Auto-Teile-Unger

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A.T.U Auto-Teile-Unger Handels GmbH & Co. KG

Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1985
Sitz Weiden in der Oberpfalz, Bayern
Leitung
  • Matthieu Foucart[1]
Mitarbeiterzahl ca. 10.000 (2018)[2]
Umsatz ca. 1 Mrd. Euro[2]
Branche Einzelhandel, Dienstleistung
Website www.atu.de
Ehemaliges Logo
Ehemaliges Logo

Die A.T.U Auto-Teile-Unger Handels GmbH & Co. KG (ATU) mit Sitz in Weiden in der Oberpfalz ist ein Unternehmen, das mit Kraftfahrzeugzubehör, Autoersatzteilen und Reifen handelt sowie an die Filialen angeschlossene Kraftfahrzeug-Werkstätten betreibt; ATU wird mehrheitlich vom französischen Mobivia-Konzern gehalten.

Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ATU hat etwa 10.000 Mitarbeiter und 558 Filialen in Deutschland und Österreich.[2]

Hauptsitz in Weiden

In Werl (Nordrhein-Westfalen) befindet sich das Distributionszentrum, von wo aus alle Filialen und die Internetbesteller des Unternehmens beliefert werden.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1985 von Peter Unger gegründet. Im Juni 2002 wurden rund 80 % der Unternehmensanteile von der privaten Beteiligungsgesellschaft Doughty Hanson & Co gekauft. Ein für Mai 2004 geplanter Börsengang der ATU wurde abgesagt und daraufhin das Unternehmen an die Beteiligungsgesellschaft KKR für 1,45 Milliarden Euro verkauft. Doughty Hanson & Co kamen im Zuge des Wechsels als Minderheitseigner von ATU wieder an Bord.[4] Im Februar 2010 übernahm KKR weitere 18,5 Prozent der Anteile vom Miteigner Doughty Hanson & Co. Im Dezember 2013 übernahm der US-Investor Centerbridge, als größter Gläubiger von ATU, das Unternehmen mehrheitlich von KKR; KKR blieb mit drei Prozent an ATU beteiligt.[5] Im Februar 2014 teilte ATU mit, 900 Mitarbeiter in Deutschland zu entlassen. Einige Filialen wurden geschlossen, um sich den Umsätzen anzupassen.[6][7] Im Frühjahr 2015 folgte die Aufgabe von 16 Filialen in den Niederlanden und Tschechien.[8] ATU blieben damit die Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Im Juli 2016 engagierte ATU Joachim Zims, ein renommierter Sanierer.[9] Im September 2016 wurde ein möglicher Verkauf an den französischen Mitbewerber Mobivia bekannt; da keine positive Fortführungsprognose bestand, begann eine dreiwöchige Frist zur Abwendung der Insolvenz oder Einreichung des Insolvenzantrags.[10] Am 8. Dezember 2016 wurde kurz vor Ablauf der Frist ein Abkommen über die Werkstatt-Mieten von fast der Hälfte der Standorte erreicht und damit die drohende Insolvenz abgewandt, so dass Mobivia die Mehrheit an ATU übernahm.[11] Im Februar 2018 übernahm der Reifenhersteller Michelin ein Fünftel der ATU-Firmenanteile.[12]

Am 20. April 2020 wurde beim Schweizer Ableger vom Konkursrichter Winterthur der Konkurs eingeleitet. Dies betrifft die 6 Filialen in der Schweiz mit 75 Mitarbeitern.[13][14] Ende 2021 wurde das neue Logo des Unternehmens auf der Firmenwebsite veröffentlicht. Dabei wurde das Design deutlich modernisiert, so wurde beispielsweise auf die Autoreifen als Punkte sowie den Subclaim verzichtet. Darüber hinaus wurde ein dunklerer Farbton gewählt.[15][16]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2011 stellten vier Mechaniker einen Weltrekord beim Räderwechsel ohne elektronische Hilfsmittel auf. Mit einer Zeit von 1:43 unterboten sie den alten Rekord um 42 Sekunden. Sie erhielten einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.[17][18]

Der Westdeutsche Rundfunk berichtete in einer TV-Dokumentation u. a. über Umsatzerwartungen, Verkaufsdruck und Zielvorgaben bei ATU-Filialen. So sollen etwa ehemalige Mitarbeiter Kenntnis über Geschäftspraktiken haben, wonach Autoeigentümern unwahre Angaben über Reparaturnotwendigkeiten vermittelt werden bzw. potentielle Schäden erfunden worden sind. Auch werden ATU-Ersatzteile kontrovers beurteilt.[19]

Am 5. September 2021 nahm ATU als Servicepartner und mit einem eigenen Renn-Team an dem Elektromarathon ED1000 teil. Unterwegs war das ATU-Team in einem U5 des chinesischen Herstellers Aiways, für den die Werkstattkette als autorisierter Service-Partner auch alle Werkstattleistungen übernimmt.[20]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Auto-Teile-Unger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A.T.U-Management. Über A.T.U. Abgerufen am 30. August 2018.
  2. a b c Siehe auch A.T.U in Zahlen. A.T.U., abgerufen am 11. November 2020.
  3. Werkstattkette ATU sieht sich „weiterhin auf Kurs“. In: Reifenpresse. 9. Februar 2021, abgerufen am 26. Oktober 2021.
  4. KKR hatte 2004 die Mehrheit an A.T.U für 1,45 Milliarden Euro vom Finanzinvestor Doughty Hanson übernommen. auf manager-magazin.de, 8. Februar 2008
  5. ATU gehört künftig seinen Gläubigern auf handelsblatt.com, 5. Dezember 2013
  6. Werkstatt-Kette ATU entlässt 900 Mitarbeiter auf t-online.de, 15. Februar 2014
  7. Siehe auch Homepage A.T.U (Memento des Originals vom 28. Juni 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.atu.de
  8. ATU schließt Großteil der Filialen im Ausland auf ramasuri.de, 22. April 2015
  9. Klaus Smolka: ATU verhandelt mit Investoren. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Juli 2016.
  10. Miet-Einigung rettet A.T.U. In: WeltN24. 8. Dezember 2016, abgerufen am 12. Dezember 2016.
  11. Verkauf an Konkurrenten gesichert. In: n-tv. 8. Dezember 2016, abgerufen am 9. Dezember 2016.
  12. Michelin steigt bei ATU ein. In: Handelsblatt. 12. Februar 2018, abgerufen am 13. Februar 2018.
  13. Patrik Berger: Deutscher Autoriese macht Schweizer Garagen dicht. In: Blick.ch. 28. April 2020, abgerufen am 28. April 2020.
  14. Michael Reidel: Konkurs eröffnet: A.T.U macht in der Schweiz die Filialen dicht. In: Horizont. 29. April 2020, abgerufen am 1. Mai 2020.
  15. Achim Schaffrinna: Neues Logo für Auto-Teile-Unger (ATU). In: designtagebuch.de. 12. November 2021, abgerufen am 28. Januar 2022.
  16. ATU ändert die "Räder" im Logo. In: logosmarken.com. 9. Dezember 2021, abgerufen am 28. Januar 2022.
  17. A.T.U stellt Reifenwechsel-Rekord auf. In: auto-medienportal.net, 10. August 2011.
  18. A.T.U-Mechaniker im Guinnessbuch der Rekorde. In: otv.de, 2. Oktober 2012.
  19. Westdeutscher Rundfunk: Die Tricks der Autowerkstätten. Abgerufen am 1. Dezember 2020., Achtung, der Link führt auf YouTube
  20. RND: Aiways U5: Das E-Auto, das es in keinem Autohaus zu kaufen gibt. Abgerufen am 26. Oktober 2021.