Axel Köhler

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Dieser Artikel behandelt den Künstler Axel Köhler. Für den ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, siehe Ayyub Axel Köhler.

Axel Köhler (* 1960 in Schwarzenberg/Erzgeb.) ist ein deutscher Regisseur und Opernsänger (Countertenor). 2009 bis 2016 war er Künstlerischer Direktor (Intendant) der Oper Halle.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Axel Köhler studierte an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden Violinpädagogik und Gesang. Ab 1984 gehörte er dem Ensemble des Opernhauses in Halle (Saale) an – zunächst als Spielbariton, vor allem als Altus, später auch als Regisseur und Intendant.

1987 debütierte er als Eustazio in der Halleschen Rinaldo-Inszenierung von Peter Konwitschny. Anspruchsvolle Countertenor-Partien folgten, vor allem in etlichen Händel-Opern, die in dessen Geburtsstadt zu den Händelfestspielen aufgeführt wurden. Axel Köhler gastierte bei internationalen Festivals und wurde weltweit zu Konzerten, CD-, Radio- und Opernproduktionen eingeladen. 1995 sang Axel Köhler am Royal Opera House in London in der Uraufführung von Arianna von Alexander Goehr. 1998 übernahm er die Titelpartie in der von den Dresdener Musikfestspielen an der Sächsischen Staatsoper Dresden inszenierten Uraufführung der Oper Farinelli von Siegfried Matthus und gab 2001 den Teufel in Detlev Glanerts komischer Oper Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung bei deren Uraufführung in Halle. 2003 sang er bei den Salzburger Festspielen die Partie des Adschib in der Uraufführung der Oper L‘Upupa von Hans Werner Henze, 2005 an der Semperoper Dresden die Partie des Poro in Johann Adolf Hasses Oper Cleofide, 2006 die Titelpartie in Cantor – Die Vermessung des Unendlichen von Ingomar Grünauer, einer Uraufführung am Opernhaus Halle, in der er auch als Bariton und Violinspieler auftrat. Die Bayerische Staatsoper engagierte den Altus für L’incoronazione di Poppea und Rinaldo, die Hamburgische Staatsoper für L’incoronazione di Poppea. Am Opernhaus Halle sang er in Monteverdis L’Orfeo die Partie der La Speranza und den Polinesso in Händels Ariodante, dort trat er 2011 auch als Schwan in Carl Orffs Carmina Burana auf. Als Artemis in Hans Werner Henzes Phaedra war er 2007 bis 2010 in Berlin, Brüssel, Wien, Frankfurt und in London zu erleben.

Als Konzertsänger arbeitete der Countertenor mit renommierten Ensembles der Alten Musik wie Concerto Köln, Musica Antiqua Köln, Lautten Compagney sowie mit Dirigenten wie René Jacobs, Marcus Creed und Howard Arman. Seine Altus-Programme "Falsetto grazioso" und "Falsetto amoroso" weisen ihn als ausdrucksvollen und unterhaltsamen Liedinterpreten aus. Seit 2005 singt und spielt er auch in launigen Cabaret-Programmen.

Seit 2000 ist Axel Köhler als Regisseur tätig. Sein Debüt gab er mit Monteverdis L‘Incoronazione di Poppea am Opernhaus Halle, 2001 folgte Händels Rodrigo. Diese Produktion studierte Köhler auch mit Studenten der Bayerischen Theaterakademie August Everding ein. 2005 folgte dort A Midsummer Night‘s Dream von Benjamin Britten. 2003 wurde Köhlers Inszenierung der Händels Oper Teseo in Deutschland, der Schweiz und England aufgeführt. Einem open-air-Spektakel und einem Foyerprogramm anlässlich 350 Jahre Oper in Halle folgten. 2006 war seine Händel-Inszenierung Amadigi in Dresden und Admeto in Halle. 2007 brachte Axel Köhler Tom Johnsons Riemann-Oper auf die Bühne des Kellertheaters des Opernhaus Leipzig, am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin inszenierte er Mozarts Don Giovanni. 2008 stellte er an der Dresdner Staatsoperette seine Aufführung von Mozarts Zauberflöte vor. Für die Kammeroper Schloss Rheinsberg studierte er Die weiße Dame von François-Adrien Boieldieu ein. Als Koproduktion der Musikhochschule und des Staatsschauspiels in Dresden brachte er Monteverdis L‘incoronazione di Poppea auf die Bühne. 2009 inszenierte Axel Köhler Argenore, eine Oper von Wilhelmine von Bayreuth am Markgräflichen Opernhaus, Franz Lehárs Das Land des Lächelns auf der Freilichtbühne Augsburg sowie Mozarts Zauberflöte am Tiroler Landestheater Innsbruck. 2010 folgten Inszenierungen von Emmerich Kálmáns Gräfin Mariza an der Staatsoperette Dresden, Paul Abrahams Die Blume von Hawaii und Giuseppe Verdis Macbeth an der Oper Halle. 2011 übernahm Axel Köhler in Halle die Regie für Kálmáns Gräfin Mariza und am Staatstheater am Gärtnerplatz München für Georg Philipp Telemanns Der geduldige Sokrates. Internationale Aufmerksamkeit erregte Axel Köhler mit Schwanda, der Dudelsackpfeifer von Jaromír Weinberger an der Semperoper Dresden – die Zeitschrift Opernwelt wählte die Inszenierung zur Wiederentdeckung des Jahres 2011/2012, sie wurde 2014 erfolgreich ans Teatro Massimo in Palermo übertragen und wird 2017 wieder in den Dresdner Spielplan übernommen. 2013 inszenierte Axel Köhler u.a. Georges Bizets Carmen an der Semperoper und Schahrazade von Bernhard Sekles an der Oper Halle. Beifall ernteten seine Inszenierungen in der Intermezzo-Reihe der Semperoper Dorina e Nibbio/Contrascena (2013), L’impresario delle Canarie/Sub-Plot (2014) und „Mise en abyme/Widerspiegelung“ (2015). An der Oper Halle fand seine szenische Einrichtung von Richard StraussArabella viel Zuspruch. Axel Köhlers Inszenierung Der Freischütz an der Semperoper Dresden 2015 wurde mit dem Bachtrack Award 2015 ausgezeichnet.

Von 2009 bis 2016 war Axel Köhler Künstlerischer Direktor/Intendant der Oper Halle. Seit der Spielzeit 2016 | 2017 ist er als Sängerdarsteller und Regisseur Mitglied des Ensembles der Staatsoperette Dresden.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Halle ehrte Axel Köhler 1994 für seine Interpretationen mit dem Preis der Händel-Festspiele. 1999 wurde er zum Kammersänger ernannt, und er erhielt den Kritikerpreis der Berliner Zeitung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]