Axel Milberg

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Axel Milberg, 2013

Axel Theodor Klaus Milberg (* 1. August 1956 in Kiel) ist ein deutscher Schauspieler und Sprecher von Hörbüchern.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Milberg ist Sohn einer Ärztin und eines Rechtsanwaltes aus Kiel. Seine Schauspielausbildung absolvierte er von 1979 bis 1981 an der Otto-Falckenberg-Schule in München.[1]

Milberg lebt seit 1992[2] mit der Kunsthistorikerin, Designerin und Malerin[3] Judith (geb. Betzler,[4] * 1963).[5] Sie haben Ende 2004 geheiratet[5] und einen gemeinsamen Sohn. Aus erster Ehe hat Milberg ein Kind und Judith Milberg zwei Kinder.[5] Er lebt mit seiner Familie in München.[6] Axel und Judith Milberg sind Unterstützer und Botschafter des südafrikanischen Kinderhilfsprojekts Umckaloabo-Stiftung.[7]

Künstlerische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1981 wurde Milberg von Intendant Dieter Dorn an die Münchner Kammerspiele engagiert. Er blieb festes Mitglied des Ensembles bis 1998 und stand u.a. im Faust von Johann Wolfgang von Goethe, in Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing und in Woyzeck von Georg Büchner auf der Bühne.[1] Einen besonderen Eindruck hinterließ er als Gegenspieler von Heinz Bennent im Stück Besucher (1988) von Botho Strauß.[8]

Film und Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben seinem Theater-Engagement spielte Milberg ab Ende der 1980er Jahre in verschiedenen Fernsehserien und -reihen wie Café Meineid von Franz Xaver Bogner, Der Schattenmann von Dieter Wedel oder Die glückliche Familie.

Eine seiner ersten großen Kinorollen bekam er 1995 mit der Hauptrolle in der Komödie Nach Fünf im Urwald von Regisseur Hans-Christian Schmid. Er spielte darin den strengen Vater einer 17-jährigen Ausreißerin (Franka Potente), der nach dem Genuss einer Haschzigarette seiner Tochter immer mehr „auftaut“. 1996 übernahm Milberg in der Neuverfilmung von Es geschah am hellichten Tag, einem Drama nach Friedrich Dürrenmatt, die Rolle des Päderasten Schrott, die im Original von 1958 mit Gert Fröbe besetzt war. Der zweiteilige Film, inszeniert von Nico Hofmann, wurde auf Sat.1 ausgestrahlt.

2002 verkörperte Milberg erstmals den eigensinnigen Hauptkommissar Klaus Borowski in der Folge PSI einer Neuauflage der TV-Serie Stahlnetz, angesiedelt in Hannover. 2003, nach Einstellung von Stahlnetz, wurde Borowski nach Kiel und in den Tatort versetzt. Milberg ermittelt seither als TV-Kommissar zwei Mal im Jahr in seiner Heimatstadt. Unterstützt wurde er dabei in den ersten sechs Folgen von Mehdi Moinzadeh als seinem Assistenten. Seit 2010 ist Sibel Kekilli als Polizeikommissaranwärterin Sarah Brandt an seiner Seite. Der schwedische Bestseller-Autor Henning Mankell schrieb die Vorlagen zu den Folgen Borowski und der vierte Mann, ausgestrahlt am 26. September 2010 in der ARD, und Borowski und der coole Hund, ausgestrahlt am 6. November 2011. In früheren Jahren war Milberg als Dr. Reinhart in Tatort, Folge 398, sowie in zwei weiteren Tatort-Folgen mit einer Gastrolle vertreten.

Von 2007 bis 2009 spielte Milberg im ZDF in 14 Folgen die Titelfigur der Serie Doktor Martin, einen verschrobenen Arzt mit einer Blutphobie, den es aus Berlin in die Provinz nach Ostfriesland verschlagen hat. Für diese Rolle wurde Milberg als bester Schauspieler in der Kategorie „Serien und Reihen“ mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet.[9]

Seit 2010 tritt Milberg gemeinsam mit seiner Frau in der Kultur-Reihe des Bayerischen Rundfunk Mit Milbergs im Museum auf.[10] Darin präsentiert Judith Milberg ihrem unvorbereiteten Ehemann ein bestimmtes Gemälde, analysiert es zunächst und eröffnet dann mit ihm einen Dialog, in dem er ihr spontan seine Assoziationen mitteilt.[11] Durch die Verwendung einer Steadycam-Kamera wird den Sendungen auch auf formaler Ebene Beweglichkeit verliehen.

2012 spielte Milberg mit Iris Berben, Nina Kunzendorf und Peter Simonischek in dem ZDF-Film Liebesjahre von Matti Geschonneck. Für diese Rolle erhielt er gemeinsam mit dem Film-Ensemble, dem Regisseur und dem Drehbuchautor den Grimme-Preis in der Kategorie „Fiktion“.[12] Der Film wurde außerdem in der Kategorie „Bester Fernsehfilm“ mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet.[13]

In dem Kinofilm Hannah Arendt von Margarethe von Trotta verkörperte Milberg Heinrich Blücher, den Ehemann der Publizistin Hannah Arendt, gespielt von Barbara Sukowa. Der Film feierte am 11. September 2012 beim 37. Toronto International Film Festival Weltpremiere[14] und wurde 2013 mit dem Deutschen Filmpreis in Silber in der Kategorie „Bester Spielfilm“ ausgezeichnet.[15]

Hörbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Axel Milberg nahm als Sprecher zahlreiche Hörbücher auf, darunter mehrere Romane des schwedischen Bestsellerautors Henning Mankell. Für das Mankell-Hörbuch Der Chinese wurde Milberg 2008 mit dem Literaturpreis Corine in der Kategorie „Claudio Hörbuchpreis“ ausgezeichnet.[16]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tatort-Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Axel Milberg bei Tatort-Dreharbeiten (2007) in Kiel am südlichen Hafenende auf der Hörnbrücke

Mit Milbergs im Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Axel Milberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Interviews

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b re: Biografie Axel Milberg. In: Munzinger-Archiv, Artikelanfang, aufgerufen am 29. Oktober 2015.
  2. Jonica Jahr: Judith Milberg. Die Kunst des Lebens. In: Gala, 24. Mai 2012.
  3. Carla Mülhens: Zuhause bei Judith Milberg. (Memento vom 29. Oktober 2015 im Webarchiv archive.is). In: Zuhause wohnen, 2015, Nr. 9.
  4. Über mich. In: judithmilberg.de, aufgerufen am 10. Dezember 2015.
  5. a b c dpa: Axel Milberg und Judith Betzler haben geheiratet. In: Rhein-Zeitung, 3. Januar 2005.
  6. Michael Schacht: „Ich fühle mich nur mit Axel komplett.“ In: Bild, 11. Mai 2013, Interview mit dem Ehepaar.
  7. Botschafter Axel Milberg. In: Umckaloabo-Stiftung, aufgerufen am 30. August 2016.
  8. Hellmuth Karasek: Gibt es ein Leben nach dem Theater? In: Der Spiegel. Nr. 41, 1988, S. 278–280 (online 10. Oktober 1988).
  9. dpa: Bayerischer Fernsehpreis: Katharina Wackernagel beste Schauspielerin. In: Filmstarts, 10. Mai 2008, aufgerufen am 29. Oktober 2015.
  10. Mit Milbergs im Museum. In: fernsehserien.de, aufgerufen am 29. Oktober 2015.
  11. Mit Milbergs im Museum im Bayerischen Fernsehen.
  12. Wettbewerb Fiktion/Spezial 2012. In: Grimme-Institut, abgerufen am 1. März 2015.
  13. 47. Verleihung. Die Preisträger 2012. In: Goldene Kamera, abgerufen am 1. März 2015.
  14. dpa: Film: „Hannah Arendt“ begeistert in Toronto. In: Focus, 12. September 2012.
  15. Deutsche Filmpreise von 1951 bis heute. In: Deutsche Filmakademie, abgerufen am 1. März 2015.
  16. Claudio Hörbuchpreis. In: Corine, 2008, abgerufen am 1. März 2015.
  17. Sexy Sushi bei joergbuttgereit.com, aufgerufen am 5. August 2014.
  18. Kriminalhörspiel ‹Ich töte, du stirbst› von Patricia Melo. In: Deutschlandradio Kultur, 29. September 2008.