Aviculariinae

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Aviculariinae
Pachistopelma rufonigrum, Weibchen

Pachistopelma rufonigrum, Weibchen

Systematik
Unterstamm: Kieferklauenträger (Chelicerata)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Aviculariinae
Wissenschaftlicher Name
Aviculariinae
Simon, 1874

Die Aviculariinae sind eine Unterfamilie innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae). Bei den Arten handelt es sich um baumbewohnende Spinnen.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Es sind meistens mittelgroße bis große Tiere mit einer Beinspannweite bis 23 Zentimeter (beispielsweise Avicularia huriana). Die Haarbüschel unter den Beißklauen sind weich. Die Tarsen sind dicker als Metatarsen.[1]

Die Tiere der Gattungen Avicularia und Pachistopelma haben Brennhaare auf dem Hinterleib, die Gattungen Ephebopus haben Brennhaare auf den Femora der Palpen.[2] Die vordere Reihe der Augen ist bei Avicularia stark prokurv. Die Arten der Pachistopelma haben Apophysen an den Tibien des ersten Laufbeines und einen schwarzen Fortsatz aus Stacheln an den Tibien des zweiten Laufbeines.[1]

Verhalten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich bis auf die Gattung Ephebopus um baumbewohnende Arten. Sie können schnell laufen und weit springen mit ausgespreizten Extremitäten. Sie haben zusätzliche Haarpolster an den Tastern, die beim Flug eine große Fläche bilden und somit die Fallgeschwindigkeit reduzieren. Ihre Nester spinnen sie mit Spinnseide aus und bauen häufig auch Rindenstücke und Laub ein. Manche suchen sich als Behausung auch Astlöcher oder die Trichter von Bromelien (zum Beispiel einige Avicularia-Arten).[1]

Sie gelten als defensive Arten. Bei Störungen ziehen sie sich sehr schnell in ihre Wohnröhre bzw. -höhle zurück. Werden sie provoziert, strecken sie einem zunächst den Hinterleib mit den locker sitzenden Brennhaaren entgegen. Haben sie keine Fluchtmöglichkeit, schlagen sie in der Regel erst drei- bis viermal mit den Vorderbeinen und den Tastern nach dem Angreifer, bevor sie zubeißen.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Verbreitungsgebiet der fünf Gattungen (Schmidt 2003)

Das Verbreitungsgebiet der Aviculariinae ist auf dem amerikanischen Südkontinent. Die Arten leben in auf den Pflanzen und Bäumen. Im gleichen Gebiet gibt es die Unterfamilien Theraphosinae (Bombardierspinnen), Ischnocolinae und Selenocosmiinae.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Systematik der Aviculariinae wird in der Fachwelt stark diskutiert. Vor allem die Einordnung der Gattungen Psalmopoeus und Tapinauchenius in diese Unterfamilie war umstritten. Im Gegensatz zu den anderen zwei Gattungen der Unterfamilie Aviculariinae besitzen Vogelspinnen dieser Gattungen keine Brennhaare. Ephebopus besitzt ebenfalls keine Brennhaare auf dem Opsthosoma. Robert J. Raven hat die Gattung Psalmopoeus bereits 1985 in die Unterfamilie Selenocosmiinae gestellt.[3] Auch andere Vogelspinnensystematiker (z. B. Bertani, von Wirth) vermuten aufgrund phylogenetischen Untersuchungen, dass die Gattungen Psalmopoeus und Tapinauchenius viel näher mit z. B. Poecilotheria und Chilobrachys verwandt seien als mit den Gattungen Avicularia und Ephebopus.

Der deutsche Biologe und Vogelspinnensystematiker Günter E. W. Schmidt beließ die Gattung Psalmopoeus bei seiner Beschreibung von P. langenbucheri Ende 2006 noch in der Unterfamilie Aviculariinae, gab aber schon den ersten Hinweis, dass man darüber nachdenken könnte, sie in eine eigene Unterfamilie zu stellen.[4] Im Mai 2008 stellten Günter Schmidt und Robert Samm Psalmopoeus und Tapinauchenius in eine neue Unterfamilie Sinurticantinae, die 2010 aus nomenklatorischen Gründen in Psalmopoeinae umbenannt wurde.[5]

Die jüngste Revision stammt von Fukushima und Bertani aus dem Jahr 2017.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günther Schmidt: Die Vogelspinnen, Westarp Wissenschaften-Verlagsgesellschaften mbH, Hohenwarsleben 2003, ISBN 3-8943-2899-1, S. 38 und S. 197–206
  • Peter Klaas: Vogelspinnen: Herkunft, Pflege, Arten. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 2003. ISBN 3-8001-3696-1
  • Andreas Tinter: Vogelspinnen. Nikol Verlagsgesellschaft mbH &Co. KG, Hamburg 2001. ISBN 3-933203-49-X
  • Robert J. Raven: The spider infraorder Mygalomorphae (Araneae): Cladistics and systematics. (online) In: Bull. Amer. Mus. Nat. Hist. Nr. 182, 1985, S. 1–180.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Günther Schmidt: Die Vogelspinnen, Westarp Wissenschaften-Verlagsgesellschaften mbH, Hohenwarsleben 2003, ISBN 3-8943-2899-1, S. 38 und S. 197−206
  2. S. D. Marshall und G. W. Uetz: The pedipalpal brush of Ephebopus sp. (Araneae, Theraphosidae): evidence of a new site for urticating hairs. Bulletin of the British Arachnological Society 8, 4, S. 122–124, 1990
  3. R. J. Raven: The spider infraorder Mygalomorphae (Araneae): Cladistics and systematics, Amer Museum of Natural History, Dezember 1985, ISBN 978-9995245283
  4. Günter Schmidt, M. Bullmer & M. Thierer-Lutz: Eine neue Psalmopoeus-Art aus Venezuela, Psalmopoeus langenbucheri sp. n. (Araneae : Theraphosidae: Aviculariinae). Tarantulas of the World, 2006, 121.122,123: 3-17.
  5. R. Samm, Günter Schmidt: Psalmopoeinae subfamilia nov. – a new subfamily of the Theraphosidae (Araneae). TOW – 142/Juli 2010: 35-41.
  6. Fukushima, C. S. & Bertani, R. (2017): Taxonomic revision and cladistic analysis of Avicularia Lamarck, 1818 (Araneae, Theraphosidae, Aviculariinae) with description of three new aviculariine genera. ZooKeys, 659, S. 1–185.