Automatische Schusswaffe

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Automatische Schusswaffen sind Schusswaffen, die nach Abgabe eines Schusses selbsttätig erneut schussbereit werden. Es wird unterschieden zwischen halbautomatischen Schusswaffen und vollautomatischen Schusswaffen.

Halbautomatische Schusswaffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch als Selbstlader bezeichnet. Dies sind Schusswaffen, bei denen durch einmalige Betätigung des Abzuges oder einer anderen Schussauslösevorrichtung jeweils nur ein Schuss abgegeben wird und die danach selbsttätig erneut schussbereit werden. Beispiele: Selbstladepistole, Selbstladegewehr.

Vollautomatische Schusswaffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch Maschinenwaffen, Serienfeuerwaffen genannt. Hier handelt es sich um Schusswaffen, die Schüsse respektive Serienfeuer abgeben, solange der Abzug durchgezogen wird oder solange dies eine andere Schussauslösevorrichtung bewirkt und sich Munition im Magazin befindet. Diverse dieser Waffen sind wahlweise auf Halbautomatik respektive Einzelfeuer umschaltbar. Beispiele: Reihenfeuerpistole, Maschinenpistole, Maschinengewehr, Sturmgewehr, Maschinenkarabiner, Maschinenkanone

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Nachladen der automatischen Schusswaffen wird die Schussenergie benutzt. Unterschieden wird zwischen Rückstoßladern und Gasdruckladern. Bei Rückstoßladern wird zudem zwischen Waffen mit Masseverschluss und mit verzögertem Masseverschluss unterschieden. Mit Bezug auf die Verschlussstellung vor dem Abschuss unterscheidet man zwischen aufschießenden Waffen (meist Halbautomaten) und zuschießenden Waffen (meist Serienfeuerwaffen).

Halbautomaten sind meist aufschießende Waffen, der Verschluss ist in vorderer Stellung, die Patrone befindet sich im Patronenlager. Beim Auslösen des Schusses erfolgt keine Erschütterung durch den vorschnellenden Verschluss, die Waffe bleibt in der Ziellinie. Bei den meist zuschießenden Serienfeuerwaffen ist es notwendig, die Erschütterung durch den vorschnellenden Verschluss und den Rückstoß der abgefeuerten Schüsse durch eine Lafette oder Vorderstützen zu vermindern.

Andere Systeme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mit Ausnahme des Webley Fosbery-Revolvers gelten Double-Action-Revolver nicht als halbautomatische Schusswaffen, da die Trommel durch das Betätigen des Abzuges oder Spannen des Hahns durch den Schützen weitergedreht wird um eine neue Patrone vor den Lauf und den Schlagbolzen zu bringen und die Waffe schussbereit zu machen.
  • Bei den für Spiel und Sport gedachten Paintball-Farbmarkierern und Softairwaffen gilt diese Unterscheidung ebenfalls. Sie werden jedoch mit Druckgas oder elektropneumatisch angetrieben, enthalten also keine Patronenmunition, sondern Plastik- oder Farbkugeln.

Rechtliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DECHlastige Artikel Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland und der Schweiz dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das deutsche Waffengesetz definiert vollautomatische Schusswaffen als solche, bei denen durch einmalige Abzugsbetätigung mehrere aufeinanderfolgende Schüsse aus einem Lauf abgefeuert werden. Hierbei ist zu beachten, dass sich dieses Gesetz auf den zivilen Bereich beschränkt und mehrläufige Maschinenwaffen im Kriegswaffenkontrollgesetz unter dem Punkt Kriegsschusswaffen behandelt werden. Die Genehmigung zum Privatbesitz vollautomatischer Schusswaffen bedarf einer BKA-Sondergenehmigung, welche nur in seltenen Ausnahmefällen erteilt wird. Insofern dient die Definition im Waffengesetz eher der Abgrenzung zu anderen Begriffen.
  • Als vollautomatische Schusswaffen gelten nach dem deutschen Waffengesetz auch Schusswaffen, die mit allgemein gebräuchlichen Werkzeugen zu vollautomatischen Schusswaffen umgebaut werden können. Ebenso gelten als Vollautomaten auch zu Halbautomaten umgebaute Vollautomaten, die sich mit einfachen Mitteln wieder zu Vollautomaten zurückbauen lassen.

In Deutschland ist es Privatpersonen verboten, vollautomatische Waffen zu besitzen. Sie gelten als Kriegswaffen.[1][2] Der Besitz oder Handel mit Kriegswaffen wird mit Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren bestraft.

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweiz fallen vollautomatische Schusswaffen gemäss dem Waffengesetz, Artikel 5 unter den Begriff Seriefeuerwaffen, deren Erwerb und Besitz verboten ist. Dies gilt auch für solche, die zu halbautomatischen Waffen abgeändert worden sind. Zudem verbietet das Gesetz das Schiessen mit Serienfeuerwaffen. Die kantonalen Behörden können in begründeten Einzelfällen (z. B. für Sammler) Ausnahmebewilligungen erteilen. Diese Bewilligungen enthalten Vorschriften, welche durch die Behörde regelmässig überprüft werden. So sind u. a. Verschluss und Waffe „getrennt und vor dem Zugriff Dritter geschützt“ aufzubewahren.

Zu halbautomatischen Feuerwaffen abgeänderte schweizerische Ordonnanz-Seriefeuerwaffen gelten nicht als Waffe im Sinne von Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe a des Waffengesetzes (SR 514.54).

Das persönliche Sturmgewehr (eine Seriefeuerwaffe) des Soldaten, welches dieser während seiner aktiven Zeit zu Hause aufbewahrt, ist nicht dem Waffengesetz unterstellt. Während dieser Zeit kommen das Militärgesetz und die militärischen Vorschriften zur Anwendung. Wird dem Soldaten nach erfüllter Dienstpflicht eine zu einer halbautomatischen Waffe abgeänderte Seriefeuerwaffe zu Eigentum übergeben, so gilt Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe a des Waffengesetzes (SR 514.54).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rolf Wirtgen: Geschichte und Technik der automatischen Waffen in Deutschland. Bd. 1: Von den Anfängen bis 1871 (= Wehrtechnik und wissenschaftliche Waffenkunde, Bd. 1). Mittler, Herford u. a. 1987, ISBN 3-8132-0262-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Selbstladepistole – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Maschinengewehr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anlage zum Kriegswaffenkontrollgesetz
  2. Anlage 1 zum Waffengesetz