
  28. August Sander. In: Rheinisches Bildarchiv Köln. Stadt Köln, abgerufen am 21. Februar 2017 (hier wird das Jahr 1959 als Kaufdatum angegeben, die Mehrzahl anderer Quellen benennt das Jahr 1953).
  29. Reinhard Matz: Eine Revision. Greven Verlag, Köln 2016, ISBN 978-3-7743-0666-0.
  30. Sanders Schnee. In: Rhein-Sieg-Rundschau. 13. Dezember 2016, S. 10.
  31. Jens Meifert: August Sander-Archiv „Er hat in seinen Bildern gelebt“. In: Kölnische Rundschau. 14. April 2014 (rundschau-online.de [abgerufen am 22. Februar 2017]).
  32. About. In: Galerie Julian Sander. 10. Januar 2017 (galeriejuliansander.de [abgerufen am 7. Oktober 2018]).
  33. Trudi Georg: Streit ums Erbe. In: sueddeutsche.de. 17. Februar 2017, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 7. Oktober 2018]).
  34. Bernhard Schulz: Abgezogen. In: Der Tagesspiegel Online. 21. Februar 2017, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 7. Oktober 2018]).
  35. Markus Weckesser: Verschnupfte Foto-Forscher in Köln. In: Die Tageszeitung: taz. 28. Februar 2017, ISSN 0931-9085, S. 17 (taz.de [abgerufen am 7. Oktober 2018]).
  36. Christiane Fricke: August Sander-Edition in New York. In: Kultur + Kunstmarkt. Handelsblatt, 11. Juni 2015, abgerufen am 21. Februar 2017.
  37. Ehrenbürger von Herdorf In: herdorf.de, abgerufen am 19. Oktober 2018.
  38. Kulturpreis der DGPh | Deutsche Gesellschaft für Photographie e.V. Abgerufen am 7. Oktober 2018.
  39. Wer war August Sander? Abgerufen am 7. Oktober 2018.
  40. Paulette Cambell: Mercury Features Receive New Names. In: Press Release (Pressemitteilung). The Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory LLC, 28. April 2008, abgerufen am 21. Februar 2017 (englisch).
  41. Einweihung des „August Sander Park“. In: vergangene Veranstaltungen. MediaPark Köln Entwicklungsgesellschaft mbH, 18. Mai 2014, abgerufen am 21. Februar 2017.
  42. Realschule plus heißt jetzt August Sander Schule AK-Kurier (Region Altenkirchen) vom 28. Januar 2017.
  43. Ausschreibung – Neuer Preis für Photographie ab 2018. Abgerufen am 7. Oktober 2018 (PDF).
  44. Prospekt der Ausstellung Das Gesicht der Landschaft - Rhein und Siebengebirge Abgerufen am 30. November 2017.
  45. Rezension:Herbert Molderings: August Sander: Rheinlandschaften. Photographien 1929-1946. In: Ulmer Verein – Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e. V. (Hrsg.): kritische berichte. Band 3, Nr. 5/6, 1975, ISSN 2197-7410, urn:nbn:de:bsz:16-kb-96816 (PDF).
  46. Seit ihrer Heirat trägt die Autorin den Namen Gabriele Betancourt Nuñez. Sie ist Professorin für Photographie an der Universität Hamburg.
  47. Rolf Sachsse: Rezension zu: Stumberger, Rudolf: Klassen-Bilder. Sozialdokumentarische Fotografie 1900–1945, Konstanz 2007. In: H-Soz-Kult. 26. März 2008 (hsozkult.de).
  48. The August Sander Project | MoMA. Abgerufen am 7. Oktober 2018 (englisch).
  49. The August Sander Project: 2016 | MoMA. Abgerufen am 7. Oktober 2018 (englisch).
  50. The August Sander Project: 2017 | MoMA. Abgerufen am 7. Oktober 2018 (englisch).