Avianca

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Avianca
Aerovías del Continente Americano S.A.
Avianca Logo.svg
Airbus A330-200 der Avianca
IATA-Code: AV
ICAO-Code: AVA
Rufzeichen: AVIANCA
Gründung: 5. Dezember 1919
Sitz: Barranquilla (juristischer Sitz),
Bogotá (Hauptverwaltung),
KolumbienKolumbien Kolumbien
Drehkreuz:

Flughafen El Dorado, Bogotá

Heimatflughafen: Bogotá
Unternehmensform: Aktiengesellschaft
IATA-Prefixcode: 134
Leitung: Adrian Neuhauser (CEO & Chairman)[1]
Roberto Kriete (Vorsitzender des Board of Directors)[2]
Anko van der Werff (Member of Board of Directors)
Mitarbeiterzahl: 19.000
Umsatz: US$ 4,138 Milliarden (2016)
Fluggastaufkommen: 29,4 Millionen[3] (2017)
Allianz: Star Alliance
Vielfliegerprogramm: LifeMiles
Flottenstärke: 176 (+ 143 Bestellungen)
Ziele: national und international
Website: www.avianca.com

Avianca S.A. (Akronym für spanisch Aerovias del Continente Americano S.A.; deutsch „Luftfahrtgesellschaft des amerikanischen Kontinents“) ist ein Luftfahrtunternehmen und ist die größte Fluggesellschaft in Kolumbien mit Sitz in Barranquilla und Hauptverwaltung in Bogotá. Sie ist die zweitälteste noch existierende Fluggesellschaft der Welt und zudem ist sie die älteste ununterbrochen tätige Fluggesellschaft überhaupt.[4] Ihre Basis ist auf dem Flughafen El Dorado und seit 2010 ist sie Teil der Avianca Holdings (vormals AviancaTaca) und ist Mitglied der Luftfahrtallianz Star Alliance.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Jahre als SCADTA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Junkers W 34 der SCADTA, in den 1920er-Jahren

Avianca wurde am 5. Dezember 1919 als SCADTASociedad Colombo-Alemana de Transporte Aéreo (wörtlich: Kolumbianisch-Deutsche Gesellschaft für Lufttransporte) von Werner Kämmerer, Stuart Hosie, Alberto Tietjen (erster Geschäftsführer), Aristides Noguera, Cristóbal Restrepo, Rafael Palacio, Ernesto Cortissoz (erster Präsident) und Jacobo Correa in Barranquilla gegründet. Nur die KLM ist ganze 58 Tage älter. Auf ihrem ersten Flug am 19. Oktober 1920 – mit dem deutschen Piloten Hellmuth von Krohn – beförderte die SCADTA mit einer Junkers F 13 Luftpost in Form von 57 Briefen von Barranquilla nach Puerto Colombia. Die Maschine war wie die anderen F 13 mit Schwimmern ausgestattet. Bis Ende 1920 flog die SCADTA 4.325 Kilometer, beförderte 850 Kilogramm Fracht und 12 Passagiere.[5] Kurz darauf gelang es, eine Konzession der kolumbianischen Regierung für den Transport von Luftpost zu erhalten.

Am 8. Juni 1924 hatte die SCADTA den ersten Absturz zu verzeichnen, unter anderem starben von Krohn und Ernesto Cortissoz.

Die zwei Dornier Wal der SCADTA mit der Besatzung vorm Erkundungsflug nach Mittelamerika und den Vereinigten Staaten, 1925

Im August 1925 startete ein Erkundungsflug mit zwei Flugboote Dornier Do J „Wal“ in die Vereinigten Staaten. Die Reise führte über Mittelamerika und Kuba, dann verwehrte die US-Regierung den Flugzeugen die Einreise in ihr Hoheitsgebiet; einige Wochen später erhielt eines der Flugzeuge die Erlaubnis nach Miami und Palm Beach weiter zu reisen. Die anschließenden Gespräche einer SCADTA-Delegation in Washington mit dem damaligen Postminister, Harry New, Chef des United States Postal Services über regelmäßige Dienste im Zusammenhang mit dem Air Mail Act von 1925, beschlossen von der US-Regierung um die staatlichen Postflüge von Privatunternehmen ausführen zu lassen, waren erfolglos, jedoch die Reise war ein Meilenstein in der kommerziellen Luftfahrt, zunächst da es sich um den ersten Flug zwischen Lateinamerika und den Vereinigten Staaten handelte,[5] und des weiteren, war es ein Anstoß fürs erlassen des Air Commerce Acts von 1926, der die Luftfahrtindustrie zugunsten nordamerikanischer Unternehmen schützt und auch ein Auslöser für Juan Trippe, am 2. Juni 1927 die Aviation Corporation of the Americas – also Pan Am – zu gründen, um den ersten Luftpostvertrag zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba zu erhalten. Die SCADTA startete Mitte 1928 ihre erste internationale Route zwischen Barranquilla und dem ecuadorianischen Guayaquil.[6]

Ab 1929 wurden Sikorsky S-38 Amphibienflugzeuge eingesetzt, zu einer Zeit als der längste Fluss des Landes, der Río Magdalena noch das Zentrum der hiesigen Luftfahrt war, aber auch die ersten Flughäfen gebaut wurden, wie zum Beispiel der Flughafen Techo[7] im Westen der Landeshauptstadt Bogotá, der anfänglich die Verbindung zu den Wasserflugzeugen sicherstellte, die von Barranquilla nach Flandes flogen.[5]

Vor dem Zweiten Weltkrieg verkaufte der damalige größte Aktionär, der österreichische Industrielle Peter Paul von Bauer, seine Anteile heimlich an die Pan American Airways, um die Fluggesellschaft vor der Einflussnahme durch Nazideutschland zu schützen. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und der Besetzung Frankreichs wurden am Nachmittag vom 12. Juni 1940 die Deutschen in der SCADTA zusammengezogen, gekündigt und nicht mehr an ihre Arbeitsplätze gelassen. Nichtsdestotrotz gelang es am gleichen Abend die Instandhaltungsabteilung sicherzustellen. Am nächsten morgen wurde SCADTA unter der Verwaltung von Pan Am betrieben, so dass die wesentlichen Dienste von SCADTA nie unterbrochen wurden. Rückblickend waren die Gründer, Pioniere und leitenden Angestellten von SCADTA deutsche Patrioten, gehörten aber einem Milieu an, das von der Nazi-Ideologie nicht durchdrungen werden konnte – ganz im Gegenteil.[8]

Entwicklung in den 1940er- bis 1990er-Jahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Douglas DC-4 der Avianca

Am 14. Juni 1940 erfolgte durch die kolumbianische Regierung die Zwangsfusion der SCADTA mit ihrer mittlerweile verstaatlichten, kleineren Hauptkonkurrentin, der SACOServicio Aéreo Colombiano, und anschließend die Umbenennung in Aerovías Nacionales de Colombia S.A.(deutsch „Nationale Luftfahrtgesellschaft von Kolumbien“), genannt Avianca.[6] Mit den ab Oktober 1939 eingesetzten Douglas DC-3 erweiterte Avianca ihr Streckennetz ab 1946 zunächst auf südamerikanische Ziele wie Guayaquil, Quito, Lima, Panama-Stadt und schließlich mit den Douglas DC-4 auch nach Europa. Im Oktober 1946 wurde ein erster Erkundungsflug nach London durchgeführt. Die abenteuerliche Reise führte über Ascension, mitten im Atlantik und Afrika nach Madrid und Paris zur Hauptstadt des Vereinigten Königreichs.[5]

Ab dem 22. Januar 1947 wurden zum ersten Mal die Vereinigten Staaten im Liniendienst angeflogen. Miami und später, ab 1949, New York waren die Ziele der eingesetzten Douglas DC-4, der Post wegen oft von kolumbianischen Emigranten erwartet.[5][9]

Im Jahr 1950 starteten regelmäßige Flüge nach Rom über die Bermudas und Azoren im Atlantik, Lissabon und Madrid.[5] Mit der Zeit kaufte Avianca viele kleine regionalen Fluggesellschaften auf, unter anderen auch die Sociedad Aeronáutica del Tolima S.A. – SAETA[10] und LANSA (Líneas Aéreas Nacionales S.A.),[11][9] die einen eigenen Flughafen (Las Nieves) in Barranquilla unterhielt und der anschließend geschlossen wurde. Im laufe der Zeit blieb Pan American Airways nur noch mit 23,64 % beteiligt.[5]

Eine legendäre Lockheed L-1049G Super Constellation der Avianca

Im Jahr 1951 stieß die erfolgreiche Constellation-Baureihe, mit der Einführung der Lockheed L-749 Constellation, zur Avianca. Im Jahr 1954 folgten auch die Lockheed L-1049G Super Constellation, die Transatlantikflüge wurden komfortabler und schneller, zum Beispiel von Barranquilla über die Bermudas direkt nach Europa bis Frankfurt und Hamburg.[5] Herausragend zudem waren, im November 1956, der Flug einer Douglas DC-4 in etwas mehr als 61 Stunden, mit 32 kolumbianischen Athleten zu den Olympischen Spielen nach Melbourne und am 10. Dezember 1959, die Eröffnung des bis dahin ehrgeizigste Projekt des Landes, der neue Flughafen El Dorado in Bogotá, der den Weg für die aufkommenden Strahlflugzeuge ebnete.[5]

Die Ära der „Jets“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Boeing 707, der erste Jet der Avianca

Im Oktober 1960 wurden die ersten zwei Strahlflugzeuge der Typen Boeing 707-120 eingesetzt und zwei Boeing 720B gekauft, die dann 1961 in Dienst gestellt wurden. Diese Flugzeuge revolutionierten die Luftfahrt, indem sie die Flugzeiten nochmals verkürzten und die Nutzlast erhöhten. Im Jahr 1963 wurde die Fluggesellschaft SAM (Sociedad Aeronáutica de Medellín) gekauft.[9] Im Frühjahr 1966 wurden die ersten dreistrahligen Boeing 727 eingeflottet, die anschließend, mit über 45 Stück in verschiedenen Versionen, drei Jahrzehnten lang im Dienst blieben.[5][12]

Im November 1968 wurde Avianca zum ersten Betreiber der Boeing 737-100 in Südamerika, dieses Modell blieb aber nicht lange im Dienst; die niedrigen Triebwerke saugten am Boden immer wieder Gegenstände ein und waren für die Fliegerei in diesem Teil der Welt nicht geeignet.

Edificio Avianca, lange Zeit Hauptquartier der Airline, war der erste Wolkenkratzer Kolumbiens und zugleich bei der Eröffnung 1969, auch das höchste Gebäude Südamerikas
Eine Boeing 727-100 in der neuen roten Bemalung der Avianca ab 1969

Im Dezember 1969, anlässlich ihres 50-jährigem Bestehens, eröffnete Avianca in Bogotá den ersten Wolkenkratzer Kolumbiens und änderte ihren Firmenimage indem die Flugzeuge rot lackiert wurden, ein Design, das bis heute, abgewandelt verwendet wird.[5][13]

Das Großraumflugzeug-Zeitalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Jumbo Boeing 747-124 der Avianca, 1977

Die Ära der Kolbenmotormaschinen war gerade mal zwei Jahre zuvor zu Ende gegangen als der erste Jumbo-Jet, die Boeing 747 im Jahre 1976 folgte und die Zeit der Großraumflugzeuge begann. Avianca war damit erneut südamerikanischer Erstkunde eines Flugzeugs-Typs. Die Maschine mit dem Luftfahrzeugkennzeichen HK-2000 wurde auf den Namen Eldorado getauft und hatte im zweiten Stock eine Vitrine mit Nachbildungen aus der Sammlung des Goldmuseums in Bogotá.[5]

Im Jahr 1981 eröffnete Avianca den sogenannten Puente Aéreo-Flughafenterminal am Flughafen Bogotá und führte einen Flugplan-Takt zu den wichtigsten Städten des Landes ein; ab 1984 sogar für Flüge nach Miami und New York in den USA. Der Puente Aéreo blieb 38 Jahren im Dienst der Avianca, bis sie Mitte der 2010er-Jahren in den neuen Räumlichkeiten des modernisierten El Dorado umgezogen ist.[14]

Eine Boeing 757-200 der Avianca über Miami, 2005

Im Jahr 1990 folgte nacheinander die Erneuerung der Flotte. Zunächst mit der Boeing 767-259ER, dann 1992 die Boeing 757-2Y0 und McDonnell Douglas MD-83.[12]

Zusammenschlüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1994 wurde mit der Vereinigung von Avianca, der Regionalfluggesellschaft SAM und dem Helikopterbetreiber Helicol eine strategische Allianz namens Avianca System geschlossen. Das Unternehmen erweiterte das Angebot auf Fracht- und Postflüge (Avianca Cargo) und machte die Flotte mit neuen, zuvor genannten Luftfahrzeugtypen, sowie Fokker 50 und Bell-Hubschraubern zur modernsten Südamerikas. Das Streckennetz wurde national und international ausgebaut.[12]

Nach dem 11. September 2001 erreichte die Luftfahrtkrise auch Avianca. Dies führte am 20. Mai 2002 zum Zusammenschluss von Avianca, SAM und dem Hauptkonkurrenten ACES zur Alianza Summa. Die widrigen Umstände des Marktes und die Anteilseigner erzwangen die Auflösung der Alianza Summa im November 2003. Interesse bestand nur noch an der Handelsmarke Avianca. Die führte zur Auflösung von ACES und der vollständigen Eingliederung von SAM als reine Regionalfluggesellschaft von Avianca.

Neustrukturierung als – Aerovias del Continente Americano S.A.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der seltene Airbus A318Baby-Bus“ bei Avianca, 2011
Airbus A330-300 der Avianca beim Landen am Miami International Airport, 2019

Am 10. Dezember 2004 begann einer der größten Reorganisationsprozesse in der Geschichte von Avianca. Die Gesellschaft wurde unter den Gläubigerschutz gemäß Chapter 11 gestellt, nachdem ein Reorganisationsplan mit Hilfe des südamerikanischen Konsortiums Synergy Group und der Federación Nacional de Cafeteros de Colombia (FNC) erstellt worden war. Avianca erhielt neues Kapital und konnte 13 Monate später den Gläubigerschutz wieder verlassen.

Mit der neuen internationalen Ausrichtung wurde Avianca in Aerovías del Continente Americano unbenannt, um so nicht mehr nur die nationale Fluggesellschaft Kolumbiens zu sein, sondern sich auch als Airline weiterer lateinamerikanischen Staaten zu etablieren. Avianca stieg ab 2007 zu einer der größten Fluggesellschaften Lateinamerikas auf, als sie AeroGal – heute Avianca Ecuador, VIP aus Ecuador und Wayraperú aus Perú übernahm. Dazu kam eine enge Partnerschaft mit OceanAir aus Brasilien, die sogar durch einen Markennutzungsvertrag als Avianca Brasil mit der entsprechenden Bemalung flog.

Im Jahr 2010 schloss sich zudem Avianca mit TACA aus dem mittelamerikanischen El Salvador zur AviancaTaca zusammen,[15] die später in Avianca Holdings umbenannt wurde.

Entwicklung seit 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sitz von Avianca in Bogotá

Am 11. November 2010 wurde bekannt gegeben, dass Avianca bis 2012 der internationalen Luftfahrtallianz Star Alliance beitreten werde.[16] Ende 2011 wurden die letzten Fokker 100 ausgemustert und durch Maschinen der Airbus-A320-Familie ersetzt.

Der Beitritt zur Star Alliance erfolgte am 21. Juni 2012.[17]

Im Jahr 2013 wurde ein neues Corporate Design mit neuem Markenlogo und einer neuen Bemalung der Flotte in den Farben Rot und Weiß eingeführt. Die neue Bemalung wird auch für die Fluggesellschaften Avianca Ecuador, TACA und deren Tochtergesellschaften genutzt, womit ein einheitliches Farbschema für die konsolidierte Fluggesellschaft unter Avianca Holdings entstehen soll.

Zur Feier des 100-jährigen Bestehens der Fluggesellschaft fliegt seit Ende des Jahres 2019 ein Airbus A320 (MSN 4284) mit dem Luftfahrzeugkennzeichen N284AV in einer Retrobemalung, die an die Bemalung der 50er-Jahre angelehnt ist. Den Einweihungsflug nach Barranquilla bezeichnete der damalige Präsident von Avianca, Anko van der Werff, als „Rückkehr in das Haus, in dem wir als SCADTA geboren wurden“.[18] Hier finden auch sämtliche Aktionärsvollversammlungen statt.

Avianca S.A. ist in Barranquilla bei der Handelskammer und der Superintendencia de Tranporte als Aktiengesellschaft geführt.[19] Hauptaktionäre sind Avianca Holdings und die zu 100 % ihr zugehörigen Latin Airways Corp, beide panamaische Unternehmen, die hauptsächlich in Kolumbien tätig sind.[20] Avianca erhielt am 7. Oktober 2019 ein vierjähriges Darlehen von US$ 250 Millionen. Dadurch wird Avianca heute de facto von United Airlines kontrolliert und der Kredit wird möglicherweise in Aktien umgewandelt, die United Airlines eine Mehrheitsbeteiligung garantiert.[21]

Avianca S.A. gab am 10. Mai 2020 bekannt, dass sie sich freiwillig dem Insolvenzgesetz des Insolvenzgerichts des südlichen Bezirks von New York unterstellt, „um das Geschäft des Unternehmens zu erhalten und neu zu organisieren“. Chapter 11 regelt eine vom Gericht überwachte Reorganisierung der Firmenfinanzen. Die Ankündigung ist eine der direkten Folgen der durch die COVID-19-Pandemie verursachten Krise.[22]

Tochtergesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flugziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aviancas Streckennetz besteht aus 25 Zielen innerhalb Kolumbiens und 61 internationalen Zielen in 21 Ländern. Aviancas Drehkreuz ist Bogotá, von wo aus die meisten internationalen Flüge starten.[23] In Europa werden Madrid, Barcelona und London angeflogen. Aviancas längster kommerzieller Flug mit 12 Stunden war der nach München;[24] es wurde von Bogotá aus mit Boeing 787 angeflogen.

Avianca unterhält darüber hinaus Codeshare-Abkommen mit Air Canada, United Airlines, Aeromexico, Copa Airlines, TAME, Satena, Turkish Airlines, Iberia, Lufthansa, All Nippon Airways, Singapore Airlines, EVA Air und Etihad Airways.[25]

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Airbus A319-100 der Avianca in Miami
ATR 72-600 der Avianca in Toulouse-Blagnac
Boeing 787-8 der Avianca in Madrid-Barajas

Die Avianca ist mit ihren Tochtergesellschaften der größte Airbus-Kunde in Südamerika. Im April 2019 bestand die Flotte der Avianca aus 176 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 5,5 Jahren:[26][27] Aufgrund eines sich verlangsamenden Fluggeschäfts hat Avianca Holdings den ursprünglichen Auftrag über den Kauf von 100 Flugzeugen des Herstellers Airbus neu ausgehandelt und um etwa 20 Flugzeuge reduziert.[28]

Flugzeugtyp Anzahl bestellt[29][30][31] Anmerkungen Sitzplätze[32]
(Business/Economy)
Airbus A318-100 010 100 (12/88)
Airbus A319-100 026 10 mit Sharklets ausgestattet; N519AV in Star-Alliance-Sonderbemalung; 4 betrieben durch AeroGal und 8 durch TACA 120 (12/108)
Airbus A319neo 0 - offen -
Airbus A320-200 064 13 mit Sharklets ausgestattet; 6 in Star Alliance-Sonderbemalung; 5 betrieben durch AeroGal und 18 durch TACA 150 (12/138)
Airbus A320neo 12 62 - offen -
Airbus A321-200 013 9 mit Sharklets ausgestattet; 6 betrieben durch TACA 194 (12/182)
Airbus A321neo 2 24 194 (12/182)
Airbus A330-200/F 013 Davon 5 in Frachtversion; 2 in Star Alliance-Sonderbemalung; 1 betrieben durch TACA 252 (30/222)
ATR 72-600 015 00 5 betrieben durch Avianca, 4 durch Avianca Guatemala 68 (-/68)
ATR 42-600 002 00 betrieben durch Isleña Airlines 48 (-/48)
Boeing 787-8 012 00 Erste Auslieferung am 18. Dezember 2014 250 (28/222)
Embraer 190 08 2 betrieben durch Lacsa und 6 durch TACA 96 (8/88)
Cessna 208 013 Turboprop-Zubringerflugzeug 14
Gesamt 176 88

Aktuelle Sonderbemalungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bemalung[33] Flugzeugtyp Luftfahrzeugkennzeichen Zeitraum Bild
Star Alliance Airbus A319-100 N519AV seit Mai 2012 A319av.jpg
Retro (100 Years) Airbus A320-200 N284AV seit September 2019
Star Alliance N195AV seit Juni 2012 A320 Avianca BOG (7978379262).jpg
N454AV seit Januar 2013
N477AV seit Februar 2013
N536AV seit November 2012 Avianca Airbus A320-214 (N536AV) at Miami International Airport.jpg
N688TA seit Mai 2013
Airbus A330-200 N279AV seit Mai 2013
N280AV seit März 2013 N280AV BCN (23960025151).jpg
N342AV seit September 2012 Airbus A330-200 (Avianca).jpg

Ehemalige Flugzeugtypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laufe der letzten 100 Jahren hat Avianca eine Vielzahl von Luftfahrzeugtypen betrieben, darunter: u. a. auch:[34][35][12]

Aviancas ehemalige Luftfahrzeugsflotte
Luftfahrzeugtypen Anzahl Eingesetzt ab Ausgeflottet Anmerkungen
Airbus A318-100 10 2011 2019 Übernommen von Mexicana[36]
Airbus A330-300 2 2018 2020 Übernommen von TransAsia
ATR 72-600 9 2013 2019 Übergeben an Avianca Express
Beechcraft Model 17 2 1941 1943
Boeing 247D 18 1936 1948
Boeing 707-320 9 1968 1994 Ein Totalverlust beim Avianca-Flug 052 Flugunfall
Boeing 720B 7 1961 1984
Boeing 727-100 33 1966 1992
Boeing 727-200 18 1978 1999
Boeing 737-100 2 1968 1971 Erster Betreiber in Lateinamerika
Boeing 747-100 3 1976 1996
Boeing 747-100SF 2 1981 1988
Boeing 747-200M 2 1981 1995 Ein Totalverlust beim Avianca-Flug 011 Flugunfall
Boeing 757-200 22 1992 2010
Boeing 767-200ER 5 1990 2011
Boeing 767-300ER 5 1994 2011
Consolidated Catalina 4 1946 1956
Curtiss C-46 Commando 5 1950 1955
de Havilland DH.60 Moth 7 1929 1939
Dornier Do J 3 1925 1932
Dornier Merkur 2 1927 1932
Douglas C-47 Skytrain 52 1939 1974
Douglas C-54 Skymaster 26 1946 1975
Douglas DC-2/C-39 2 1944 1947
Douglas DC-3 4 1939 1973
Douglas DC-4 2 1953 1974
Fokker 50 10 1993 2014
Fokker 100 15 2006 2011 Betrieben von SAM bis 2010[37]
Fokker Universal 2 1929 1934
Ford 5-AT-DS Trimotor 19 1929 1946
General Aviation GA-43 1 1934 unbekannt
Hawker Siddeley HS 748 2 1968 1978
IAI 1124 Westwind 1 1978 1995
Junkers F 13 31 1920 1940
Junkers W 33 1 1929 1932
Junkers W 34 13 1928 1947
Lockheed L-749 Constellation 6 1951 1967
Lockheed L-1049 Super Constellation 4 1954 1969
McDonnell Douglas MD-11ER 1 1998 1999 Geleast von World Airways
McDonnell Douglas MD-83 19 1992 2012
Sikorsky S-38 7 1929 1940
Sikorsky S-41 1 1930 1936

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Avianca kam es von 1946 bis September 2019 zu 44 Totalverlusten von Flugzeugen. Dabei kamen 965 Menschen ums Leben.[38] Beispiele:

  • Am 23. Juni 1959 flog eine Douglas DC-4 der Avianca (HK-135) auf dem Weg von Quito (Ecuador) nach Lima (Peru) in einer Höhe von 9200 Fuß (2800 Meter) in die Flanke des Bergs Cerro Baco (Kolumbien). Alle 14 Insassen, 4 Besatzungsmitglieder und 10 Passagiere, wurden getötet.[40]
  • Am 21. Januar 1960 befand sich eine Lockheed L-1049E Super Constellation der Avianca (HK-177) auf der Strecke von New York (USA) nach Bogotá (Kolumbien), als die Maschine bei der Zwischenlandung in Montego Bay (Jamaika) verunglückte. Beim sehr harten Aufsetzen auf der Landebahn brach das Fahrwerk, wodurch der Rumpf Bodenberührung bekam und das Flugzeug in Flammen aufging. Von den 46 Insassen kamen 37 ums Leben (siehe auch Avianca-Flug 671).[41][42]
  • Am 28. Januar 1962 verunglückte eine Douglas DC-4/C-54B der Avianca (HK-130) bei der Landung auf dem Flughafen Cucuta (Kolumbien). Bei einer sehr harten Landung wurde das Hauptfahrwerk in die Tragfläche gedrückt und riss darin Treibstofftanks auf. Durch das auslaufende Benzin entstand ein Brand, das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt. Alle 54 Insassen überlebten.[43]
  • Am 15. September 1964 stürzte eine Douglas DC-3/C-47A-80-DL der Avianca (HK-319) ab, mit der ein inländischer Frachtflug von Condoto nach Medellín durchgeführt wurde, während die Piloten versuchten, mit der aufgrund einer fehlerhaften Beladung schwer kontrollierbaren Maschine zum Startflughafen umzukehren. Die Piloten kamen bei dem Zwischenfall beide ums Leben (siehe auch Flugunfall der Avianca bei Condoto).[44][45]
  • Am 14. Januar 1966 stürzte eine Douglas DC-4/C-54B-1-DO der Avianca (HK-730) 1300 Meter vom Startflughafen Cartagena (Kolumbien) entfernt in das vier Meter tiefe Meer. Von den 64 Insassen kamen 56 ums Leben; es überlebten nur 8 Passagiere. Als Ursache wurde mangelhafte Wartung festgestellt, möglicherweise beitragend auch Nachlässigkeit seitens der Piloten.[46]
  • Am 22. September 1966 kollidierte eine Douglas DC-4-1009 der Avianca (HK-174) nach einem Triebwerksausfall beim Start vom Flughafen Bogotá-El Dorado (Kolumbien) mit Bäumen und stürzte ab. Auslöser waren Ermüdungsbrüche in einem Drehzahlregler. Beitragend war die Tatsache, dass Avianca den Kapitän auf diesem Nachtflug nach Barranquilla einsetzte, obwohl er dafür auf dem Typ DC-4 gar nicht lizenziert war. Die beiden Piloten, einzige Insassen des Frachtfluges, kamen ums Leben.[47]
  • Am 21. Januar 1970 wurde eine Douglas DC-4/C-54E der Avianca (HK-171) auf einem derzeit nicht bekannten Flughafen in Kolumbien irreparabel beschädigt. Alle Insassen überlebten den Totalschaden.[48]
  • Am 27. Dezember 1973 brannte eine Douglas DC-4/C-54B-15-DO der Avianca (HK-1027) komplett aus, die auf dem Flughafen Cartagena (Kolumbien) geparkt war, nachdem ein Treibstofftank in der rechten Tragfläche nahe dem Triebwerk Nr. 4 explodiert war. Alle Insassen überlebten.[49]
  • Am 30. September 1975 musste die Besatzung einer Boeing 727-24C der Avianca, die einen Frachtflug von Bogotá nach Barranquilla durchführte, im ersten Landeanflug wegen schlechter Sichtverhältnisse ein Durchstartmanöver einleiten. Beim zweiten Landeanflug streifte die Maschine einen Kilometer vor der Landebahn Baumkronen, stürzte zu Boden und brach auseinander. Die vier Besatzungsmitglieder starben.[50]
  • Am 17. März 1988 wurde eine Boeing 727-21 der Avianca (HK-1716) im Steigflug nach dem Start von Cúcuta in den Berg El Espartillo geflogen, auch hier wieder ein Controlled flight into Terrain (CFIT). Auslöser für das Fliegen einer unerlaubten Abkürzung und die fehlende Orientierung waren selbst erzeugte Eile und die Anwesenheit eines extrem geschwätzigen weiteren Piloten, der als Passagier im Cockpit mitflog. Alle 136 Passagiere und 7 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben (siehe auch Avianca-Flug 410).[51]
  • Am 27. November 1989 stürzte eine Boeing 727-21 der Avianca (HK-1803) auf dem Weg vom Flughafen Bogotá nach Cali etwa 16 Kilometer südwestlich des Startflughafens nach einer Bombenexplosion ab. Bei dem Anschlag im Auftrag des Drogenbarons Pablo Escobar kamen alle 107 Insassen ums Leben. Zudem wurden drei weitere Personen am Boden durch Trümmerteile getötet (siehe auch Avianca-Flug 203).[52]
  • Am 25. Januar 1990 stürzte eine Boeing 707-300 der Avianca (HK-2016) in der Nähe von New York City infolge von Treibstoffmangel ab, nachdem die Maschine von der Flugsicherung wegen schlechten Wetters mehr als eine Stunde in Warteschleifen verwiesen worden war. Von den 158 (davon 9 Besatzung) Menschen an Bord starben 73 (siehe auch Avianca-Flug 052).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Craig West: Avianca at 100. In: Airliner World, December 2019, S. 88–96
  • Rainer W. During: Avianca feiert 100. Geburtstag. In: FliegerRevue, Nr. 1/2020, S. 44–48
  • Andreas Nöthen: Neubeginn: Nach 100 Jahren stellt sich Avianca neu auf. In: AERO International, Nr. 5/2020, S. 16–21

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Avianca – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Avianca: Adrian Neuhauser es el nuevo presidente y CEO, tras la renuncia de Anko van der Werff americaeconomia.com, abgerufen am 1. Mai 2021
  2. United Airlines erzwingt Kontrollwechsel bei Avianca aerotelegraph.com, abgerufen am 27. Mai 2019
  3. Avianca en números, abgerufen am 17. Mai 2019.
  4. PR Newswire: Avianca Airlines Enters Its 100th Year of Uninterrupted Operation. In: wallstreet-online.de. wallstreet:online AG, 24. Januar 2019, abgerufen am 28. Mai 2019 (englisch).
  5. a b c d e f g h i j k l Juan José Cuéllar: Especial: 100 años en 100 hitos de Avianca. In: aviancaenrevista.com. Avianca en revista, 5. Dezember 2019, abgerufen am 24. Mai 2021 (spanisch).
  6. a b Jaime Escobar Corradine: 100 AÑOS DE AVIANCA: LA HISTORIA DE SCADTA. In: volavi.co. Volavi (Aviacol.net), 5. Dezember 2019, abgerufen am 4. Juni 2021 (spanisch).
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