August Wittgenstein

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August-Frederik Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (* 22. Januar 1981 in Siegen[1][2]), genannt August Wittgenstein, ist ein deutsch-schwedischer Schauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wittgenstein entstammt dem Adelsgeschlecht der Familie Sayn-Wittgenstein, seine Familie gehört zur Linie „Sayn-Wittgenstein-Berleburg“. Er wurde als Sohn eines deutschen Vaters und einer Schwedin geboren.[3] Sein Vater ist Ludwig Ferdinand Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (* 1942); seine Mutter Yvonne, eine geborene Gräfin Wachtmeister af Johannishus (* 1951), die im schwedischen Bärbo, Gemeinde Nyköping, zur Welt kam. Er wuchs mit seinem älteren Bruder Carl-Albrecht (* 1976), seiner älteren Schwester Anna (* 1978; verheiratete Prinzessin von Bayern) und seiner jüngeren Schwester Theodora (* 1986) zweisprachig mit Deutsch und Schwedisch als Muttersprachen in Bad Laasphe im Wittgensteiner Land auf.[4] Bereits in der Grundschule interessierte er sich für die Schauspielerei.[2] Mit 15 Jahren zog er aus dem Elternhaus aus und besuchte ein Internat in Schweden.[3] Nach dem Abitur in Großbritannien folgten verschiedene Praktika in Paris und ein Aufenthalt in Australien.[3] Nach seiner Rückkehr entschloss er sich zu einer professionellen Schauspielausbildung.[2] Auf Wunsch der Eltern studierte er zunächst. An der Georgetown University in Washington, D.C. erwarb er einen Bachelor-Abschluss im Fach Geschichte.[2]

Seine Schauspielausbildung absolvierte er in den Vereinigten Staaten, u. a. von August 2005 bis Mai 2007 an der American Academy of Dramatic Arts in New York City, später dann an den The Berg Studios in Los Angeles. Seine Filmkarriere begann er 2008/2009 mit der Mitwirkung in einigen Kurzfilmen. In Hollywood hatte er Nebenrollen in den Kinofilmen Illuminati (2009; als Soldat der Schweizergarde), und, neben Robin Wright, in dem Science-Fiction-Drama The Congress (2013; als Travis).

2011 hatte er als Michel eine Nebenrolle in dem schwedischen Thriller Avalon, dem Debütfilm des schwedischen Regisseurs Axel Petersén (* 1979). In dem deutschen Historienfilm Ludwig II. verkörperte er die historische Figur des Ludwig-Vertrauten Alfred Graf Eckbrecht von Dürckheim-Montmartin (1850–1912). Seinen Durchbruch im deutschen Fernsehen hatte Wittgenstein 2013 mit seiner ersten Hauptrolle in dem Road-Movie Wüstenherz – Der Trip meines Lebens. In dem in Marokko in englischer Sprache gedrehten Film spielte er, an der Seite von Jennifer Ulrich, den attraktiven Aussteiger, Abenteurer und Einzelgänger Ben.[5] Für die deutsche Fassung wurde Wittgensteins Stimme durch den Synchronsprecher Sascha Rotermund nachsynchronisiert, da er für die Synchronarbeiten aus Termingründen nicht zur Verfügung stand.[5] In dem tragikomischen Fernsehfilm Die Schlikkerfrauen (2014) spielte er, neben Sky Du Mont und Catherine Flemming als Elternpaar, den Sohn des Drogerieketten-Inhabers Theo Schlikker.

Wittgenstein hatte auch Episodenrollen in einigen Fernsehserien, u. a. in den Serien SOKO Leipzig (2013, als Freund des Opfers) und Josephine Klick – Allein unter Cops (2014; als Mitglied einer Studentenverbindung). Im Februar 2015 war er in der Folge Sein oder Nichtsein erneut in der Krimiserie SOKO Leipzig zu sehen, diesmal in einer Episodenhauptrolle als charismatischer Regisseur und Schauspielcoach Ivo Novack. In der Krimiserie SOKO Köln (Dezember 2015) spielte er in der Folge Alte Wunden den Enkel des Opfers. Im Februar 2016 folgte eine Episodenrolle in der ZDF-Krimiserie SOKO München, in der er einen ehemaligen Abi-Kollegen des SOKO-Ermittlers Dominik Morgenstern (Joscha Kiefer) verkörperte.

In den drei Staffeln der ZDF-„Ku’damm“-Familiensaga mit den Dreiteilern Ku’damm 56 (Erstausstrahlung: März 2016), Ku’damm 59 (Erstausstrahlung: März 2018) und Ku’damm 63 (Erstausstrahlung: März 2021) war Wittgenstein jeweils in einer der Hauptrollen als junger homosexueller Staatsanwalt Wolfgang von Boost zu sehen.

In der Krimiserie Alles Klara (Erstausstrahlung: März 2016) hatte er eine Episodenhauptrolle als querschnittgelähmter Eric Simon, der gemeinsam mit seinem ermordeten Bruder eine Flugschule im Harz betreibt. In dem Fernsehfilm Ein Lächeln nachts um vier, der im Dezember 2017 im Rahmen der „ZDF-Herzkino-Reihe“ erstausgestrahlt wurde, spielte er die männliche Hauptrolle, den „charmanten“ Schauspieler Max Severin, der das Leben der weiblichen Hauptfigur Jule (Natalia Belitski) durcheinanderbringt.[6] In der RTL-Fernsehserie Jenny – echt gerecht (Erstausstrahlung ab April 2018) übernahm Wittgenstein, an der Seite von Birte Hanusrichter als ungelernte Rechtsanwaltsgehilfin, die Rolle des Rechtsanwalts Maximilian Mertens.[7] In der Fernsehserie Das Boot (2018) spielte Wittgenstein die als „Fiesling“ und Bösewicht angelegte Rolle des Oberleutnants zur See Karl Tennstedt.[8] In dem ARD-Dreiteiler Das Geheimnis des Totenwaldes (2020) verkörperte Wittgenstein den ermittelnden Kriminalobermeister Jan Gerke.[9] Im Münsteraner Tatort: Rhythm and Love (2021) spielte Wittgenstein den tatverdächtigen, verheirateten Kriminalkommissar und Polizeipressesprecher Johannes Hagen, der mit einem tot aufgefundenen männlichen Aktmodell und Verfechter der freien Liebe eine polyamore Beziehung führte.[10][11]

Wittgenstein besitzt eine doppelte Staatsbürgerschaft; er ist deutscher und schwedischer Staatsbürger.[12] Seit Frühjahr 2011 lebt er in Berlin-Mitte.[2][3] Wittgenstein ist seit Mitte 2020 mit einer aus Österreich stammenden Psychologin liiert.[13]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. August Wittgenstein. Profil und Vita bei Schauspielervideos.de. Abgerufen am 13. Februar 2015
  2. a b c d e Wenn ein Wittgensteiner in die Wüste geschickt wird Porträt in: Der Westen.de vom 7. Oktober 2013. Abgerufen am 13. Februar 2015
  3. a b c d Ein Herz für Aussteiger (Memento vom 13. Februar 2015 im Internet Archive) in Heilbronner Stimme. Abgerufen am 13. Februar 2015
  4. „Die Natur um Bad Laasphe beruhigt mich“. In: ikz-online.de. 27. Februar 2015, abgerufen am 3. März 2017.
  5. a b Jörg Seewald: Tausche Abenteuer gegen Liebe in: Der Tagesspiegel vom 7. Oktober 2013. Abgerufen am 13. Februar 2015
  6. Ein Lächeln nachts um vier (Memento vom 11. Dezember 2017 im Internet Archive) Handlung und Besetzung. Abgerufen am 10. Dezember 2017.
  7. Jenny – echt gerecht • Neue RTL-Serie um Anwaltsgehilfin. In: Hörzu vom 7. März 2018. Abgerufen am 28. März 2018.
  8. DER STAR-FIESLING VOM „BOOT“: „Mulmiges Gefühl, wenn man das Hakenkreuz ständig auf der Brust trägt“. In: WELT vom 3. Dezember 2018. Abgerufen am 11. Januar 2020.
  9. Die Morde von Göhrde als TV-Serie. In: Berliner Morgenpost vom 29. November 2020. Abgerufen am 13. Dezember 2020.
  10. Rhythm and Love. Offizielle Internetpräsenz Das Erste. Abgerufen am 3. Mai 2021
  11. August Wittgenstein als Johannes Hagen. Offizielle Internetpräsenz Das Erste. Abgerufen am 3. Mai 2021
  12. August Wittgenstein bei crew united, abgerufen am 3. März 2021.
  13. August Wittgenstein: Der Traumprinz hat eine neue Liebe!. Adelswelt.de vom 3. Dezember 2020. Abgerufen am 13. Dezember 2020.