Automobilindustrie

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Entwicklung der weltweiten Jährlichen Automobilproduktion von 9500 Stück im Jahr 1900 auf heute nahezu 100 Millionen, das Zehntausendfache; die Weltkriegsjahre sind schwarz, Jahre weltweiter Wirtschaftskrisen grün gefärbt, 2014 und 2015 sind geschätzt. (→Tabelle). Zu beachten: logarithmische Darstellung!

Die Automobilindustrie ist ein Industriezweig, der sich der Massenproduktion von Automobilen und anderen Kraftfahrzeugen widmet. Sie entstand nach der Erfindung des Automobils 1885 durch Carl Benz gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Nach der Jahrhundertwende erlebte sie durch die von Ransom Eli Olds und vor allem von Henry Ford entwickelte Massenproduktion von Kraftfahrzeugen einen bedeutenden Aufschwung, der insgesamt, wenn auch schwächer werdend, bis heute anhält – unterbrochen vor allem durch die beiden Weltkriege und die Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre sowie in geringerem Maße die Ölkrisen der 1970er-Jahre und die Finanzkrise ab 2007.

1950 wurden erstmals mehr als 10 Millionen Fahrzeuge produziert, mehr als das Tausendfache von 1900. Seitdem stellt die Automobilindustrie in vielen Industrieländern wie den Vereinigten Staaten, Japan, Deutschland und Südkorea einen der bedeutendsten Industriezweige dar. In einem der nächsten Jahre wird das Überschreiten der 100-Millionen-Grenze erwartet.

In der Europäischen Union (EU-25) erwirtschaftete die Automobilindustrie im Jahr 2001 einen Umsatz von 643,550 Milliarden Euro, davon allein 264,525 Milliarden Euro oder 41,1 Prozent in Deutschland. Dafür beschäftigte sie rund 2.168.400 Mitarbeiter, darunter 863.201 oder 39,8 Prozent in Deutschland.[1]

Geschichte und Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaum ein anderes industrielles Massenprodukt veränderte den Alltag der Menschheit mehr als das Automobil. Seit dessen Erfindung gab es mehr als 2.500 Unternehmen, die Automobile herstellten. Viele davon, die im 19. Jahrhundert Eisenwaren oder Stahl produzierten, begannen Mitte des Jahrhunderts mit der Produktion von Waffen oder Fahrrädern und entwickelten dadurch die nötigen Kenntnisse, die Jahrzehnte später im Automobilbau benötigt wurden.

Nicht alle entwickelten sich zu großen Massenherstellern und zahlreiche verschwanden früher oder später wieder vom Markt. Dennoch kam und kommt es auch heute noch zu Neugründungen von Automobilherstellern. Diese erfolgen in unterschiedlichsten Marktsegmenten, doch in der Regel mit dem Ziel vergleichsweise geringer Stückzahlen für eine Marktnische, zum Beispiel Spezialfahrzeuge, exklusive Sportwagen oder Leichtelektromobile. Deren Fertigungsweise ist üblicherweise die Manufaktur, so dass sie nicht zur Automobilindustrie im engeren Sinne (der Massenproduktion) gehören.

Bei den Massenherstellern kam es schon bald, nachdem sich diese herausgebildet hatten, zu Fusionen und Unternehmensübernahmen. Bekanntes Beispiel ist der Verkauf der Adam Opel AG durch die Eigentümer an General Motors im Jahr 1929. Noch 1928 war Opel mit 44 Prozent aller produzierten Kraftfahrzeuge größter Fahrzeughersteller im Deutschen Reich. Auf diese und andere Weise kam es in der Automobilindustrie trotz des grundsätzlich andauernden Wachstums im Laufe der Zeit zu einer starken Marktbereinigung und Unternehmenskonzentration, so dass heute eine überschaubare Anzahl von Herstellern den Weltmarkt dominiert.

Mit dem Wachstum und dem gleichzeitigen abnehmenden Eigenwertschöpfungsanteil der Hersteller entwickelte sich auch eine bedeutende Zulieferindustrie.

Trotz der zahlreichen Zusammenschlüsse, Unternehmensaufgaben oder Liquidationen blieben viele Marken in der Automobilindustrie erhalten, zum Beispiel die von Opel. So beherbergt heute allein die Volkswagen AG unter ihrem Dach mehr als zehn Marken ehemals eigenständiger Unternehmen.

Bedeutende Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marken von Nutzfahrzeugherstellern, die keine Pkw-Marke sind[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existiert eine große Vielzahl reiner Nutzfahrzeugmarken, von denen hier nur sehr wenige bedeutende aufgelistet sind.

Statistiken weltweit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die weltgrößten Autohersteller nach Stückzahl und Umsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgeführt sind alle Unternehmen mit einer Produktion von mehr als einer Million Fahrzeugen.[2] Zugleich wurden die Umsätze der produktionsstärksten Autokonzerne in den Jahren 2008, 2012 und 2013 aufgeführt, die zu teils deutlich anderen Reihenfolgen führen.[3]

Rang Unternehmen Land Stückzahl
2014
davon
Pkw
Umsatz
2008
(Mrd. $)
Umsatz
2012
(Mrd. €)
Umsatz
2013
(Mrd. €)
1. Toyota Logo silver.svg Toyota JapanJapan Japan 10.475.338 8.788.018 204,800 151,443 172,367
2. VWAG-Logo.svg Volkswagen (VW) DeutschlandDeutschland Deutschland 9.894.891 9.766.293 167,900 192,676 197,007
3. Logo of General Motors.svg General Motors (GM) Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 9.609.326 6.643.030 149,000 110,561 112,863
4. Hyundai logo.svg KIA Motors.svg Hyundai Kia Automotive Group Korea SudSüdkorea Südkorea 8.008.987 7.628.779 40,100 52,641 54,410
5. Ford.svg Ford Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 5.969.541 3.230.842 146,300 96,984 106,684
6. Nissan Logo.svg Nissan JapanJapan Japan 5.097.772 4.279.030 88,700 65,369 70,115
7. Fiat Chrysler Automobiles ItalienItalien Italien 4.865.758 1.904.618 53,100 35,566 35,593
8. Honda-logo.svg Honda JapanJapan Japan 4.513.769 4.478.123 94,240 65,868 79,543
9. Suzuki logo 2.svg Suzuki JapanJapan Japan 3.016.710 2.543.077 k. A. 17,520 19,553
10. PSA Peugeot Citroën logo.svg PSA Peugeot Citroën FrankreichFrankreich Frankreich 2.917.046 2.521.833 56,300 55,446 54,090
11. Renault 2009 logo.svg Renault FrankreichFrankreich Frankreich 2.761.969 2.398.555 44,500 41,270 40,932
12. BMW logo.svg BMW DeutschlandDeutschland Deutschland 2.165.566 2.165.566 46,700 76,848 76,058
13. Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC) China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 2.087.949 1.769.837 k. A. k. A. k. A.
14. Mercedes-Benz free logo.svg Daimler DeutschlandDeutschland Deutschland 1.973.270 1.808.125 141,200 114,297 117,982
15. Changan Automobile China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 1.447.017 1.089.179 k. A. k. A. k. A.
16. Mazda JapanJapan Japan 1.328.426 1.261.521 28,800 14,847 18,027
17. Dongfeng Motor China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 1.301.695 745.765 k. A. k. A. k. A.
18. Mitsubishi logo 2.JPG Mitsubishi Motors JapanJapan Japan 1.262.342 1.199.823 k. A. 12,408 14,165
19. BAIC China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 1.115.847 538.027 k. A. k. A. k. A.
20. Tata Group.svg Tata Motors IndienIndien Indien 945.113 614.247 k. A. k. A. k. A.

Wert der Automobilmarken 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Von 2009 auf 2010 büßten alle Automobilmarken der Welt zusammen 15 % an Markenwert ein. Demnach war die wertvollste Marke der Automobilindustrie im Jahre 2010 die von BMW, Kernmarke des nach Umsatz zuletzt nur siebtplatzierten und nach Stückzahlen nur auf Platz 14 rangierenden Herstellers. Der nach Stückzahlen größte Produzent der Welt, Toyota, folgte mit seiner Kernmarke nahezu gleichauf auf Rang 2, während die zuletzt umsatzstärkste Volkswagen AG mit der wichtigsten ihrer zahlreichen Marken nur den achthöchsten Wert weltweit erreichte, noch knapp überflügelt von der Marke Ford. Allerdings ist zu beachten, dass Volkswagen allein mit seinen beiden Sportmarken Porsche auf Rang fünf und Audi auf Rang neun gleich zwei weitere Top-10-Marken unter seinem Konzerndach vereint, mit denen zusammen er die hohen Markenwerte von BMW und Toyota noch übertrifft.

Fahrzeugneuzulassungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Kraftfahrzeuge pro 1.000 Einwohner

In Westeuropa wurden im Jahr 2003 14.208.250 Personenkraftwagen erstmals für den Verkehr zugelassen. Weltweit waren es 56,3 Millionen Automobile. Während die Nachfrage nach Personenkraftwagen mit nur 1 % Wachstum fast stagniert wurden über 6 % mehr Nutzfahrzeuge gegenüber dem Jahr 2002 abgesetzt. Dieser Zuwachs spielt sich zumeist in den so genannten Entwicklungs- und Schwellenländern ab, mit China als Vorreiter im Wachstumsmarkt, wo gegenüber dem Jahr 2002 35 % mehr Automobile in den Verkehr gebracht wurden. Im Jahr 2006 wurden in den USA 16 Millionen Neuwagen verkauft, in China waren es 4 Millionen und in Indien eine Million.

Siehe Details unter: Wirtschaftszahlen zum Automobil

Statistiken nach Ländern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschäftigte in der Automobilindustrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land Beschäftigte 2010[4] Beschäftigte 2012[5]
DeutschlandDeutschland Deutschland 749.000 (=34,6 %) 812.514 (=35,4 %)
FrankreichFrankreich Frankreich 225.000 (=10,4 %) 243.779 (=10,6 %)
ItalienItalien Italien 171.000 162.865
PolenPolen Polen 149.000 156.865
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 136.000 146.000
TschechienTschechien Tschechien 140.000 143.227
SpanienSpanien Spanien 141.000 134.605
RumänienRumänien Rumänien 117.000 131.084
UngarnUngarn Ungarn 65.000 69.245
SchwedenSchweden Schweden 66.000 66.836
SlowakeiSlowakei Slowakei 51.000 61.571
BelgienBelgien Belgien 35.000 38.432
OsterreichÖsterreich Österreich 29.000 31.555
PortugalPortugal Portugal 30.000 30.021
NiederlandeNiederlande Niederlande 20.000 19.527
weitere EU-Staaten 42.000 48.290
Europäische Union 2.166.000 2.296.416

Autoindustrie in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chefs großer Automobilfirmen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Elektromobilitätsgipfel 2013 in Berlin. V.l.n.r: Neumann (Opel), Varin (ehemals PSA), Zetsche (Daimler), Wan Gang (China)

Die Automobilindustrie ist, gemessen am Umsatz, der mit Abstand bedeutendste Industriezweig Deutschlands. Im Jahr 2008 wurden 345,9 Mrd. € erwirtschaftet. Die nächst umsatzstärkste Branche, der Maschinenbau, brachte es auf 225,5 Mrd. €. Rund 747.000 Personen waren 2009 in der Automobilindustrie hierzulande beschäftigt.[6] Die Branche steuert mit rund 40 % den deutlich größten Anteil an den gesamten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen der deutschen Wirtschaft bei. Dies waren im Jahr 2009 ca. 22,1 Mrd. €.[7] Ihr Exportüberschuss macht weit über die Hälfte des gesamten Exportüberschusses Deutschlands aus.[8]

Deutschland ist nach China und den USA der drittgrößte Pkw-Produzent der Welt. Im Jahr 2010 wurden 5,55 Mio. Pkw produziert.[9] Charakteristisch an der hiesigen Pkw-Produktion ist ihre starke Exportorientierung. Während Japan, aber vor allem China und die USA stärker für das Inland produzieren, gehen von der deutschen Pkw-Produktion rund 69 % ins Ausland - die weltweit höchste Pkw-Exportquote.[10] Nach der Anzahl der verkauften Fahrzeuge wechseln sich daher Japan und Deutschland seit Jahren als Pkw-Exportweltmeister ab. Geht es jedoch nach dem Wert des Pkw-Exports, so liegt Deutschland mit weitem Abstand vor Japan, weil im Ausland insbesondere seine großen und hochpreisigen Fahrzeuge nachgefragt werden.[11]

Automobilproduktion, Kraftfahrzeugbestand und Neuzulassungen in Deutschland: Siehe Details unter Wirtschaftszahlen zum Automobil.

Autoindustrie in Japan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der heimische Automobilbau in Japan begann, als Fusazō Mori (森 房造, Mori Fusazō) 1903, nachdem er auf einer Messe US-Automobile gesehen hatte, Torao Yamaba (山羽 虎夫, Yamaba Torao) mit dem Bau eines Busses beauftragte.[12] Das Ergebnis war der „Yamaba-Dampfbus“ (山羽式蒸気バス, Yamaba-shiki jōki basu) von 1904.[13] Das erste benzingetriebene Fahrzeug folgte 1907[12] auf Geheiß von Prinz Takehito Arisugawa durch Shintarō Yoshida (吉田 真太郎, Yoshida Shintarō) und Komanosuke Uchida (内山 駒之, Uchida Komanosuke), die sich vom französischen Darracq inspirieren ließen. Von diesem, nach den Geräuschen die es machte, Takurī (タクリー号, Takurī-gō) genannten Fahrzeug wurden 10 Exemplare gefertigt.[14] 1923 oder 1925 begann Jun’ya Toyokawa (豊川 順弥, Toyokawa Jun’ya), der Gründer des Unternehmens Hakuyōsha (白楊社), mit der Produktion des Ōtomo (オートモ号, Ōtomo-gō),[15] der das erste Exportfahrzeug Japans werden sollte.[12]

Absatz und Marktanteile nach Herstellern in Japan 2005[16]
Unternehmen Pkw + Lkw Anteil Pkw Anteil Lkw Anteil %
Toyota 1.719.060 29,3 % 1.519.980 32,0 % 194.012 17,8 %
Nissan 842.133 14,4 % 718.295 15,1 % 120.187 11,0 %
Honda 709.782 12,1 % 661.450 13,9 % 48.332 4,4 %
Suzuki 704.099 12,0 % 551.215 11,6 % 152.884 14,0 %
Daihatsu * 605.600 10,3 % 445.609 9,4 % 155.545 14,3 %
Mazda 295.128 4,9 % 233.092 4,9 % 51.226 4,7 %
Mitsubishi 256.228 4,4 % 187.380 3,9 % 68.848 6,3 %
Fuji 248.400 4,2 % 162.184 3,4 % 84.216 7,7 %

*) Daihatsu Motor Co., Ltd. ist seit 1967 eng mit der Toyota Motor Co., Ltd. und Toyota Motor Sales Co., Ltd. verbunden

Autoindustrie in Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Österreichs Autoindustrie blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits um 1900 wurde von Gräf & Stift der Vorderradantrieb erfunden, und die Steyr-Werke zählten in den 1930er-Jahren mit zu den führenden Autoherstellern Europas. Nicht zuletzt durch den Zweiten Weltkrieg und durch Fehlentwicklungen scheiterten allerdings sämtliche österreichische Hersteller in den Nachkriegsjahrzehnten und wurden infolgedessen aufgekauft (Steyr Daimler Puch AG, Gräf & Stift, Puch, …) oder mussten schließen.

Auf Grund dieser Schließungen und der geringer werdenden Bedeutung innerhalb der Gesamtwirtschaft kam es zu Bemühungen durch den damaligen Bundeskanzler Bruno Kreisky einen Austro-Porsche zu bauen, also wieder eine schlagkräftige Autoindustrie aufzubauen. Dieser Aufschwung begann durch die Ansiedlung des Motorenwerkes in Wien-Aspern von General Motors. Heute spielt die Autoindustrie in Österreich nach wie vor eine sehr wichtige Rolle. Bald wurden wertmäßig mehr Autozulieferteile exportiert als fertige Fahrzeuge importiert. Denn aufgrund vorhandenen Know-hows und einem hohen Innovationsgrad investieren internationale Autokonzerne, allen voran BMW in Steyr oder MAGNA in Graz, immer wieder in österreichische Standorte. Mittlerweile existieren 3 Autocluster (AC Styria mit 180 Unternehmen, darunter auch slowenische, kroatische und ungarische Unternehmen. 30.000 von den 44.000 Mitarbeitern sind in Österreich tätig; AC Oberösterreich, AC Vienna Region), um die Zusammenarbeit der Autohersteller und deren Zulieferer zu fördern. Dadurch soll die Effizienz und die internationale Konkurrenzfähigkeit gesteigert werden, um die heimischen Standorte zu stützen. Denn schließlich hat man seit der Osterweiterung mit der Slowakei und deren boomender Autoindustrie rund um Bratislava, welches sehr nahe an der österreichischen Grenze liegt, die Konkurrenz direkt vor der sprichwörtlichen „eigenen Haustüre“.

Doch selbst in dieser Zeit der Globalisierung, des Outsourcing, und der Wirtschaftsflaute in Europa, konnten Österreichs Zulieferbetriebe – vorwiegend mittelständische Unternehmen mit hohem Exportanteil – Umsatz- und Absatzzuwächse erzielen. Der Automobilsektor zählt daher zu den wenigen stark wachsenden Industriezweigen in Österreich (durchschnittliches Jahreswachstum zwischen 2000 und 2003 je 10 %). Grund dafür ist selbstverständlich nicht die bevölkerungsbedingt geringe Inlandsnachfrage, sondern die international gute Wettbewerbsfähigkeit, erkenntlich durch ungebrochen starke Beliebtheit bei den deutschen Autoherstellern, welche den größten Abnehmer österreichischer Automotive (BMW lässt einen Großteil aller benötigten Motoren in Steyr entwickeln und fertigen, bzw. alle Typen von Dieselmotoren im Motorenkompetenzzentrum Steyr entwickeln) darstellen. Wichtige Abnehmer im Ausland sind u. a. Daimler, BMW, VW und Audi. Der Automobilsektor erwirtschaftet mit 38 Mrd. Euro rund 10 % der österreichischen Industrieleistung.

Automobilbranche in Österreich (Hersteller und Zulieferbetriebe) in Zahlen (2003):

  • rund 600 Unternehmen mit ca. 175.000 Mitarbeitern
  • 2,1 Millionen Motoren und Getriebe
  • 200.000 Pkws (2004)
  • 25.000 Lkws
  • 18.000 Anhänger und 8.500 Traktoren

Folgende Fahrzeughersteller sind in Österreich vertreten:

Hinzu kommen mehrere hundert teils stark expandierende (meist mittelständische) Zulieferbetriebe, die nicht nur an die in Österreich vertretenen Fahrzeughersteller verkaufen, sondern großteils exportieren, wie zB. voestalpine motion in Linz, MIBA AG in Laakirchen, FACC (Fischer Advanced Composites Components AG) in Ried, Epcos in Deutschlandsberg, Eybl International AG, AVL List, Pankl Racing Systems.

Autoindustrie in Polen 2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2009 ging die Automobil-Produktion in Polen um 9,2 % auf 899.700 Einheiten zurück. Davon entfielen 605.800 Einheiten auf Fiat Auto Poland. Die Fiat-Werke in Tychy bei Bielsko-Biala leisteten 67 % der polnischen Autoproduktion. Bei Opel Gliwice ging die Produktion um 45 % von 171.700 (2008) auf 94.900 Autos (2009) zurück. VW Poznan baute mit 138.200 Einheiten (2009) 22 % weniger Pkw und Lieferwagen als 2008. Bei FSO in Warschau sank die Produktion um 60 %. Hier wird neben dem kompletten Chevrolet Aveo der Daewoo Matiz vorgefertigt, der dann zur Endmontage in die Ukraine geht. Marktanteile der Autohersteller in Polen: : Fiat 67,3 %; VW 15,4 %, Opel 10,7 % und FSO 6,6 %.

Unternehmen Standort Marke Stückzahl
Auto Fiat Poland Tychy Fiat Panda 298.000
Auto Fiat Poland Tychy Fiat 500 184.100
VW Polska Poznan VW Caddy 127.300
Auto Fiat Polska Tychy Ford Ka 112.500
GM Europe Gliwice Opel Zafira, Astra III und IV 94.600
GM, FSO Warszawa Chevrolet Aveo 31.000
insgesamt Polen - 899.700

Autoindustrie in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktanteile der wichtigsten Automobilhersteller 2008[17]
Unternehmen Pkw-Zulassungen Veränderung 2008/07 Marktanteil
Volkswagen 32.183 +4,0 % 11,2 %
Opel 18.670 −8,9 % 6,5 %
Audi 16.964 +6,1 % 5,9 %
BMW 16.134 −4,3 % 5,6 %
Toyota 15.224 −11,2 % 5,3 %
Ford 14.768 +21,4 % 5,1 %
Renault 14.580 −2,1 % 5,1 %
Fiat 14.122 +26,5 % 4,9 %
Mercedes-Benz 13.919 +3,6 % 4,8 %
Peugeot 13.708 −5,9 % 4,8 %
Škoda Auto 11.134 +23,8 % 3,9 %
Citroën 10.391 −8,6 % 3,6 %
Alle Hersteller 288.525 +1,4 % 100,00 %

In der Schweiz gibt es einige wenige Hersteller von Autobussen, Nutzfahrzeugen und Solar-/Elektromobilen, die bekanntesten sind Mowag (Militärfahrzeuge), Hess AG (Autobusse) und Bucher Industries (Kommunalfahrzeuge).

Autoindustrie in der Slowakei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits seit in den 1960ern erfolgte der Aufbau einer Automobilindustrie in der heutigen Slowakei. Durch ausländische Investoren ist die Slowakei in den ersten Jahren ihrer Mitgliedschaft bei der EU zu einem sehr bedeutenden Fahrzeughersteller herangewachsen, wenn auch kein einziger Hersteller seine Unternehmenszentrale in der Slowakei hat, man also eigentlich keine einzige Type als eine slowakische bezeichnen kann. Wenn man die Fahrzeugerzeugung pro Einwohner des Landes rechnet, so ist die Slowakei weltweit führend. Die drei großen Fahrzeughersteller in der Slowakei sind Volkswagen in Bratislava, PSA Peugeot Citroën in Trnava und KIA in Žilina. Betrug im Jahr 2000 die Anzahl der erzeugten Einheiten noch 180.000, so wuchs dies bis 2007 auf 570.000 Stück, wobei für 2008 nochmals eine große Steigerung auf 640.000 Stück angenommen wurde.[18]

Autoindustrie in Südkorea[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktanteile der wichtigsten Automobilhersteller 2016[19]
Marke Absatz Anteil
Hyundai 654.738 35,7 %
Kia 535.001 29,2 %
Chevrolet 182.075 09,9 %
Renault Samsung 111.101 06,1 %
SsangYong 103.554 05,6 %
Mercedes 056.343 03,1 %
BMW 048.459 02,6 %
Genesis 023.328 01,3 %
Audi 016.718 00,9 %
Volkswagen 013.178 00,7 %

Autoindustrie in den USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

US-Markt für Pkw und Lkw (bis 6,4 t) 2016[20]
Unternehmen Absatz davon Autos davon Light Trucks
General Motors 3.042.421 890.716 2.151.705
Ford Motor Co. 2.599.211 694.046 1.905.165
Chrysler 2.211.057 314.482 1.896.575
Toyota 2.449.587 1.146.958 1.302.629
Honda 1.637.942 824.699 81.3243
Nissan 1.564.423 811.090 753.333
Hyundai 775.005 554.027 220.978
Kia 647.598 407.535 240.063
Mazda 297.773 150.555 147.218
Volkswagen 322.948 275.087 47.861
Audi 210.213 110.052 100.161
BMW 313.174 181.419 131.755

Kritik von Umweltverbänden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Umweltverbänden werden Autohersteller für die Feinstaubbelastung, die Zerstörung kostbarer Landschaften als auch für deren Beitrag zum Klimawandel mitverantwortlich gemacht. Der Anteil des Straßenverkehrs an der anthropogenen Emission von CO2 liegt bei 11,5 %.[21] Der Beitrag, den Autos zum Feinstaub beitragen, verursacht durch Dieselruss, Bremsbelag- und Reifenabrieb, beträgt 20–60 %,[22] wodurch die Lebenserwartung in der EU um mehr als 8 Monate sinkt.[23]

Nach einer Schätzung der Weltbank sterben jährlich etwa 1,3 Millionen Menschen an Verkehrsunfällen und etwa 50 Millionen werden verletzt, was Kosten von 1–2 % des jeweiligen Bruttoinlandsprodukts verursacht.[24]

Umweltverbände kritisieren weiter, dass die Autoindustrie trotz einer Marktsättigung mit öffentlichen Mitteln gefördert wird, und zwar bei der Neuansiedlung von Autofabriken, beim Ausbau von Straßen, einer Verschrottungsprämie oder der Errichtung von Parkanlagen, oft mit dem Argument der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Wettbewerbsfähigkeit einer Region.

Greenpeace stellte 2001 eine Strafanzeige gegen die Autoindustrie aufgrund des Lungenkrebsrisikos durch Dieselabgase. 2006 verklagte ein kalifornischer Generalstaatsanwalt sechs Autokonzerne, weil sie die Erderwärmung mit verantworten. Die Volkswagen-Gruppe landete in einer Studie aus 2009[25] auf dem drittletzten Platz.

Auch zahlreiche Künstler thematisieren in ihren Werken Emotionen oder Gefahren rund um das Auto. Im Medienkunstprojekt Warnviereck[26] wird von der Autoindustrie ein Warnhinweis gefordert, der ähnlich wie bei Zigarettenpackungen auf und in Autos angebracht werden solle.

Umbrüche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größere Umbrüche könnten der Automobilindustrie durch das Aufkommen disruptiver Technologie (siehe Autonomes Fahren oder Elektromobilität) oder einer Verkehrswende ins Haus stehen.[27][28]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz W. Peren (Hrsg.): Krise als Chance. Wohin steuert die deutsche Automobilwirtschaft? Gabler Verlag, 1994, ISBN 3-409-19190-9.
  • Franz W. Peren, Helmut H. A. Hergeth (Hrsg.): Customizing in der Weltautomobilindustrie: Kundenorientiertes Produkt- und Dienstleistungsmanagement. Campus Verlag, 1996, ISBN 3-593-35494-2.
  • Gerhard Schröder: Automobilindustrie in Niedersachsen – Industriepolitische Gestaltungsspielräume zur Überwindung der Krise. In: Franz W. Peren (Hrsg.): Krise als Chance. Wohin steuert die deutsche Automobilwirtschaft? Gabler Verlag, 1994, ISBN 3-409-19190-9. (Gerhard Schröder war Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland von 1998 bis 2005)
  • Jacques Calvet: Das Produktentwicklungsmanagement von Peugeot und Citroen. In: Franz W. Peren, Helmut H. A. Hergeth (Hrsg.): Customizing in der Weltautomobilindustrie: Kundenorientiertes Produkt- und Dienstleistungsmanagement. Campus Verlag 1996, ISBN 3-593-35494-2. (Jacques Calvet war Vorsitzender des Vorstandes von PSA Peugeot Citroen von 1984 bis 1997)
  • Werner Neubauer, Bernd Rudow (Hrsg.): Trends in der Automobilindustrie: Entwicklungstendenzen – Betriebsratsarbeit – Steuer- und Fördertechnik – Gießereitechnik – Informationstechnologie – Informations- und Assistenzsysteme. 2012, ISBN 978-3-486-71527-9.
  • Willi Diez: Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie – Herausforderungen und Perspektiven. 2012, ISBN 978-3-486-71398-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Automobilindustrie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Automobilindustrie – in den Nachrichten
 Wiktionary: Autoindustrie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Automobilindustrie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Kraftfahrzeugindustrie in der Europäischen Union. (Memento vom 21. November 2006 im Internet Archive)
  2. OICA: Production Statistics
  3. Die Umsätze 2008 wurden aus einer älteren Version dieses Artikels übernommen, sind jedoch ohne Nachweis; die Umsätze 2012 und 2013 stammen aus: Peter Fuß: Die größten Automobilhersteller weltweit. Eine Analyse wichtiger Bilanzkennzahlen Kalenderjahr 2013. Ernst & Young, 2014, abgerufen am 15. März 2015 (PDF).
  4. The ACEA Industry Pocket Guide 2013. (Memento vom 18. September 2013 im Internet Archive) auf: acea.be
  5. acea.be
  6. Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2011, S. 370.
  7. Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V., Facts. Zahlen und Fakten aus der Wissenschaftsstatistik GmbH im Stifterverband, Januar 2011, S. 2.
  8. Im Jahr 2009 betrug der Anteil am gesamten deutschen Exportüberschuss 55 %, vgl. Statistisches Bundesamt, Wirtschaft und Statistik 1/2010. Bruttoinlandsprodukt 2009, S. 19, International Auto Statistics, edition 2010, S. 374 ff.
  9. oica.net
  10. Verband der Automobilindustrie, Daten zur Automobilwirtschaft, Ausgabe 2011, S. 249.
  11. Der Pkw-Exportwert Deutschlands betrug im Jahr 2009 72,8 Mrd. €, der japanische betrug 44,6 Mrd. €, vgl. Verband der Automobilindustrie, International Auto Statistics, edition 2010, S. 374/375.
  12. a b c Civilization, Imported Cars, and the Birth of Domestic Production. In: Toyota Automobile Museum. Abgerufen am 3. Dezember 2010 (englisch).
  13. Yamaba Steam Bus. In: 240 Landmarks of Japanese Automotive Technology. Society of Automotive Engineers of Japan, abgerufen am 3. Dezember 2010 (englisch).
  14. Takuri. In: 240 Landmarks of Japanese Automotive Technology. Society of Automotive Engineers of Japan, abgerufen am 3. Dezember 2010 (englisch, im Fließtext ist 1902 angegeben, statt korrekt 1907 wie in der Tabelle).
  15. Otomo. In: 240 Landmarks of Japanese Automotive Technology. Society of Automotive Engineers of Japan, abgerufen am 3. Dezember 2010 (englisch).
  16. Bundesagentur für Außenwirtschaft, bzw. JAMA
  17. Bundesagentur für Außenwirtschaft
  18. SLOWAKEI – 1. Rang Erzeuger/Kopf (PDF; 1,4 MB) Vortrag bei der Wirtschaftskammer Österreich am 2. April 2008 abgerufen am 21. Februar 2009.
  19. South Korea market report. Full Year 2016. In: Focus2move. 24. Januar 2017, abgerufen am 25. Januar 2017 (englisch).
  20. WSJ: Auto Sales - Markets Data Center
  21. Klimawandel: Wie der Mensch die Umwelt beeinflusst. In: auto-umwelt.de, abgerufen am 13. Juli 2011
  22. Kein Diesel ohne Filter. In: nabu.de, abgerufen am 13. Juli 2011
  23. Eine halbe Million Tote durch Feinstaub. In: heise.de, abgerufen am 13. Juli 2011
  24. Death on Wheels. Making Roads Safe in Europe and Central Asia. Human Development Department/The World Bank (PDF; 4,7 MB) S. xii.
  25. Report: How clean are Europe’s cars? In: duh.de (PDF; 1,5 MB)
  26. Medienkunstprojekt Warnviereck. Abgerufen am 11. Juni 2011.
  27. 3sat, VW: "The next big thing"
  28. 30 Prozent der Autos würden reichen. In: Die Zeit. 26. September 2016, abgerufen am 18. Mai 2017.