August Weber (Maler)

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August Weber in der Freundschaftsgalerie von Einzelbildnissen der Düsseldorfer Malerschüler und ihren Freunden von Friedrich Boser

August Weber (eigentlich: Johann Baptist Wilhelm August Weber, * 10. Januar 1817 in Frankfurt am Main; † 9. September 1873 in Düsseldorf) war ein deutscher Maler der Düsseldorfer Malerschule.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

August Webers Grabstein auf dem Golzheimer Friedhof in Düsseldorf

Weber begann bei dem Frankfurter Maler Heinrich Rosenkranz seine Studien als Landschaftsmaler, die er dann 1835 bei dem Hofmaler Johann Heinrich Schilbach in Darmstadt fortsetzte, mit dem er auch eine Studienreise in die Schweiz unternahm. Von 1836 bis 1838 war er Schüler des Städelschen Instituts in Frankfurt. Im Herbst 1838 zog er nach Düsseldorf, wo er noch ein Jahr die Akademie besuchte, später aber selbst viele Schüler ausbildete, unter anderem Theodor Martens und John Robinson Tait. Aufgrund des Erfolges seiner Dozententätigkeit wurde er vom König von Preußen zum Professor ernannt.[2] 1858 holte er Jakob Maurer und Anton Burger aus Frankfurt nach Düsseldorf.[3]

1844 war er Mitbegründer des Vereins der Düsseldorfer Künstler und Mitglied des Malkastens. 1863 wurde er Ehrenmitglied der Düsseldorfer Künstler-Liedertafel und 1864 wurde ihm der Ehrenmeistertitel des Freien Deutschen Hochstifts für Wissenschaften, Künste und allgemeine Bildung in Frankfurt zuerkannt. Weber war seit 1844 verheiratet; seine einzige Tochter starb 1857. Von 1871 bis 1872 wurde ihm aufgrund eines Augenleidens das Malen ärztlich verboten, anschließend malte er wieder, er starb jedoch am 9. September 1873 an einer Lungenentzündung.[4]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weber folgte nicht der damals vorherrschenden realistischen Kunst, sondern sah diese als Mittel Phantasien und poetische Gedanken umzusetzen. Der idealistischen Gesamtwirkung hatten sich alle Effekte und Details unterzuordnen,[5] Ausnahme waren Naturphänomene wie der Mondschein oder die Abendlandschaft. In der Literatur wird er auch als „Mondschein-Weber“ bezeichnet,[6] wohl als Abgrenzung zum jüngeren Frankfurter Zeitgenossen Paul Weber. Walter Cohen attestierte dem Werk von August Weber eine „spätromantischen Gesinnung“ und eine Inspiration durch Salomon van Ruysdael [7]

Neben Landschaftsgemälden schuf er auch Zeichnungen und Aquarell, ebenso einige Lithografien.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sommerlandschaft, 1846
Bewaldete Flusslandschaft
Italienische Landschaft mit Blick auf Capri, Aquarell 1851

Gemälde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tageszeiten

Der Werkzyklus "Tageszeiten" bestehend aus vier Gemälden (Morgen, Mittag, Abend und Nacht/Mondscheinlandschaft) in den Maßen 110 × 157 war Eigentum der Stiftung der Preußischen Schlösser und befand sich ab 1924 als Leihgabe im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Alle vier Gemälde verschwanden in den Kriegswirren und gelten als verschollen.

Aquarelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Italienische Landschaft mit Blick auf Capri, 22,1 × 34,45 cm, Aquarell auf Papier 1851. Wallraf-Richartz-Museum
  • Flusslandschaft, 23,7 × 36 cm, Aquarell auf Papier 1856, Stiftung Sammlung Volmer

Illustrationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: August Weber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Autogramm und Porträt von August Weber in: Bildnisse Düsseldorfer Künstler
  2. Unsere Zeit: deutsche Revue der Gegenwart, S. 561, 1874
  3. Anton Burger 1824-1905: zum 180. Geburtstag : Haus Giersch--Museum, S.73 2004
  4. Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 7.1872, S.221-222
  5. Katalog der Gemälde-Sammlung des Museums Wallraf-Richartz in Köln, 1867, S. 234
  6. Die Gemälde der Nationalgalerie: Verzeichnis, 1986 Nationalgalerie (Ost)
  7. ‎Walter Cohen: Rheinische Malerei in der Biedermeierzeit: - Seite 112, 1926
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888 bis 1890.
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