Autokephalie (Kirche)

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Unter autokephalen Kirchen (autokephal „eigenständig“; aus griechisch αὐτό- auto- „selbst-“ und κεφαλή kephalē „Haupt“) versteht man jene orthodoxen und altorientalischen Kirchen, die von einem eigenen Oberhaupt regiert werden und selbst den Erzbischof bzw. Metropoliten wählen.[1] Die meisten orthodoxen Kirchen gehören zu dieser Gruppe.[2]

Autokephale Kirchen sind unabhängig. Sie unterstehen nicht dem Patriarchen, Metropoliten, Erzbischof oder Katholikos oder Synode eines anderen Landes.[3] Ihr Zusammenhang mit der orthodoxen Gesamtkirche ist nicht organisatorischer Art, sondern besteht im gemeinsamen Glauben, Gottesdienst und Kirchenrecht. Im Gegensatz dazu hat bei der Benennung des Oberhauptes einer der autonomen orthodoxen Kirchen, die meist recht klein sind, eine übergeordnete Kirche ein Mitspracherecht.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Galitis, Georg Mantzaridis, Paul Wiertz: Glauben aus dem Herzen. Eine Einführung in die Orthodoxie. 2., überarbeitete und ergänzte Auflage. TR Verlagsunion, München 1988, ISBN 3-8058-1877-7.
  • Karl Christian Felmy: Einführung in die orthodoxe Theologie der Gegenwart. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1990, ISBN 3-534-01834-6.
  • Athanasios Basdekis: Die Orthodoxe Kirche. Eine Handreichung für nicht-orthodoxe und orthodoxe Christen und Kirchen. Otto Lembeck, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-87476-377-3.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Basdekis, S. 30
  2. Galitis u. a., S. 254
  3. Vgl. Basdekis, S. 31 f.
  4. Galitis u. a., S. 255