Avast Software

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Avast PLC
Logo
Rechtsform public limited company
ISIN GB00BDD85M81
Gründung 1988
(als ALWIL Software Genossenschaft)
Sitz London, Vereinigtes Königreich
Leitung Vincent Steckler (CEO)
Mitarbeiter ca. 1000+
Website www.avast.com

Avast PLC ist ein britischer Hersteller für Sicherheitssoftware mit Sitz in London[1] und operativer Hauptzentrale in Prag. Hauptprodukt des Unternehmens sind unter den Markennamen avast und AVG angebotene Antivirenprogramme.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1988–2000: Gründung und Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1988 entdeckte Pavel Baudiš, damals Wissenschaftler des Instituts für mathematische Maschinen in Prag, den Viennavirus und schrieb ein Programm, das den Virus entfernen konnte.[2] Mit seinem Kollegen Eduard Kučera gründete er die ALWIL Software Genossenschaft – zu diesem Zeitpunkt war es nicht möglich, ein Unternehmen statt einer Genossenschaft zu gründen. Ab 1989 brachte die Samtene Revolution erweiterte unternehmerische Möglichkeiten, wodurch es 1991 möglich wurde, Alwil Software in eine Personengesellschaft umzuwandeln.

1995 kam Ondrej Vlček zu Alwil und schrieb das erste Antivirenprogramm für Windows 95. 1996 gewann Avast Antivirus den Virus Bulletin VB100-Award. 1997 lizenzierte Alwil Software die Avast Antivirus-Engine an McAfee. In den nächsten sieben Jahren stieg die Nutzerzahl auf eine Million, vor allem durch die kostenfreie Antivirus-Version für Privatnutzer, die 2001 veröffentlicht wurde.

2000 bis 2016: Wachstum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ehemaliges Logo des Unternehmens und der unter seiner gleichnamigen Produktmarke angebotenen Anti-Virus-Programme (bis 2016)
Firmensitz seit 2016: das Gebäude Enterprise in Prag-Nusle

2005 kam es zur Partnerschaft von Alwil und SanDisk. Ende 2006 hatte Avast eine Reichweite von 20 Millionen Nutzern. Es erhielt die SC Awards in den Kategorien Best Antivirus, Anti-Malware (Europa) und Readers’ Choise (USA). Im darauffolgenden Jahr wurde Alwil eine Aktiengesellschaft, die Zahl der registrierten Avast-Nutzer erreichte 40 Millionen. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte das Unternehmen lediglich 38 Mitarbeiter.

2009 zählte das Unternehmen 100 Millionen Nutzer und 100 Mitarbeiter. 2010 änderte Alwil Software den Namen in Avast Software und die Investmentgesellschaft Summit Partners investierte 100 Millionen US-Dollar in Aktienanteile. In den darauffolgenden zwei Jahren veröffentlichte Avast seine Business Protection Line und die Avast Free Mobile Security, die in Google Play die bestbewertete Sicherheits-Anwendung wird.

2013 waren auf mehr als 200 Millionen PCs, Macs und Android-Geräten Avast-Programme installiert. Im gleichen Jahr übernahm Avast Software das deutsche Unternehmen secure.me.

Übernahme von AVG Technologies[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. Juli 2016 gab AVAST Software seine Pläne bekannt, AVG Technologies, den Hersteller des Konkurrenzprodukts AVG Antivirus, zum Kaufpreis von etwa 1,3 Milliarden US-Dollar zu übernehmen.[3] Das auf 100 Millionen US-Dollar Eigenkapital und 1,69 Milliarden US-Dollar von drei Banken gestützte Angebot an die Aktionäre lag 33 % über dem Börsenkurs.[4]

AVG Technologies war ein im Jahr 1990 in Brünn von Jan Gritzbach und Tomáš Hofer zunächst unter dem Namen Grisoft gegründetes Unternehmen.[5] An dem tschechischen Hersteller von Sicherheitslösungen beteiligte sich im Jahr 2005 der amerikanische Chiphersteller Intel mit 16 Millionen US-Dollar.[6] Der Name änderte sich in AVG Technologies und der Hauptsitz wurde nach Amsterdam in den Niederlanden verlegt. Die Aktien des Unternehmens notierten an der New Yorker Börse unter dem Börsenkürzel AVG.[7]

Am 3. Oktober 2016 teilte AVAST Software in einer Presseerklärung mit, nach Abschluss der Erstemissionsfrist mit 87,3 % der Aktien die Mehrheit an AVG Technologies erworben zu haben.[8] Gary Kovacs, der ehemalige CEO von AVG Technologies kündigte an, das Unternehmen zu verlassen.

Übernahme von Piriform Ltd.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2017 gab AVAST Software die Übernahme von Piriform (Entwickler von CCleaner, u.A.) bekannt.[9]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Avast war ursprünglich eine Abkürzung für „Anti-Virus Advanced Set“.

Börsengang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2018 ging Avast an die London Stock Exchange und verlegte im Zuge dessen seinen Sitz von Prag nach London.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nutzer der kostenlosen Avast Home (bis Version 4) beziehungsweise Avast Free Antivirus (ab Version 5) müssen sich nach einem Testzeitraum von 30 Tagen durch Angabe ihres Namens und einer E-Mail-Adresse registrieren. Danach muss alle 12 Monate eine erneute Registrierung durchgeführt werden, um das Produkt weiter nutzen zu können.

Avast Antivirus arbeitet als residenter Provider, also als Hintergrundprozess, der bearbeitete Daten nach Malware durchsucht. Durch die Aufteilung in acht Teilprozesse (Dateisystem-, Mail-, Web-Schutz, P2P-, IM-, Netzwerk-, Skript- und Verhaltens-Schutz) können diese nach Bedarf einzeln aktiviert und deaktiviert werden. Bei AVG AntiVirus verhält es sich mit fünf Schutzbereichen (Computer, Web, Identität, E-Mail und Firewall) ganz ähnlich.

Privatkunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Avast Antivirus:

  • Avast Free Antivirus
  • Avast Pro Antivirus – Kostenpflichtige Version mit zusätzlichen Funktionen
  • Avast Internet Security – Kostenpflichtige Version, zusätzlich mit Firewall und erweitertem Schutz gegen Spam
  • Avast Premier – Kostenpflichtige Version, zusätzlich mit automatischem Software Updater und Datenschredder
  • Avast Mobile Security

AVG Antivirus:

  • AVG Antivirus FREE
  • AVG Internet Security
  • AVG Ultimate

Unternehmens-Lösungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Endpoint Protection
  • Avast Security für Linux
  • AVG Business Edition
  • AVG File Server Edition
  • Avast Business Antivirus[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://beta.companieshouse.gov.uk/company/07118170
  2. Avast - Das Unternehmen. Auf der Website des Unternehmens, abgerufen am 2. Oktober 2016
  3. Axel Kannenberg: Antiviren-Software: Avast schluckt AVG für 1.3 Milliarden US-Dollar. In: Heise online, 7. Juli 2016, abgerufen am 7. Juli 2016
  4. Rodrigo Orihuela: Avast to Buy AVG for $1.3 Billion to Add Security Software. In: bloomberg.com. 7. Juli 2016, abgerufen am 10. August 2016 (englisch).
  5. Jan Cienski: Anti-virus makers spring from an unexpected source. In: Financial Times. 8. Dezember 2009, abgerufen am 1. April 2018 (englisch).
  6. Andreas Donath: Intel investiert in tschechisches Anti-Virus-Unternehmen. In: golem.de. 7. September 2005, abgerufen am 2. Oktober 2016.
  7. AVG Technologies sees IPO priced at $16-$18 apiece. Reuters, 17. Januar 2012, abgerufen am 19. August 2013 (englisch).
  8. Stephan Ehrmann: Antivirenhochzeit: Avast schließt Übernahme von AVG ab. In: Heise Security, 1. Oktober 2016, abgerufen am 2. Oktober 2016
  9. Vince Steckler: Avast welcomes Piriform, creator of CCleaner, to its team. In: Avast Blog, 19. Juli 2017, abgerufen am 12. September 2017 (englisch)
  10. Plattformen für Endpoint Security und IT Managed Services | Avast Business. Abgerufen am 4. Oktober 2017.