Ausländerkriminalität

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Die Ausländerkriminalität ist ein kriminologischer Begriff, der sich auf Straftaten bezieht, die von Ausländern begangen werden. Das Bundeskriminalamt veröffentlichte bereits im Jahre 1988 eine Studie mit dem Titel Ausländerkriminalität in der Bundesrepublik Deutschland;[1] insofern handelt es sich um einen offiziellen polizeilichen Terminus. Der Begriff wird jedoch auch als politisches Schlagwort mit fremdenfeindlicher Tendenz verwendet, mit dem eine besondere Strafanfälligkeit von Ausländern suggeriert werden soll. Die Verwendung in kriminologischen Statistiken wird von Wissenschaftlern als Abzielen auf „eine erwartete Andersartigkeit“ kritisiert, die mit Vorsicht zu interpretieren bzw. in Richtung sozialer Vergleichskategorien zu überarbeiten sei.[2]

Grundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausländerkriminalität bezeichnet Straftaten, nicht aber auf Ordnungswidrigkeiten (also etwa eine Geschwindigkeitsübertretung eines Italieners in Österreich), die von Personen begangen werden, die nicht die Staatsangehörigkeit des Staates besitzen, in dem die Tat verübt wurde.

Wird der Begriff als politisches Schlagwort verwendet, so werden bisweilen undifferenziert auch Straftaten von eingebürgerten Migranten der Ausländerkriminalität zugerechnet, es erfolgt also implizit eine Verwendung des Migrationskonzepts statt des Ausländerkonzepts. Dies entspricht der weit verbreiteten umgangssprachlichen Verwendung des Wortes Ausländer als Synonym für Migrant. Eine solche Begriffsverwendung entspricht weder dem offiziellen Sprachgebrauch noch dem Modus Operandi in der deutschen polizeilichen Kriminalstatistik. Allerdings erfolgen in manchen Ländern durchaus auch statistische Erhebungen zu migrantischer Kriminalität.

Für die aktuellen strafrechtlichen Entwicklungen durch grenzüberschreitende organisierte Kriminalität ist die Frage der Täter- und Mittäterschaft von Ausländern wenig relevant. Basis dieser Deliktklasse ist die UN-Resolution Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität A/RES/55/25 vom 15. November 2000[3], von der EU mit Beschluss 2004/579/EG des Rates vom 29. April 2004 (Amtsblatt L 261 vom 6. August 2004) abgeschlossen,[4] von der Schweiz ratifiziert 27. Oktober 2006.[3]

Eine Vergleichsstudie des „Berliner Forum Gewaltprävention“[5] geht bei der Suche nach Ursachen für Ausländerkriminalität von einer Wechselwirkung verschiedener Faktoren aus:

„Es gibt heute keinen ernstzunehmenden Zweifel mehr, dass die Merkmale ‚Staatsangehörigkeit‘ oder ‚Ethnie‘ für die Erklärung von Kriminalität bedeutungslos sind. Dies gilt natürlich auch für den Begriff des ‚Ausländers‘, der ‚sich aus der Differenz zwischen der Staatsangehörigkeit eines Individuums und seinem momentanen geographischen Standort ergibt. Für die Annahme, dass dies eine Ursache für Kriminalität sein sollte, existiert kein einziger triftiger Grund.‘“[6]

Weiter heißt es:

„Ein Vergleich verschiedener europäischer Staaten zeigt, daß jeweils andere Minderheiten durch eine besondere Auffälligkeit im Bereich der Jugenddelinquenz gekennzeichnet sind. In Deutschland und der Schweiz fallen Jugendliche aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien durch eine besonders hohe Gewaltbelastung auf. In den Niederlanden sind marokkanische Jugendliche seit längerem weit überdurchschnittlich vertreten, während türkische Jugendliche mit einer vergleichbaren Migrationsgeschichte und sozialen Lebenssituation nicht auffällig sind. In England und Wales gibt es bemerkenswerte Differenzen zwischen der hohen Auffälligkeit von Jugendlichen, die aus dem karibischen Raum stammen, und der außerordentlich geringen Auffälligkeit von Jugendlichen aus Pakistan, Indien und Bangladesh, die etwa zur gleichen Zeit eingewandert sind und von denen sich viele in einer schwierigeren sozialen Lage befinden.[7] [Es scheint], als müßten wir zum Verständnis der Kriminalitätsproblematik bei immigrierten Minderheiten von einer komplexen Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen Dynamiken im Herkunftsland, spezifischen Mustern der Migration selbst und den neu entstehenden Lebensumständen im Gastland ausgehen.“[8]

Der Deutsche Presserat bestimmt in Ziffer 12.1 („Berichterstattung über Straftaten“) seines „Pressekodex“:[9]

„In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.“

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland ist die Ausländerkriminalität ein kriminologischer Begriff, der sich auf Straftaten bezieht, die von Nichtdeutschen im Sinne von Art. 116 Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland begangen werden.

Methodische Probleme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem relativ hohen Anteil von Ausländern unter den Tatverdächtigen, den Verurteilten und den Strafgefangenen (s. u.) ziehen viele die Schlussfolgerung, dass Ausländer generell eine stärkere Neigung als Deutsche dazu hätten, Straftaten zu begehen. Bei der Auswertung der Statistiken sind allerdings einige methodische Probleme zu beachten:

Fragestellung: Vergleich der in Deutschland Wohnenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn man die deutsche mit der ausländischen Wohnbevölkerung in Deutschland vergleichen will, dann müssen Straftaten aus der Statistik herausgefiltert werden, die von ausländischen Touristen (33.184 von 462.378 nicht-deutschen Tatverdächtigen waren 2009 Touristen)[10], Durchreisenden oder sich aus anderen Gründen nur vorübergehend in Deutschland aufhaltenden Menschen verübt werden. Insbesondere die Verbrechen von Angehörigen der organisierten Kriminalität fallen in diese Kategorie, die zwischen einem Viertel und einem Drittel der von Ausländern begangenen Straftaten ausmacht. 12,6 Prozent der ausländischen Tatverdächtigen gehörten 2006 zu der von keiner Statistik erfassten Gruppe der Ausländer, die sich illegal in Deutschland aufhielten.[11] Aus der Statistik herauszufiltern sind auch Fälle, in denen Menschen in Deutschland Opfer von Straftaten werden, die vom Ausland aus begangen werden (z. B. in Form von Internetkriminalität, die durch ausländische Server ermöglicht wird).

Auffällig ist, dass 2007 17,3 Prozent der 490.278 nicht-deutschen Tatverdächtigen der Kategorie „Arbeitnehmer“ angehörten,[12] während insgesamt der Anteil der Arbeitnehmer unter der Menge aller 2.294.883 Tatverdächtiger nur 3,7 Prozent betrug.[13] Zwar gerieten ausländische Arbeitnehmer nicht so leicht unter Tatverdacht wie die Gesamtmenge der Ausländer (21,4 Prozent aller Tatverdächtigen waren 2007 Ausländer), aber der Besitz eines Arbeitsplatzes bewirkte bei Ausländern nicht in demselben Ausmaß wie bei der Vergleichsgruppe der Deutschen, dass sie sich nicht an einer Straftat beteiligen.

Ausländerspezifische Straftaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herauszufiltern sind ferner Straftaten, die von Deutschen (mangels Vorteilen eines Verstoßes gegen Gesetze) nur selten begangen werden. So ist bei Statistiken zu prüfen, ob sie Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz, das Asylgesetz und das Freizügigkeitsgesetz/EU berücksichtigen. Solche Straftaten werden fast ausschließlich durch Ausländer begangen. Bei 17,5 % (2005: 16,6 %) aller nichtdeutschen Tatverdächtigen wurde 2006 wegen Verstoßes gegen das Aufenthalts-, das Asylverfahrens- und das Freizügigkeitsgesetz/EU ermittelt.[14] Der hohe Anteil von Ausländern am Delikt Urkundenfälschung (40 Prozent[11]) steht oft im Zusammenhang mit dem Wunsch, sich eine Grundlage für einen Aufenthalt in Deutschland zu verschaffen (diese Grundlage besitzen Deutsche durch ihren Inländerstatus von vornherein).

Straffälligkeit, Auffälligwerden und Anzeigebereitschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu berücksichtigen ist ferner, dass nicht jede Straftat angezeigt wird und sich nicht jeder Verdacht bestätigt. Ausländer geraten auf Grund von Vorurteilen bei Verbrechen oft schnell unter Tatverdacht (Tatverdachteffekt)[15] und werden bei Straftaten auch eher angezeigt als Deutsche (Anzeigeeffekt).[16]

Wenn sich das Anzeigeverhalten der Bevölkerung oder die Verfolgungsintensität der Polizei verändert, so kann sich die Grenze zwischen Hellfeld und Dunkelfeld verschieben, ohne dass eine Änderung des Umfangs der tatsächlichen Kriminalität damit verbunden sein muss.[17][18]

Sozialer Status[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausländer gehören im Vergleich zu Deutschen häufiger einkommensschwachen und in prekären sozialen Verhältnissen lebenden Bevölkerungsschichten an, die auch bei Deutschen zu einer verstärkten Neigung zur Kriminalität führen.

Das Bundeskriminalamt schreibt:[19]

„Die tatsächliche Belastung von hier lebenden Nichtdeutschen im Vergleich zu den Deutschen ist aus mehreren Gründen nicht bestimmbar. Das doppelte Dunkelfeld in der Bevölkerungs- und in der Kriminalstatistik, der hohe Anteil ausländerspezifischer Delikte und die Unterschiede in der Alters-, Geschlechts- und Sozialstruktur stehen einem wertenden Vergleich entgegen (...). Außerdem ist zu beachten, dass in der PKS auch nicht das Ergebnis des Strafverfahrens berücksichtigt werden kann. Grundsätzlich ist zu sagen, dass von der deutschen wie von der nichtdeutschen Wohnbevölkerung nur eine Minderheit bei der Polizei als tatverdächtig in Erscheinung tritt und dies meist wegen Delikten mit geringem Schweregrad..“

Statistiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im statistischen Vergleich zeigt sich, dass der Anteil der Ausländer, die einer Straftat verdächtigt werden, in der polizeilichen Kriminalstatistik deutlich höher ist als es entsprechend ihrem Anteil an der Wohnbevölkerung zu erwarten wäre. Bei der Einschätzung dieses Befundes muss zum Ersten berücksichtigt werden, dass im Sinne der Statistik als Ausländer gilt, wer eine ausschließlich nicht-deutsche Staatsangehörigkeit hat. Hingegen spielt der Wohnort für die statistische Erfassung keine Rolle. Zum Zweiten ließe sich die erhöhte Zahl bei den Tatverdächtigen dadurch erklären, dass Ausländer häufiger einer Straftat verdächtigt werden.[20] Zum Dritten wäre zu berücksichtigen, dass die Anzeigebereitschaft bei ausländisch identifizierten Tätern durch deutschstämmige Opfer höher sein könne. Darauf weist eine Studie der Soziologen Jürgen Mansel und Günter Albrecht hin.[21] Zum vierten könne die soziale Lage als verzerrender Faktor eine Rolle spielen. So kommt der Soziologe Rainer Geißler zum Ergebnis, dass bei einem Vergleich der Kriminalitätsrate von in Deutschland wohnhaften (!) Ausländern und Inländern innerhalb derselben Schicht erstere sogar insgesamt weniger kriminell seien.[22] Der Vergleich zwischen Ausländern und Deutschen blende solche ausschlaggebenden und vor allem ungleich verteilten sozialen Merkmale aus. Diese ungleiche Sozialstruktur wiederum habe komplexe gesellschaftliche Ursachen. Im Allgemeinen werden vor allem Geschlecht (Männer anfälliger), Alter (Junge anfälliger), Region (Großstadtbewohner anfälliger) sowie Qualifikation (Ungelernte anfälliger) zu diesen Merkmalen gezählt.[23]

Anteil ausländischer Tatverdächtiger in verschiedenen Verbrechenskategorien des Jahres 2013[24]
Deliktgruppe Anzahl strafmündige Tatverdächtige davon Ausländer Anteil an Tatverdächtigen insgesamt
Mord und Totschlag 2.609 764 29 %
Körperverletzung 131.721 34.589 26 %
Vergewaltigung 6.196 1.736 28 %
Diebstahl 437.353 130.065 30 %
Straftaten im Straßenverkehr 29.654 9.649 33 %
Verbrechen gegen die Umwelt 9.211 1.910 21 %

Der Anteil der Ausländer an den rechtskräftig verurteilten Straftätern betrug 2014 insgesamt 26 %.[25] Auch unter den Strafgefangenen sind Ausländer deutlich überrepräsentiert: Der Anteil der Gefangenen ausländischer Staatsangehörigkeit an der Gesamtbelegung der Justizvollzugsanstalten des Landes Nordrhein-Westfalen beträgt rund 28 Prozent.[26] In Hessen waren 2002 45 % der Inhaftierten Nicht-Deutsche.[27]

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statistiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Wohnbevölkerung in der Schweiz waren 2009 22,0 %, d. h. 1.714.000 Personen ausländische Staatsbürger. Die Schweiz hat nach Luxemburg und Liechtenstein den drittgrößten Ausländeranteil in Europa (der Anteil liegt innerhalb der EU durchschnittlich unter 10 %).[28]

Das Bundesamt für Statistik publizierte basierend auf der polizeilichen Kriminalstatistik 2009[29] im September 2010 erstmals eine Liste der Kriminalitätsrate nach Nationalität. Die Kriminalitätsrate von Schweizer Bürgern wurde dabei auf 1 normiert und die relative Kriminalitätsrate der einzelnen Nationalitäten im Vergleich dazu angegeben. Erfasst werden Männer im Alter zwischen 18 und 34 Jahren (die universell am höchsten delinquente Bevölkerungsgruppe; damit werden Verzerrungen durch unterschiedliche demographische Zusammensetzungen der Angehörigen der einzelnen Nationalitäten vermieden), gegen die 2009 eine Beschuldigung wegen einer Verletzung des Strafgesetzes erhoben wurde.[30]

Spitzenreiter sind Angolaner mit einer Rate von 6,3, gefolgt von Nigeria (6,2) und Algerien (6,0). Der Durchschnitt aller ausländischen Nationalitäten liegt bei 1,6. Die höchste Rate eines Europäischen Landes liegt bei 3,1 (das ehemalige Serbien-Montenegro[31]). Der höchste Wert eines EU-Landes liegt bei 1,3 (Portugal).

Eine tiefere Rate als die Schweiz (definitionsgemäß 1,0) haben aus den 26 erfassten Nationalitäten nur Österreich (0,8), Frankreich (0,7) und Deutschland (0,6). Die Nachfolgestaaten von Jugoslawien, denen eine wesentliche Rolle in der politischen Auseinandersetzung um Ausländerkriminalität zukommt, kommen auf Raten zwischen 2,3 und 3,1.[32]

Der Anteil der zum Stichtag im Jahr 2012 inhaftierten Ausländer in der Schweiz betrug 73,8 % von insgesamt 6.599 Inhaftierten.[33] Allerdings beinhaltet diese Zahl auch Ausländer in Untersuchungs- oder in Ausschaffungshaft. Dagegen ist der Anteil der Ausländer an den strafrechtlich Verurteilten regelmäßig wesentlich geringer (1998: 46,3 %). Mit dem Anteil der Ausländer an der Schweizer Wohnbevölkerung darf diese Prozentzahl jedoch nicht verglichen werden, denn über die Hälfte dieser verurteilten Nichtschweizer (26,7 % der Verurteilten im Jahr 1998) hat keinen Wohnsitz in der Schweiz und ist somit in der Bezugsgröße der Schweizer Wohnbevölkerung gar nicht enthalten.[34] Nimmt man nur die Verurteilten der Schweizer Wohnbevölkerung zur Grundlage, so beträgt der Anteil verurteilter Ausländer 27,2 % (bei einem Bevölkerungsanteil von 22 %). Der Großteil der Ausländerkriminalität in der Schweiz geht demnach nicht auf Einwanderer, sondern Gruppen wie Durchreisende, Asylbewerber und Touristen zurück, wobei von diesen allein 32 % nur aufgrund von Verstößen gegen das Ausländergesetz verurteilt wurden.[35]

Schon 1996 wies das Bundesamt für Statistik nach, dass ausländische Einwohner der Schweiz zwar öfter straffällig werden, dies aber vor allem durch Verstöße gegen spezielle Ausländergesetze und die unterschiedliche Altersstruktur und Geschlechterverteilung (mehr Männer) hervorgerufen wird. Berücksichtigt man dies, gebe es hinsichtlich der Kriminalität kaum Unterschiede zwischen Schweizer und Nichtschweizer Wohnbevölkerung.[36]

Politische Relevanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Ausländerkriminalität“ kam bereits 1997 auf das politische Tapet, als erstmals der Anteil der Schweizer an den strafrechtlichen Verurteilungen unter 50 % lag (bei 80 % Anteil an der Wohnbevölkerung; der Anteil stieg 2001 nochmals auf 50,8 % an und fluktuierte seither zwischen 46,9 % und 48,8 %). 1999 beauftragte das Justiz- und Polizeidepartement eine Arbeitsgruppe „Ausländerkriminalität“, die 2001 in ihrem Bericht darlegte, dass die Verurteilungsrate unter Asylbewerbern etwa 12 Mal höher, diejenige von Ausländern mit Aufenthaltsbewilligung dagegen etwa doppelt so hoch sei wie die von Schweizer Bürgern. Gleichzeitig monierte die Arbeitsgruppe, dass keine nach Aufenthaltsstatus differenzierte und umfassende statistische Analyse der strafrechtlichen Registrierung ausländischer Personen erfasst wird.[37]

Die Ausländerkriminalität ist in der Schweiz „ein brisantes Thema in der öffentlichen Diskussion“.[38] Am 10. Juli 2007 lancierte die Schweizerische Volkspartei die eidgenössische Volksinitiative „für die Ausschaffung krimineller Ausländer (Ausschaffungsinitiative)“, die beabsichtigte, die Ausschaffung von Ausländern zu vereinfachen. Sie kam zusammen mit einem direkten Gegenentwurf am 28. November 2010 zur Abstimmung und wurde mit einer Mehrheit von 52,9 Prozent angenommen.[39]

Die erstmalige Publikation einer Statistik zur Ausländerkriminalität im September 2010 wurde von Politikern kommentiert. Aufgrund der deutlichen höheren Kriminalität von Männern aus nicht-EU-Staaten kündigte FDP-Nationalrat Philipp Müller parlamentarische Initiativen an, mit dem Ziel der Einschränkung der Einwanderung aus Nicht-EU-Staaten. Der Direktor des Bundesamts für Migration, Alard du Bois-Reymond, bezeichnete die "Deutlichkeit des Bildes", vor allem das schlechte Abschneiden der Afrikaner, als „frappierend“.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland:

Schweiz:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ausländerkriminalität in der Bundesrepublik Deutschland, COD-Literatur-Reihe Band 08, Bundeskriminalamt 1988
  2. Ilka Sommer: "Ausländerkriminalität" – statistische Daten und soziale Wirklichkeit – bpb. In: bpb.de. 14. Juni 2012, abgerufen am 5. Januar 2016.
  3. a b Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität (Schweizer Fassung SR 0.311.54), admin.ch
  4. Abschluss des Übereinkommens der Vereinten Nationen gegen die organisierte Kriminalität, SCADplus
  5. Frank Gesemann: Migration, ethnische Minderheiten und Gewalt: Ein Forschungsüberblick (PDF; 392 kB)
  6. Eisner, Manuel: Das Ende der zivilisierten Stadt? Die Auswirkungen von Modernisierung und urbaner Krise auf Gewaltdelinquenz. Frankfurt/New York 1997.
  7. Tonry, Michael (Hrsg.): 1997, Ethnicity, Crime, and Immigration. Comparative and Cross-National Perspectives (Crime and Justice: A Review of Research, Vol. 21). Chicago/London.
  8. Eisner, Manuel: Das Ende der zivilisierten Stadt? Die Auswirkungen von Modernisierung und urbaner Krise auf Gewaltdelinquenz. Frankfurt/New York 1997.
  9. http://www.presserat.de/fileadmin/user_upload/Downloads_Dateien/RedaktionsdatenschutzPressekodex.pdf
  10. Bundeskriminalamt: Polizeiliche Kriminalstatistik 2009. S. 435, Tabelle T61
  11. a b Wissenschaftlicher Dienst des Deutschen Bundestags: Ausländer- und Jugendkriminalität S. 8 (PDF; 161 kB)
  12. Bundeskriminalamt: Polizeiliche Kriminalstatistik 2007. S. 116
  13. Bundeskriminalamt: Polizeiliche Kriminalstatistik 2007. S. 118, Tabelle T78 (PDF)
  14. vgl. die Gegenüberstellung in Bundeskriminalamt: PKS Berichtsjahr 2006 Nichtdeutsche Tatverdächtige. S. 1
  15. Fritz Sack: „Ausländerkriminalität“ – Ihre Instrumentalisierung durch Politik, Medien und ihre „Klienten“. In: Andreas Heinz, Ulrike Kluge (Hg.): Einwanderung - Bedrohung oder Zukunft? Campus Verlag, Frankfurt/Main 2012, S. 313 f.
  16. Bundeszentrale für politische Bildung: Ausländerkriminalität
  17. Florian Gathmann: So kriminell ist Deutschland. In: Der Spiegel vom 22. Mai 2008
  18. Henning Ernst Müller: Die ewig falsch verstandene „Polizeiliche Kriminalstatistik“. Kommentar vom 22. Mai 2008
  19. BKA, 2014, Seite 60
  20. Migration: Die guten, bösen Einwanderer. In: zeit.de. 20. Juni 2013, abgerufen am 5. Januar 2016.
  21. Ausländerkriminalität - ein Mythos. In: tagesspiegel.de. 31. Juli 2014, abgerufen am Januar 2016.
  22. Geißler, Rainer (2008): Der „kriminelle Ausländer“ – Vorurteil oder Realität? Zum Stereotyp des „kriminellen Ausländers“, in: IDA – NRW (Hg.): Überblick 1/2008, 14. Jg., S. 3–9.
  23. Informationen der Bundeszentrale für politische Bildung
  24. Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2015 (Zahlen über 2013, S. 308)
  25. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Rechtspflege/Tabellen/AuslaendischeVerurteilte.html
  26. Justizministerium Nordrhein-Westfalen: Ausländer im Strafvollzug
  27. http://m.welt.de/print-wams/article601647/Auslaender-in-deutschen-Gefaengnissen-kosten-jaehrlich-600-Mio-Euro.html
  28. Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz, Bericht 2006. Bundesamt für Statistik (BFS)
  29. Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) Jahresbericht 2009
  30. „Die Statistik basiert auf der polizeilichen Kriminalstatistik und wurde in Beziehung zur Anzahl der in der Schweiz wohnhaften Personen der jeweiligen Gruppe gestellt.“ 20 Minuten, Die Afrikaner sind die kriminellsten Ausländer, 12. September 2009.
  31. die drei Staaten Serbien, Montenegro und Kosovo konnten nicht getrennt erfasst werden, da ihre Sezession noch nicht lange zurückliegt, und viele der beschuldigten Personen nicht über Papiere eines der drei Nachfolgestaaten verfügte.
  32. Tages-Anzeiger, Neue Statistik: Tamilen sind krimineller als Ex-Jugoslawen, 12. September 2010.
  33. http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/19/03/05/key/ueberblick/wichtigsten_zahlen.html
  34. Arbeitsgruppe Ausländerkriminalität (AGAK). Schlussbericht 5. März 2001 (PDF; 496 kB) S. 28.
  35. Arbeitsgruppe Ausländerkriminalität (AGAK). Schlussbericht 5. März 2001 (PDF; 496 kB) S. 6. – vgl. Statistik Schweiz News, Sind Ausländer krimineller als Schweizer? (Memento vom 23. Mai 2013 im Internet Archive), Pressemitteilung Nr. 42/1996 vom 10. Mai 1996
  36. Sind Ausländer krimineller als Schweizer? (Memento vom 23. Mai 2013 im Internet Archive), Pressemitteilung Nr. 42/1996 vom 10. Mai 1996
  37. Ausländerkriminalität in der Schweiz (Memento vom 30. September 2007 im Internet Archive), Bernhard Bircher.
  38. Ausländerkriminalität (Memento vom 16. Januar 2013 im Webarchiv archive.is), „Vernunft Schweiz“.
  39. Eidgenössische Volksinitiative „für die Ausschaffung krimineller Ausländer (Ausschaffungsinitiative)“.
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