Axel Barner

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Axel Barner (* 1955 in Hannover) ist ein deutscher Lehrer, Literaturwissenschaftler und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barner ist in Rössing, einem Dorf der Hildesheimer Börde, aufgewachsen. Nach dem Abitur in Hildesheim studierte er von 1976 bis 1982 Germanistik und Geschichtswissenschaften an der Technischen Universität Berlin(u. a. bei Walter Höllerer, Norbert Miller, und Reinhard Rürup). Das Studium beendete Barner 1982 mit dem Ersten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien. 1984 legte er sein Zweites Staatsexamen in Offenbach am Main ab. Von 1985 bis 1989 war er Lehrer am Cağaloğlu Anadolu Lisesi in Istanbul.[1] Barner war von 1992 bis 1997 im Auftrag des Akademischen Austauschdienstes als Lektor für deutsche Sprache an der Polytechnischen Universität Bukarest tätig. Von 2000 bis 2008 wirkte er als Lehrer am Lycée International de Saint-Germain-en-Laye, wo er internationale Projekte zum Dadaismus, zur „Bibliothek der verbrannten Bücher - deutsche Schriftsteller im Pariser Exil 1933-40“ und zum Sonett initiierte und mitgestaltete. Von 2010 bis 2014 unterrichtete er an der Deutschen Botschaftsschule Addis Abeba in Äthiopien. Barner lebt seit 2014 wieder in Berlin.

Ausgedehnte Reisen führten ihn u. A. nach Zentralasien (Usbekistan, Kirgisien, Kasachstan, Mongolei), in den Kaukasus (Georgien, Armenien), nach Mittelamerika (Mexiko, Guatemala, Honduras) und Afrika. Diese Reisen werden von Barner in seinen Büchern immer wieder thematisiert.

Barner schreibt Literatur und Fachbücher. In seinen literaturwissenschaftlichen Veröffentlichungen in Deutschland und Rumänien hat er sich vor allem mit der deutschsprachigen Literatur aus und über Rumänien auseinandergesetzt. Barner zeichnet für zwei Anthologien mit literarischen Texten über Bukarest als Herausgeber („Bukarest - ein literarisches Portrait“, dipa Verlag Frankfurt a. M. 1997 und „Europa erlesen – Bukarest“, Wieser Verlag Klagenfurt 1999) verantwortlich.

Sein literarisches Schaffen umkreist die Begegnung mit dem Fremden sowie interkulturelle Erfahrungen. Schon in seinen ersten literarischen Veröffentlichungen in Zeitschriften („Die Hunde von Bukarest“ und „Bukarester Totenklage“, 1997) werden diese Grundmotive seines Schreibens sichtbar. Auch in den weiteren Werken, deren kürzere in literarischen Zeitschriften wie „Signum – Blätter für Literatur und Kritik“ und „Neue Sirene“ veröffentlicht wurden, „...kommt in der distanzierten und sich möglichst wenig von den Realitäten in anderen Ländern überwältigen lassenden Erzählweise Barners die Fremdheit nicht direkt zum Ausdruck, sondern ist eher in vermittelnden Andeutungen der Überraschung, der Enttäuschung oder des Sarkasmus erkennbar.“ (M. Bauer, literaturkritik.de) Auch in den weiteren Werken kommen diese Erfahrungen zum Ausdruck. Zuletzt erschienen als Beiträge zur Kulturgeschichte des 15. Jahrhunderts: „Das Äthiopien-Bild im europäischen Spätmittelalter“ (2011) und „Stationen eines stadtbürgerlichen Lebenslaufs – das III. Buch der Augsburger Chronik des Burkhard Zink“ (2016).

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ganzschriften:

als Herausgeber:

als Autor:

  • Neun Akatiste für die Nato – Münster 1999 – ISBN 3-89738-162-1
  • Opitz – Moltke – Tucholsky – Enzensberger: Deutsche Reisen nach Rumänien – Bukarest 2001 -ISBN 973-99655-6-3
  • Studien zum Rumänienbild in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur – Bukarest 2006 – ISBN 973-8384-29-X
  • Anekdote über den Einfluss indischer Filmmusik aufs Haarschneiden, in: Neue Sirene – Zeitschrift für Literatur Bd. 21, 2007 – ISBN 978-3-00-020358-9
  • Umwege nach Moabit – Reiseminiaturen –, Zwischenbereiche Verlag Berlin 2010 – ISBN 978-3-938069-05-9
  • Der Weg nach Timbuktu, Zwischenbereiche Verlag Berlin 2014 – ISBN 978-3-938069-09-7
  • Ankunft in Addis Abeba, Einblattdruck Nr. 131, PalmArtPress Berlin 2018
  • Temeswar, Blicke, Einblattdruck Nr. 165, PalmArtPress Berlin 2020

Literarische Veröffentlichungen in Zeitschriften:

  • Die Hunde von Bukarest, in: Laufschrift – Magazin für Literatur und Kunst, Nr. 5
  • Bukarester Totenklage, in: Laufschrift – Magazin für Literatur und Kunst, Nr. 5
  • Was ich in Bukarest sah und hörte: in: MajA – magazin junger Autoren, Nr. 2 – 3/99
  • Die Ebene von Orşova, in: Laufschrift – Magazin für Literatur und Kunst, Nr. 9 (1/2000)
  • Temeswar, Blicke / Deutsche Weihnacht / Skythischer Winter, in: Zenit – Zeitschrift für Literatur und Kommunikation, 17. Jahrgang Nr. 3/04, Wien 2004
  • Anekdote über den Einfluss indischer Musik aufs Haarschneiden, in: Wegweisende Literatur der Gegenwart Band 21 (Neue Sirene – Zeitschrift für Literatur 21), März 2007,
  • Skythischer Winter, in: Signum – Blätter für Literatur und Kritik, 10. Jahrgang Heft 1, Winter 2009
  • Paradiesgarten, in: Signum – Blätter für Literatur und Kritik, 20. Jahrgang Heft 1, Winter 2019
  • Alternative Fakten, in: eXperimenta, Ausgabe 06/2020, S. 22

Übersetzungen:

  • Románia és románok képe a német nyelvü irodalomban (Übersetzung in ungarischer Sprache von Vilma-Irén Mihály: Das Bild Rumäniens und der Rumänen in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur) in: Zsuzsa Tapodi: Imagológiai olvasókönyv, Erdélyi Muzeum-Egyesület, Kolozsvár/Cluj (Rumänien) 2016 (Essay)
  • Imaginea Bucurestiului in literatura germana contemporana (Übersetzung in rumänischer Sprache von Vasile Poenaru: Das Bild Bukarests in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur) in: Secolul 20 Bucurestiul, No. 4–6/1997, Bukarest/Bucuresti, p. 240–250

Editura Secolul 20, Bucuresti/Bukarest 1997 (Essay)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://gazetearsivi.milliyet.com.tr/GununYayinlari/vOnBk_x2F_jN_x2B_rTXQsx66xkChQ_x3D__x3D_ türkische Tageszeitung Milliyet, Ausgabe vom 5. November 1985, S. 3 (türkisch)