Aulendiebach

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Aulendiebach
Stadt Büdingen
Wappen von Aulendiebach
Koordinaten: 50° 18′ 55″ N, 9° 4′ 4″ O
Höhe: 150 m ü. NHN
Fläche: 4,63 km²[1]
Einwohner: 867 (30. Jun. 2019)[2]
Bevölkerungsdichte: 187 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 63654
Vorwahl: 06042
Karte
Übersichtskarte von Aulendiebach
Blick über Aulendiebach, 2019
Blick über Aulendiebach, 2019
Alte Schule

Aulendiebach ist ein Stadtteil Büdingens im Wetteraukreis.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aulendiebach liegt vier Kilometer nordwestlich von Büdingen. Zum Stadtteil zählt auch die Siedlung Am Reutzelswäldchen einen Kilometer nordöstlich von Aulendiebach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aulendiebach ist ein altes Töpferdorf (aul – ul = Topf), Diet (= Volk) und Bach. Durch größere Bodenfunde ist erwiesen, dass in Aulendiebach das Töpfereigewerbe zu Hause war.

Der Ort wurde am 6. August 1270 als Catzendybach (Katzendiebach) erstmals urkundlich erwähnt.[3] 1403, am 20. April, wurde der Ort als Aulendiebach erwähnt.[4] Bei einer Nennung von "Diebach" am 3. Februar 1333[5] ist offen, welcher der beiden Orte gemeint ist.

Das Dorf gehörte bis 1601 zu den zweiherrischen Dorfschaften. 1820 kam Aulendiebach zum Amt Büdingen, 1822 zum Landratsbezirk Büdingen, 1848 zum Regierungsbezirk Nidda und 1852 zum Landkreis Büdingen. Gerichtlich gehörte das Dorf seit 1822 zum Landgericht Büdingen und seit 1879 zum Amtsgericht Büdingen.[6]

Am 31. Dezember 1971 wurde Aulendiebach in die Stadt Büdingen eingegliedert.[7][8]

Das Gotteshaus ursprünglich eine St. Gerolfskapelle stammt noch in wesentlichen Teilen aus dem 14. Jahrhundert. Die umfassenden Wehrmauern unterstreichen noch heute ihren Charakter als Wehrkirche.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1939 407
1961 554
1970 545
1990 716
2000 890
2010 910

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der kommunale Gebietsreform in Hessen 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Aulendiebach Stadtteil der Stadt Büdingen. Durch die Hauptsatzung der Stadt ist seitdem geregelt, dass in Aulendiebach (wie auch in den anderen 15 Stadtteilen) ein Ortsbeirat eingerichtet ist. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Die Mitglieder des Ortsbeirates werden im Rahmen der Kommunalwahlen in Hessen für fünf Jahre gewählt.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsvorsteher wird von den Mitgliedern des Ortsbeirates aus dessen Mitte gewählt. Ortsvorsteher des Stadtteils ist seit dem 7. September 2017 Eberhard Hensel. Sein Vorgänger war vom 19. Mai 2016 bis zum 31. August 2017 Wolfgang Altenburg[9]. Dessen Vorgänger war vom 1. Dezember 1999 bis zum 18. April 2016 Norbert Lott. Lott wurde für seine über 25-jährige ehrenamtliche Tätigkeit im Ortsbeirat Aulendiebach in der Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung am 29. Juni 2016 die Ehrenbezeichnung Ehrenortsvorsteher verliehen. Ortsvorsteher von 1991 bis 1999 war Jochen Henkel. Der letzte Bürgermeister der selbständigen Gemeinde Aulendiebach war von 1964 bis 1971 Hermann Wittig (* 25. Juni 1921; † 15. Juli 2003). Direkt im Anschluss war Wittig bis zum 24. März 1991 Ortsvorsteher. Wittig wurde mit seinem Ausscheiden aus dem Amt 1991 die Ehrenbezeichnung Gemeindeältester verliehen.

Ortswappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot eine goldene Spitze, belegt mit einem blauen Wellenbalken, überhöht von einer aufgerichteten roten Töpferschiene.“[10]

Das Wappen wurde am 9. Juli 2004 durch die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Büdingen nach § 14 Hessische Gemeindeordnung (HGO) als Wappen des Stadtteils Aulendiebach angenommen.

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1954: Hermann Lentz, Lehrer

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedhofseiche (Naturdenkmal)

Die Rosskastanie links (westlich) des Friedhofs ist ein geschütztes Naturdenkmal und unter der Nummer 440.002 in die Liste der Naturdenkmäler in Büdingen eingetragen. Der Schutzgrund des Einzelbaum ist sein schöner Wuchs und sein hohes Alter.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ruppel, Hans Georg (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform, Reihe Darmstädter Archivschriften (2), 1976, S. 52
  • Baudenkmale in Hessen. Denkmaltopographie Wetteraukreis I, Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig/Wiesbaden 1982, S. 130–133

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik im Internetauftritt der Stadt Büdingen (pdf; 21,5 KB), abgerufen im Januar 2016.
  2. Einwohnerzahlen im Internetauftritt der Stadt Büdingen, abgerufen im November 2019.
  3. Ludwig Baur, Urkundenbuch des Klosters Arnsburg in der Wetterau. Darmstadt 1849 ff. Nr. 136, S. 84.
  4. Friedrich Battenberg, Isenburger Urkunden, Regesten zu Urkundenbeständen und Kopiaren der fürstlichen Archive in Birstein und Büdingen 947-1500, Bd. 1–3 = Repertorien des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt 21, Darmstadt, Marburg 1976. S. 279, Nr. 1047.
  5. Ludwig Clemm, Zur Geschichte des Prämonstratenserstifts Konradsdorf. In: AHG NF 22, 1942, S. 209–243, S. 221.
  6. „Aulendiebach, Wetteraukreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 15. Dezember 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 353.
  8. Grenzänderungs- und Eingliederungsvertrag vom 26. November 1971
  9. Ratsinformationssystem der Stadt Büdingen
  10. Internetauftritt von Aulendiebach

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Aulendiebach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien