Autobahn Raser

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Autobahn Raser
Entwickler NiederlandeNiederlande Davilex
Publisher NiederlandeNiederlande Davilex
Erster Titel Autobahn-Raser (1997)
Letzter Titel Autobahn Raser: Police Madness (2005)
Genre(s) Rennspiel

Autobahn Raser ist eine Rennspiel-Serie der niederländischen Firma Davilex, die speziell auf den Computerspiel-Markt in Deutschland zugeschnitten wurde. Die Spiele wurden von Koch Media und von Davilex selbst veröffentlicht. Der erste Teil der Serie erschien 1998. Sämtliche Titel enthalten sogenannte Deppenleerzeichen.

Auf der Grundlage der Autobahn-Raser-Engine entstanden auch weitere Rennspiele, die ebenfalls den Begriff Raser im Titel trugen. Alle Rennspiele von Davilex mit diesem Begriff im Titel werden daher als Raser-Serie bezeichnet.

Davilex veröffentlichte zudem europaweit in ähnlicher Form und mit ähnlicher Betitelung versehene Spiele, so z. B. A2 Racer in den Niederlanden, London Racer bzw. M25 Racer in Großbritannien und Paris-Marseille Racing in Frankreich.

Spielinhalt[Bearbeiten]

Grundsätzlicher Spielinhalt sind Autorennen mit Serienfahrzeugen durch deutsche Städte (u. a. Berlin, Dortmund, München) sowie über die diese Städte verbindenden Bundesautobahnen. Alle Spiele bieten einen Karriere-Modus, bei dem der Spieler durch Rennerfolge Geld verdient, mit welchem der Spieler Reparaturen, Strafzettel und neue Autos bezahlt.

Die Städte ähneln oberflächlich entfernt den originalen Vorbildern. Auffälligste Erkennungsmerkmale sind entlang der Strecke platzierte Sehenswürdigkeiten. In späteren Teilen führte der Streckenverlauf auch durch Einkaufspassagen, U-Bahn-Tunnel sowie öffentliche Grünanlagen wie den Englischen Garten in München. Der Spieler trifft auf den Strecken nicht nur auf seine Renngegner, sondern auch auf Polizeifahrzeuge, Blitzkästen und auf sehr viel Gegenverkehr. Die Polizei verfolgt das Spielerfahrzeug und versucht, es zum Stillstand zu bringen, wonach der Spieler zur Zahlung eines Bußgeldes gezwungen wird.

Das Fahrgefühl ist das eines Fun-Racers, welches unter anderem das Lenken des Fahrzeugs während eines Sprungs erlaubt. Die Fahrzeugauswahl umfasst in erster Linie auf deutschen Straßen häufig sichtbare Fahrzeugtypen, aber auch Sportwagen wie der Porsche 911 wurden integriert. Die Fahrzeugbezeichnungen wurden mangels offizieller Lizenzen verfälscht. So heißt der Opel Astra im Spiel Opal Aster, und der Smart wird als Clever bezeichnet.

Autobahn Raser: Ohne Regeln gnadenlos über deutsche Autobahnen[Bearbeiten]

Autobahn-Raser: Ohne Regeln gnadenlos über deutsche Autobahnen
Studio NiederlandeNiederlande Davilex
Publisher DeutschlandDeutschland Koch Media
Erstveröffent-
lichung
1998
Plattform Windows
Genre Rennspiel
Spielmodus Einzelspieler (mehrere Benutzer/Spielstände sind anlegbar)
Steuerung Gamepad, Tastatur, Lenkrad, Joystick
Systemvor-
aussetzungen
Minimal: Windows 95, Pentium 133Mhz, 16 MB RAM, 50MB Festplattenspeicher, Soundkarte
Empfohlen: Pentium 166MHz, 32MB RAM, 3D-Beschleunigerkarte (3dfx Voodoo, PowerVR)
Medium CD-ROM
Sprache Deutsch
Altersfreigabe
USK ab 12 freigegeben

Hintergrundgeschichte[Bearbeiten]

In einem Full Motion Video wird beim Spielstart die Hintergrundgeschichte erzählt. Das Spiel handelt von einem Geheimbund namens "Autobahn Raser", welchem man als Teilnehmer beitritt. Diesen Bund gibt es schon seit mehr als 20 Jahren, und er wird von der Polizei überwacht. Diese versuchen jedes Jahr die Raser ohne Erfolg aufzuhalten. Das Ziel der jährlichen Rennen ist immer Berlin, und der Fahrer mit der der kürzesten Gesamtzeit gewinnt das Rennen.

Das Spiel[Bearbeiten]

Das Spiel unterstützt mehrere Profile zum Speichern der Spielstände. Die Rennen bestehen aus 9 Etappen, die jeweils aus einer Stadtrundfahrt und einer Autobahnfahrt bestehen. Die Etappen werden jeweils mit drei anderen Fahrern gefahren, diese benutzen immer die Automodelle, welche ähnliche Daten wie das eigene Fahrzeug haben. Während der Fahrt erhält man bei Kollisionen Schaden, welcher in einer Leiste angezeigt wird. Mit erhöhtem Schaden lässt sich das Auto nur schwerer lenken. Wird die Schadensanzeige während der Fahrt gefüllt, erscheint ein Auto der Verkehrswacht und repariert den Schaden kostenlos, allerdings verliert man wertvolle Zeit. Auch eine Benzinsimulation ist vorhanden, und die Etappen enthalten mindestens eine Tankstelle. Wenn man an dieser nicht anhält, erscheint auch ein Auto der Verkehrswacht und der Spieler erhält genug Benzin, um die nächste Tankstelle bzw. das Etappenende zu erreichen. Die drei anderen simulierten Fahrer haben keine Schadens- und Benzinsimulation. Die Etappen enthalten Verkehrsschilder und Blitzer, die fast immer umgefahren werden können, sowie Polizeifahrzeuge, die den Fahrer bei Missachtung der Geschwindigkeitsvorgaben verfolgen. In Stadtetappen kann man diese "überlisten", indem man auf im Gegenverkehr fährt, auf Autobahnen funktioniert dies wegen der Leitplanken nicht.

Die Spielengine benutzt DirectX 5 und kann die Grafik mithilfe von Software-Rendering auf Auflösungen von 320x200 sowie 640x480 darstellen, es ist auch möglich 3D-Beschleuniger, welche mindestens DirectX 5 unterstützten, mit einer Auflösung von 640x480 zu verwenden. Weitere Einstellungen zur Engine sind im separaten Programm "Einstellungen.exe" im Spielverzeichnis verfügbar. Auf modernen PCs mit Windows XP kann das Spiel beim Tanken abstürzen, ab Windows Vista stürzt das Spiel schon beim Laden des Spielmenüs ab.

Die Spiele-CD enthält neben dem Spiel auch ein Update auf Version 1.4, welches einige Bugs fixt. Der Datenträger enthält auch zahlreiche Treiber für damals aktuelle Hardware, sowie ein Hilfsprogramm.

Eine Demoversion, welche nur die Köln-Etappe enthält, wurde auch veröffentlicht.

Verfügbare Fahrzeuge[Bearbeiten]

Sieben Autos sind im Spiel verfügbar. Beim Spielbeginn erhält man einen Trabant. Nachdem man eine Runde gefahren ist, bekommt man Geld, welches man zum Kaufen von anderen Autos oder zum Aufrüsten des eigenen Fahrzeugs verwenden kann. Wenn man Genug Geld hat, kann man andere Fahrzeuge kaufen, jedoch verliert man dabei das alte Auto sowie alle Aufrüstungen.

Alle Fahrzeuge (Daten für nicht aufgerüstete Autos)

Name im Spiel Echter Name Höchstgeschwindigkeit Beschleunigung Bremskraft Bodenhaftung
Brabant Trabant 175 Km/h 20% 30% 40%
Opol Astro Opel Astra 200 Km/h 30% 40% 50%
Wolfswagen Volkswagen New Beetle 250 Km/h 50% 60% 70%
BWM Z3 BMW Z3 300 Km/h 70% 80% 90%
Parche 913 Porsche 993 325 Km/h 80% 90% 100%
Mersedes CLK Mercedes-Benz CLK GTR 330 Km/h 85% 95% 100%
Lambdaghini Lamborghini Diablo 350 Km/h 90% 100% 100%

Aufrüstungen[Bearbeiten]

Name Beschreibung
Motor Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigung werden verbessert
Breitreifen Beschleunigung, Bremskraft, Bodenhaftung werden erhöht
Turbo Das Fahrzeug erhält einen Turbolader, benutzbar mit der Strg-Taste.
ABS Bremskraft wird verbessert
6-Gang-Getriebe Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigung werden erhöht
Reparieren Repariert Schäden am Fahrzeug.

Etappen[Bearbeiten]

Typ Name Bemerkungen, Sehenswürdigkeiten
Zeichen 310.svg Berlin Berliner Dom, Reichstag, Siegessäule, Gedächtniskirche, Berlin Tempelhof, Brandenburger Tor
Zeichen 330 - Autobahn, StVO 1992.svg Berlin - Hamburg
Zeichen 310.svg Hamburg Bismarckdenkmal, St. Peterskirche, Kunsthalle, Hauptbahnhof, Speicherstadt
Zeichen 330 - Autobahn, StVO 1992.svg Hamburg - Köln
Zeichen 310.svg Köln Hauptbahnhof, Dom, Severinstor
Zeichen 330 - Autobahn, StVO 1992.svg Köln - München
Zeichen 310.svg München Friedensengel, Siegestor, Schloss Nympfenburg, Justizpalast, Feldherrnhalle
Zeichen 330 - Autobahn, StVO 1992.svg München - Berlin
Zeichen 310.svg Berlin Die gleiche Strecke wie in der ersten Etappe, allerdings mit mehr Hindernissen

Weitere Teile der Serie[Bearbeiten]

Autobahn Raser[Bearbeiten]

  • Autobahn Raser II (1999, Davilex)
  • Autobahn Raser III (2000, Davilex)
  • Autobahn Raser IV (2002, Koch Media)
  • Autobahn Raser World Challenge (2003, Davilex)
  • Autobahn Raser – Das Spiel zum Film (2004, Koch Media)
  • Autobahn Raser Police Madness (2005, Koch Media)
  • Autobahn Raser Destruction Madness (2005, Koch Media)

Ableger[Bearbeiten]

  • Urlaubs Raser (2000, Koch Media)
  • Speedboat Raser Europa (2001, Koch Media)
  • Europa Raser (2001, Koch Media)
  • USA Raser (2002, Koch Media)
  • Taxi Raser (2004, Koch Media)

Auf der Grundlage der Raser-Engine erschienen außerdem 2003 und 2005 zwei Spiele zur Fernsehserie Knight Rider.

Rezeption[Bearbeiten]

Meinungen der Fachzeitschriften[Bearbeiten]

Die Fachzeitschriften konnten sich für die Spiele nicht begeistern, so erhielt schon das erste Spiel der Reihe im Schnitt nur eine Spielspaßbewertung von 50,5 %.[1] Bereits in technischer Hinsicht konnten die Spiele nicht überzeugen: Die Grafik war bei allen Teilen veraltet und die Hintergrundmusik wurde gerne als „Fahrstuhlmusik“ bezeichnet oder gleich mit Pornofilmen verglichen. Hauptkritikpunkt war jedoch das Spiel selbst. Die mangelhafte Fahrphysik wurde kritisiert, ebenso der einfallslose Spielablauf und das unspektakuläre Streckendesign, zumal die Städte außer den Sehenswürdigkeiten sehr eintönig wirkten. Alles in allem stand die Raser-Serie immer und in jeder Hinsicht im Schatten großer Konkurrenten wie z. B. der Need-for-Speed-Reihe. Im Zusammenhang mit der Raser-Serie wurden die Rezensenten der Fachzeitschriften auch ziemlich häufig polemisch: So bezeichnete die Zeitschrift GameStar das Spiel Autoraser – Das Spiel zum Film als „spielerische[n] Totalschaden auf der Autobahn“.[2]

Kommerzieller Erfolg[Bearbeiten]

Dennoch waren die Spiele ein so großer kommerzieller Erfolg, dass sie immer weiter fortgesetzt wurden. Hauptgründe dafür waren zum einen die Identifikation des angestrebten Publikums durch bekannte Namen von Städten, Autos (z. B. Krokant in Anlehnung an den Trabant) und Autobahnen sowie der einfache Einstieg ins Spiel. Nicht zuletzt war auch die plakative Namensgebung mit den Schlagwörtern „Autobahn“ und „Raser“ daran beteiligt, dass unerfahrene Gelegenheitsspieler im Fachhandel eher zu diesen Produkten tendierten. Schließlich war auch die Preisgestaltung mit zunächst 49,95 DM und nach der Euroeinführung 20 bis 30 € sehr auf den Massenmarkt zugeschnitten, wogegen andere Spiele üblicherweise eher 70 bis 90 DM (40 bis 50 €) kosteten.

Kritik durch Politiker und Medien[Bearbeiten]

Wiederholt äußerten sich auch Politiker kritisch zu dem Spiel und seiner plakativen Betitelung. Im März 1999 forderte Volker Bulla, der damalige Geschäftsführer der Bündnis 90/Die Grünen-Fraktion im Kölner Stadtrat, per Telefax verschiedene Warenhausketten auf, das Spiel aus den Regalen zu nehmen, da mit dem Vertrieb eines solchen Spiels sämtliche Bemühungen der Polizei konterkariert und der zunehmenden Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr Vorschub geleistet werde.[3] Im September 2003 nannte auch Dirk Fischer, verkehrspolitischer Sprecher der CDU/CSU, die Spielserie als „im Sinne der Straßenverkehrsordnung absolut pervers“.[4]

Auch die BILD-Zeitung veröffentlichte kritische Äußerungen und brachte im Sommer 2003 einen Autounfall, bei dem zwei Fahranfänger ein Mädchen überfahren hatten, mit dem Spiel in Verbindung. Nach Meinung der Zeitung animiere das Spiel Jugendliche zum „Auffahren, Ausbremsen und Abdrängen“.[5]

Der Film[Bearbeiten]

2003 wurde unter der Lizenz des Spiels von Michael Keusch der Film Autobahnraser gedreht, zu welchem 2004 ein weiteres Spiel unter der Lizenz des Films veröffentlicht wurde. Als beteiligte Schauspieler sind hier unter anderem Alexandra Neldel und Collien Fernandes zu nennen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rezensionen zu Autobahn-Raser auf pcgamesdatabase.de
  2. GameStar-Ausgabe Mitte 2003
  3. PC Games 5/99, S. 3
  4. CDU/CSU: "Autobahn Raser" ist pervers!, PC Games
  5. PC Games 11/03, S. 13