August Wilckens

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Georg Christoph August Wilckens (* 25. Juni 1870 in Kabdrup bei Hadersleben; † 3. August 1939 in Sønderho/Fanø) war ein deutscher Maler und Restaurator.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorhang von August Wilckens im Eingangsbereich der Nibelungenhalle in Königswinter
Gemälde von Fanø

August Wilckens besuchte nach seiner Schulzeit an der Lateinschule in Hadersleben und einer ausgedehnten Wanderzeit als Malergeselle von 1888 bis 1891 die Kunstgewerbeschulen in München und Nürnberg. Von 1891 bis 1894 arbeitete er als Zeichner in der Lithographischen Anstalt Dresden. Es folgte von 1894 bis 1897 ein Studium an der Kunstakademie Dresden bei Leon Pohle und Gotthardt Kuehl. Er ließ sich in Dresden nieder, verbrachte aber ab 1903 die Sommermonate auf der Nordseeinsel Fanö, wo er 1909 ein Haus mit Atelier erwarb. Ebenfalls im Jahr 1909 heiratete er Julie Schoop und bezog mit ihr in die Gerockstraße 9 in Dresden.

Das Thema "Fanø" war fast ausschließlich Inhalt der Kunst von Wilckens und er hat in seinen Bildern das dortige Volksleben in der Blütezeit der Heimatmalerei zwischen 1895 und 1914 porträtiert. In Nordschleswig restaurierte und malte er die Fresken der Kirchen von Mögeltondern, Apenrade, Hviding, Toftlund, Holebüll und Starup. Darüber hinaus hat Wilckens Vorlagen für die vom Pastor Johannes Jacobsen gegründete Webschule in Scherrebek geliefert. Von ihm stammt der große Vorhang in der Eingangshalle der Nibelungenhalle in Königswinter. Er malte 1897 während seiner Arbeit in der Mögeltonderner Kirche Porträts vom Lehnsgrafenpaar Hans Schack und Frau Henny.

August Wilckens unternahm eine Reihe von Studienreisen nach Argentinien, Frankreich und Italien.[1] Er stellte u. a. in Dresden, Flensburg, Baden-Baden, Düsseldorf, Breslau, Hamburg, Berlin, München, auf Fanø und Charlottenborg/Kopenhagen aus. Er erfuhr im Laufe seines künstlerischen Lebens eine Fülle von Auszeichnungen und Ehrungen, u. a. verlieh ihm das Land Schleswig-Holstein für seine bemerkenswerten Beiträge zur Kunst, besonders für die Erhaltung der Kalkmalereien nach Fertigstellung der Restaurierungsarbeiten in der Kirche von Starup, die Ehrenprofessur des Landes. Bilder von Wilckens befinden sich in zahlreichen Sammlungen von Kunstmuseen in Dänemark und Deutschland.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brian Dudley Barrett: Austust Wilckens – Ein Künstler aus dem Grenzland. Kveller Forlag, Fanø 1994, ISBN 87-984613-6-2.
  • Jürgen Ostwald (Bearb.): Von Eckersberg bis Nolde. Künstler aus Nordschleswig 1800 - 1920. Westholsteinische Verl.-Anst. Boyens, Heide 1994, ISBN 3-8042-0670-0.
  • Hans Christian Lassen: Streifzüge durch die nordschleswigsche Malerei. In: Gerd Stolz, Günter Weitling (Hrsg.): Nordschleswig – Landschaft, Menschen, Kultur. Husum 2005, ISBN 3-89876-197-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ulrich Schulte-Wülwer, Sehnsucht nach Arkadien–Schleswig-Holsteinische Künstler in Italien, Heide 2009, S. 369–371