Aulosen

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Aulosen
Gemeinde Aland
Koordinaten: 52° 59′ 34″ N, 11° 34′ 44″ O
Höhe: 19 m ü. NHN
Fläche: 18 km²
Einwohner: 218 (2015)
Bevölkerungsdichte: 12 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39615
Vorwahl: 039395

Aulosen ist ein Ortsteil der Gemeinde Aland im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt elf Kilometer nordwestlich von Krüden, wo sich der Sitz der Gemeinde Aland befindet und 17 Kilometer nordwestlich der Hansestadt Seehausen (Altmark), dem Sitz der Verbandsgemeinde Seehausen (Altmark). Zum Ortsteil gehört die Wüstung Stresow.[2]

Die Nachbarorte sind Lütkenwisch, Mittelhorst und Jagel im Norden, Cumlosen und Klein Wanzer im Nordosten, Wanzer im Osten, Ziegelei, Kahlenberge und Pollitz im Südosten, Deutsch im Süden, Drösede im Südwesten, Bömenzien im Westen, sowie Nienwalde, Kapern, Gummern, Stresow und Schnackenburg im Nordwesten.[2]

Die Gemarkung liegt am Aland, kurz vor dessen Mündung in die Elbe bei Schnackenburg und ist die nördlichste im Bundesland Sachsen-Anhalt. Sie grenzt im Nordwesten an Niedersachsen, im Norden und Nordosten bildet die Elbe die Grenze zu Brandenburg.[2]

Der Ort befindet sich im Naturschutzgebiet Aland-Elbe-Niederung und dieses Schutzgebiet ist wiederum ein Teil vom Biosphärenreservat Mittelelbe. Die in der näheren Umgebung gelegenen großflächigen Wiesen um die Garbe stehen ebenfalls unter Naturschutz.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Haufendorf Aulosen wurde 1319 erstmals als owelosen und 1486 als oweloszen erwähnt. Der Name bedeutet soviel wie Wasserwalddorf. Der Ort lag an einem alten Wasserlauf, der später zum neuen Bett des Alands ausgebaut wurde. Waldemar, Markgraf der Mark Brandenburg von 1308–1319, schenkte Aulosen an das Kloster Amelungsborn östlich des Voglers, weswegen Mönche in den Ort zogen, um den klösterlichen Besitz dort und in der Umgebung zu verwalteten.

Viele Jahrhunderte lang unterstand Aulosen der Herrschaft der Familie von Jagow, die im 16. Jahrhundert an Stelle des alten Schlosses ein Gutshaus und 1730 die Kirche errichteten.[4]

Zwischen Aulosen und der niedersächsischen Grenze liegt das zu DDR-Zeiten geschleifte Dorf Stresow. Am 1. Juli 1950 wurde es nach Aulosen eingemeindet. Dort befindet sich heute eine Grenz-Gedenkstätte.

Bis zum 31. Dezember 2009 war Aulosen eine selbständige Gemeinde.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag haben die Gemeinderäte der Gemeinden Aulosen (am 23. Juni 2009), Krüden (am 17. Juni 2009), Pollitz (am 19. Juni 2009) und Wanzer (am 9. Juni 2009) beschlossen, dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Aland vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[5] Die letzte Bürgermeisterin war Renate Schawe.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss Aulosen war ein Schloss im Ort. Es befand sich über Jahrhunderte im Besitz der Familie von Jagow. 1753 wurde an seiner Stelle ein Gutshausneubau errichtet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führt die Verbindungsstraße von Seehausen (Altmark) zur B 493 bei Schnackenburg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII) – Band 1 – A–K. In: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. BWV Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, S. 84 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hauptsatzung der Gemeinde Aland. 2. Juli 2015 (PDF; 275 KB [abgerufen am 21. Februar 2016]).
  2. a b c Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  3. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  4. Berent Schwineköper (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 11: Provinz Sachsen Anhalt (= Kröners Taschenausgabe. Band 314). 2., überarbeitete und ergänzte Auflage. Kröner, Stuttgart 1987, ISBN 3-520-31402-9, S. 27.
  5. Landkreis Stendal (Hrsg.): Amtsblatt. 19. Jahrgang, Nr. 17. Stendal 12. August 2009, S. 204 ff. (PDF; 6,8 MB [abgerufen am 2. Dezember 2015]).