Avicii

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Avicii (2014)

Avicii, eigentlich Tim Bergling, (* 8. September 1989 in Stockholm) ist ein schwedischer DJ, Remixer und Musikproduzent.[1] Weitere Künstlernamen von Tim Bergling sind Tim Berg, Tom Hangs (als Anspielung auf den US-amerikanischen Schauspieler Tom Hanks) und Jovicii. Bekannt wurde er im Jahr 2010 durch die Lieder My Feelings for You, Seek Bromance und Blessed. Der Name Avicii wird abgeleitet von der tiefsten buddhistischen Hölle, die den Namen „Avici“ trägt. Da „Avici“ als Name bei Myspace schon vergeben war, setzte er ein zweites „i“ hinten an.

Karriere[Bearbeiten]

2008–2010: Musikalische Anfänge[Bearbeiten]

Avicii begann seine Karriere, indem er einen Remix zur Titelmusik des C64-Spiels Lazy Jones erstellte. Daraufhin gab er dem Track den neuen Titel Lazy Lace, der kurze Zeit später über Strike Recordings veröffentlicht wurde.[2] Seine Musik ist inspiriert u.a. von Laidback Luke, Steve Angello, Tocadisco, Daft Punk, Eric Prydz und Axwell.[3]

2008 gewann er den Josip Kopic Preis mit 70 % der Stimmen. Kurz nach dem Wettbewerb erhielt Avicii verschiedene Angebote von unterschiedlichen Musiklabels. Im April 2008 erschien dann über Pete Tongs Label Bedroom Bedlam der Track Manman.[4] Im Mai 2008 unterschrieb er schließlich einen Vertrag beim At Night Management und unterzeichnete zudem im gleichen Monat einen Vertrag mit Vicious Grooves.[5]

2011: Musikalischer Durchbruch[Bearbeiten]

Im Sommer 2011 veröffentlichte die britische Sängerin Leona Lewis ihre Single Collide. Das Stück basiert auf Aviciis Instrumental Penguin aus dem Jahr 2010. Avicii beschuldigte Lewis’ Plattenfirma Syco Music des Plagiats und bewirkte gerichtlich, dass sein Name ebenfalls auf der Single erscheint.[6] Im Juli 2011 erschien dann eine weitere Vocal-Version zu Penguin. Gesungen wurde die Version vom schwedischen Sänger Andreas Moe, der zuvor eine Akustik-Version auf YouTube veröffentlicht hatte und daraufhin von Avicii ins Studio eingeladen wurde. Den Text schrieben Simon Jeffes, John Martin und Michel Zitron.[7] Fade Into Darkness erschien in ausgewählten Ländern und erreichte unter anderem Platzierungen in den schwedischen, rumänischen und niederländischen Single-Charts.

Im Herbst 2011 konnte Avicii mit Levels einen internationalen Hit landen, der es in Großbritannien, Österreich und Deutschland in die Top 10 schaffte und in seinem Heimatland Schweden und im Nachbarland Norwegen sein erster Nummer-1-Hit wurde.[8] Der Track bildet auch die Grundlage von Flo Ridas Hit Good Feeling, der zeitgleich große Popularität erlangte und weltweit Spitzenplätze in den Musikcharts belegte. Beide Songs basieren auf dem Lied Something’s Got a Hold on Me von Etta James.[9]

Im Dezember 2012 veröffentlichte er gemeinsam mit dem DJ Nicky Romero und der Sängerin Noonie Bao den Song I Could Be the One. Er erreichte hohe Chartplatzierungen in vielen Ländern. Mitte Februar 2013 gelang ihnen der Sprung auf Platz eins der britischen Single-Charts. Die Instrumentalversion erschien bereits im Winter 2011 unter den Namen Nicktim und Fuck School im Internet.

In der DJ-Mag-Liste der weltweiten Top 100 der DJ stand er im Dezember 2011 auf Platz sechs.[10] Ein Jahr später stieg er auf den dritten Platz. Bei den International Dance Music Awards 2012 wurde sein Track Levels als „Best Electro/Tech House Track“ ausgezeichnet. Daneben gewann er auch in der Kategorie „Best European DJ“.[11]

2013: Debütalbum True[Bearbeiten]

Aviciis Logo seit 2013: Darstellung der Buchstaben A und V seines Pseudonyms.

Am 9. Januar 2013 wurde Avicii X You mit Ericsson und Universal Music gestartet. In diesem Musikprojekt erzeugt Avicii Tracks aus von Teilnehmern eingesendeten Klängen. Die erste Single daraus X You wurde am 22. Februar 2013 veröffentlicht. Sie konnte direkt in Großbritannien und Schweden in die Charts einsteigen.[12]

Im Frühjahr 2013 komponierte Avicii zusammen mit den ehemaligen ABBA-Mitgliedern Benny Andersson und Björn Ulvaeus die Hymne We Write the Story, welche als Titelsong des Eurovision Song Contests am 18. Mai 2013 verwendet wurde.[13]

Anfang Juni 2013 erschien dann die Single Wake Me Up, die aus einem Gesangspart von Aloe Blacc und einem Instrumentalteil von Bergling zusammengesetzt ist. Das Lied wurde sofort ein europaweiter Erfolg und erreichte in mehreren Ländern Platz eins. Auch darüber hinaus war er erfolgreich und kam unter anderem in Australien und Neuseeland auf Platz eins und in den USA auf Platz vier. Bereits nach wenigen Monaten erreichte die Single sechsmal Platin-Status und zweimal Gold-Status.

Im September 2013 veröffentlichte Avicii sein erstes Musikalbum True.[14] Es enthält neben Wake Me Up weitere ähnlich aufgebaute Songs in Zusammenarbeit mit internationalen Sängern. Das Album erreichte Platz eins in Schweden und in vielen anderen europäischen Ländern die Top 10. In Schweden kamen alle Lieder des Albums als Einzeldownloads auch in die Single-Charts. Mit der zweiten offiziellen Single-Auskopplung You Make Me, die von dem schwedischen Sänger Salem Al Fakir gesungen wird, löste er sich in seinem Heimatland selbst an der Chartspitze ab. Außerdem wurde das Lied Hey Brother, das von Dan Tyminski gesungen wird, der zur Begleitband der US-Countrysängerin Alison Krauss gehört, zum dritten Nummer-eins-Hit in Folge in Schweden. Avicii besetzte somit 20 Wochen Platz 1 der schwedischen Charts. Auch in Deutschland und Norwegen erreichte das Lied Platz eins und konnte sich auch in anderen Ländern in den Top 10 platzieren, noch bevor es Anfang November 2013 offiziell als Single veröffentlicht wurde.

Am 19. Oktober 2013 gab DJ-Mag bekannt, dass Avicii nach wie vor Platz 3 der Top-100 DJs belegte. Ebenfalls gründete der französische Radiosender „NRJ“ die Webradiostation „NRJ Avicii“, auf der ausschließlich Lieder von Avicii gespielt werden. Gegen Ende des Jahres 2013 absolvierte Avicii Studioarbeiten mit unter Anderem David Guetta, Daft Punk und Coldplay.

2014: The Days/The Nights-EP[Bearbeiten]

Im Frühjahr 2014 wurde dann die vierte Single Addicted to You ausgekoppelt. Es wurde ein weiterer Top 10 Erfolg in mehreren Ländern. Gesungen wird das Lied von Audra Mae. Nur kurz Zeit später erschien auch die fünfte Auskopplung Lay Me Down in Zusammenarbeit mit Adam Lambert. Auch dieser Song konnte bereits in einigen Ländern vor der Veröffentlichung im Mai in die Charts einsteigen. Am 21. März 2014 veröffentlichte Avicii das Remixalbum True – Avicii By Avicii, mit neuen Versionen der ersten 9 Songs seines Debütalbums True.[15]

Am 20. April 2014 gab Avicii auf seinem Twitter-Profil bekannt, dass er an einem zweiten Album arbeite. Parallel hatte das von ihm produzierte Lied A Sky Full of Stars der britischen Pop-Rock-Band Coldplay Radio-Premiere. Es erschien am 2. Mai 2014 als Single. Im Juni 2014 veröffentlichte Avicii zusammen mit dem Gitarristen Carlos Santana und dem Sänger Wyclef Jean einen von der FIFA ausgewählten Song zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014, Dar Um Jeito (We Will Find a Way).

Ebenfalls im Juni 2014 produzierte er gemeinsam mit dem taiwanesischen Sänger Lee-Hom Wang den Song Lose Myself. Dieser wurde am 3. September 2014 veröffentlicht und dient als offizielle Hymne für das STORM Electronic Music Festival in Shanghai.[16] Des Weiteren veröffentlichte der französische DJ und Produzent David Guetta gemeinsam mit Sam Martin den von Avicii co-produzierten Song Lovers on the Sun. Auch bei Guettas Listen-Albumtrack Yesterday wirkte er mit.

Im Oktober 2014 veröffentlichte er in Zusammenarbeit mit Robbie Williams die Single The Days. Das Lied erreichte die Top-10 zahlreicher Länder und stellt die zweite US-Chartplatzierung Williams dar. Des Weiteren wurde es Aviciis fünfter Nummer-eins-Hit in Schweden. Der Track war auf der gleichnamigen EP mit der Nachfolger-Single The Nights zu finden. The Nights wurde vom schwedischen Singer-Songwriter Ras gesungen und ist im Soundtrack der Videospielserie FIFA enthalten.[17] Auch diese Single wurde insbesondere in Schweden und Großbritannien, wo sie sogar den Erfolg von The Days bei weitem übertreffen konnte, ein Hit.

Am 17. November 2014 veröffentlichte Wyclef Jean seinen Song Divine Sorrow, welcher von Avicii produziert wurde. In Zusammenarbeit mit Coca Cola und der von Bono gegründeten Anti-AIDS-Organisation RED gehen 1,03 € von jedem Single-Verkauf auf iTunes als Spende an den Global Fund.[18] In den DJ-Mag-Charts rutschte er von Platz 3 auf Nummer 6 ab.

2015: Zweites Album: Stories[Bearbeiten]

Im Frühjahr 2015 erschien Madonnas dreizehntes Studioalbum Rebel Heart, das unter anderem das von Avicii produzierte Lied Devils Pray beinhaltet. Am 5. Mai 2015 wurde Avicii's Song Feeling Good, ein Cover des gleichnamigen Blues-Klassikers von Nina Simone, bereits einen Tag vor dem offiziellen Release-Termin in ausgewählten Ländern auf iTunes veröffentlicht.[19] Des Weiteren erschienen zahlreiche Previews im Internet, darunter von Kollaborationen mit Aloe Blacc, Chris Martin und Martin Garrix. Quellen für die Tracks war unter Anderem sein Auftritt beim Ultra Music Festival 2015. Der niederländische DJ und Produzent Tiësto bot dem Schweden an, einen Guestmix für seinen Podcast „Tiësto’s Club Life 422“ zu produzieren, was Avicii in Anspruch nahm. Dabei war auch sein Song I’ll Be Gone. Jedoch erschien I'll Be Gone bereits im Jahre 2013 unter dem Titel Stars im Internet. Des Weiteren wurde das gesamte Instrumental für den „Avicii by Avicii“-Remix seines Liedes Liar Liar sowie der Drop für den Song Black and Blue mit Aloe Blacc verwendet.

Eine aus dem Ultra Music Festival resultierende, angebliche Kollaboration mit Martin Garrix und John Legend erschien am 21. Mai 2015 unter dem Namen Waiting for Love im neuseeländischen iTunes-Store.[20] Garrix und Legend wurden dabei nicht erwähnt, was meist nicht untypisch ist, da Robbie Williams bei The Days auch nicht erwähnt wurde. Die Beiteiligung von Garrix wurde wenige Tage nach der Veröffentlichung offiziell bestätigt. Als Sänger stellte sich jedoch nicht Legend, sondern der Schwede Simon Aldred heraus.

Avicii kooperiert außerdem mit dem Modeunternehmen Ralph Lauren, für das er als Model und Werbeträger tätig ist.[21][22]

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Avicii/Diskografie
Jahr Titel Chartplatzierungen [23] Anmerkungen
DE AT CH UK US SE
2013 True 5 Platin
(40 Wo.)
3 2-fach-Platin
(41 Wo.)
2 Gold
(46 Wo.)
2 Platin
(52 Wo.)
5
(39 Wo.)
1 2-fach Platin
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. September 2013
2014 True: Avicii by Avicii 15
(4 Wo.)
55
(4 Wo.)
139
(1 Wo.)
16
(12 Wo.)
Remixalbum, Erstveröffentlichung: 21. März 2014

Kompilationen[Bearbeiten]

Jahr Titel
2011 Avicii Presents Strictly Miami
  • Erstveröffentlichung: 15. April 2011

EPs[Bearbeiten]

Jahr Titel
2011 The Singles EP
  • Erstveröffentlichung: 31. Mai 2011
2014 The Days / Nights (EP)
  • Erstveröffentlichung: 1. Dezember 2014

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Echo
    • 2014: Hit des Jahres (Wake Me Up)
    • 2014: Electronic Dance Music

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Avicii – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Avicii Biografie
  2. Interview auf Laut.de
  3. Biografie auf Beatport
  4. Artikel über seine ersten Erfolge auf sing365.com
  5. Liste der Labels über die Avicii veröffentlicht
  6. Leona Lewis: Plagiatsvorwurf im fan-lexikon
  7. Fade Into Darkness auf hitparade.ch
  8. Chartübersicht der Erfolge von Levels
  9. Aufklärung über die Samples Good Feeling und Levels
  10. DJ Mag Top 100 DJs bei djmag.com, abgerufen am 30. Dezember 2011
  11. 27th Annual International Dance Music Awards Nominees and Winners. Abgerufen am 5. April 2012.
  12. Beschreibung des X-You-Projekts
  13. Abba-Mitglieder schreiben Hymne für Eurovision Song Contest
  14. Offizielle Ankündigung des Albums True
  15. Universal Music
  16. [1]
  17. [2]
  18. [3]
  19. [4]
  20. [5]
  21. [6]
  22. Booklet des Albums True
  23. Chartquellen: DE AT CH UK US SE