Australischer Gleitaar

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Australischer Gleitaar

Australischer Gleitaar (Elanus axillaris)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes)
Familie: Habichtartige (Accipitridae)
Unterfamilie: Gleitaare (Elaninae)
Gattung: Gleitaare (Elanus)
Art: Australischer Gleitaar
Wissenschaftlicher Name
Elanus axillaris
(Latham, 1801)
Zwei Australische Gleitaare in Newstead, Victoria
Verbreitungsgebiet
Australischer Gleitaar mit Beute

Der Australische Gleitaar (Elanus axillaris) ist ein in Australien und Tasmanien vorkommender Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen (Accipitridae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Australische Gleitaare erreichen eine Körperlänge von 33 bis 37 Zentimetern und eine Flügelspannweite von 82 bis 94 Zentimetern. Das Gewicht der Männchen wurde mit 181 bis 300, das der Weibchen mit 270 bis 365 Gramm gemessen.[1] Die Vögel zeigen zeichnungsmäßig keinen Geschlechtsdimorphismus. Kopf, Rücken, Brust und Bauch sowie die relativ kurzen Steuerfedern sind weiß gefärbt. Von den hellgrauen Flügeln heben sich schwarze Schulterfedern sowie dunkelgraue Handschwingen deutlich ab. Der kurze Hakenschnabel ist schwärzlich, die Iris rot. Beine und Füße haben eine kräftig gelbe Farbe.

Ähnliche Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Australische Gleitaare ähneln dem Schwarzachselaar (Elanus scriptus), dessen Augen jedoch schwarz gerandet sind, wodurch das Gesicht eulenartig wirkt. Hauptunterschied ist die schwarze Zeichnung auf der Flügelunterseite, die von der Achsel bis zur Spitze reicht, während beim Australischen Gleitaar dort nur ein relativ kleiner schwarzer Bereich erkennbar ist.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet des Australischen Gleitaars umfasst das gesamte Festland von Australien sowie den nördlichen Teil von Tasmanien. Hauptlebensraum sind Wiesenlandschaften, Savannen und lichte Wälder bis in Höhenlagen von 1500 Metern.[1][2]

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Australische Gleitaare ernähren sich in erster Linie von verschiedenen Nagetieren (Rodentia), beispielsweise Hausmäusen (Mus musculus), außerdem von kleinen Vögeln sowie von Eidechsen und großen Insekten, bevorzugt Heuschrecken (Orthoptera). Die Beute wird aus einem Schwebeflug heraus geschlagen. Einer Studie zufolge sind 77 % der Angriffe erfolgreich. Kleinere Beutetiere werden im Flug verspeist. Die Vögel jagen bevorzugt am Tage, zuweilen auch in mondhellen Nächten.[1] Die Brutsaison verteilt sich über das gesamte Jahr, bevorzugt werden jedoch Frühling und Herbst. Bei ausreichendem Nahrungsangebot erfolgen zwei Bruten im Jahr. Das Nest wird überwiegend 4 bis 35 Meter über dem Erdboden in hohen lebenden Bäumen angelegt. Künstliche Strukturen werden nur sehr selten angenommen. Das in der Hauptsache aus Zweigen bestehende Nistmaterial wird von beiden Geschlechtern gesammelt, jedoch nur vom Weibchen verbaut. Der Nestdurchmesser beträgt 27 bis 45 Zentimeter. Das Nest wird mit zwei bis fünf Eiern bestückt, die in 29 bis 34 Tagen ausbrütet werden. Die Jungen verlassen das Nest in der Regel nach 33 bis 38 Tagen, in Ausnahmefällen nach 42 Tagen und werden einen Monat später selbstständig. Die Erfolgsquote vom Schlüpfen der Jungvögel bis zum Verlassen des Nestes wurde mit 54 % angegeben.[1]

Gefährdung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Australische Gleitaar ist in Australien und Tasmanien weit verbreitet. Da er auch landwirtschaftlich genutzte Flächen wegen des dort herrschenden Angebots an geeigneter Nahrung (Mäusen) besiedelt, ist sogar eine leichte Ausdehnung seines Lebensraums zu verzeichnen. Er wird deshalb von der Weltnaturschutzorganisation IUCN als LC IUCN 3 1.svgleast concern = nicht gefährdet“ eingestuft.[3] Im Gegensatz zu vielen anderen Greifvogel-Arten hat sich die Verwendung von DDT in den 1940er Jahren nicht nachteilig auf die Dicke der Eischale und damit den Bruterfolg ausgewirkt.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e S. Debus, G. M. Kirwan, J. S. Marks: Black-shouldered Kite (Elanus axillaris). In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie, E. de Juana (Hrsg.): Handbook of the Birds of the World Alive. Lynx Edicions, Barcelona 2017 (online [abgerufen am 2. Mai 2017]).
  2. Vorkommen
  3. IUCN Red List

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Australischer Gleitaar (Elanus axillaris) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien