Avanersuaq

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Lage der Region in Grönland

Avanersuaq (auch Avannaa, dän.: Nordgrønland, Kalaallisut: Avanersuaq „der Platz im entlegensten Norden“, die Betonung liegt auf der dritten Silbe, deutsch: Nordgrönland) war bis 2009 der nördlichste der drei Verwaltungsbezirke (amt) Grönlands. Andere Bezeichnungen sind auch „Thule-Distrikt“ oder „Thule-Region“, da die Thule Air Base auf dem Gebiet liegt. Der Bezirk erstreckte sich vom 70. bis zum 80. nördlichen Breitengrad und grenzte im Süden an die Bezirke Tunu und Kitaa. Der größte Ort der Region ist mit 650 Einwohner Qaanaaq (Thule).

Die heute dort lebenden Inuit stammen von der Thule-Kultur ab, die etwa um das Jahr 1000 Avannaarsua erreichte. Es gibt jedoch archäologische Funde, die bereits eine Besiedlung der Region vor 5.000 Jahren vermuten lassen. Im 13. Jahrhundert haben vermutlich die im Süden Grönlands siedelnden Grænlendingar auf ihren Streifzügen in die nördlichen Gewässer mit den Bewohnern der Avanersuaq-Region Handel getrieben. Mit William Baffin und Robert Bylot stießen 1616 die Europäer in das Gebiet vor. Sie wollten mehr über die großen eisfreien Wasserflächen (siehe Polynjas) nördlich der zentralen Baffin Bay erfahren.

Es war die am dünnsten besiedelte Gebietskörperschaft der Welt mit 843 Personen, die auf 106.700 km² eisfreiem Land mit einer Dichte von 0,0079 Personen pro Quadratkilometer leben. Die gesamte Landfläche inklusive des von der Eiskappe bedeckten Gebiets ist über 500.000 km² groß. Nordgrönland hat einen höheren Anteil an eisfreiem Gebiet als die meisten anderen Teile des Landes, weil große Teile im hohen Norden wie Pearyland, wegen der geringen Niederschlagsmenge größtenteils eisfrei sind.

Die Inuit in Avanersuaq leben traditionell vor allem von der Jagd. In den letzten Jahren wurde die Region jedoch ein immer beliebteres Reiseziel für Extrem-Touristen. Die höchsten Temperaturen, die im Sommer zu erwarten sind, liegen etwa bei 12 °C, im Winter durchschnittlich bei −40 °C.

Mit der Thule Air Base wird das Gebiet militärisch von den US-Amerikanern genutzt.

Nordgrönland gliederte sich in eine Gemeinde und zwei gemeindefreie Gebiete:

Mit Wirksamkeit 1. Januar 2009 wurden im Zuge einer umfassenden Verwaltungsreform die bisherigen Gemeinden und Bezirke Grönlands durch die vier Großkommunen Qeqqata Kommunia, Kommuneqarfik Sermersooq, Qaasuitsup Kommunia und Kommune Kujalleq ersetzt.

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