Ein- und Ausfallstraße

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Leopoldstraße in München
Bundesstraße 1 / Bundesstraße 5 als Ein- und Ausfallstraße nach Osten vom historischen Zentrum Berlins um den Alexanderplatz
Prenzlauer Allee in Berlin, die Ein- und Ausfallstraße nach Norden am Bebauungsumfang

Eine Ein- und Ausfallstraße ist ein Verkehrsweg als Straße oder Autobahn, welche zwischen den Außenbezirken einer Stadt und der City besteht und einen wesentlichen Teil des Individualverkehrs zwischen Zentrum und Stadtrand trägt. Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung sind viele dieser Straßen gut ausgebaut. Oft stellen sie eine städtebauliche Dominante dar.

Folgen sie historisch vorgegebenen Verläufen, so bilden sie stellenweise Sichtachsen auf markante Stadtkörper (historische Altstädte, Schlösser). In Stadtrandzonen prägen sie in vielen Fällen nicht sonderlich einladende Eingangsbereiche einer Stadt, die aus der Sicht eines Besuchers eher einen unattraktiven und vernachlässigten Eindruck machen.

Ausfallstraßen waren spätestens seit dem Mittelalter extra konzipierte Ausbruchwege aus einer Festung oder einer Stadt, die im Falle einer Belagerung einen Überraschungsangriff direkt in gegnerische Reihen hinein (siehe: Ausfall) oder gegebenenfalls eine Flucht ermöglichen sollten. Dementsprechend bildeten Ausfalltore in Stadtmauern oder Burgen den Beginn von Ausfallstraßen.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Verkehrsaufkommen zeigt sich vielfach eine städteplanerisch vernachlässigte und im Ergebnis ungeordnete Achse von großflächigen Einzelhandelsansiedlungen, zum Teil leerstehender Gewerbekomplexe, aber auch Wohngebäude und Naturraum. Dabei übernimmt die Ein- und Ausfallstraße die Funktion einer Verbindung zum Umland und zur Anbindung an die am Stadtrand liegenden Autobahnen und weiteren Infrastruktureinrichtungen wie Wohngebieten und Gewerbegebieten.

Durch die oft starke Fokussierung auf die Ein- und Ausfallstraßen – besonders wenn es nur eine Straße in eine bestimmte Richtung gibt – sind diese häufig, besonders im Berufsverkehr, stark belastet. In großen Städten bilden die Ein- und Ausfallstraßen ein Netz, das strahlenförmig vom Zentrum ausgeht und durch mehrere Ringstraßen um das Zentrum verbunden sein können. Sie sind wegen ihrer oft überregionalen Bedeutung als Hauptstraßen deklariert, gelegentlich Autostraßen, autobahnähnlich ausgebaute Autobahnen. Es gibt auch Ein- und Ausfallstraßen, die lediglich ein Teilzentrum einer Stadt mit den Außenbezirken verbinden, und nicht bis zum Stadtrand reichen, so ist der überregionale Charakter weniger ausgeprägt und wird nur durch die Anbindung an weitere Straßen bestimmt.

In großen Ballungsräumen mit mehreren Zentren, in Deutschland beispielsweise Berlin, dem Ruhrgebiet oder dem Rhein-Main-Gebiet, verbinden Ein- und Ausfallstraßen die Zentren, sodass eine Ausfallstraße aus einer Stadt oder einem Zentrum gleichzeitig die Einfallstraße in eine andere Stadt und umgekehrt ist.

Ein- und Ausfallstraßen spielen bei der Suburbanisierung eine wesentliche Rolle und sind wie andere Infrastruktureinrichtungen wie Eisenbahnstrecken ein Standortfaktor. Um große Straßen und Eisenbahnlinien siedeln sich mehr Wohn- und Gewerbeflächen an, als um schlecht angebundene Flächen mit ähnlichen naturräumlichen Voraussetzungen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Yasemin Utku, Annette Spielmeyer: IfR-Studierendenwettbewerb: Bestand entwickeln! - Ideen für Kassel-Bettenhausen entlang der Leipziger Straße. In: RaumPlanung 108/109, 2003, ISSN 0176-7534, S. 107–114.