Aussig (Schiff, 1858)

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Aussig
Raddampfer Aussig an der Geipelburg
Raddampfer Aussig an der Geipelburg
Schiffsdaten
Flagge Königreich SachsenKönigreich Sachsen Sachsen

AnhaltFreistaat Anhalt Anhalt

andere Schiffsnamen
  • Courier ab 1902
  • Admiral ab 1909
Schiffstyp Raddampfer
Heimathafen Dresden
Eigner Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrts-Gesellschaft
Bauwerft Werft Blasewitz
Stapellauf 1858
Indienststellung 1858
Verbleib Abbruch
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
50,57 m (Lüa)
Breite 4,86 m
über Radkästen: 10,80 m
Maschinenanlage
Maschine 2-Flammrohr-Zylinderkessel
2.-Zylinder- Verbundmaschine, Braunkohle­verbrauch ca. 265 kg/h
Höchst-
geschwindigkeit
stromaufwärts: ca. 10,9 km/h
stromabwärts: ca. 14,9 km/h
Propeller 2 Patent-Seitenräder ⌀ 3,66 m
Transportkapazitäten

Der Raddampfer Aussig wurde 1858 in der Schiffswerft Blasewitz gebaut. Es war das letzte Schiff, das auf der Werft aus angelieferten Teilen gebaut wurde. Hersteller der Schiffsteile war die Schweizer Maschinenbauanstalt Escher Wyss & Co. in Zürich.

Die Zeit bis 1902[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Indienststellung als Glattdeckdampfer fuhr das Schiff für die Vereinigte Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrt, die im März 1867 in die Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrts-Gesellschaft (SBDG) umgewandelt wurde. Es war das erste Schiff in Sachsen mit Patent-Seitenrädern.

Um es dem Zugriff des Königreiches Preußen zu entziehen, wurde das Schiff im Preußisch-Österreichischen Krieg im Mai 1866 nach Theresienstadt verlegt.

1874 wurde der Zwei-Flammrohr-Kofferkessel durch einen neuen Zwei-Flammrohr-Kofferkessel ersetzt. Im Jahr 1875 wurde das Schiff einem kompletten Umbau unterzogen, bei dem es um 3,68 m verlängert wurde. Die Kesselanlage und die Dampfmaschine wurden verschrottet. Der neue Kessel und die Dampfmaschine wurden von der Prager Maschinenbau-Aktiengesellschaft vorm. Ruston & Co. geliefert. 1888 erhielt das Schiff erneut einen neuen Dampfkessel. Dieser wurde von der Sächsische Dampfschiffs- und Maschinenbauanstalt der Oesterreichischen Nordwest Dampfschiffahrtsgesellschaft in Dresden geliefert.

1901 wurde das Schiff umgebaut und erhielt eine Dampfsteuermaschine. Im Jahr 1902 wurde das Schiff an den aus Krippen stammenden Eduard Täubrich für 24.500 Mark verkauft.

Die Zeit nach dem Verkauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Raddampfer Admiral in Torgau

Zum Einsatz kam es bei der Anhaltischen Dampfschiffahrt mit Sitz in Roßlau. Das Schiff behielt hier den Namen Courier. Im Ausflugsverkehr bediente das Schiff die Strecken Kornhaus (Dessau)Coswig sowie RoßlauBarby. Daneben wurde es auch als Frachtschiff auf der Strecke Magdeburg Mühlberg genutzt. Im Jahr 1909 wurde es an Otto und Paul Wernecke nach Magdeburg verkauft. Hier kam es dann unter dem Namen Admiral zum Einsatz. Um 1912 wurde das Schiff dann abgewrackt.

Die Dampfmaschine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dampfmaschine, wie auch der erste Zwei-Flammrohr-Kofferkessel, wurden von der Schweizer Maschinenbauanstalt Escher Wyss & Co. in Zürich gebaut. Es handelte sich um eine oszillierende Niederdruck-Zweizylinder-Zwillings-Dampfmaschine mit einer Leistung von 140 PS. 1875 wurde die vorhandene Maschine durch eine oszillierende Hochdruck-Zweizylinder-Verbund-Dampfmaschine ersetzt. Die Maschine wie auch der Zwei-Flammrohr-Zylinderkessel mit 5 bar Dampfdruck wurden von der Prager Maschinenbau-Aktiengesellschaft vorm. Ruston & Co. gebaut.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Rindt: Die Weisse Flotte Dresden. Deutsches Schiffahrtsarchiv 3, Seiten 69–114
  • Frank Müller, Wolfgang Quinger: Mit Dampf und Schaufelrad auf der Oberelbe. transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin, 1988, ISBN 3-344-00286-4.