Augustin Rösch

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Augustin Rösch SJ (* 11. Mai 1893 in Schwandorf; † 7. November 1961 in München), Provinzial, war ein Jesuitenpater, der im Widerstand gegen die Nationalsozialisten aktiv war. Rösch war beim Kreisauer Kreis aktiv, hatte Verbindungen zu den Attentätern des 20. Juli 1944 und Kontakte zum katholischen Widerstand.

Leben[Bearbeiten]

Rösch besuchte von 1899 bis 1903 die Volksschule in Schwandorf, anschließend bis 1908 das Königliche Humanistische Gymnasium in Rosenheim. Nach dem Umzug seiner Familie nach Freising besuchte er bis zum Schulabschluss das dortige Erzbischöfliche Knabenseminar. Im Alter von 18 Jahren trat Rösch anschließend dem Jesuitenorden bei. Während des Ersten Weltkriegs wurde er zur Infanterie eingezogen und war unter anderem bei der Schlacht von Verdun eingesetzt. Nach dem Krieg studierte Rösch Philosophie und Theologie und empfing 1925 die Priesterweihe.

In der Jesuitenschule Stella Matutina (Jesuitenkolleg) in Feldkirch war er ab 1928 Generalpräfekt und später Rektor. Ab 1935 bekleidete er das Amt des Provinzials der Oberdeutschen Provinz der Jesuiten. Durch die antikonfessionelle Ausrichtung der Nationalsozialisten geriet Rösch wiederholt mit diesen in Konflikt. Er versuchte erfolglos, die Schließung katholischer Häuser, wie das Kolleg St. Blasien durch die Nazis zu verhindern. Er trat regelmäßig für verfolgte Ordensbrüder ein, kümmerte sich insbesondere um inhaftierte Priester im KZ Dachau, und forderte die Erhaltung kirchlicher Rechte.

1941 lernte er Helmuth James Graf von Moltke kennen und kam dadurch zum Kreisauer Kreis. Zwei Jesuiten – Alfred Delp und Lothar König – brachte er 1942 zu dieser Gruppe. Im Kreisauer Kreis arbeitete Rösch konfessionelle und kulturpolitische Konzepte aus, um die geplante Neuordnung Deutschlands nach einem Sturz der Machthaber auf eine möglichst breite christlich-bürgerliche Basis zu stellen.

Nach dem Attentat des 20. Juli 1944 tauchte er unter und versteckte sich bei einer Bauernfamilie in Haag. Nach der Entdeckung durch die Gestapo wurde Rösch am 11. Januar 1945 verhaftet. Der Bauer Wolfgang Meier, der ihn untergebracht hatte, wurde – ebenso wie seine zwei Söhne und seine Tochter – ins KZ Dachau verschleppt. Rösch selbst kam im Berliner Zellengefängnis Lehrter Straße in Haft und wurde dort schwer misshandelt. Kurz vor der Erstürmung Berlins durch die Rote Armee wurde er am 25. April 1945 freigelassen.

Nach Kriegsende war er von 1947 bis 1961 Landesdirektor der Caritas in Bayern. Als Vertreter der Wohltätigkeitsorganisationen war er von der Gründung im Dezember 1947 bis zu seinem Tod Mitglied des Bayerischen Senats.

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]