Autodoc

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Autodoc GmbH

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Rechtsform GmbH
Gründung 1. Mai 2008[1]
Sitz Berlin, Deutschland
Leitung Alexej Erdle (Geschäftsführer)
Mitarbeiterzahl ~1.000 (2018)[2]
Umsatz 415 Mio. Euro (2018)[2]
Branche Onlinehandel
Website www.autodoc.de

Autodoc ist ein Unternehmen mit Hauptsitz in Berlin.[3] Es betreibt Onlineshops für Pkw- und Lkw-Ersatzteile in 26 europäischen Ländern.[4][5] Zu den Kunden gehören in erster Linie Privatpersonen und kleinere Werkstätten.[2][1] Das Unternehmen besteht seit 2008 und firmiert seit 2015 unter der Marke Autodoc. Es zählt aufgrund seines starken Wachstums zu den „Hidden Champions“ der Branche.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 gründeten Alexej Erdle und Max Wegner das Unternehmen E&S Pkwteile GmbH. Anlass hierfür war die Preispolitik vieler Werkstätten, Ersatzteile zu hohen Preisen zu verkaufen.[7] Unter der Domain pkwteile.de eröffneten sie einen Onlineshop, der Verbrauchern bessere Preise bieten konnte.[8] Die Geschäftsidee erwies sich als erfolgreich, das Unternehmen etablierte sich nachhaltig am Markt. Die Gründer verpackten und verschickten Ersatzteile zunächst selbst, 2009 wurde dann der erste Arbeitnehmer eingestellt.[7]

In den Anfangsjahren befand sich das Unternehmen in Berlin-Weißensee. 2010 wurden neue Räumlichkeiten in Berlin-Lichtenberg in Betrieb genommen.[8] Im Jahr 2011 begann die Expansion nach Österreich und in die Schweiz. 2012 folgten Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien.[6] Später wechselte das Unternehmen in größere Büro- und Logistikflächen innerhalb desselben Stadtteils.[7]

2015 firmiert das Unternehmen als Autodoc GmbH. Der Außenauftritt wurde nun durch Übersetzungen und länderspezifische Top-Level-Domains internationalisiert.[9] Im Geschäftsjahr 2016 überschritt der Umsatz die Marke von 100 Millionen Euro,[1] 2017 erreichte er mehr als 250 Millionen Euro.[10] 2018 nahm Autodoc auch Ersatzteile für Lastkraftwagen und andere Nutzfahrzeuge ins Sortiment auf.[5]

Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der europaweit umsatzstärkste Onlinehändler für Autoersatzteile.[4] Unabhängig von der Branche zählt das Unternehmen nach einer Auswertung der Financial Times im Jahr 2018, gemessen am Umsatz, zu den am schnellsten wachsenden Unternehmen in Europa.[11]

Seit Juni 2019 besitzt Autodoc eine Repräsentanz am Berliner Kurfürstendamm 22 (Kranzler-Eck). Der Standort in Berlin-Lichtenberg bleibt weiterhin der Hauptsitz des Ersatzteilehändlers.[12]

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptsitz in Berlin-Lichtenberg (2018)

Das Stammkapital von Autodoc beträgt derzeit 25.000 Euro. Die überwiegende Mehrheit der Geschäftsanteile entfällt auf Alexej Erdle und Max Wegner. Seit Gründung des Unternehmens ist Alexej Erdle auch alleinig geschäftsführender Gesellschafter.[13] Ein weiterer Gesellschafter des Unternehmens ist Vitalij Kungel, der die Prokura hat.[14]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Katalog des Unternehmens umfasst u. a. rund 2,5 Millionen Pkw- und Lkw-Ersatzteile aus den Bereichen Motor, Fahrwerk, Licht, Elektrik, Lüftung und Bereifung.[2]

Seit Januar 2019 ist Autodoc offizieller Partner der FIA World Rally Championship (WRC) und agiert als Sponsor bei allen europäischen Läufen.[15][16] 2018 war Autodoc offizieller Partner der ADAC Rallye Masters.[17]

Ende 2016 gab der Fußballverein Alemannia Aachen eine Partnerschaft mit dem Unternehmen bekannt. Das Unternehmen warb auf den Trikots der U15-, U16- und U19-Junioren.[18]

Autodoc unterhält begleitende YouTube-Kanäle mit Anleitungen für die Reparatur, beziehungsweise das Wechseln von Teilen an gängigen Automodellen.[19]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 erschienen Anzeigen von Autodoc auf Seiten mit rechtspopulistischen Inhalten. Das Unternehmen bestätigte die Anzeigenschaltung, wies aber die Vorwürfe der Nähe zu rechtsradikalem Gedankengut zurück und bekannte sich zu demokratischen Prinzipien.[20] Autodoc verweist darauf, dass wie im Onlinehandel allgemein üblich Banner über Drittdienstleister geschaltet werden (s. a. ProgrammaticAdvertising).[21]

Daneben seien, so berichtet die Zeitung New York Times, unter einer nur über die Eingabe der direkten URL abrufbaren Unterseite der Autodoc-Website Artikel mit zum Teil kontroversen gesellschaftlichen Themen abrufbar gewesen. Autodoc GmbH räumte auch das ein und verwies auf Suchmaschinenoptimierung, die mit solchen Inhalten stattfinde. Einzelne Stimmen bestreiten, dass Unterseiten mit Artikeln, die für den eigentlichen Unternehmenszweck irrelevante Inhalten beinhalten, nützlich für die Suchmaschinenoptimierung sind.[22] Suchmaschinenoptimierung ist ein wesentlicher Teil der Marketingstrategie von Autodoc. Die Unterseiten mit zweifelhaftem Inhalt hat Autodoc inzwischen gelöscht.[23][24]

Der RBB fasst die Unternehmensreaktion auf die Affäre wie folgt zusammen: "Der 'New York Times' sagte der Unternehmenssprecher von Autodoc, Thomas Casper, die Firma habe 'kein Interesse rechte Medien zu unterstützen', und ergänzte: 'Wir sind vehement gegen Rassismus und rechtsextreme Prinzipien'. Das Autodoc-Marketingteam arbeite bei der Online-Werbung mit Drittfirmen zusammen und das Unternehmen habe Kontrollmechanismen verschärft und eine externe Mediaagentur engagiert, mit denen man versuche zu garantieren, dass keine Werbung mehr auf Seiten mit rechtsextremen Inhalt platziert werde."[25]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Autodoc – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Jahresabschluss 2016. In: Unternehmensregister. Bundesanzeiger Verlag, 17. Mai 2018, abgerufen am 30. Oktober 2018.
  2. a b c d Menschen schrauben gern am eigenen Auto – Online-Ersatzteilhändler Autodoc expandiert stark. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 11. Dezember 2018.
  3. Impressum. Autodoc, abgerufen am 30. Oktober 2018.
  4. a b Ingo Jagels: Gute Geschäfte für Autodoc. In: Auto Motor Zubehör. Schlütersche Verlagsgesellschaft, 14. August 2018, abgerufen am 30. Oktober 2018.
  5. a b Autodoc expandiert weiter und bietet nun auch Lkw-Teile an. In: Finanzen.net. 5. Dezember 2018, abgerufen am 10. Dezember 2018.
  6. a b Alexander Hüsing: Ein Grownup, das kaum einer kennt (254 Mio. Umsatz). In: Deutsche-Startups. 25. Juli 2018, abgerufen am 30. Oktober 2018.
  7. a b c Autodoc feiert 10-jähriges Jubiläum. In: Presseportal. 4. Juli 2018, abgerufen am 30. Oktober 2018.
  8. a b pkwteile.de. In: Wayback Machine. Internet Archive, abgerufen am 30. Oktober 2018.
  9. autodoc.de. In: Wayback Machine. Internet Archive, abgerufen am 30. Oktober 2018.
  10. Autodoc: 10 Jahre am Markt. Autodoc, abgerufen am 11. Juni 2019.
  11. Ian Smith, David Blood, Ændrew Rininsland: The FT 1000: The Complete List of Europe’s Fastest-Growing Companies. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Financial Times. 6. April 2018, archiviert vom Original am 6. April 2018; abgerufen am 11. Juni 2019 (englisch).
  12. AUTODOC eröffnet Unternehmensrepräsentanz im Herzen von Berlin. Abgerufen am 1. Juli 2019.
  13. Alexej Erdle aus Berlin. In: Moneyhouse. Abgerufen am 30. Oktober 2018.
  14. Gesellschafterliste. In: Unternehmensregister. 29. Januar 2015, abgerufen am 30. Oktober 2018 (Amtsgericht Charlottenburg, HRB 114045).
  15. WRC seals Autodoc partnership. Abgerufen am 5. Juni 2019 (englisch).
  16. 23. Januar 2019 | AUTODOC steigt 2019 in das Sponsoring der FIA World Rally Championship (WRC) ein. In: cometis AG. 23. Januar 2019, abgerufen am 13. Juni 2019.
  17. ADAC Rallye Masters. In: ADAC Motorsport. Abgerufen am 30. Oktober 2018.
  18. Autodoc neuer Trikotsponsor im NLZ. Alemannia Aachen, 22. Dezember 2016, abgerufen am 30. Oktober 2018.
  19. autodoc.de. In: YouTube. Abgerufen am 10. Dezember 2018.
  20. [1]
  21. [2]
  22. [3]
  23. [4]
  24. Jo Becker: The Global Machine Behind the Rise of Far-Right Nationalism. In: The New York Times. 10. August 2019, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 17. August 2019]).
  25. Verteilung gesponserter Warnwesten an Grundschüler gestoppt Website des RBB. Abgerufen am 18. August 2019.