Avishai Cohen

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Avishai Cohen (Wien 2009)

Avishai Cohen (* 20. April 1970 im Kibbutz Kabri) ist ein israelischer Jazz-Bassist, Sänger, Bandleader, Komponist und Arrangeur des Modern Jazz. Er kombiniert (nach Einschätzung von Alex Henderson im All Music Guide) in seinem Stil Einflüsse des Nahen Ostens und der israelischen Musik mit Fusion und akustischem Jazz. Das Bassplayer Magazine listete ihn unter den 100 einflussreichsten Bassisten des 20. Jahrhunderts. [1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Avishai Cohen stammt aus einer musikalischen Familie. Im Alter von elf Jahren begann er mit dem Klavierspiel und fing mit 14 Jahren an, sich für den Jazz zu interessieren. Nachdem er Klavier in einer Schul-Jazzband gespielt hatte, wechselte er zum elektrischen Bass, inspiriert von der Musik von Jaco Pastorius. Mit 16 Jahren besuchte Cohen die Music & Arts High School in Jerusalem, später spielte er dann bei lokalen Auftritten in Jerusalem, bis er schließlich seinen Militärdienst ableistete. Danach wechselte Cohen das Instrument, zum akustischen Bass.

Avishai Cohen Eastern Unit in Kiew, Ukraine, 2008

Im Jahr 1992 zog er nach New York, [2] wo er sich anfangs u. a. als Möbelpacker und Bauarbeiter durchschlagen musste und sein Bassspiel meist nur in Parks oder U-Bahnen zu hören war. Er besuchte dort auch die New School for Jazz and Contemporary Music. Nach gemeinsamen Auftritten mit Größen wie Paquito D’Rivera, Joshua Redman, Wynton Marsalis oder Roy Hargrove engagierte ihn der Latinjazzpianist Danilo Pérez für seine Band, und 1996 holte ihn dann der Weltklassepianist Chick Corea in sein neu formiertes akustisches Sextett Origin. [3] Bis 2003 gehörte Cohen zu den Bands von Chick Corea Cohen spielte außerdem u. a. mit Ravi Coltrane und Leon Parker sowie mit eigenen Formationen in kleinen Clubs. 1996 spielte er bei dem Gitarristen Kurt Rosenwinkel. 1997 erhielt er einen Plattenkontrakt und nahm ein erstes Album, Adama, für das Stretch-Label auf. Außerdem arbeitete er in dieser Zeit u. a. mit Seamus Blake, Steve Davis, Claudia Acuña, Herbie Hancock, Amos Hoffman, Bobby McFerrin und Danilo Pérez.

Nach seinem Ausscheiden aus der Corea-Band gründete er das Avishai Cohen Trio mit dem Schlagzeuger Mark Guiliana und dem israelischen Pianisten Shai Maestro. Cohen kehrte schließlich nach Israel zurück.

Mit seinem eigenen Trio mit Shai Maestro und Itamar Doari nahm er nach 2005 eine Reihe von Alben auf dem Razdaz Recordz-Label auf und trat 2008 beim Jazzfest Berlin auf. Seit dem Album Duende (2012), spielt Nitai Hershkovits am Klavier; zudem löste Ende 2013 Daniel Dor den bisherigen Schlagzeuger Mark Guiliana ab. Außerdem spielte er mit Ziv Ravitz (Images from Home, 2009). Außerhalb des Jazz arbeitete Cohen mit der Sängerin Alicia Keys und dem Israel Philharmonic Orchestra zusammen.

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt viele israelische Songs, die auf russischen Songs basieren. Osteuropäische Melodien, versehen mit hebräischen Texten. Das wurde zu einem Folk-Idiom in Israel. Dann gibt es Komponisten, die den mediterranen Sound und die arabischen Rhythmen der Darabouka mit westlichen Harmonien verbanden. Das brachte einen speziellen Sound hervor. Dieser Sound bin ich.[4]

Avishai Cohen, Moers Festival 2008
Avishai Cohen, Leverkusener Jazztage 2015

Diskografische Hinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adama (Stretch, 1998)
  • Devotion (Stretch, 1999)
  • Unity (Stretch, 2001)
  • Lyla (Razdaz Recordz, 2003)
  • At Home (Razdaz Recordz, 2005)
  • Continuo (Razdaz Recordz, 2006)
  • As Is... Live at the Blue Note (Razdaz Recordz, 2007)
  • Gently Disturbed (Avishai Cohen Trio; Razdaz Recordz, 2008)
  • Aurora (BlueNote, 2009)
  • Seven Seas (EMI/Blue Note Records, 2011)
  • Duende (mit Nitai Hershkovits; EMI/Blue Note Records, 2012)
  • Almah (Razdaz Recordz, 2013)
  • From Darkness (Avishai Cohen Trio; Razdaz Recordz, 2015)
  • 1970 (Masterworks, 2017)

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Avishai Cohen - Quotes from the World’s Press
  2. Ian Carr, Digby Fairweather und Brian Priestley: The Rough Guide to Jazz, 3. Aufl., 2004, S. 156
  3. Boris Fernbacher: Vom Jerusalemer Tempel nach New York. 3000 Jahre jüdische Musikgeschichte. 2018, ISBN 978-3-7460-2430-1, S. 86
  4. Zitiert nach Broder, Jüdischer Kalender 2009-2010, 9. Februar / 25. Schewat

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Avishai Cohen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien