Aura im Sinngrund

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aura i.Sinngrund
Aura im Sinngrund
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aura i.Sinngrund hervorgehoben
Koordinaten: 50° 11′ N, 9° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-Spessart
Verwaltungs­gemeinschaft: Burgsinn
Höhe: 283 m ü. NHN
Fläche: 12,07 km2
Einwohner: 1010 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97773
Vorwahlen: 09356, 06059
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 116
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 3
97773 Aura i.Sinngrund
Webpräsenz: www.sinngrundallianz.de
Bürgermeister: Wolfgang Blum (SPD / UAB)
Lage der Gemeinde Aura i.Sinngrund im Landkreis Main-Spessart
Hessen Baden-Württemberg Würzburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Miltenberg Landkreis Bad Kissingen Landkreis Kitzingen Landkreis Würzburg Forst Lohrerstraße Rechtenbach Esselbach Ruppertshüttener Forst Ruppertshüttener Forst Partensteiner Forst Partensteiner Forst Langenprozeltener Forst Herrnwald Haurain Hafenlohr Fürstlich Löwensteinscher Park Frammersbacher Forst Frammersbacher Forst Frammersbacher Forst Forst Aura Forst Aura Gemeindefreies Gebiet Burgjoß Gemeindefreies Gebiet Burgjoß Schollbrunn Bischbrunn Thüngen Partenstein Mittelsinn Hasloch Neuhütten (Unterfranken) Rechtenbach Rechtenbach Hafenlohr Hafenlohr Lohr am Main Lohr am Main Zellingen Wiesthal Urspringen Rothenfels Roden (Unterfranken) Rieneck Retzstadt Obersinn Obersinn Obersinn Neustadt am Main Neuendorf (Unterfranken) Marktheidenfeld Triefenstein Kreuzwertheim Karsbach Karlstadt Karbach (Unterfranken) Himmelstadt Gräfendorf Gössenheim Gemünden am Main Frammersbach Frammersbach Fellen Eußenheim Erlenbach bei Marktheidenfeld Birkenfeld (Unterfranken) Aura im Sinngrund Aura im Sinngrund Arnstein (Unterfranken) Burgsinn Steinfeld (Unterfranken) Landkreis SchweinfurtKarte
Über dieses Bild

Aura im Sinngrund (amtlich: Aura i.Sinngrund) ist eine Gemeinde im Norden des unterfränkischen Landkreises Main-Spessart und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Burgsinn.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt etwa 20 Kilometer nordwestlich von Gemünden am Main im Flusstal der Aura im Naturpark Bayerischer Spessart. Die nördliche Gemeindegrenze bildet die Landesgrenze zwischen Bayern und Hessen. Der topographisch höchste Punkt der Gemeindegemarkung befindet sich mit 459 m ü. NN (Lage) am Berg Wartküppel, der niedrigste liegt an der Aura auf 234 m ü. NN (Lage).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aura i.Sinngrund gliedert sich in drei Ortsteile:[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgjoß
(Gemeindefreies Gebiet)
Forst Aura
(Gemeindefreies Gebiet)
Gemeinde
Jossgrund
Nachbargemeinden Gemeinde
Mittelsinn
Gemeinde
Flörsbachtal
Gemeinde
Fellen
Markt
Burgsinn

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Aura leitet sich von dem gleichnamigen Bach Aura ab[3], welcher der Sinn in Burgsinn zufließt.

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1059 Uraha
  • 1303 Vrach
  • 1450 Awraw
  • 1573 Aura
  • 1594 Aurach
  • 1799 Aura
  • 1831 Aura im Sinngrunde
  • 1926 Aura im Sinngrund

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde erstmals 1059 in einer Wildbannverleihung für das Kloster Fulda urkundlich erwähnt. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag Aura im Herzogtum Franken. Aura gehörte mit Mittelsinn und Obersinn zu der Cent Mittelsinn, bei dieser Cent soll es sich um eine Ganerbschaft (ungefähr der heutigen Gesamthandsgemeinschaft vergleichbar), eine gemeinsam ausgeübte Herrschaft über ein Gebiet (Condominat) gehandelt haben. Begründet wird dies vor allem mit dem Obersinner Vergleich (vom 25. April 1598), der Gerichts-, Policei- und Waldordnung (10. Juli 1600), dem Vertrag vom 27. Nov. 1617, dem Hammelburger Receß (15./25. Mai 1671) und dem Gemündener Vergleich (2. Dec. 1728) samt einer Instruction für den Centgrafen. Die Cent stand früher den Herren von Hutten (und fiel später, mit dem Erwerb des Amtes Altengronau, an Hessen-Kassel) und den Herren von Thüngen zu (diese Berechtigung fiel später an das Stift Würzburg, die Herren von Frohnhofen und das Julius-Spital); in der Literatur wird die Herrschaft mitunter als vierherrisch (= vier Herren) bezeichnet. Schließlich ging durch den Reichsdeputations-Hauptschluß (§ 25 RDHS) der Anteil des Stiftes an das Fürstentum Aschaffenburg (später Großherzogtum Frankfurt) über. Nach 1806 übte die gemeinschaftliche Gerichtsbarkeit ein „Sammt-Centgraf“ (mit 14 Schöffen) aus, später ein Condominatsgericht (das kurhessische Justizamt Schwarzenfels und das bayerische Landgericht Orb).[4][5]

Durch Staatsvertrag vom 19. August 1808 zwischen Bayern und dem Großherzog von Würzburg verzichtete dieser auf die Hoheitsansprüche über die Anteile des Juliusspitals an Aura, Ober- und Mittelsinn zu Gunsten des Fürstprimas (Fürstentum Aschaffenburg). Es galten daher die zwischen 1803 und 1810 erlassenen Aschaffenburger Verordnungen. Das Condominatsverhältnis zwischen Bayern und Kurhessen bestand nach Wiederherstellung des kurhessischen Staates 1814 fort.[6][7] Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit der Verordnung über die künftige Verfassung und Verwaltung der Gemeinden vom 17. Mai 1818[8] (die Wahlordnung dazu erging nur wenig später am 5. August 1818[9]), eine den damaligen Auffassungen entsprechend moderne Regelung für die Gemeinden.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1862 wurde das Bezirksamt Gemünden am Main gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Aura lag. 1863 kam Aura auf Grund des im Oktober 1860 zwischen dem Königreich Bayern und Kurhessen geschlossenen Staatsvertrags insgesamt an Bayern, das Kondominat wurde aufgelöst. 1872 wurde das Bezirksamt Gemünden ins Bezirksamt Lohr am Main eingegliedert. Erst 1902 wurde das Bezirksamt Gemünden wieder neu gebildet. 1939 wurde wie in Anhalt, Baden, Braunschweig, im Volksstaat Hessen, in Oldenburg, Sachsen, Thüringen und Württemberg[10] auch in Bayern die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Aura war nun eine der 27 Gemeinden im Landkreis Gemünden am Main. Mit der Auflösung des Landkreises Gemünden im Jahre 1972 kam Aura in den neu gebildeten Landkreis Main-Spessart.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit Mai 2008 Wolfgang Blum (SPD/FUBA). Er löste den bisherigen Bürgermeister Walter Sachs (CSU) ab.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf die Kirche Sieben Schmerzen Mariens

Die Ortsansicht von Aura wird geprägt von der katholischen Kuratienkirche zu den Sieben Schmerzen Mariens. Das ehemalige Schloss beherbergt heute die Grundschule.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen. Heft 2: Gebietsänderungen der hessischen Gemeinden und Kreise 1834 bis 1967 [Hrsg.: Hessisches Statistisches Landesamt], Wiesbaden, o. J., S. 56, 95.
  • Karl Richter: Gemünden = Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken 1,11, München 1963, [UB: 50/2001, 1,11], S. 204 f.
  • Winkopps Zeitschrift: Der Rheinische Bund, Heft 2/4, S. 389–394.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aura im Sinngrund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111119/023325&attr=OBJ&val=1712
  3. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 29 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Hermann Kersting: Die Sonderrechte im Kurfürstenthume Hessen – Sammlung des Fuldaer, Hanauer, Isenburger, Kurmainzer und Schaumburger Rechts, einschließlich der Normen für das Buchische Quartier und für die Cent Mittelsinn, sowie der im Fürstenthume Hanau recipierten Hülfsrechte, (A. F. Euler und J. L. Uth) Fulda 1857, S. XXXI ff.
  5. Hocheder (Stadtgerichtsassessor in Nürnberg): Über die Strafrechtspflege in den s. g. Kondominatsbezirken. In: Zeitschrift für Gesetzgebung und Rechtspflege des Königreichs Bayern – Mit Allerhöchster Genehmigung unter Aufsicht und Mitwirkung des königlichen Justizministeriums herausgegeben, Zweiter Band, (J. J. Palm und Ernst Enke - Adolph Enke) Erlangen 1856, S. 126–130
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis, S. 56, 95; Richter, S. 204 f.; Winkopps Zeitschrift, S. 389–394
  7. Josef Peißl: Civilgesetzstatistik des Königreich Bayern (C. H. Beck'sche Buchhandlung) Nördlingen 1863 S. 102
  8. Königliche Verordnung: die künftige Verfassung und Verwaltung der Gemeinden im Königreiche betr. vom 17. May 1818, Gesetzblatt für das Königreich Baiern. V. Stück. München, Mittwoch den 20. May 1818, Sp. 49–96 Digitalisat
  9. Verordnungen. Die Gemeinde-Wahlordnung betr. vom 5. August 1818, Gesetzblatt für das Königreich Baiern. XXI. Stück. München, Montags den 10. August 1818, Sp. 477–538 mit Formularen für Wählerverzeichnisse, Wahlzettel und Wahlergebnisse Sp. 539–556 Digitalisat
  10. § 1 Abs. 3 der Dritten Verordnung über den Neuaufbau des Reiches vom 28. November 1938, (Reichsgesetzblatt) RGBl. 1938 I S. 1675