Auvergne

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Auvergne (Begriffsklärung) aufgeführt.
Auvergne
Flagge der Region Auvergne Wappen der Region Auvergne
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Über dieses Bild
Basisdaten
Verwaltungssitz Clermont-Ferrand
Präsident des Regionalrats René Souchon[1] PS
Bevölkerung

 – gesamt 1. Januar 2012
 – Dichte

1.354.104 Einwohner
52,1 Einwohner je km²

Fläche

 – gesamt
 – Anteil an Frankreich:

26.013 km²
4,1 %

Départements 4
Arrondissements 14
Kantone 158
Gemeinden 1.310
ISO 3166-2-Code FR-C
Vulkanlandschaft der Auvergne

Die Auvergne (Okzitanisch Auvèrnhe) ist eine Region in Zentralfrankreich, die aus den Départements Puy-de-Dôme, Cantal, Haute-Loire und Allier besteht. Sie hat eine Fläche von 26.013 km² und 1.354.104 Einwohner (Stand 1. Januar 2012). Hauptstadt der Region ist Clermont-Ferrand.

Geographie[Bearbeiten]

Ein großer Teil der Region Auvergne gehört zum vulkanischen Zentralmassiv mit den Vulkanketten Chaîne des Puys und den Monts Dore. Höchste Berge sind der Puy de Sancy (1886 m) und der Plomb du Cantal (1852 m); bekanntester Vulkankegel ist der Puy de Dôme (1465 m). Landschaften mit historisch und/oder geographisch eigenständigem Charakter sind das Bourbonnais, die Limagne, das Livradois und das Velay. Zahlreiche Flüsse entspringen in oder nahe der regenreichen Auvergne – die bekanntesten sind die nach Norden fließende Loire und ihr Nebenfluss, der Allier sowie die nach Südwesten entwässernde Dordogne.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Gold eine rote Kirchenfahne mit grünem Saum.

Geschichte[Bearbeiten]

Wie der bei Saint-Nectaire stehende Dolmen, aber auch andere prähistorische Funde beweisen (→ Weblink), wurde die Auvergne von vorgeschichtlichen Menschen durchstreift. Kelten, Römer, Westgoten und Franken hinterließen kaum archäologische Spuren, wenngleich ihre Anwesenheit durch schriftliche Dokumente überliefert ist.

Die Auvergne ist eine der historischen Provinzen Frankreichs. Der Name der Region ist abgeleitet von den Arvernern, einem Gallier-Stamm, der zur Zeit der Eroberung durch die Römer in dieser Gegend siedelte. In der Spätantike wurde die Auvergne in den 70er Jahren des 5. Jahrhunderts von den Westgoten unter Eurich erobert (siehe auch Sidonius Apollinaris) und ging zu Beginn des 6. Jahrhunderts im Frankenreich auf.

Während des Mittelalters entstanden in der Auvergne vier Herrschaftsgebiete. Die Grafschaft Auvergne umfasste zunächst die gesamte Provinz, aber während des 12. Jahrhunderts etablierte der Bischof von Clermont in Clermont-Ferrand eine eigenständige Herrschaft. Um 1155 separierte sich das so genannte Delfinat von Auvergne um die Monts Dore. Im Jahr 1213 wurde die Auvergne von königlichen Truppen besetzt, der Graf erhielt von seinem ehemaligen Besitz nur noch einen kleineren Teil im Osten der Provinz zurückerstattet. Der größere Rest mit dem Hauptort Riom verblieb im königlichen Besitz (terre royale d'Auvergne), mit dem dann der Prinz Alfons von Poitiers ausgestattet wurde. Nach dessen Tod kam dieses Land wieder an die Krone, bis König Johann II. 1360 daraus das Herzogtum Auvergne für einen seiner Söhne bildete.

Im Jahr 1651 kam die Grafschaft an Frédéric-Maurice de La Tour d’Auvergne, duc de Bouillon, der die Auvergne und Albret im Tausch gegen die strategisch wesentlich wichtigeren Sedan und Raucourt erhielt. Dessen Nachkommen wurden während der Französischen Revolution abgesetzt. Im Jahr 1790 wurde die historische Provinz in die jetzigen Départements aufgeteilt. Haute-Loire und Allier umfassen auch Teile der historischen Provinzen Bourbonnais, Lyonnais und Languedoc.

Mit der Einrichtung der Regionen (1960) entstand die Auvergne in den derzeitigen Grenzen neu. Im Jahr 1972 erhielt die Region den Status eines Établissements public unter Leitung eines Regionalpräfekten. Durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 erhielten die Regionen den Status von Collectivités territoriales (Gebietskörperschaften), wie ihn bis dahin nur die Gemeinden und die Départements besessen hatten. Im Jahre 1986 wurden die Regionalräte erstmals direkt gewählt. Seitdem wurden die Befugnisse der Region gegenüber der Zentralregierung in Paris schrittweise erweitert.

Zum 1. Januar 2016 wird die Region Auvergne mit der benachbarten Region Rhône-Alpes zur neuen Region Auvergne-Rhône-Alpes fusionieren.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Städte[Bearbeiten]

Die Landschaften der Auvergne

Die bevölkerungsreichsten Städte der Auvergne sind:

Stadt Einwohner (Jahr) Département
Clermont-Ferrand 141.569 (2012) Puy-de-Dôme
Montluçon 38.072 (2012) Allier
Aurillac 27.074 (2012) Cantal
Vichy 25.315 (2012) Allier
Cournon-d’Auvergne 19.223 (2012) Puy-de-Dôme
Moulins 18.959 (2012) Allier
Le Puy-en-Velay 18.599 (2012) Haute-Loire
Riom 18.484 (2012) Puy-de-Dôme
Chamalières 17.480 (2012) Puy-de-Dôme
Issoire 14.296 (2012) Puy-de-Dôme

Sprache[Bearbeiten]

Die Sprache der Provinz ist ein Dialekt der Okzitanischen Sprache, der in den drei Départements der Auvergne gesprochen wird (Cantal, Haute-Loire und Puy-de-Dôme).

Politische Gliederung[Bearbeiten]

Die Region Auvergne untergliedert sich in vier Départements:

Département Präfektur ISO 3166-2 Arrondissements Kantone Gemeinden Einwohner (Jahr) Fläche
(km²)
Dichte
(Einw./km²)
Allier Moulins FR-03 3 35 320
000000000342911.0000000000342.911 (2012)
000000000007340.00000000007.340 000000000000046.700000000046,7
Cantal Aurillac FR-15 3 27 260
000000000147415.0000000000147.415 (2012)
000000000005726.00000000005.726 000000000000025.700000000025,7
Haute-Loire Le Puy-en-Velay FR-43 3 35 260
000000000225686.0000000000225.686 (2012)
000000000004977.00000000004.977 000000000000045.300000000045,3
Puy-de-Dôme Clermont-Ferrand FR-63 5 61 470
000000000638092.0000000000638.092 (2012)
000000000007970.00000000007.970 000000000000080.100000000080,1

Wirtschaft[Bearbeiten]

Jahrhundertelang lebten große Teile der Landbevölkerung als Selbstversorger von der Feld- und Viehwirtschaft (Rinder, Schafe, Ziegen); Salers- und Aubrac-Rinder sind zwei typische Rinderrassen im Zentralmassiv.

Heute ist die Region in aller Munde wegen des hier produzierten Käses (z. B. Bleu d’Auvergne, Cantal, Fourme d’Ambert, Salers und Saint-Nectaire), des Weines (z. B. Saint-Pourçain und Côtes d’Auvergne) sowie des Exports von Mineralwasser (z. B. Volvic). Bekannt sind ebenfalls die Messermacher aus Laguiole und Thiers; die gleichnamigen Taschenmesser werden dort von den Maîtres couteliers in aufwändiger Handarbeit gefertigt und in die ganze Welt verkauft. Industrie spielt eine marginale Rolle, doch gehören die Michelin-Werke in Clermont-Ferrand zu den weltweit führenden Unternehmen der Reifenherstellung. Es gibt zahlreiche Wasserkraftwerke, hauptsächlich am Tarn, an der Dordogne, der Cère, der Los und der Truyère. Die Erzeugung von Windenergie spielt bislang – wohl aus touristischen Gründen – kaum eine Rolle; allerdings wurde im Frühjahr 2015 auf dem Gebiet der Gemeinde Saint-Nicolas-des-Biefs am östlichen Rand der Auvergne eine Anlage mit sieben Windrädern in Betrieb genommen.

Die Auvergne ist ein beliebtes Touristenziel – vor allem die weitgehend unberührten Landschaften und die architekturhistorisch bedeutsamen romanischen Kirchen (z. B. in Saint-Nectaire, Issoire, Orcival u. a.) ziehen viele Touristen an. Wegen des vulkanischen Ursprungs und vieler Quellen gibt es außerdem einige Kurorte in der Auvergne (v. a. Vichy).

Im Vergleich mit dem Durchschnitt des BIP der EU, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, erreichte die Region 2006 einen Index von 91,3 (EU-27 = 100).[2]

Winterlandschaft beim Puy de Dôme

Kultur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Auvergne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Auvergne – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.auvergne.fr/content/lexecutif abgerufen am 3. Januar 2014
  2. Eurostat Pressemitteilung 23/2009: Regionales BIP je Einwohner in der EU27 (PDF-Datei; 360 kB)

45.73.3Koordinaten: 46° N, 3° O